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„Argelanders Erben“ im Universitätsmuseum Bonn

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Noch bis zum 31. Juli zeigt die Ausstellung „Argelanders Erben“ im Uni-Museum einen Querschnitt durch 200 Jahre Astronomie an der Bonner Universität – angefangen mit dem Original des ersten Bonner Uni-Fernrohrs überhaupt, einem 83-mm-Dollond, mit dem von Münchow am 5. Mai 1832 einen Merkur-Durchgang beobachtete. (Dahinter eine Mondaufnahme eines seiner Nachfolger, worüber auch dieses und speziell dieses Video berichten.)

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Argelanders 77-mm-Kometensucher von der Bonner Durchmusterung darf ebenso wenig fehlen wie die Beobachtungsbücher von Julius Schmidt, eine kaum bekannte Kostbarkeit, …

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… das Okularmikrometer des letzten Bonner Meridian-Kreises oder das Objektivprisma des Bonner Spektralatlasses. Beschlossen wird die kleine aber feine Ausstellung – mehr Bilder und auch Videos von der Eröffnung heute – von zwei geodätischen Instrumenten, mit denen die Bonner Astronomen des 19. Jh. auch zu arbeiten hatten, wie anlässlich einer früheren Ausstellung hier beschrieben wurde („Links eine weitere Leihgabe aus Bonn …“):

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[Daniel Fischer] NACHTRAG – der Beitrag des Universitäts-Fernsehens:

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Astronomisches bei der 9. Bonner Wissenschaftsnacht …

… musste man gestern in dem reichhaltigen Angebot und zwischen den 20’000 Besuchern schon suchen – hier ein paar Funde.

Den astronomischen Vortrag mit der größten gesellschaftlichen Relevanz, der diesem Blogger jemals untergekommen ist, hielt gleich zu Beginn MPIfR-Direktor Michael Kramer, der auf die hohe Datenintensität moderner Radioteleskope verwies – aber auch tief in die Geschichte griff. So war es ein australischer Radioastronom gewesen, der mal eben die Grundlagen von WLAN schuf – der australischen Forschung brachte das Patent hunderte Millionen Dollar ein [NACHTRAG: noch ein Artikel]. Kramers Credo: Wenn Physiker etwas entdecken, dann kann man es irgendwann auch zu Geld machen …

Im ein Jahr alten Universitäts-Museum – dem ehemaligen Archiv – sticht sofort das Bonner Heliometer hervor, als bei weitem größtes und auch schon fast einziges dreidimensionales Artefakt.

Ansonsten besteht die gezeigte Sammlung weitgehend aus Schrifttafeln – und Papieren. Aber auch da wird der Astro-Fan fündig, mit originalen Oktavkarten, auf die Argelanders Assistenten in dunkler Nacht die Deklinationen von Sternen im Transit kritzelten, und einer Kladde, in die Sternpositionen und -helligkeiten ins Reise geschrieben wurden: Das Ergebnis war die Bonner Durchmusterung. Deren berühmtes – viel kleineres – Fernrohr (hier vorne rechts und hier) hat allerdings im zentralen Uni-Museum ebenso wenig einen Platz gefunden wie die damals verwendete Standuhr: Sie sollen dem Vernehmen nach einmal in einem Mini-Astronomie-Museum im Argelander-Institut in Endenich ihren zu sehen sein.

Eine anti-astronomische böse Überraschung gab es zu späterer Stunde im Freien: blendend helle Scheinwerfer an der Fassade, die selbst das am anderen Ende der nicht eben kleinen Hofgartenwiese gelegene Akademische Kunstmuseum bald taghell erleuchteten. Welche Botschaft sollte denn das vermitteln …? Noch dazu an einem ausnehmend klaren Abend, als mit Mars (ganz rechts) und Saturn (links der Mitte) zwei echte helle Attraktionen warteten, denen man hier statt der bizarren ‚Lichtkunst‘ in geradezu idealer Weise eine öffentliche Beobachtung hätte angedeihen lassen können!

Auch eine kühne Auslegung des Wissenschaftsbegriffs, Nacht oder nicht: Auch wenn es sich um Astrologie aus einem exotischen Kulturkreis handelt, müssen deswegen gleich Horoskope gestellt werden? (Was übrigens nicht das erste Mal an der Bonner Universität vorkam: Das gab es auch schon während eines Dies Academicus vor einigen Jahren …)

Direkt daneben und wieder voll auf dem Boden der Allgemeinen Relativitätstheorie – womit sich auch der Bogen zum Kramer-Vortrag schließt – am Stand des Argelander-Instituts: dieser Blogger durch eine Gravitationslinse in Form gebracht. Und noch am Rande zu erwähnen: ein längeres Gespräch im Wissenschaftszelt mit einem Abteilungsleiter von caesar über neue Entwicklungen für superpreiswerte Nah-IR-Detektoren. Dieses langjährige Forschungsprojekt, vor Jahren schon mal in einem Wissenschaftszelt vorgestellt, erreicht nun allmählich die Anwendungsreife – und könnte vielleicht einmal in der Amateurastronomie um Einsatz kommen … [Daniel Fischer]

Observatorium Hoher List lockt mit einwöchigem „Sternensommer“

Harald Simon

Im Observatorium Hoher List (OHL) brennt wieder Licht. Nachdem zum 01. Juli 2012 die Uni Bonn ihre Universitätssternwarte in der Vulkaneifel geschlossen hat, gab es schließlich vergangenen Herbst wieder positive Nachrichten, vor allem dadurch, dass die Sternwartengebäude unter Denkmalschutz gestellt wurden. Nun plant die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel (AVV), vormals Förderverein des OHL, zusammen mit der Verbandsgemeinde Daun einen siebentägigen „Sternensommer“ unter dunklem Landhimmel. Für bis zu 80 Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren soll hier vom 14. bis 20. Juli ein großes Sommerlager stattfinden. „Die Woche der Fantasie und des Miteinanders soll die Möglichkeiten im Eifel-Kosmos aufzeigen. Das wird eine spannende Woche“, verspricht die Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin Ruth Ratter (Bündnis 90/Die Grünen), die maßgeblichen Anteil an dem Denkmalschutz für die Bonner Eifel-Sternwarte hat. Für das Jugendcamp ist u.a. derzeit eine Musikaufführung und ein Foto-Workshop eingeplant, als Theater-Vorstellung soll außerdem „Der kleine Prinz“ in einem Zirkuszelt aufgeführt werden. Um den „Sternensommer“ auch so stattfinden zu lassen wie geplant, ist man allerdings noch auf der Suche nach Sponsoren, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Die Gesamtkosten belaufen sich 39.000 Euro, wobei die Hälfte immerhin das Land Rheinland-Pfalz übernimmt. [Nico Schmidt]

Das Observatorium Hoher List ist jetzt ein Kulturdenkmal

Kuppelbau des größten Teleskops am OHL; Michael Geffert

Observatorium Hoher List, südwestlich von Schalkenmehren auf der Kuppe des Hohen List (Denkmalzone): Hauptgebäude mit 3 Kuppeltürmen und Wohnhaus, 1950-54, Staatshochbauamt im Auftrag der Universität Bonn; Erweiterung 1964/65: Wohnhaus, Werkstatt und Labor mit 2 Kuppeltürmen; technische Ausstattung u.a. Teleskope Mitte 19. bis 21. Jh., Messgeräte“

So lautet der Text aus dem am 26. September aktualisierten „Verzeichnis der Kulturdenkmäler“ (PDF) für den Landkreis Vulkaneifel. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe ist in Rheinland-Pfalz für die Aufnahme von Denkmälern in die sog. Denkmalliste verantwortlich. „Die Eintragung erfolgte nach intensiver Recherche vor Ort und auf der Grundlage von entsprechenden Archivalien und Quellen“, heißt es dazu auf Nachfrage von der Denkmalfachbehörde. Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie (AIfA), der schon seit Jahren für den Erhalt des Observatorium Hoher List (OHL) kämpft, erhielt die frohe Nachricht am Donnerstagabend auf der Tagung der Astronomischen Gesellschaft (AG) in Tübingen. Der Bonner Astronom hatte 2006 und 2010 zwei verschiedene Konzepte zur Weiterführung der Universitätssternwarte in der Vulkaneifel veröffentlicht, um dort eine Art Bildungszentrum aufzubauen, doch nach jahrelangem Hin und Her erfolgte im Sommer 2012 die Schließung des Observatoriums. Dass die Gebäude jetzt unter Denkmalschutz stehen, ist ein weiterer Lichtblick für die Zukunft des OHL, denn schon Anfang September gab es ein Lebenszeichen. Die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List e.V. (ehemals der Förderverein des OHL) bietet nämlich wieder Führungen an und veranstaltete bereits einen Tag der offenen Tür. [Nico Schmidt]

Ein Lebenszeichen vom Observatorium Hoher List

Öffentliche Beobachtung am OHL im September 2009

Mit einer kurzen Mitteilung im Newsletter der Uni Bonn wurde im Juli 2012 die Schließung der Bonner Universitätssternwarte in der Eifel, das Observatorium Hoher List (OHL), offiziell verkündet. Das war das „Aus nach 60 Jahren“. Ein Jahr danach folgte ein bundesweites Rundschreiben zum Ausverkauf der Sternwarte. Und vor 2 Wochen konnte man nun diesen Satz lesen: „Es tut sich etwas auf dem Observatorium Hoher List bei Schalkenmehren“, was jedoch im positiven Sinne gemeint ist. Denn wie es in der Meldung heißt, hat sich der Förderverein der Sternwarte (jetzt: Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List e.V.) zunächst für ein Jahr als Untermieter in einem der Gebäude eingemietet, um zumindest einen Teil des Observatoriums weiter betreiben zu können und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Führungen sollen mittwochs um 14 Uhr stattfinden und beginnen am morgigen 11. September. Außerdem gibt es eine Einladung zu einem Tag der offenen Tür, der bereits am kommenden Samstag, 14. September, ebenfalls ab 14 Uhr stattfinden soll. [Nico Schmidt]

Bonner Heliometer reif für neues Universitätsmuseum

Universität Bonn, uni-bonn.tv

170 Jahre nachdem das Bonner Heliometer nach Poppelsdorf in die damals noch im Bau befindliche Sternwarte kam, hat das historische  Instrument einen neuen Stammplatz bekommen. Viele Jahre stand es vor dem großen Vorlesungsraum im Argelander-Insitut für Astronomie (AIfA) in Endenich, für die Öffentlichkeit war das imposante Fernrohr bisher nur bei seltenen Ausstellungen wie 1975 und 2009/2010 zu sehen, doch nun erhält es endlich einen Platz, den es auch verdient – als Mittelpunkt im neuen Universitätsmuseum (www.museum.uni-bonn.de). In 10 Tagen wird es eröffnet und steht damit ab dem 26. Juni ab 11 Uhr für Besucher offen. An vier Tagen in der Woche erhält man dann im Hauptgebäude der Universität untergebrachten Museum Einblicke in „die akademische Tradition und Geschichte der Forschungsuniversität Bonn“, die fast 200 Jahre zurückgeht. Neben der Dauerausstellung werden hier auch wechselnde Ausstellungen – aktuell zur Hofgartenwiese im Wandel der Zeit – angeboten. Das Team von uni-bonn.tv war bei den letzten Arbeiten dabei und außerdem sieht man, wie sechs Leute und ein Kran für die Aufstellung des großen Heliometer-Fernrohrs nötig waren.

Mit dem beeindruckenden wenn auch längst museumsreifen Heliometer, das über ein Jahrhundert lang im Hauptturm der von Argelander in Poppelsdorf errichteten Bonner Sternwarte stand, hat das Universitätsmuseum ein wahres Stück Astronomiegeschichte zu bieten. 1838 gelang mit einem identischen Gerät die erste Entfernungsbestimmung eines Sterns. Erst mit dieser Messung wusste man wie unvorstellbar weit die Sterne tatsächlich entfernt sind. Dieses Instrument wurde allerdings zerstört, so dass diese alte Beobachtungskunst und der damit verbundene Meilenstein heute nur noch mit Argelanders Heliometer lebendig wird. Es stammt aus der Werkstatt Fraunhofers, wurde 1842 nach Bonn verschickt und wenig später mit der Fertigstellung des Sternwartenbaus im Hauptturm aufgestellt. Unter Argelanders Leitung wurden mit diesem 6-Zoll-Fernrohr ebenfalls einige der ersten Sternentfernungen gemessen, durchgeführt von den Astronomen Winnecke und Krüger. [Nico Schmidt]

Astronomen zum 5. Mal bei Rallye durch Bonn-Poppelsdorf dabei

Was ist eigentlich in Bonn vom Internationalen Astronomiejahr 2009 übrig geblieben? Seit dem ist beispielsweise die Astronomie Teil der jedes Jahr im Februar stattfindenden Bonner Wissenschaftsrallye. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Schüler, die an diesem Tag als „Nachwuchs-Wissenschaftler“ die in Bonn-Poppelsdorf gelegenen verschiedenen Fachgebiete entdecken können. Da die Institute der Astronomen allerdings etwas weiter entfernt sind, findet man sie zur Wissenschaftsrallye im Refraktorium der Volkssternwarte Bonn (VSB), auf dem Grundstück von Argelanders alter Sternwarte.

Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Bei der 6. Wissenschaftsrallye waren die Astronomen jetzt zum 5. Mal dabei. 2009 noch „Station 8“ (Minute 4:50), sind sie mittlerweile fester Startpunkt der Rallye. Das merkte man auch am Ansturm, denn direkt ab 10 Uhr kamen die Schüler haufenweise mit ihren noch leeren Laufzetteln. Erst zum Mittag wurde es ruhiger, doch bis dahin hatten die Astronomen Michael Geffert und Nadya Ben Bekhti alle Hände voll zu tun, so dass man mit unter sogar ein wenig Wartezeit mitbringen musste. Das bedeutete ebenfalls, dass in der Volkssternwarte teilweise nicht genug Tische und Stühle vorhanden waren. Und mittendrin tauchte auch noch ein Kameramann der WDR-Lokalzeit auf.

Trotz Schmuddelwetter und Temperaturen von rund 5 Grad kamen an diesem Tag etwa 150 wissenschaftlich interessierte Schüler vorbei und versuchten sich als Galaxien- oder Kometenforscher. Sie konnten entweder Galaxien nach ihrer Form klassifizieren – ganz nach Edwin Hubbles Vorbild – oder Größenverhältnisse von Kometen schätzen. Die beiden Berufsastronomen unterstützend waren auch Vereinsmitglied Wilfried Bongartz und ich dabei und halfen bei den Aufgaben oder beantworteten allgemeine Fragen zur Astronomie. Und vielleicht sieht man sogar den ein oder anderen demnächst bei den Bonner Hochschultagen wieder. Am 11. März können sich dabei Schüler der Oberstufe am Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) u.a. über den Beruf des Astronomen informieren. [Nico Schmidt]

[Nachtrag] Hier berichtet der General-Anzeiger Bonn über die „akademische Schnitzeljagd“.

„Ein Abend mit dem Higgs-Teilchen“ – so muss Wissenschafts-Vermittlung sein!

Es war fast wieder so, wie es eine Woche zuvor und 700 km weiter südlich bei dem großen Higgs-Enthüllung gewesen war: der größte Hörsaal, überfüllt mit wissbegierigem Publikum, und vorne strahlende Teilchenphysiker, die vom Erfolg künden wollen. Nur war der Schauplatz heute Abend nicht ein Saal des CERN in Genf sondern der betagte Hörsaal 1 im Hauptgebäude der Uni Bonn, und gekommen war – von ein paar Physikern abgesehen – im Wesentlichen die Bonner Bevölkerung, die die Einladung zu der teilchenphysikalischen Veranstaltung „Ein Abend mit dem Higgs-Teilchen“ erreicht hatte, ein paar Kinder inklusive. Allein schon der Andrang strafte denjenigen Lügen, der allen Ernstes zu behaupten wagte, das Higgs ginge das Volk nichts an, und die fünf Bonner Physiker auf der Bühne gaben sich alle Mühe, die Erwartungen nicht zu enttäuschen.

Einer exzellenten Einführung in die Grundgedanken der modernen Physik folgte der konkrete Erfahrungbericht zweier Jungphysiker, die das noch hier und da verbreitete Bild „des Physikers“ als altem Mann mit wirrem grauem Haar nachhaltig korrigierten und einen Eindruck vermittelten, wie es in internationalen Riesen-Kollaborationen zu geht. Wobei hier natürlich fast immer nur der ATLAS-Detektor des LHC gemeint war, an dem Bonn in zentraler Funktion mit mischte; der Konkurrent CMS durfte immerhin mal am Rande mitspielen. Der dritte Vortrag der eine Stunde und 45 Minuten währenden und keine Minute langweilen Veranstaltung ging schließlich in die Details der konkreten Messungen des LHC (und v.a. von ATLAS), die das vermutliche Higgsteilchen durch seine Zerfallskaskaden dingfest gemacht hatten.

Mehrfach wurden an dem Abend die Leistung der 6 Theoretiker, die vor 48 Jahren das Higgs-Feld erdachten, und der LHC-Betreiber, die es nun nachgewiesen zu haben scheinen, als eine große Kulturleistung der Menschheit gewürdigt. Was in der Fragerunde danach auch allen einzuleuchten schien, bis auf einen, der wissen wollte, was das denn alle solle. Dem wurde dann beschieden, dass dies halt Grundlagenforschung sei und er Geduld haben solle: Bis zu einer Anwendung könne es da auch schon mal ein Jahrhundert dauern. Bis dahin wird es aber hoffentlich noch manche Veranstaltung wie an diesem Abend geben, denn – auch das machten die Referenten deutlich – der Higgs-Fang ist erst der Anfang einer großen Reise zu den Grundlagen des Universums. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: eine Webseite des Physikalischen Instituts zum und ein weiterer Bericht vom Abend – und ein erstes großes Fazit zum Stand der Higgsologie]

„Aus nach 60 Jahren“: Was wird nun aus dem Observatorium Hoher List?

Was viele schon wussten, ist vor einer Stunde auch ganz offiziell verkündet worden, im Newsletter der Universität Bonn Nr. 7/2012 vom 10.07.2012:

Observatorium Hoher List: Aus nach 60 Jahren

Zum tiefsten Bedauern der Universität Bonn ist das Observatorium Hoher List zum 1. Juli 2012 nach rund 60 Jahren Betrieb geschlossen worden. Obwohl sich Rektor Jürgen Fohrmann zuletzt persönlich für die Erhaltung des Observatoriums eingesetzt hatte, konnte kein tragfähiges Finanzierungskonzept für die Anlage gefunden werden. Noch ist unklar, was aus der Einrichtung wird. Sie ist Eigentum des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW.

Der Unsicherheit entsprechend fehlt auch der in den Newslettern sonst übliche Link zu einer Pressemitteilung mit mehr Details. Die findet man, zumindest was die Vergangenheit und geäußerte Visionen für die Zukunft betrifft, beim AIfA, in einem Papier von Michael Geffert, beim Förderverein des Observatoriums Hoher List e.V. und im Astrotreff. [Daniel Fischer. FOTO: Nico Schmidt, bei einer öffentlichen Beobachtung unter dunklem Eifelhimmel während des IYA 2009]

Bonner Physiker informieren über den Stand der Higgs-Jagd

„Kurz vor der Inbetriebnahme des LHC war für diese ‚Weltmaschine‘ flächendeckend Werbung gemacht worden,“ war hier letzte Woche bemerkt worden: „Man darf gespannt sein, wie jetzt die Ergebnisse kommuniziert werden sollen.“ Die Antwort kam gestern per E-Mail vom Physikalischen Institut der Uni Bonn:

„Am vergangenen Mittwoch wurden am Europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik CERN die neuesten Ergebnisse der Suche nach dem Higgs-Teilchen vorgestellt. Messungen der Experimente ATLAS und CMS am Large Hadron Collider (LHC) zeigen deutliche Anzeichen für ein neues Elementarteilchen, welches das bereits vor Jahrzehnten postulierte Higgs-Boson sein könnte. Bonner Arbeitsgruppen sind seit vielen Jahren an Bau und Betrieb des ATLAS Detektors sowie der Auswertung der Daten stark beteiligt.

Um diese bahnbrechende Entdeckung näher vorzustellen, laden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Physikalischen Instituts der Universität Bonn am Mittwoch den 11. Juli 2012 zu einer öffentlichen Abendveranstaltung ein. In allgemein verständlichen Vorträgen erklären sie den physikalischen Hintergrund, die Messung und die Entdeckung eines neuen Elementarteilchens. Die Veranstaltung wird im Hörsaal 1 des Uni Hauptgebäudes (Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn) stattfinden.“ [Daniel Fischer]