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Das Ende der Dinos in der zeitgenössischen Presse …

… (Anklicken liefert die ‚Zeitungen‘ größer; die Sidebars sind auch nett) in der Ausstellung „MeerErleben“, die speziell für Einkaufszentren konzipiert wurde, dort seit 2009 schon 7 bis 8 Millionen Besucher gehabt haben soll und nun bis voraussichtlich April 2017 im Deutschen Museum in Bonn zu sehen ist:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch zwei weitere „Zeitungen“ hier und hier]

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„Dialog der Sterne“ in Pulheim

Nach der gestrigen Vernissage ist jetzt im Walzwerk Atelier 50 in Pulheim bei Köln bis zum 22. März täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr der Dialog der Sterne zu sehen, „ein interdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst“ im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eines Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft – hier repräsentiert durch Fotos des Radioteleskops Effelsberg von Norbert Tacken, davor Modelle des Herschel-Satelliten und von SOFIA.

„Sternenlandschaften“ von Silke Britzen.

Kleinteile der Infrarot-Detektoren von Herschel.

Bilder von Johannes Eidt – mit großem Wikipedia-Eintrag.

Kunstbücher von Karin Innerling (unten rechts selbst zu sehen).

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Und als Installation von Elisa Balmaceda ein Wärmedetektor, der zum Berühren einlädt – unten von Hermann-Michael Hahn demonstriert, der im Rahmenprogramm der Ausstellung auch Starparties ohne Teleskop veranstaltet, während Köln-Bonner Sternfreunde zu Beobachtungen mit Teleskopen laden, nur bei gutem Wetter im Anschluss an Vorträge. [Daniel Fischer]

Öffentliche Beobachtungen zur großen Ausstellung „Outer Space – Faszination Weltraum“

Hobbyastronomen auf dem Museumsdach; Paul Hombach

Bereits 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie (IYA) stiegen Bonner Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) der Bundeskunsthalle auf’s Dach und boten an einem wolkenlosen Frühlingsabend für etwa 100 Leute eine öffentliche Himmelsbeobachtung an. Das wollte ich sehr gerne im Rahmen der großen Weltraum-Ausstellung „Outer Space“ wiederholen und setzte mich mit dem Museum in Verbindung und vor zwei Wochen erhielt ich schließlich die erhoffte positive Rückmeldung. Somit können diesmal auf dem Museumsplatz quasi direkt neben dem aufgebauten Ariane-5-Raketenmodell drei öffentliche Beobachtungen stattfinden. Direkt am Eröffnungstag (03. Oktober) wird es von 11 bis 14 Uhr eine Sonnenbeobachtung geben und für ein Halloween-Familiennachmittag (31. Oktober) bzw. vor einem Space-Konzert mit dem WDR-Funkhausorchester (29. November) soll jeweils zwischen 18 und 20 Uhr eine Mondbeobachtung stattfinden; der Teleskopaufbau beginnt eine halbe Stunde vorher. Natürlich finden diese Beobachtungstermine nur bei entsprechend klarem Himmel statt und da bleibt mir nur zu sagen: Clear Skies! [Nico Schmidt]

Ausstellung „Outer Space – Faszination Weltraum“ beginnt nächste Woche

Zwischen den beiden Fotos liegen drei Wochen und dokumentieren die zumindest äußerlich sichtbaren Vorbereitungen zu der bereits am 03. Oktober beginnenden Bonner Weltraum-Ausstellung „Outer Space“ in der Bundeskunsthalle. Am 29. August (die Ankunft in Bonn war bereits am Vorabend) konnte man durch die Containertüren schon einen ersten kleinen Blick auf die Mercury-Kapsel Liberty Bell 7 werfen, die für mich durch ihre sehr interessante bzw. „versunkene“ Geschichte und die nicht weniger interessante wie tragische Geschichte ihres Piloten und Astronauten Gus Grissom eines der Highlights der Ausstellung darstellt. In die Ausstellungsräume wurde das aus Kansas eingeschiffte (eine Videobotschaft dazu) Raumschiff erst am 08. September gebracht, wo es jetzt auf die zahlreichen Besucher wartet.

Tanja von Stegmann

Und nachdem E.T. angekommen ist, die ISS durch die Lobby fliegt, ein 6 Meter langes Sci-Fi-Raumschiff zusammengebaut wurde und viele andere Weltraum-Exponante in Bonn eingetroffen sind, ist der Schatten, den die Ausstellung voraus wirft, am vergangenen Donnerstag noch um einiges länger geworden – angesichts einer auf dem Museumsplatz aufgebauten 12 Meter hohen Ariane-5-Rakete. Das ist zwar nur ein Modell im Maßstab 1:5, aber auf jeden Fall aktuell der Blickfang des Weltraumbahnhofs Bonn. Quasi direkt daneben werden auch die drei von mir organisierten öffentlichen Beobachtungen stattfinden. Dazu, was den Besucher von „Outer Space – Faszination Weltraum“ ab nächster Woche erwartet, haben die beiden Kuratoren vorab schon bei einem Pressetermin etwas verraten und ab dem 03. Oktober bis zum 22. Februar kann sich jeder kleine und große Weltraum-Fan endlich selbst ein Bild davon machen. [Nico Schmidt]

„Outer Space“ in Bonn: Liberty Bell 7 kommt!

Die seit rund 4 Jahren geplante Ausstellung „Outer Space – Faszination Weltraum“ in der Bundeskunsthalle nimmt Gestalt an. Ein Ariane IV-Triebwerk wurde bereits aufgestellt. „Es passte gerade so durch die Türen, andere Teile der Ausstellung müssen drumherum gebaut werden“, so der Intendant der BuKuHa, Rein Wolfs, gestern auf der Pressekonferenz, die im Envihab des DLR stattfand. Die Schau findet in Kooperation mit dem DLR statt. Dessen Leiter Prof. Wörner, betonte entsprechend die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Raumfahrt sei Teil der Kulturaufgaben der Menschheit. Kunst und Forschung würden auf je ihre Weise den Horizont des Menschen erweitern. Die Kuratoren der Ausstellung, Claudia Dichter und Stephan Andreae, erläuterten das Konzept der 12 Räume, das mit einer Fülle interessanter Exponate aufwartet, zu denen auch das Argelander Institut für Astronomie beigetragen hat. So ist z.B. eine Kalkplatte der Bonner Durchmusterung vertreten.  Jeder Raum steht unter einem eigenen Motto wie „Rakete“, „Richtkräfte“, „Schweben und stürzen“. Da trifft Rubens auf ET, zeitgenössische Künstler auf historische Instrumente, der Meteorit von Ensisheim auf das berühmte Bügeleisen aus dem Raumschiff Orion. Neben den SciFi-Devotionalien – man sieht ausschließlich in Filmen verwendete Original-Requisiten wie „R2D2“ – sind es vor allem die „richtigen“ Raumfahrtexponate, die spektakuläre Akzente setzen. Höhepunkt ist die amerikanische Raumkapsel Liberty Bell 7. Sie absolvierte 1961 den zweiten Weltraumflug des Mercury-Programms. Astronaut V. Grissom konnte sich nach der Wasserung im Atlantik mit Mühe retten, die Kapsel versank und wurde erst 1999 vom Meeresgrund geborgen, aufwändig restauriert und seitdem im Kansas Cosmosphere and Space Center ausgestellt. Von dort ist sie nun nach Bonn unterwegs und ist erstmals außerhalb der USA zu sehen! Die Ankunft in Bonn ist voraussichtlich am 29.8. vormittags um 10 Uhr. Die Ausstellung „Outer Space“( unter der Schirmherrschaft von Kanzlerin Angela Merkel) wird am 2. Oktober eröffnet, sie endet am 25.2.2015. Ein attraktives Rahmenprogramm begleitet die Schau, so eine Live-Übertragung der Philae-Landung auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko am 11. November oder eine „Welcome-Home-Party“ für den Astronauten Alexander Gerst. Ob es auch zu öffentlichen Beobachtungen im Zusammenarbeit mit Sternfreunden aus der Region kommt, wird kurzfristig bekannt gegeben. Der Ausstellung ist viel Erfolg zu wünschen!  [Paul Hombach] Nachtrag: Weitere Impressionen von der Pressekonferenz in einem Beitrag von Nico Schmidt.

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Pressekonferenz im DLR

Astronomisches in der Staub-Ausstellung im Poppelsdorfer Schloss

Staub ist mehr als nur Wollmäuse im Hausflur. Davon konnte man sich bis gestern in der Sonderausstellung „Vom Stein zum Staub“ im Poppelsdorfer Schloss überzeugen [ERGÄNZUNG: auf hier schon im Mai hingewiesen wurde sowie auf eine Bildergalerie der weltraumbezogenen Exponate; DF]. Den Mondstaub-Vortrag im Mai hatte ich leider verpasst, doch am Freitag zum vorletzten Ausstellungstag hatte ich es doch noch ins Mineralogische Museum des Schlosses geschafft.

Direkt am Eingang zur Sonderausstellung wartet bereits der größte Halbedelstein Deutschlands: Ein zwei Meter langes und 2,5 Milliarden Jahre altes Tigerauge. Seit genau vier Jahren steht das farbenprächtige Bändererz hier im Museum und Anfang 2012 kam die frohe Botschaft, dass das 150kg-Tigerauge durch Spenden auf Dauer in Bonn bleiben darf.

Und neben Löß als verwehtem Staub der Eiszeiten, schädlichem Asbeststaub, Staubproben bekannter Bauwerke und Vulkanasche …

… fand sich auch reichlich Ausstellungsmaterial zu astronomischen Themen: z.b. durch Staub gefärbtes Abendrot, verschiedenste Meteoriten, die Kometenstaub-Mission Stardust, Infrarotteleskope und kosmischer Staub, „Sternenstaub“ und die Chemie der Sterne.

Eine von Luna 24, der letzten Mission des sowjetischen Luna-Mondprogramms, im Sommer 1976 mitgebrachte Bodenprobe – von insgesamt 170 Gramm. Die Probe der Basaltdecke im südlichen Mare Crisium ist 3,2 Milliarden Jahre alt.

Mitgebrachtes von Neil Armstrong und Buzz Aldrin, den ersten Menschen auf dem Mond: Gesteinssplitter aus dem Mare Tranquillitatis und die mit Apollo 11 mitgereiste Deutschlandfahne.

Neben zwei über 3 Milliarden Jahre alten Mondmeteoriten (eine Scheibe von DaG 400 und in Staubform Dho 911) sind noch weitere meteoritische Staubproben zu sehen, die sogar Asteroiden zugeordnet werden können.

Eine weitere Vitrine zeigte die unterschiedlichsten Meteoritentypen (u.a. ein wunderbares Exemplar des 1822 in Chile gefundenen Imilac mit grünlichen Olivinkristallen) …

…, darunter den Forsbach-Meteoriten, der nach seiner langen Reise vom Asteroiden (6) Hebe im Sommer 1900 auf ein Acker bei Rösrath östlich von Köln niederging – und Bauer Volberg nur um einen Meter verfehlte!

Ein heller Komet mit markantem Staubschweif (inkl. dünnem Gasschweif) aus Julius Schmidts Beobachtungsbuch. Schmidt kam 1846 an die eben fertiggestellte Bonner Sternwarte und blieb, bis Argelander seine berühmte „Bonner Durchmusterung“ begann.

Der Inhalt der beiden Eimer neben der Vitrine mit dem SOFIA-Modell und einigen Infrarotaufnahmen sollen die Menge von 25 Litern darstellen, die an kosmischem Staub täglich auf Deutschland herabrieselt. Für die Erde gerechnet geht man von insgesamt 40.000 Tonnen Staub im Jahr aus.

Die chemische Analyse der Sterne wird durch ein 34 Zentimeter großes und rund 60 Jahre altes Objektivprisma der Bonner Astronomen des Observatorium Hoher List (OHL) veranschaulicht. Es wurde am 1953 aufgestellten Schmidt-Teleskop (50 Zentimeter Spiegel, 34 Zentimeter Öffnung, 1,4 Meter Brennweite) genutzt, womit in den 1960er Jahren der „Bonner Spektralatlas“ entstand. Das Projekt von Waltraut Seitter, die die erste Astronomie-Professorin Deutschlands war, wurde als zweibändiges Werk (1970 und 1975) veröffentlicht. Nebenstehend sind Karten aus ihrem Spektralatlas und ein Originalnegativ mit Sternspektren ausgestellt.

[Nico Schmidt]