Archiv des Autors: skyweek

Beeindruckende Leuchtende Nachtwolken – ohne Verarbeitung!

Schon den ganzen Nachmittag hatten sich die Erwartungen auf Facebook dank starker Mesosphären-Echos hochgeschaukelt – und sie wurden nicht enttäuscht: auffällige NLCs, kaum dass die Abenddämmerung hereinbrach, über ganz Deutschland! Hier aufgenommen von Witten-Herbede aus Richtung Bochum zwischen 22:40 und 23:40 MESZ : Die Aufnahmen wurden nicht in Helligkeit und Kontrast bearbeitet. Interessanterweise waren die Wolken zunächst im sonnenfernen Nordosten am auffälligsten, später dann im Norden rund um Capella – und am Schluss wieder im Nordosten, aber ganz tief und schwach: Hier wurde tief belichtet, wie man auch an mehr Sternen sieht. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: ein Bild in größer, die Entwicklung in mehr Bildern, nun alle kontrastverstärkt – und wie es am Morgen weiter ging!]

Die Konjunktion des Jahres

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Und heute nun der Höhepunkt der Jupiter-Venus-Konjunktion, mit 22 Bogenminuten Abstand der beiden Planeten: hier von Königswinter aus gesehen. Auch die Galileischen Monde machen sich bemerkbar; drei Bilder in größer gibt es hier (noch in der hellen Dämmerung vor den obigen Aufnahmen; eingedunkelt), hier und hier und noch mehr Bilder hier. [Daniel Fischer]

Uni Bonn feiert das alte Heliometer

Im Zusammenhang mit seinem Umzug von Endenich ins Bonner Universitätsmuseum war das große Heliometer der Alten Sternwarte schon öfters Gegenstand dieses Blogs – jetzt hat ist es das “Aktuelle Objekt aus Museen und Sammlungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität” und auch mit obigem Video gefeiert worden. [Daniel Fischer]

Lovejoy mit 8. Größe 1° neben Polaris – mit stehender Kamera

Zwar ist die Helligkeit des Kometen C/2014 Q2 (Lovejoy) inzwischen auf 8 mag. gefallen, aber andererseits hat er sich immer weiter nach Norden bewegt, so dass er mit stehender Kamera immer länger belichtet werden kann. Bereits vom Januar zum Februar mit 50° Deklination war die Verlangsamung der Winkelgeschwindigkeit spürbar – und jetzt steht er fast am Himmelspol! Wolkenlücken abwartend konnte das heute früh ausgenutzt werden, um mit der bekannten Lumix DMC-FZ48 mit maximaler Zoombrennweite (entsprechend 735 mm Kleinbild), Belichtungszeit (60 Sekunden) und ISO-Zahl (1600 oben, dahinter das Bild in größer, unten zum Vergleich mit ISO 800) auf den Polarstern zu halten – bei Blende 5.6 störten auch der helle Mond tief im SW und die leicht ‘weiße Nacht’ kaum.

Der Vergleich mit dieser Karte von dieser nützlichen Webseite bestätigt, dass das diffuse Objekt neben dem grellen Polarstern wirklich der Komet ist (der mit mehr Technik natürlich mehr her macht)! Der Stern war übrigens im EVF nur mit einiger Mühe zu finden und einzurichten, bei einem früheren Versuch (50 Sekunden, Blende 6.3, ISO 1600) war der Komet noch arg nah am Rand gelandet:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein fast zeitgleiches Bild, tiefer und mit Koordinatennetz]

Wenn der Lander-Mann kommt: Montagsvortrag der VSB vor überfülltem Haus

Für diesen Montagsvortrag war die Volkssternwarte Bonn extra aus dem Refraktorium in die benachbarte Alte Sternwarte Argelanders umgezogen, doch auch deren Hörsaal reichte mit 75 Plätzen bei weitem nicht, um des Ansturms Herr zu werden, als Stephan Ulamec vom DLR über die Landung von Philae vortrug: Ein großer Artikel im Vorfeld hatte enorme Wirkung entfaltet, und rund 30 Interessanten mussten am Ende draußen bleiben! Schade, denn sie verpassten eine außergewöhnlich mitreißende Präsentation des Philae-Projektleiters, die keine Sekunde lang Zweifel aufkommen ließ, dass Weltraumforschung ein Riesenspaß ist. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: was Ulamec zum Status von Philae zu berichten wusste plus der Bericht des Veranstalters des Vortrags]

Ein “Düsterer Tag” in Belgien – zur Nachahmung empfohlen!

Die belgische Riesen-Volkssternwarte Urania in Hove bei Antwerpen – die z.B. über einen beachtlichen Astro-Shop verfügt – war heute zum wiederholten Mal Gastgeber von “De Duistere Dag” (Der Finstere Tag): eines ganztägigen Treffens zum Thema Sonnenfinsternisse, das seit über 20 Jahren in unregelmäßigen Abständen nach wichtigen SoFis veranstaltet wird.

Zum nunmehr zehnten Düsteren Tag waren neben zwei deutschen Gästen rund 20 Einheimische gekommen, alle aus Flandern. Schwerpunkt war natürlich die SoFi vom März: Mit zwei dramatisch geschnittenen Videos und einem mitreißenden (und völlig bildlosen!) Vortrag wurden die nervenaufreibenden Erlebnisse der Urania-Expedition auf die Färöer – man hatte sogar einen eigenen Reisebus mitgebracht! – regelrecht körperlich spürbar. Man war zunächst völlig clouded out – bis sich kurz vor Totalitätsende die Korona in einem winzigen Wolkenloch zeigte. Und just zu diesem Zeitpunkt war der Reiseleiter live im belgischen Radio zu hören: Was er da auf Flämisch konkret brüllte, brauchte man gar nicht zu verstehen. Zwei weitere 2015-Vorträge handelten von Beobachtungen der SoFi aus der Luft, aus der Stratosphäre und von einem der deutschen Flüge von Eclipse-Reisen.

Letzteres war dann bereits der dritte Vortrag dieses Bloggers auf dem Meeting, der zuvor über die SoFi in Uganda und die Jagd nach Bildern des SoFi-Kometen von 1948 berichtet hatte – und Minuten zuvor in der Urania-Bibliothek eine etwas bessere Reproduktion der bisher einzigen identifizierten Aufnahme aufgetrieben hatte (in einer niederländischen Astrozeitschrift von 1983). Zum abwechslungsreichen Programm des gut sieben Stunden währenden Treffens – das Veranstalter Kris Delcourte auch den deutschen Nachbarn zur Nachahmung empfiehlt – gehörten auch u.a. auch Beiträge von E. van Loo über die érfolgreiche Extremjagd nach einem Wolkenloch bei der SoFi 1999 in Frankreich bis unmittelbar vor dem 2. Kontakt und von J. Schoppmeyer über Finsternisse im Auf- und Untergang, mit dem Nachweis von innerer Korona und Protuberanzen kurz vor der Ringphase in Australien 2013, als der Fast-Ring noch komplett hinter einer Wolkenbank verborgen war:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein paar Bilder des Veranstalters]

Zwei Tage alter Frühlingsmond

Wenn Ekliptiklage, Mondphase und Wetter zusammen passen, dann kann das am Abendhimmel in Königswinter schon mal so aussehen: hier noch mehr Bilder von dem pittoresken Abend. [Daniel Fischer]

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik

Nach der Konjunktion mit dem Plejaden vor wenigen Tagen ist die Venus nunmehr auf der Linie Hyaden-Plejaden angekommen. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: das erste Bild größer und drei andere Aufnahmen der Serie]

Sonnen- und “Sternstunden über der Heide” in Sankt Augustin

Begleitet vom kompletten TV-Team der Sternstunde Online und bestem Wetter, nebst spektakulärem Sonnenuntergang inklusive überraschendem Green Flash über dem Wolkenband, …

… fanden am 22. März zum wiederholten Mal die “Sternstunden über der Heide” außerhalb von Sankt Augustin statt, zu der zahlreiche lokale Sternfreunde ihre Teleskope mitgebracht hatten:

Visuelles Highlight waren in der Abenddämmerung die Mondsichel zwei Tage nach der viel beachteten Sonnenfinsternis mit der Venus darüber und – nur mit Mühe (und so früh noch gar nicht) auszumachen – dem Mars darunter:

Mit einbrechender Nacht kamen dann auch immer mehr Besucher, die dank der vielen Teleskope kaum Wartezeiten in Kauf nahmen mussten:

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Viele weitere Bilder des Abends gibt es hier (auf dem letzten ist tatsächlich der Mars zu erkennen), größere hier und hier, dazu ein weiteres Album – und hier noch ein kurzes Video, das wie auch diese Bilder mit superhoher ISO-Zahl aufgenommen wurde:

Sanfter Machtwechsel bei der VSW Bonn

Die heutige Mitgliederversammlung der Volkssternwarte Bonn wurde vor allem von der neuen Satzung bestimmt, die das Finanzministerium erzwungen hatte: Nachdem nach kurzer Debatte – meist zu Verständnisfragen – der neue Text mit minimalen Veränderungen mit 24:1 Stimmen angenommen worden war, mussten die neuen Regeln zur Vorstandswahl sogleich den Praxistest bestehen. Zum ersten Mal in über 40 Jahren Vereinsgeschichte wurden der erste und zweite Vorsitzende und der Kassierer direkt ‘vom Volk’ gewählt, was dem jeweils einen Kandidaten (Mitte) auch mit immer großer Mehrheit gelang. Erster erster Vorsitzender (im alten System hatte es nur ein geschäftsführendes Vorstandsmitglied gegeben) wurde Andreas Maul, der übrigens mit Kollegen vor Jahren mit einem Vorschlag zur Reform des Vorstands in einer MV gescheitert war – die der nun vom Gesetz vorgeschriebenen Struktur im Wesentlichen entspricht: So kann’s kommen. Zweiter Vorsitzender wurde der bisherige Geschäftsführer Peter Oden, der nach zwei Jahren anstrengender Reformarbeit etwas in den Hintergrund treten möchte, Kassenwart bleibt Peter Brüggemann.

Turbulent wurde es nur bei der Wahl der drei Beisitzer, denn es gab fünf Kandidaten – und die Frage, ob einer schon gewählt sein würde, wenn er oder sie unter die ersten drei käme aber weniger als die Hälfte der Stimmen erhalten habe. Nachdem auch der neue Satzungstext so oder so gelesen werden konnte, schritt man schließlich zur Wahl, wobei die drei mit den meisten Stimmen – Cremer, Hillen und Beckert – jeweils mehr als die Hälfte der Stimmen bekamen (unten) und sich das Problem von selbst löste. Ansonsten wurde wenig diskutiert – was darüber hinweg täuscht, dass die “VSB” dieses Jahr tatsächlich zum ersten Mal überhaupt zu einer echten Volkssternwarte werden dürfte, mit dem Ausbau des historischen “kleinen Refraktorraums” auf dem Poppelsdorfer Campus zu einer festen Sternwarte. Und wie dieses Blog aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, sind sogar schon die zwei Teleskope dafür ausgeguckt, ein Refraktor für großes Gesichtsfeld und ein SCT für hohe Vergrößerungen. Die Kosten für Sternwarte wie Instrumente kann der Verein dabei problemlos aus Eigenmitteln bestreiten, der überdies an neuen Kommunikationswegen unter den Mitgliedern feilt: Die vor zwei Jahren eingeleitete Renaissance der VSB, die nicht zuletzt mit einer großen Aktion zur SoFi auch verstärkte Wahrnehmung genießt, nimmt wieder Fahrt auf. [Daniel Fischer]

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