Archiv des Autors: skyweek

Aber Halo! Spektakulär helle & bunte Nebensonnen

Die gab es heute am Spätnachmittag in immer neuen Formen z.B. vom Bahnhof Niederdollendorf aus zu sehen – kurioserweise erneut am Tag des Vollmond, wie schon vor einem Monat. Hier Bilder der linken und rechten Nebensonne und beider zusammen in chronologischer Abfolge:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein Bild größer]

Volks-Astronomie mal ganz anders: das Astronomy Café von Rhodos

Annäherung an eine populärastronomische Einrichtung, die es auf der ganzen Welt so kein zweites Mal geben dürfte: das Astronomy Café des griechisch-österreichischen Gastro- und (Amateur-)astronomen Stergos Manolakas auf der griechischen Ägäisinsel Rhodos, südlich von Faliraki auf einer felsigen Anhöhe an der Steilküste mit perfekter Sicht zum Horizont (unten) gelegen. Dieser Blogger genoss diesen Monat das Privileg, den hochprofessionellen Betrieb fast zwei Wochen lang gewissermaßen ‘eingebettet’ verfolgen zu können.

Das relativ isolierte Grundstück mit Sternwarte, Astro-Garten und Gastronomie ist leicht zu finden, wenn man konsequent den vielen in Faliraki verstreuten Hinweistafeln folgt – auch von manch anderem Berg in Nordost-Rhodos sind die Bauten gut zu sehen, hier vom Hügel mit dem Ex-Kloster Profitis Ammós (Mitte) etwas westlich der Anlage.

So wird der Besucher begrüßt, wenn er das letzte steile Straßenstück und eine kurze Schotterpiste passiert hat (das Loch rechts gehört zu einer langen Visierlinie zum Sonnenuntergang am 21. Juni) – und auch von vielen Stellen der nahen Anthony-Quinn-Bucht aus sind die beiden größten astronomischen Bauten gut zu sehen.

Sie stehen in einem didaktischen astronomischen Garten, der in diesem Blog schon vor drei Jahren vorgestellt wurde: Betreten kann ihn – in der Sommer-Saison ab 17:00 Uhr – jeder, der auch nur ein Getränk konsummiert. Womit man sich auch gleich einen Discount für das Herzstück der vielfältigen astronomischen Aktivitäten erkauft: Für 4 (statt sonst 6; Kinder günstiger) Euro gibt es in der Kuppel (Mitte) oder bei besonders großer Hitze mit einem frei stehenden Teleskop eine 15-minütige Live-Tour durch das Universum vom Mond bis zu Galaxien. Der Oberkellner sorgt dafür, dass die Café-Gäste in der Reihenfolge ihres Eintreffens zum Zuge kommen, wobei die Erläuterungen wahlweise in Griechich, Deutsch oder Englisch erfolgen.

Beobachtungen mit dem C 11 in der Kuppel (unten): Nach einem ausgeklügelten Plan werden in der Viertelstunde rund ein halbes Dutzend günstig stehende Himmelsobjekte angefahren, und zwar meist in ihrer azimuthalen Anordnung – so muss die computergesteuerte Montierung weniger schwenken und der Kuppelspalt immer nur in einer Richtung gedreht werden. Wobei er nie in Richtung des Café-Bereichs im Nordwesten zeigt, der meist beleuchtet ist, damit die Wartenden noch ihre Drinks finden – außer wenn Manolakas open air mit einem Laser-Pointer Sternbilder zeigt oder bei einem ISS-Überflug (unten) alle gemeinsam gucken.

Einen ideal dunklen Himmel – wie er in entlegenen Teilen der Insel durchaus zu finden ist – hat das Astronomy Café auch dann nicht zu bieten, wenn nach dem Ende des täglichen Betriebs nach Mitternacht alle Lichter gelöscht sind: Die nahen Städte Rhodos und Faliraki aber auch das südlich gelegene Lindos sorgen für einige Lichtverschmutzung (gegen die sich die Sommer-Milchstraße aber schon noch durchsetzen kann). Der notwenige Komproiss aus Ereichbarkeit und Himmelsqualität, den jede populärastronomische Einrichtung finden muss.

Während das typische Publikum jeden Abend aus Einzelreisenden und v.a. Familien besteht (die durchweg von der ungewöhnlichen Attraktion begeistert sind, wie dieser Blogger auch direkt zu hören bekam), gibt es an vielen Sommer-Sonntagen davor auch ein Sonderprogramm für Kinder aus der Region auf Griechisch, das mit einem Spiel noch im Hellen beginnt und mit Beobachtungen an einem Dobson bei einbrechender Dunkelheit endet: Die schnelle Dämmerung auf 36° Nord macht’s möglich. Und auf besondere Bestellung wird die Anlage auch vormittags geöffnet: Für 35 Euro pauschal gibt es dann eine außergewöhnliche Sonnen- und Licht-Show. Dabei wird das Sonnenlicht über einen zweistufigen Heliostaten auf zwei parallelen Kanälen in eine dunkle Kammer hinter der Aussichtsplattform geleitet:

In dem immerhin anderthalbstündigen Programm – besser als jeder Physikunterricht, so ein deutscher Schüler – wird zunächst die Sonne im weißen Licht projiziert und in H-Alpha per TV-Monitor und in direkter Sicht betrachtet:

Und dann folgen mit dem eingespiegelten Sonnenlicht immer überraschendere Demonstrationen von Spektraleffekten und Strahlengängen, visualiert mit einer Nebelmaschine, raumgreifend und dreidimensional zum Hindurchlaufen – wenn das keine Reise nach Rhodos wert ist, wo es in den Sommermonaten so gut wie nie Wolken gibt, was eine Einrichtung wie das Astronomy Café überhaupt erst möglich gemacht hat:

[Daniel Fischer]

Krepuskularstrahlen über Rhodos

Nach einem überraschenden – und für August auch ziemlich ungewöhnlichen – Gewitter blieb die Atmosphäre heute über der griechischen Insel Rhodos recht feucht, was endlich mal zu einem optisch interessanten Sonnenuntergang führte. Hier gesehen von Faliraki aus; das 4. Bild ist mal völlig roh belassen, die anderen sind – unterschiedlich stark – im Kontrast angehoben. [Daniel Fischer. NACHTRAG: das a href=https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10205669115262083>erste Bild größer]

Der Mond geht auf, einen Tag vor neu

Pittoreskes Nebenprodukt einer Perseiden-Maximums-Nacht auf Rhodos: Der Mondaufgang heute morgen, einen Tag vor Neumond, mit dem Trabanten noch zu 2.2% beleuchtet. Es dauerte eine Weile, bis er sich aus dem sommerlichen Dunst über der Ägäis heraus geschält hatte, aber dann war der Anblick – von 36° Nord – auch für das bloße Auge eine Pracht, so wie es auch am Morgen davor der Fall gewesen war. Schauplatz beider Beobachtungen das Astronomy Café in Faliraki (mehr Bilder), über dessen Bau hier vor drei Jahren berichtet worden war: Später wird diese außergewöhnliche volksastronomische Einrichtung hier noch im Detail vorgestellt. [Daniel Fischer. NACHTRAG: was nunmehr hier geschehen ist]

Eine Astronomische Vortragsreihe in Bonn etabliert sich

Über 60 Zuhörer fanden sich heute im AIfA in Bonn zu einem Vortrag von Michael Geffert ein: Die historisch angehauchte Reihe im Rahmen der Sammlung Historischer Himmelsaufnahmen hat inzwischen ein solides Stammpublikum gefunden, mit den nächsten Themen Mond am 11. September und Julius Schmidts Himmelszeichnungen am 9. Oktober – letzteres im Rahmen der Ausstellung “Spektakuläre Kometen”, die vom 5. bis 10. Oktober in der Einghangshalle des Argelander-Instituts stattfinden wird. Aber auch sonst gibt es nach den Vorträgen immer noch ein Extra – diesmal über Waltraut Seitter, die vor genau 50 Jahren als erste Astronomin in Deutschland promovierte:

[Daniel Fischer]

Halo-Spektakel über Astro-Grillparty

Pünktlich zum Beginn einer Grillparty des Köln-Bonner Astrotreffs in einem Ortsteil von Overath zeigten sich mehrfach z.T. gleißend helle und bunte Nebensonnen – selbst bei Sonnenuntergang – und ein partieller Zirkumzenitalbogen: Eine der Aufnahmen versucht auch, beide gleichzeitig zu erwischen. Und danach ging es noch weiter, mit Abenddämmerung und “Blue Moon”-Expedition. [Daniel Fischer. NACHTRAG: drei Bilder in größer!]

Beeindruckende Leuchtende Nachtwolken – ohne Verarbeitung!

Schon den ganzen Nachmittag hatten sich die Erwartungen auf Facebook dank starker Mesosphären-Echos hochgeschaukelt – und sie wurden nicht enttäuscht: auffällige NLCs, kaum dass die Abenddämmerung hereinbrach, über ganz Deutschland! Hier aufgenommen von Witten-Herbede aus Richtung Bochum zwischen 22:40 und 23:40 MESZ : Die Aufnahmen wurden nicht in Helligkeit und Kontrast bearbeitet. Interessanterweise waren die Wolken zunächst im sonnenfernen Nordosten am auffälligsten, später dann im Norden rund um Capella – und am Schluss wieder im Nordosten, aber ganz tief und schwach: Hier wurde tief belichtet, wie man auch an mehr Sternen sieht. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: ein Bild in größer, die Entwicklung in mehr Bildern, nun alle kontrastverstärkt – und wie es am Morgen weiter ging!]

Die Konjunktion des Jahres

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Und heute nun der Höhepunkt der Jupiter-Venus-Konjunktion, mit 22 Bogenminuten Abstand der beiden Planeten: hier von Königswinter aus gesehen. Auch die Galileischen Monde machen sich bemerkbar; drei Bilder in größer gibt es hier (noch in der hellen Dämmerung vor den obigen Aufnahmen; eingedunkelt), hier und hier und noch mehr Bilder hier. [Daniel Fischer]

Uni Bonn feiert das alte Heliometer

Im Zusammenhang mit seinem Umzug von Endenich ins Bonner Universitätsmuseum war das große Heliometer der Alten Sternwarte schon öfters Gegenstand dieses Blogs – jetzt hat ist es das “Aktuelle Objekt aus Museen und Sammlungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität” und auch mit obigem Video gefeiert worden. [Daniel Fischer]

Lovejoy mit 8. Größe 1° neben Polaris – mit stehender Kamera

Zwar ist die Helligkeit des Kometen C/2014 Q2 (Lovejoy) inzwischen auf 8 mag. gefallen, aber andererseits hat er sich immer weiter nach Norden bewegt, so dass er mit stehender Kamera immer länger belichtet werden kann. Bereits vom Januar zum Februar mit 50° Deklination war die Verlangsamung der Winkelgeschwindigkeit spürbar – und jetzt steht er fast am Himmelspol! Wolkenlücken abwartend konnte das heute früh ausgenutzt werden, um mit der bekannten Lumix DMC-FZ48 mit maximaler Zoombrennweite (entsprechend 735 mm Kleinbild), Belichtungszeit (60 Sekunden) und ISO-Zahl (1600 oben, dahinter das Bild in größer, unten zum Vergleich mit ISO 800) auf den Polarstern zu halten – bei Blende 5.6 störten auch der helle Mond tief im SW und die leicht ‘weiße Nacht’ kaum.

Der Vergleich mit dieser Karte von dieser nützlichen Webseite bestätigt, dass das diffuse Objekt neben dem grellen Polarstern wirklich der Komet ist (der mit mehr Technik natürlich mehr her macht)! Der Stern war übrigens im EVF nur mit einiger Mühe zu finden und einzurichten, bei einem früheren Versuch (50 Sekunden, Blende 6.3, ISO 1600) war der Komet noch arg nah am Rand gelandet:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein fast zeitgleiches Bild, tiefer und mit Koordinatennetz]

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