Archiv für den Monat Juli 2012

Astronaut Reinhold Ewald in Köln

Am 25. September gastiert der Astronaut Reinhold Ewald in Köln und wird im Rautenstrauch-Joest-Museum einen Vortrag zur Zukunft der Raumfahrt halten. „50 Jahre bemannte Raumfahrt“ hieß es erst vergangenes Jahr, der Referent wagt jedoch schon einen Blick voraus über die nächsten 50 Jahre: Gibt es bald Teleskope auf dem Mond und wie realistisch sind die Pläne zum Jahrhundertprojekt einer bemannten Marsmission? Weitere Infos zum Vortrag gibt es in der Übersicht des aktuellen Veranstaltungsprogramms der Volkssternwarte Köln.

Das Museum befindet sich in der Nähe des Neumarkts, der abendfüllende Vortrag beginnt um 20:00 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

Übrigens begann der Raumfahrer Ewald seine Karriere als Astronom und suchte in der Doktorarbeit mit dem 3m-Radioteleskop der Uni Köln nach Kohlenwasserstoffmolekülen in fernen Sternentstehungsgebieten der Sternbilder Adler und Kepheus. Vor 20 Jahren schloss er schließlich seine Astronauten-Ausbildung ab und flog 1997 als 9. Deutscher in den Weltraum. [Nico Schmidt. BILD: DLR (CC-BY 3.0) via VSW Köln]

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Drei interessante Termine in und nördlich von Bonn

Freitag, 27. Juli, 17:00 MESZ, Ruhr-Universität Bochum: Die Astronomie der Aborigines, ein öffentlicher Vortrag von Prof. Ray Norris in englischer Sprache. Der Vortrag stellt die wunderbar mystische, astronomische Welt der Aborigine-Kulturen vor, ihre Geschichten und Traditionen, und wie sie für praktische Anwendungen wie Navigation und Ernte genutzt werden. Außerdem beschreibt er eine Reise ins Unbekannte, die der westlichen Welt die Schätze des uralten Wissens der Aborigines näher bringt. [AIRUB. NACHTRAG: ein Bericht über den Vortrag]

Sonntag, 5. August, 12:00 MESZ, ab Naturzentrum Eifel in Nettersheim, Urftstr. 2: Auf den Spuren der Römer – Jubiläums-Wanderung mit Paul Hombach. 1992 gab es aus Anlass des 20. Vereinsgeburtstages der VSW Bonn eine beispiellose Wanderaktion: In mehreren über das Jahr verteilten Etappen wurde der komplette Römerkanal-Wanderweg von Urft in der Eifel bis Köln erwandert. In Erinnerung an dieses schöne Projekt wollen wir uns noch einmal auf die Spuren der römischen Wasseringenieure begeben. Vom Naturzentrum Eifel in Nettersheim geht es zum „Grünen Pütz“ und weiteren Highlights der ersten Etappe des unlängst neu eröffneten Wanderweges. Zu Fuß werden max. ca. 10 km zurückgelegt, weitere Sehenswürdigkeiten werden mit dem Auto angesteuert. Natürlich wird die Wanderung mit einer Einkehr enden! Um einen Überblick zu bekommen, wie viele Teilnehmer mit wandern, ist eine Anmeldung an PHombach(at)volkssternwarte-bonn.de erbeten. [Paul Hombach. NACHTRAG: 39 Bilder von der Wanderung]

Samstag, 15. September, ab 14:00 MESZ im Refratorium der VSW Bonn: Planetenseminar mit Grillfest. Im Mittelpunkt des Sommer-Planetenseminars der AG Planeten mit dem traditionellen Grillen – oben ein Bild der internationalen Ausgabe von 2011 – wird der Rückblick auf das Jahrhundertereignis Venustransit stehen. Vorträge sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Der genaue Programmablauf wird kurzfristig vor der Veranstaltung bekannt gegeben. Auch hier bitte ich um Anmeldung unter PHombach(at)volkssternwarte-bonn.de. [Paul Hombach]

Ein Bonner (immer noch) im Perigord

Hier möchte ich einfach ein paar nächtliche Bilder ohne viele Worte sprechen lassen:

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Der Nordamerika-Nebel


Die Milchstraße im Schwan

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M31 oder auch Andromeda mit Begleitern

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Der Pacman-Nebel

Sommerliche Grüße nach Bonn [Peter Oden]

Und noch ein Trapez-Bild…

…aus der Nordeifel vom Abend des 24.7.2012, aufgenommen mit 50mm/2.8/2s/200ASA Canon 300D.

Auf der Jagd nach dem kosmischen Trapez


1/4 Sekunde bei Blende 3.4 und ISO 800 mit 90 mm KB-Äquivalentbrennweite


1/3 Sekunde bei Blende 3.5 und ISO 400 mit 109 mm KB-Äquivalentbrennweite


1/3 Sekunde bei Blende 3.5 und ISO 800 mit 105 mm KB-Äquivalentbrennweite


1/50 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 400 mit 735 mm KB-Äquivalentbrennweite


1/20 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 400 mit 735 mm KB-Äquivalentbrennweite

Wenn El Universo Hoy, der Deutschlandfunk, Transient Sky, Astronomy und Earth & Sky eine Konstellation am Abendhimmel anpreisen, dann ist das schon eine nächtliche Wanderung quer durch Königswinter-Heisterbacherrott wert, um einen freien Horizont im richtigen Azimut auf zu treiben. Zuerst wurde der Mond „freigelegt“ (unten), dann tauchten auch die Begleiter auf: über ihm der Mars und weiter links der Saturn, darunter Spica (Zeit läuft nach oben), die zu viert ein Trapez und in den kritischen Minuten sogar ein Parallelogramm bildeten. Und nach dem ersten ‚Monduntergang‘ (4. Bild) konnte er sogar durch einen weiteren Standortwechsel noch einmal über den lokalen Horizont gezwungen werden. Mission erfolgreich … und dabei auch noch einiges über Dämmerungsgrade und Grenzgrößen gelernt. [Daniel Fischer – sämtliche Aufnahmen übrigens freihändig mit einer Panasonic DMC-FZ48; unterschiedliche Ausschnitte. NACHTRAG: ein Bild mit höherer Auflösung auch hier und hier]

Ein dickes buntes Sonder-„Heft“ zum Venustransit

hat die Hamburger Gesellschaft für volkstümliche Astronomie an diesem Wochenende herausgegeben: 46(!) Seiten stark, durchgehend farbig – und frei im Internet als gewaltiges PDF-File (Bild anklicken) herunter zu laden. Eigentlich ist es eine Sonderausgabe der traditionsreichen GvA-Zeitschrift Sternkieker, die seit Jahrzehnten auf Papier erscheint, in Schwarzweiß, und etwas kostet – aber den Venus-Bericht wird es nie als gedrucktes Heft geben, jedenfalls nicht von der GvA vertrieben. Und der Verein denkt sogar darüber nach, das gedruckte Heft komplett einzustellen, da eh die meisten Mitglieder inzwischen online sind. Und – auch das ein interessantes Argument – viele keine Lust mehr haben, Astrofotos einzuschicken, die dann bloss Schwarzweiß erscheinen. Der aktuelle Umbruch in der (nicht nur aber auch Wissenschafts-)Publizistik macht auch vor der amateurastronomischen Vereinen nicht Halt. Zum Nutzen der Welt jenseits von Hamburg allerdings: Alle haben wir nun ein schönes Erinnerungsstück an den Venustransit zur Verfügung, und wer unbedingt will, kann es ja im Copyshop in Hochglanz ausdrucken und binden lassen. Dann passt wenigstens der Begriff „Sonderheft“ wieder … [Daniel Fischer]

Heute vor 30 Jahren: meine erste SoFi-Expedition … mit der VSB auf den Rodderberg

Die partielle Sonnenfinsternis vom 20. Juli 1982 begann im Bonner Raum erst kurz vor Sonnenuntergang – und versank in der Stadt selbst in dichtem Horizontdust: Auch die öffentliche Beobachtung der Volkssternwarte Bonn (VSB) an den Astronomischen Instituten in Endenich scheiterte daran. Zusammen mit einer kleinen Extra-Expedition der VSB hatte ich mich jedoch auf den Rodderberg nahe Bonn-Mehlem begeben: Dessen 195 Meter über NN machten den Unterschied, wie dem später in Telescopium 10 [3/1982] 46 erschienenen Bericht – hier komplett eingescannt – wie der daraus stammenen Grafik oben zu entnehmen ist. Es handelt sich um nachgezeichnete Farbdias der letzten paar Minuten, bevor die Sonne auch für uns unsichbar wurde. Ganz leer ging übrigens auch Bonn-Downtown nicht aus: Ein experimentierfreudiges VSB-Mitglied filmte blind mit einer Schwarzweiß-Vidicon-Kamera aus einem Beueler Dachfenster – und auch da war die Sonne samt fehlendem Stück zu erkennen, Infrarot sein Dank … [Daniel Fischer. NACHTRAG: In Moers blickten sie mehr durch]

In Köln bald „das größte, öffentlich zugängliche Fernrohr von NRW“

Nach der gegenwärtigen Planung diesen Oktober wird das neue 60-cm-Teleskop der Volkssternwarte Köln der Öffentlichkeit zugänglich sein: Über die Umbauarbeiten berichtet jetzt der Kölner Wochenspiegel, der sich vor allem für die Renovierung der Kuppel interessiert – und dafür, dass der 60-er Spiegel „das größte, öffentlich zugängliche Fernrohr von NRW“ und auch „das erste ausschließlich durch Spenden aus der Bevölkerung finanzierte ‚Bürgerteleskop'“ sein werde. Nach einem weiteren aktuellen Artikel der Kölnischen Rundschau – der auch sonst einiges über das Wesen einer Volkssternwarte zu sagen hat – waren das immerhin 100’000 Euro! Crowdfunding von Populärastronomie klappt also auch in Deutschland. Über die Fortschritte berichtet die VSW Köln natürlich auch selbst, auf Facebook und vor allem in einem Forum – die ‚Entdeckung‘ dieser Kommunikations-Offensive hatte übrigens dieses Frühjahr bei der Gründung dieses Blogs Pate gestanden. [Daniel Fischer. Bildmontage: Polaris / VSW Köln. NACHTRAG: noch ein Artikel. NACHTRAG 2: Es ist da!]

Ein Bonner im Perigord

Aus dem hochsommerlichen Perigord in Frankreich meldet sich dieser Blogger zu Wort und zu Bild, da hier auch und gerade der nächtliche Himmel einen Genuss der besonderen Art darstellt.

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Der große Sonnenfleck auf der Sonne im Coronado PST am 16.07.2012

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Saturn (das letzte Mal für diese Sichtbarkeitsphase?) in der Nacht zum 17.07.2012


Ein Timelapse-Video der sommerlichen Milchstraße [Peter Oden]

Statt Jupiterbedeckung: Trostpreise gibt’s genug …

… am deutschen Himmel, wenn auch immer nur ein paar Minuten und rein troposphärischer Natur: hier Abendrot und Wolkenbeleuchtungs- und -schatteneffekte über Bochum an den Abenden des 13. und 15. Juli, jeweils kurz nach Sonnenuntergang – hier gibt’s mehr Impressionen; die Abendrot- und Mammatuswolken-Effekte am 13. haben sogar die Fachwelt angeregt. In der kommenden Nacht könnte es nun auch in größerer Höhe interessant werden: Während der aktuelle geomagnetische Sturm bisher im Wesentlichen Nordamerika erfreute, gibt es jetzt eine selten dramatisch formulierte Polarlichtwarnung für Europa. „Die Effekte des gestern eingetroffenen CME manifestieren sich gerade in einem sehr heftigen Substurm über Europa“, schreibt Ulrich Rieth um 21:24 MESZ auf der polarlicht-Warnliste: „Das interplanetare Magnetfeld ist weiterhin deutlich südwärts ausgerichtet, so dass immer noch Energie in die irdische Magnetosphäre gepumpt wird. Weitere, teils extreme Substürme sind heute Abend sicher zu erwarten. Es dürfte nach Erfahrung aus dem vergangenen Sonnenfleckenzyklus auf alle Fälle für visuelle Aurora bis mindestens Norddeutschland, eher weiter und für gute fotografische Aurora bis Süddeutschland und Österreich reichen.“