Archiv des Autors: skyweek

Zwei Tage alter Frühlingsmond

Wenn Ekliptiklage, Mondphase und Wetter zusammen passen, dann kann das am Abendhimmel in Königswinter schon mal so aussehen: hier noch mehr Bilder von dem pittoresken Abend. [Daniel Fischer]

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik

Nach der Konjunktion mit dem Plejaden vor wenigen Tagen ist die Venus nunmehr auf der Linie Hyaden-Plejaden angekommen. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: das erste Bild größer und drei andere Aufnahmen der Serie]

Sonnen- und “Sternstunden über der Heide” in Sankt Augustin

Begleitet vom kompletten TV-Team der Sternstunde Online und bestem Wetter, nebst spektakulärem Sonnenuntergang inklusive überraschendem Green Flash über dem Wolkenband, …

… fanden am 22. März zum wiederholten Mal die “Sternstunden über der Heide” außerhalb von Sankt Augustin statt, zu der zahlreiche lokale Sternfreunde ihre Teleskope mitgebracht hatten:

Visuelles Highlight waren in der Abenddämmerung die Mondsichel zwei Tage nach der viel beachteten Sonnenfinsternis mit der Venus darüber und – nur mit Mühe (und so früh noch gar nicht) auszumachen – dem Mars darunter:

Mit einbrechender Nacht kamen dann auch immer mehr Besucher, die dank der vielen Teleskope kaum Wartezeiten in Kauf nahmen mussten:

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Viele weitere Bilder des Abends gibt es hier (auf dem letzten ist tatsächlich der Mars zu erkennen), größere hier und hier, dazu ein weiteres Album – und hier noch ein kurzes Video, das wie auch diese Bilder mit superhoher ISO-Zahl aufgenommen wurde:

Sanfter Machtwechsel bei der VSW Bonn

Die heutige Mitgliederversammlung der Volkssternwarte Bonn wurde vor allem von der neuen Satzung bestimmt, die das Finanzministerium erzwungen hatte: Nachdem nach kurzer Debatte – meist zu Verständnisfragen – der neue Text mit minimalen Veränderungen mit 24:1 Stimmen angenommen worden war, mussten die neuen Regeln zur Vorstandswahl sogleich den Praxistest bestehen. Zum ersten Mal in über 40 Jahren Vereinsgeschichte wurden der erste und zweite Vorsitzende und der Kassierer direkt ‘vom Volk’ gewählt, was dem jeweils einen Kandidaten (Mitte) auch mit immer großer Mehrheit gelang. Erster erster Vorsitzender (im alten System hatte es nur ein geschäftsführendes Vorstandsmitglied gegeben) wurde Andreas Maul, der übrigens mit Kollegen vor Jahren mit einem Vorschlag zur Reform des Vorstands in einer MV gescheitert war – die der nun vom Gesetz vorgeschriebenen Struktur im Wesentlichen entspricht: So kann’s kommen. Zweiter Vorsitzender wurde der bisherige Geschäftsführer Peter Oden, der nach zwei Jahren anstrengender Reformarbeit etwas in den Hintergrund treten möchte, Kassenwart bleibt Peter Brüggemann.

Turbulent wurde es nur bei der Wahl der drei Beisitzer, denn es gab fünf Kandidaten – und die Frage, ob einer schon gewählt sein würde, wenn er oder sie unter die ersten drei käme aber weniger als die Hälfte der Stimmen erhalten habe. Nachdem auch der neue Satzungstext so oder so gelesen werden konnte, schritt man schließlich zur Wahl, wobei die drei mit den meisten Stimmen – Cremer, Hillen und Beckert – jeweils mehr als die Hälfte der Stimmen bekamen (unten) und sich das Problem von selbst löste. Ansonsten wurde wenig diskutiert – was darüber hinweg täuscht, dass die “VSB” dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal überhaupt zu einer echten Volkssternwarte werden dürfte, mit dem Ausbau des historischen “kleinen Refraktorraums” auf dem Poppelsdorfer Campus zu einer festen Sternwarte. Und wie dieses Blog aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, sind sogar schon die zwei Teleskope dafür ausgeguckt, ein Refraktor für großes Gesichtsfeld und ein SCT für hohe Vergrößerungen. Die Kosten für Sternwarte wie Instrumente kann der Verein dabei problemlos aus Eigenmitteln bestreiten, der überdies an neuen Kommunikationswegen unter den Mitgliedern feilt: Die vor zwei Jahren eingeleitete Renaissance der VSB, die nicht zuletzt mit einer großen Aktion zur SoFi auch verstärkte Wahrnehmung genießt, nimmt wieder Fahrt auf. [Daniel Fischer]

Visite im Dark Sky Park Nationalpark Eifel

Hier und auch hier ein paar Impressionen von einer spontanen Starparty im Nationalpark Eifel an der Burg Vogelsang, die der dortige Dark-Sky-Aktivist Harald Bardenhagen vorgestern Abend für ein paar astronomische Gäste veranstaltete. In einer Art Enklave in dem Park gelegen, eignet sich die Wiese für öffentliche Beobachtungen, die er dort inzwischen recht häufig anbietet. [Daniel Fischer]

Ein Besucherzentrum für das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward

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Seit 2008 steht auf der Halde Hoheward bei Recklinghausen mit dem gewaltigen Horizontobservatorium eine außergewöhnliche Demonstration für viele astronomische Zusammenhänge, die hier, hier und hier schon “in Aktion” vorgestellt wurde; dicht daneben ist auch eine raumgreifende Sonnenuhr installiert. Und seit Ende 2014 werden die Großbauten nun durch eine originelle Ausstellung im Besucherzentrum der Zeche Ewald – das es schon länger gibt – am Fuße der Halde ergänzt:

Überwiegend handelt es sich um Modelle, die der Besucher selbst bedienen kann und die in einer dreidimensionalen Holzstruktur untergebracht sind, die von unten nach oben begangen wird: weitere Perspektiven gibt es auch hier zu sehen.

Hier z.B. kreist eine “Erde” mit einer Minikamera um die Sonne und sieht diese vor den Sternbildern des Tierkreises, wobei die Erd-Perspektive auf einem Monitor erscheint.

Dieses Modell demonstriert, warum ein Sterntag geringfügig kürzer als ein Sonnentag ist.

Wiederum eine Kamera auf der “Erde” zeigt die Mondphasen – wobei drei parallele Strahler “Sonne” spielen, damit der “Mond” immer von einem parallelen Strahlenbündel getroffen wird, eine überraschende Lösung. Und hier noch die beiden Bauten auf der Halde in klein, um ihre Funktion anhand diverser “Sonnen”-Lampen zu verdeutlichen:

[Daniel Fischer]

“Dialog der Sterne” in Pulheim

Nach der gestrigen Vernissage ist jetzt im Walzwerk Atelier 50 in Pulheim bei Köln bis zum 22. März täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr der Dialog der Sterne zu sehen, “ein interdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst” im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eines Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft – hier repräsentiert durch Fotos des Radioteleskops Effelsberg von Norbert Tacken, davor Modelle des Herschel-Satelliten und von SOFIA.

“Sternenlandschaften” von Silke Britzen.

Kleinteile der Infrarot-Detektoren von Herschel.

Bilder von Johannes Eidt – mit großem Wikipedia-Eintrag.

Kunstbücher von Karin Innerling (unten rechts selbst zu sehen).

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Und als Installation von Elisa Balmaceda ein Wärmedetektor, der zum Berühren einlädt – unten von Hermann-Michael Hahn demonstriert, der im Rahmenprogramm der Ausstellung auch Starparties ohne Teleskop veranstaltet, während Köln-Bonner Sternfreunde zu Beobachtungen mit Teleskopen laden, nur bei gutem Wetter im Anschluss an Vorträge. [Daniel Fischer]

Die “Sternstunde” drehte am AIfA

Für die März-Ausgabe des Astronomie-Magazins “Sternstunde” – außer auf YouTube auch dreimal täglich über Satellit verbreitet – wurde gerade am und im Argelander-Institut für Astronomie in Bonn gedreht …

… u.a. mit Georg Dittie über Teleskop-Ausrichtung und Michael Geffert über die Sammlung historischer Himmelsaufnahmen. Oben ein Trailer (mit einem Interview-Ausschnitt zur Ankunft Dawns bei Ceres): Die komplette Sendung gibt’s am 1. März unten. [Daniel Fischer]

Eine SoFi mit einem Taschenspiegel projizieren: So geht’s richtig!

Keine zertifizierte SoFi-Brille zur Hand – und eine (partielle) Sonnenfinsternis naht? Kein haushaltsüblicher Gegenstand stellt einen sicheren Filter für die direkte visuelle Beobachtung der Sonne dar: Da hilft nur Projektion! Dafür reicht schon eine Lochkamera – nur so einfach wie in vielen Grafiken dazu, etwa hier, hier oder hier, ist es leider nicht. Denn das Sonnenbild erscheint vom Loch aus natürlich unter demselben 1/2°-Winkel wie die Sonne am Himmel, und das Bild ist winzig klein (aus einem SoFi-Bericht von 1998; dito in dieser Papp-Konstruktion) – außer die Projektionsdistanz ist riesig. Dann aber ist die Helligkeit des Bildes gering und der Kontrast auf der Projektionsfläche schwach bis gar nicht mehr vorhanden.

Die offensichtliche Lösung: Projektion in einen dunklen Raum hinein! Und das geht am besten, wenn das Licht gleichzeitig aus der Antisolarrichtung umgelenkt wird, in eine besonders schattige Zone des Gebäudes. Ist der dazu verwendete Spiegel klein genug, stellt er gleich selbst die Lochblende dar, und keine weitere Bastelei ist erforderlich. Dieser hier ist zwar etwas zu groß, eignet sich aber gut um – in diesem Fall bei tief stehender Sonne, ähnlich der Situation am 20. März – das Prinzip zu demonstrieren: Im unteren Bild sieht man vorne den einfach auf dem Boden sitzenden und abgestützten Spiegel und viele Meter weit entfernt (wenn auch durch die perspektivische Stauchung näher erscheinend) ein kontrastreiches Bild der Sonne!

Besonders scharf ist es allerdings nicht: Hier ist Experimentieren angesagt, wobei es schon genügt, unterschiedlich große Löcher in Blätter Papier zu reißen. Ein zu großes Loch liefert – v.a. bei kurzen Projektionsdistanzen von nur 1 bis 2 Metern – ein völlig unscharfes Bild, im Extremfall sogar einfach den Schattenriss der Öffnung, ohne den gewünschten Lochkameraeffekt. (Obacht: Wer’s zum ersten Mal probiert, könnte das direkte Bild des Lochs irrtümlich für eins der Sonne halten – und wundert sich dann, wo denn der Mond bleibt! Manche “Instruktionen” zum Bau von Lochkameras, die dieser Blogger über die Jahren in Zeitungen vor SoFis gesehen hat, mit nur Dezimetern Projektionsdistanz und Zentimeter-großen Löchern, führen genau dazu.) Für die vielleicht 10 Meter weite Projektion bei diesem Test entlang eines dunklen Flurs erwies sich ein Zentimeter-Loch als ideal, wie die Nahaufnahme des Sonnenbildes an der Wand zeigt; bei Projektionen innerhalb eines Zimmers über nur ~2 Meter hinweg lieferten Löcher von wenigen Millimetern Durchmesser die besten Bilder. Und eine weitere Erkenntnis: Der Umlenkwinkel liegt idealerweise bei etwa 90° – ist er zu groß und quasi streifend, nimmt die Bildhelligkeit erheblich ab (so ist die Physik halt).

Der Blick zurück auf den Versuchsaufbau aus der Nähe der Wand, auf die projiziert wird: Von dort aus ist das “Loch” de facto ein Punkt, wenn auch ein gleißend heller. Da aber keine optischen Vergrößerungselemente im Spiel sind und man auch nur einen kleinen Ausschnitt der Sonnenscheibe sieht, stellt ein versehentlicher Blick in diese Richtung kein Risiko dar. Einen entsprechenden Aufbau sah dieser Blogger 2011 auf einer SoFi-Tagung in Indien demonstriert, vor allem aber motivierte der hier und hier beschriebene Erfolg der Beobachtung des Venus-Durchgangs 2004 mit einer Spiegel-Lochkamera und langer Projektionsdistanz in ein Gebäude hinein zu den Versuchen hier. Selbst wissenschaftlich auswerten lassen sich solcherlei Experimente. Und es wurde – wiederum anhand einer Sonnenfinsternis – 2006 in Ägypten demonstriert (unten auf der Seite), dass mit einer genau abgestimmten Lochkamera und einem Staubsaugerrohr sogar ganz ordentliche Fotos möglich sind. [Daniel Fischer. NACHTRAG: das ganze nochmal erzählt in der März-Ausgabe des TV-Magazins “Sternstunde”]

Lovejoys späte Zugabe – für Stativ-Fotografen!

20 Sekunden bei Blende 3.5 und ISO 1600, KB-Äquivent-Brennweite 105 mm (Ausschnitt)

25 Sekunden bei Blende 3.6 und ISO 1600, 144 mm (starker Ausschnitt)

40 Sekunden bei Belnde 3.2 und ISO 800, 50 mm (leichter Ausschnitt)

Seine Helligkeit ist mit rund 5.0 mag. zwar auf ein Drittel des Bestwertes aus dem Januar gefallen – aber die Deklination ist erheblich gestiegen: Auf 49° Nord zieht der Komet Lovejoy jetzt um 1/3 langsamer über den Himmel, denn die Winkelgeschwindigkeit geht mit dem Cosinus, und der beträgt nun statt knapp 1 im Januar nur noch 0.66. Damit kann aber auch um 1/3 länger belichtet werden, bei gleicher Länge der Strichspur, und wie man sieht, kann Lovejoy mit den Ergebnissen von vor einem Monat mehr mithalten als man bei dem Helligkeitsverlust erwarten würde. Das aktuelle mondfreie Fenster (unten) dauert noch eine Woche: Auch im Feldstecher ist der Komet als kleiner werdendes aber immer noch recht flächenhelles Scheibchen weiter attraktiv, der immer noch spektakuläre Schweif bleibt allerdings etwas für Astrofotografen. [Daniel Fischer]

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