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Mond, Venus & Mars über Bochum

Sehenswerte Konstellationen in der Abenddämmerung über dem Bochumer Planetarium: Drei-Tages-Mond und Venus – und später auch noch oben links der Mars dazu:

[Daniel Fischer. NACHTRÄGE: zwei der späteren Bilder auch größer hier und hier bzw. hier – und wie es am nächsten Abend weiter ging]

Mond live vor PPP

Gelegenheit zur Mondbeobachtung vor Pauls Portablem Planetarium:

[Daniel Fischer]

Venus und Saturn in Dämmerungs-Konjunktion

18:38 MESZ – Sonnendepression 5.1° (nur die Venus zu sehen)

18:46 MESZ – Sonnendepression 6.3° – Saturnhöhe 7.8°

Ein paar Stunden vor der größten Annäherung von 3.0° zwischen den Planeten Venus und Saturn Beobachtungen bei sehr klarem Abenddämmerungshimmel vom Bochumer Planetarium aus sowie freihändige Fotos mit Telebrennweiten, hier bis auf leichte Ausschnitte gänzlich unbearbeitet. Auch gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung war der Saturn mit bloßem Auge nicht zu sehen (während die Venus schon extrem auffällig war) und nur fotografisch nachweisbar, im zweiten Bild nahe des oberen Randes. Ab etwa der Mitte der nautischen Dämmerung war der Saturn dann für’s Auge erkennbar aber nie auffällig, da die zunehmende Extinktion den Kontrastgewinn durch den dunkler werdenden Himmel wieder auffraß, während das Paar – zu dem sich in vier Tagen noch die Mondsichel gesellen wird – fotografisch kein Problem mehr war:

19:04 MESZ – Sonnendepression 9.0° – Saturnhöhe 5.9°

19:05 MESZ – Sonnendepression 9.2° – Saturnhöhe 5.7°

19:10 MESZ – Sonnendepression 10.0° – Saturnhöhe 5.2° [Daniel Fischer]

Das Ende der Dinos in der zeitgenössischen Presse …

… (Anklicken liefert die ‚Zeitungen‘ größer; die Sidebars sind auch nett) in der Ausstellung „MeerErleben“, die speziell für Einkaufszentren konzipiert wurde, dort seit 2009 schon 7 bis 8 Millionen Besucher gehabt haben soll und nun bis voraussichtlich April 2017 im Deutschen Museum in Bonn zu sehen ist:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch zwei weitere „Zeitungen“ hier und hier]

Die große Reise der Fleckengruppe (1)2585

Sachen gibt’s … während der gesamten Rotation der Aktivitätsregion 2585 über die Sonnenscheibe – vom 1. bis 11. September 2016 – hatte dieser Blogger in Nordrhein-Westfalen jeden Tag klaren Himmel oder zumindest eine hinreichend lange Wolkenlücke für ein „Beweisfoto“ mit der alten Bridgekamera Panasonic DMC-FZ48 mit maximalem Zoom (735 mm KB-Brennweite entsprechend) und durch einen Schnipsel fotografischen Baader-Folienfilter auf einem Papprahmen wie unten zu sehen. Die Bilder (mehr Versionen vom 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10. und 11. September) wurden mit IrfanView ungefähr parallel gedreht, beschnitten, in Schwarzweiß konvertiert, im Kontrast leicht angehoben und etwas verkleinert und dabei gleichzeitig leicht geschärft. Der rauschfreudige Sensor und die unkontrollierbare Bild-‚Verbesserungs‘-Software der Kamera treiben soetwas natürlich hart an die Grenzen, aber das kombinierte Souvenir vom absteigenden Ast des Sonnenzyklus mit solcher Minimaltechnik, an beliebigen Orten mal so nebenbei (inklusive einem Musikfestival) und ohne irgendein Stativ entstanden, hat schon was, oder? [Daniel Fischer]

Expedition Rhein-Romantik … zum kosmischen Quartett

Vom Rheinufer in Niederdollendorf ein Blick auf den Mond bei Saturn mit Mars und Antares – die Transparenz ließ zu wünschen übrig, der Horizont aber war perfekt für diese letzten Blicke auf das Schauspiel, das auch im Mai, Juni (unten) und August (Mitte) präsentiert wurde. [Daniel Fischer. NACHTRAG: Bilder in größer auch hier und hier – und der Anblick einen Abend später aber ohne Rhein]

Da nimmt aber einer ab …

Der abnehmende Mond in einer spätsommerlichen Phase schönen Wetters am Morgen des 23., 24., 25., 26. und 27. August 2016 immer freihändig mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ48 mit Weißabgleich „Tageslicht“ jeweils recht hoch am Himmel aufgenommen, das erste und das letzte Bild über Witten-Herbede, die anderen über Königswinter-Heisterbacherrott. Aus den Roh-JPGs wurden jeweils ~900 Pixel breite Ausschnitte auf 604 Pixel verkleinert und dabei leicht geschärft und geringfügig im Kontrast gesteigert. Über die Links sind jeweils auch Ausschnitte in voller Auflösung und (außer beim heutigen) ohne jedwede weitere Verarbeitung zu finden, immer ganz oben auf den Seiten. [Daniel Fischer]

Vier Planeten am Abendhimmel über Bonn

Gesehen gestern Abend von Sankt Augustin aus: erst in der sehr hellen Dämmerung das Paar Jupiter / Saturn zwei Tage vor einer sehr engen Konjunktion, dann Saturn, Mars und Antares (von oben) weiter östlich:

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[Daniel Fischer. NACHTRAG: das Paar Jupiter/Venus größer bei späterer Dämmerung]

Weltraum über Walcheren

Die niederländische Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland hatte während einer Reise in der 2. August-Woche 2016 astronomisch einiges zu bieten – inklusive mehrerer pittoresker Sonnenuntergänge von Domburg über der Nordsee. Oder gleich mitten rein:

Gleich nach der Ankunft am 7. August war die Sonne bis zum Horizont zu verfolgen, inklusive subtiler grüner Segmente, während die Sonne am 9. August und 12. August wolkenhalber nicht so weit kam.

Das Dreieck Saturn / Mars / Antares plus Mond am 12. und am 13. August mit dem weiter sehr hellen Delta Scorpii neben dem Mars, dazwischen eine Nebensonne am 13. August. Und Walcheren hat auch selbst ein paar astronomische Sehenswürdigkeiten zu bieten, die meisten in der Stadt Middelburg:

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Am astro-historisch bedeutendsten Ort existiert seit dem 17. Mai 1940 nichts Originales mehr, als Bomben u.a. die Onze-Lieve-Vrouwe Abdij samt den Häusern der Kapoenstraat davor in Schutt und Asche legten. Die Nieuwe Kerk der Abtei ist bald wieder aufgebaut worden, und zumindest die Grundmauern sind noch am alten Ort: So kann man ganz gut den Ort bestimmen, wo das Haus jenes Hans Lipperhey stand, in dem er 1608 das Fernrohr erfand (PDF-Seiten 34 und 39). Auf einem Foto von vor 1940 ist die Position markiert, d.h. Lipperheys Haus befand sich ziemlich genau da, wo heute die blauen Parkplatzschilder stehen, wie auch schon 2008 (Reihe 4) ins Bild gesetzt.

Dieses alte Bild wird in der Volkssternwarte von Middelburg gezeigt, die – derzeit als einzige Institution im ganzen Ort – die astronomische Geschichte lebendig hält: mit vielen historischen Instrumenten, der nachgebauten Werkstatt Lipperheys und einer funktionsfähigen Schleifmaschine nach damaliger Bauweise, hier vom Sternwartenleiter Rijk-Jan Koppejan demonstriert. Und das Riesenteleskop im Garten – demnächst wird übrigens in die Innenstadt umgezogen – ist auch so eine Art Denkmal zum 400. Geburtstag des Teleskops gewesen.

Dank einer aus diesem Anlass von Koppejan verfassten und sogar ins Deutsche übersetzten „Wanderroute zu historisch astronomischen Plätzchen in Middelburg“ lassen sich in der Stadt noch weitere Spuren finden: zum Beispiel Sonnenuhren am Rathaus aus dem Jahr 1729 von Jan de Munck (2000 rekonstruiert) und am Giebel der Stadsschuur von 1682 – und das Van de Perrehuis (heute Sitz des Stadtarchivs), wo im 18. Jh. Johan Adriaen van de Perre wohnte und heute auch wieder seine (hier 2008 aufgenommene; Reihen 2+3) prächtige Orrery steht. De Perre hat auch selbst den Himmel beobachtet – auf dem Kasteel Westhove zwischen Domburg und Oostkapelle:

[Daniel Fischer]

Im Erdbeer-Wahn …

erdbeer

Der Vollmond beeinflusst den (modernen) Menschen nicht, lästern wir Skeptiker ja gerne angesichts all der zähen Mythen über seine vermeintliche Wirkung auf das Gemüt – aber manchmal passiert’s doch: wenn nämlich einer plötzlich von irgendwem zum Sonderfall erklärt und die Schnappsidee von ‚den Medien‘ aufgegriffen wird und sich viral ausbreitet. So passiert es seit mehreren Jahren bei den längst als „Supermond“ in den auch astronahen Volksmund eingegangenen Vollmonden in Perigäumsnähe, die übrigens tatsächlich eine Schau für Genießer sind – und besonders krass wurde es bei der letzten totalen Mondfinsternis im September, über die der tollste Blödsinn verbreitet wurde: motiviert vor allem durch eine angebliche Seltenheit, die aber gar keine war, und in Kombination mit einem bis dahin wenig bekannten aber aufhorchen lassenden Begriff („Blutmond“).

Fast genau dieses Szenario hat sich nun wiederholt, aber an Stelle einer Mondfinsternis mit der heutigen Sommersonnenwende als Aufhänger – und der dem Vernehmen nach von den Algonkin stammenden nordamerikanischen Vollmond-Bezeichnung „Erdbeermond“ als Mem. Im Gegensatz zum MoFi-Schmarrn, den eine irreführende Webseite der NASA weltweit implantiert hatte, lässt sich nicht genau verfolgen, wie der zugegeben leckere Juni-Mond auch in Deutschland und Österreich in aller Munde kam, aber gestern war er plötzlich überall – zusammen mit der Behauptung, einen Vollmond am Tag der Sommersonnenwende habe es seit (mindestens) 1967 nicht mehr gegeben. Dass diese Behauptung Quatsch ist, lässt sich leicht durch den Vergleich entsprechender Tabellen zeigen, und der Fall traf ja für den Großteil der Menschheit v.a. in Asien 2016 nicht einmal zu. Und auch in Mitteleuropa nicht: Da fiel der Vollmond auf den gestrigen Mittag und die Sonnenwende erst in die Stunde nach Mitternacht heute.

Eine Konsequenz daraus waren zwei De-Facto-Vollmondnächte hintereinander, wobei die erste vom 19. zum 20. Juni – oben ein Bild mit den Planeten Saturn und Mars westlich vom Mond und Antares darunter – freilich medial keinerlei Beachtung fand: Alle Artikel bejubelten absurderweise erst die folgende Nacht. Und was wurde da nicht alles zusammen gesponnen: „Wenn Sommersonnenwende und Vollmond auf ein und dieselbe Nacht fallen, steht ein besonderes Naturschauspiel an: der sogenannte Erdbeermond,“ glaubt die Berliner Zeitung heute zu wissen: „So geschehen in der vergangenen Nacht.“ Der Bonner General-Anzeiger gewahrte „einen Anblick am Himmel, den es zuletzt 1967 gab, und der sich erst 2062 wiederholen wird: der sogenannte Erdbeermond. Der Himmelskörper strahlte in einem kräftigen Orange.“ Und die Tagesschau erfand gar die passende Physik dazu: „Durch die spät untergehende Sonne färbte er sich rötlich. Das Naturschauspiel wird Erdbeermond genannt.“

Da war nun also alles durch den großen Medien-Mem-Mixer gegangen: eine irrtümlich für unfassbar selten gehaltene kosmische Konstellation, die nur einmal im Leben eines Menschen (auch das ein populäres Sub-Mem) stattfände, die tatsächlich – wegen generell geringer Deklination des Juni-Vollmonds – häufig zu beobachtende zumindest gelbliche Verfärbung des Mondes und ein vermeintlich rote Farbe insinuierender Begriff, der in Wirklichkeit mit der Haupterntezeit für Erdbeeren im Neuengland zusammen hängt aber nun auf bedeutende physikalische Zusammenhänge hin zu deuten schien. Und einer schrieb vom anderen ab, ohne mal selber das Gehirn einzuschalten. Wieder einmal blieb es an uns Astrobloggern hängen, die Absurditäten gerade zu rücken, wie im bereits verlinkten Beitrag zur Häufigkeit solcher Konstellationen und z.B. auch hier, hier oder hier versucht (was immerhin hier von einer ‚echten‘ Zeitung aufgegriffen wurde). Nun könnte man sagen, so what, das bisschen Mond-Medien-Müll schadet doch keinem – aber wenn ‚die Medien‘ nicht mal einen derart leicht zu recherchierenden oder selber nachzurechnenden Sachverhalt korrekt …

Traurig stimmt auch, dass der Einmal-im-Leben-Erdbeer-Wahn die tatsächlich spannenden Aspekte des Vollmonds vom Juni 2016 überdeckt hat. Derzeit stehen nämlich die Vollmonde in dieser Jahreszeit besonders weit nördlich der Ekliptik, ein Effekt von 4 bis 5 Grad immerhin: Das war bereits im Mai auffällig gewesen, und auch dieses Mal wieder war klar zu erkennen (unterstes Bild), dass der Vollmond der Sonne nicht genau gegenüber stand, so dass ein Teil seiner unbeleuchteten Südpolregion und ein ungewöhnlicher südlicher Terminator deutlich zu erkennen war. Und der vielleicht substanziellste Beitrag zur Lage ergänzt: „Rund einen Tag vor Vollmond wurde die maximale Nordbreite erreicht, 5,2° nördlich der Ekliptik. […] Wir müssen, bedingt durch die Knotendrehung des Mondes, rund 9 Jahre warten, bis sich eine extreme Südbreite ergibt. Am 11. Juni 2025 wird der Vollmond eine Deklination von -28,09° erreichen und dies wird der südlichste Vollmond seit 100 Jahren sein.“ Was das erst wieder für ein Mem geben wird … [Daniel Fischer]