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Der Mond bedeckt Mebsuta

Die Bedeckung von Epsilson Geminorum = Mebsuta durch den abnehmenden Mond heute früh – „zur wohl schönsten Sternbedeckung des Jahres“ erkoren – freihändig und bei mäßiger Transparenz dokumentiert in Bochum: Den Eintritt des 3.2-mag.-Sterns gibt es hier und hier größer, das Video zeigt den Austritt in Originalgeschwindigkeit, viermal verlangsamt und wieder normal. Und auf den weitwinkligen Bildern ist links vom Mond erst nur Castor zu sehen, Pollux tauchte erst später aus dem Dunst auf. [Daniel Fischer]

NLC am Morgen: Handy vs. Bridge

Das ausgedehnte aber nicht sehr helle Morgendisplay der Leuchtenden Nachtwolken vom 2./3. Juli 2021 über Bochum bot sich für einen Kamera-Vergleich an: ein chinesisches Billig-Handy mit überraschender Lichtstärke (Redmi Note 9), dessen Bilder auch gleich in Quasi-Echtzeit gepostet wurden, gegen eine Bridge-Kamera (Panasonic DMC-FZ300), von der das obige Bild von 4:05 MESZ stammt. Alle Aufnahmen freihändig (mit abgestützen Armen immerhin) aus einem Fenster im obersten Stockwerk:

HANDY 3:24 MESZ Sonnendepression 11.9°

HANDY 3:32 MESZ Sonnendepression 11.3°

(dieses Bild: 1/2 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 1600)

BRIDGE 3:40 bis 3:42 MESZ Sonnendepression 10.7°

HANDY 3:43 bis 3:44 MESZ Sonnendepression 10.5°

BRIDGE 3:50 MESZ Sonnendepression 10.0°

(alle Handy-Bilder bis hier: 1/12.5 Sekunde bei Blende 1.8 und ISO 6375)

HANDY 3:52 und 3:53 MESZ Sonnendepression 9.8°

(dieses Bild: 1/1.6 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 800)

BRIDGE 3:55 bis 3:57 MESZ Sonnendepression 9.5°

BRIDGE 4:07 bis 4:10 MESZ Sonnendepression 8.4°

HANDY 4:11 MESZ Sonnendepression 8.2°

(dieses Bild: 1/2 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 400)

BRIDGE 4:16 MESZ Sonnendepression 7.7°

HANDY 4:18 MESZ Sonnendepression 7.5°
(dieses Bild: 1/14.3 Sekunde bei Blende 1.8 und ISO 786)

[Daniel Fischer]

Leuchtende Nachtwolken – freihändig

Das erste ordentliche Display Leuchtender Nachtwolken über NRW war auch vom neuen Wohnort dieses Bloggers in Bochum-Querenburg ganz gut zu sehen – am Besten allerdings mit der Kamera (Lumix DMC-FZ300) aus den Fenstern eines Treppenhauses gereckt, weshalb kein Stativ benutzt werden konnte. Trotzdem gelangen zwischen etwa 23:15 und 23:45 MESZ brauchbare Bilder mit Belichtungszeiten bis einer Sekunde und hohen ISO-Zahlen. Visuell erschienen die NLC zwar relativ hell und ausgedehnt aber mit weniger Strukturen als die Fotos enthüllen. [Daniel Fischer. NACHTRAG:

Vier Stunden später mit wieder höher steigender Sonne war das Feld immer noch im Nordwesten, mindestens 20° links von der Sonne – es blieb blass, aber erstaunlicherweise zeigte das jetzt nur eingesetzte chinesische Billig-Handy wesentlich mehr als das bloße Auge sah, insbesondere filigranes Detail mit der Tele-Optik, wenn auch natürlich sehr verrauscht. Kann man quasi als Detektor für schwache NLC einsetzen, erstaunlich …]

Webcasts von der SoFi im Juni 2021

Im Gegensatz zu den beiden SoFis 2020, die für Europa reine Webcast-Shows blieben (die ringförmige im Juni und die totale im Dezember), war die ringförmige heute – oben eine Vorab-Show – hierzulande als eine moderat partielle zu sehen.

Aber erneut gab es zahlreiche Webcasts, die den Blick erweitern konnten – allen voran dieser gemeinsame von GDP, VdS und zahlreichen Volkssternwarten. Ansonsten waren noch sehenswert, angefangen mit Streams mit nordamerikanischem Content:

Feeds & Show von „Time & Date“ (toller Sichelaufgang)

Clean Feed vom Canada Sudbury Centre (dito)

Fotos aus Kanada

Show aus Aachen

Show aus Hamburg

Mobiler Feed aus Deutschland

Feed aus Glücksburg

Feed aus Peterberg

Feed aus Bozen (Südtirol)

Feed vom Misurinasee (Italien)

Feed aus der Sternwarte Bülach (Schweiz)

Show aus Irland

Feeds aus England

Feed aus England (Chelmsford)

Show der Uni Leiden (Niederlande)

Show aus Frankreich

Show aus Madrid. Außerdem gab’s einen Feed vom Sonnenaufgang in New Hampshire, eine Show aus Duisburg und Feeds aus Ursensollen und Schottland. Und Nachlesen der SoFi noch von heute vom Physikalischen Verein Frankfurt und York Allan I Carswell Observatory in Toronto:

[Daniel Fischer]

Allerlei Experimente mit einer SoFi

Die in Deutschland mäßig partielle Sonnenfinsternis vom 10. Juni 2021 war in Bochum-Querenburg bestens zu verfolgen – Gelegenheit für drei Experimente:

Experiment Nr. 1 war die Dokunentation der gesamten Finsternis mit minimaler Technik: einer Panasonic Lumix DMC FZ300 bei maximalem Zoom und einer alten SoFi-Brille. Aber Brille ist nicht Brille, und ein bereits 2015 konstatiertes Mysterium war wieder einmal evident. Die obigen Bilder entstanden alle durch eine Brille von AstroMedia mit Baader-AstroSolar-Folie – die sich als Foto-Filter bewährte, im visuellen Einsatz aber ein bei dem sehr klaren Himmel unangenehm helles Bild lieferte.

Aber sie hat genau so ein CE-Zeichen wie eine Black-Polymer-Brille von Rainbow Symphony, durch die das Bild wiederum trotz der ungetrübten Sonne fast schon zu dunkel erschien (und die bei trüberer Sicht nicht überzeugt hätte). Hier zwei im Gamma gänzlich unbearbeitete Aufnahmen jeweils mit Blende 4 und ISO 100 zum Vergleich: oben mit AstroSolar mit 1/6400 Sekunde, unten mit Black Polymer 1/80 Sekunde belichtet, also 80-mal so lang

Experiment Nr. 2: Projektion mit einem Taschenspiegel gemäß der eigenen Rezeptur von 2015 – und das Bild an der Wohnzimmer-Wand (das Sonnenlicht wurde steil durch ein gegenüber liegendesFenster fallend direkt am Boden abgegriffen) in etlichen Metern Abstand war ebenso kontrastreich wie groß wie bei Abblendung des Spiegels auf weniger als einen Zentimeter Durchmesser auch scharf.

Experiment Nr. 3 schließlich war erst einen Tag zuvor duch einen Tweet inspiriert worden: Projiziert wird diesmal geradlinig aber statt eines Lochs durch eine – hier mit den Fingern – auf wenige Millimeter Öffnung abgeblendete Billig-Lesebrille aus der Drogerie. Bei 1.5 Doptrien ergeben sich 666 mm Brennweite und ein starr 6.7 mm großes Sonnenbild, das aber schön scharf sein kann, wenn man den Fokus trifft. [Daniel Fischer]

Das war die Abendsichtbarkeit Merkurs 2021 – mit der Venus als Zugabe

Nach der Extrem-Sichtung des sonnennahen Planeten-Paares gelangen – nunmehr von Bochum-Querenburg aus – in den folgenden fünf Wochen fünf weitere ‚Nachweise‘ der beiden Planeten im selben Bildfeld, während sich der Abstand der beiden erst vergrößerte (hier das weite Paar am 16. Mai) und dann wieder schrumpfte, bei gleichzeitig langsam besser werdender Sichtbarkeit der Venus und ständigem Verblassen Merkurs, der dies durch den größeren Sonnenabstand aber zunächst wettmachte. Hier die fünf weiteren Paare:

25. April, Helligkeit Merkurs (oben rechts) -1.6 mag, mehr dazu

27. April, Merkur (fast senkrecht über der Venus) -1.4 mag., mehr dazu

5. Mai, Merkur (oben links) -0.7 mag., mehr dazu

16. Mai, Merkur (oben links) +0.5 mag., mehr dazu

28. Mai, Merkur (links der Venus, zweite Konjunktion) +2.2 mag., mehr dazu. Die nächsten beiden Abende war der Merkur bei keinen Wolken aber mäßiger Horizont-Transparenz nicht mehr auffindbar – dafür hier noch dreimal Merkur ohne Venus aber besonders gut zu sehen gewesen am 2. Mai, 5. Mai und 14. Mai, dann mit der Mondsichel (und o.r. Alnath):

[Daniel Fischer]

Venus und Merkur ganz tief am Abend

Praktisch gleichzeitig haben dieser Tage – wie in der Jahresvorschau angekündigt – Abendsichtbarkeite der Venus aber auch des Merkur begonnen … und wegen der steilen Frühjahrs-Ekliptik sind beide Planeten auch schon in erstaunlich geringem Sonnenabstand zu erwischen.

So wie heute Abend in Witten-Herbede, wo sich das Schauspiel – weitere & größere Bilder hier, hier und hier – in der Spitze eines klaren Keils zwischen einer Wolke und dem fast flachen Horizont abspielte:

Heute hatte der Merkur zwar eine Helligkeit von -1.7 mag. aber nur 6.6° Elongation und fiel in einem 10×50-Fernglas zumindest nicht auf, die Venus mit -3.9 mag. und 7.6° Elongation dagegen um so mehr, während es für’s bloße Auge noch nicht reichte – hier ihr Untergang:

[Daniel Fischer]

Mondsichel im Goldenen Tor

Während in größerer Höhe die Sicht noch arg getrübt war, wurde die Transparenz über Bochum heute am späteren Abend bei schon tief stehendem Mond erstaunlich gut, und immerhin der Erdschein zwischen Hy- und Plejaden war gut …

… ins Bild zu setzen – wovon es mehr und größere oben in diesem Album gibt. [Daniel Fischer] NACHTRAG: und hier und hier. Der folgende Monduntergang (mit extremer Extinktion) kurz vor Mitternacht MESZ hatte dann auch was:

Mars im Tor und Vesta: die Fortsetzung

Der Mars und Vesta haben sich – Spoiler – an die Fahrpläne von vor 5 Tagen gehalten: hier der Mars bei den Plejaden am Abend des 2. März (3.2 Sekunden 1600 ISO bzw. 8/800; alles hier mit f/2.8) …

… und des 5. März (2/800, 3.2/1600, 10/800; mehr) sowie …

… dem Morgen (8/400) …

… und Abend des 6. März (2/1600, 5/1600, 10/400). Das letzte Bild gibt halbwegs den fazinierenden Eindruck wieder, dass Aldebaran und Mars scheinbar ein weites Paar quasi identischer heller (rötlicher) Sterne bildeten.

Und Vesta ist dem Stern Chertan immer näher gekommen: ein Bild vom Morgen des 6. März sowie weitere Bilder vom Morgen des …

3. März, 6. März und 7. März (alle Vestas bisher 5/1600). Vom letzteren Datum auch …

… eine Leo-Totale mit Vesta (13/1600) und …

… zu guter Letzt (inspiriert durch diese Aufnahme) Vesta zusammen mit den Galaxien M 66 und M 65 (5/6400) – da beide auf vielen anderen Aufnahmen auch erschienen, steht der Nachweis trotz nur 5 Sekunden Belichtung außer Frage. Weitere und größere Bilder wurden auch oben in diesem und unten in diesem Album hinzu gefügt. [Daniel Fischer]

Himmelsmechanik am Abend: Mars vor dem Goldenen Tor der Ekliptik – und Vesta in Opposition im Löwen

Der Mars bei den Plejaden am Abend des 28. Februar 2021 …

… und damit vor dem Goldenen Tor der Ekliptik

am Abend des 1. März war er ihm schon ein Stück näher gekommen.

Der Untergang am Morgen des 2. März …

… und wie sich die Situation am Abend des 2., des 5. und des 8. März darstellen wird: Um den 7. März bilden die beiden Sternhaufen und der Mars inetwa eine gerade Linie.

Gleichzeitig erreicht der Kleinplanet (4) Vesta im Löwen seine Opposition mit konstant 6.2 mag. vom 28.2. bis 11.3.: hier der Anblick am Morgen des 2. März …

… und ein Video zum weiteren Fortgang, während die Grafik unten die Lage in der Nacht 4./5. März zeigt:

[Daniel Fischer – größere Bilder in diesem und diesem Album]