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„Leben in extremen Umgebungen“: das 21. Bad Honnefer Winter-Seminar 2016

Ein Hinweis – auch im Namen des Veranstalters – auf eine ungewöhnliche Veranstaltung im kommenden Januar in Bad Honnef bei Bonn vom 13. bis 16. Januar 2016: das 21. „Winterseminar“ zum Thema „Leben in extremen Umgebungen“. Die meisten der hochkarätigen Referenten stammen dabei aber aus der Weltraumforschung oder ‚Astrobiologie‘, so dass ein starker Weltraumbezug gegeben sein wird.

Diese Bad Honnefer Winterseminare genießen in der deutschen Astroszene jeder Art schon lange Kultstatus und begeistern vom interessierten Laien über Amateurastronomen bis zu Top-Wissenschaftlern so ziemlich jeden; es wird dabei auch kräftig philosophiert, gut gegessen (das Physikzentrum ist einer der Top-Tagungsorte im Land) – und allerhand Wein verköstigt, denn der Veranstalter ist Hobbywinzer und produziert auch selbst einen guten Tropfen …

Zur Motivation ein paar Impressionen und Links zu zahlreichen Detail-Berichten vom BHWS dieses Jahr. Und natürlich das soeben finalisierte Programm für 2016 und das Anmeldeformular – nach der Erfahrung dieses Jahr kann das BHWS nur wärmstens empfohlen werden. Bitte die beiden verlinkten DOCs bzw. diese Einladung auch unter anderen astro- wie biointeressierten weiter verteilen! [Daniel Fischer]

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Als Rosetta in Bad Honnef landete

Natürlich ist die Mission der europäischen Kometensonde noch im vollem Gange und das Schicksal seines kleinen Landers ungewiss – aber was man im ersten halben Jahr bei und auf Churyumov-Gerasimenko gelernt hat, konnte man Anfang Februar im Physikzentrum Bad Honnef (oben) in großer Detailfülle und vor allem aus erster Hand erfahren. Und „man“, das waren nicht nur Fachkollegen, die in den letzten Monaten auf Planetenforscher-Tagungen in fernen Ländern ähnliche Vorträge genießen konnten: Die Bad Honnefer Winterseminare, deren 20. dies schon war, sind offen für Spezialisten wie Laien gleichermaßen, eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe, die Kurt Roessler (2. Bild) 1995 ins Leben gerufen hat. Mal geht es um konkrete astronomische Phänomene, mal um tiefe philosophische Fragen – und das immer mehrere Tage lang ohne Hetze in der inspirierenden Atmosphäre des historischen Gemäuers der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Das 20. BHWS war mit rund 150 Teilnehmern das größte aller Zeiten und auch das aktuellste: Viele der präsentierten Bilder und Ergebnisse waren noch gar nicht formell publiziert und wurden gewissermaßen ‚eyes only‘ präsentiert, auch wenn im Publikum fleißig die Kameras klickten. Die zusammenfassenden Folien und viele Impressionen von dem überaus spannenden Seminar wurden schon hier, hier, hier, hier und hier live gebloggt, und es gibt eine Gesamtschau der neueren Erkenntnisse über den Kometen, basierend auf dem Seminar und den kurz vorher erschienenen ersten wissenschaftlichen Papers – über die viele der Vorträge in Bad Honnef aber bereits hinaus gingen! Wo übrigens jeder (!) Tag mit ausgiebiger Weinverkostung ausklang, befindet man sich doch in einem historischen (wenn auch heute wenig bekannten) Weinanbaugebiet, und Roessler selbst ist (Hobby-)Winzer. Das nächste BHWS ist bereits terminiert: für den 14. bis 16. Januar 2016 (Donnerstag bis Samstag) zu dem wahrscheinlichen Thema „Leben in extremen Umgebungen“. Bei Interesse stellt dieser Blogger gerne Kontakt zu Roessler her. [Daniel Fischer]

SpaceBot Cup: 10 Weltraumroboter im DLR-Wettbewerb bei Bad Honnef

Dort, wo normalerweise PS-starke Motorräder den Untergrund durchpflügen und ordentlich Staub aufwirbeln, ist heute und morgen (11. und 12. November) der Austragungsort des ersten deutschen SpaceBot Cups (PDF, Twitter-Hashtag: #SpaceBot oder #SpaceBotCup), für den sich die Supercrosshalle in Bad Honnefs Nachbargemeinde Rheinbreitbach in eine Planetenlandschaft verwandelt hat. Der Weltraumrobotik-Wettbewerb, ein in dieser Form bislang einzigartiger Wettbewerb, wird von der Abteilung Raumfahrtmanagment des DLR veranstaltet und jedes der 10 Teams wurde mit 50.000 Euro gefördert. 10 Teams aus Informatikern, Softwareentwicklern, Elektrotechnikern, Mechatronikern und sonstigen Robotik-Tüftlern – sowohl Studenten als auch wissenschaftliche Mitarbeiter – schicken ihre BAER, STEVE oder SEAR genannten innovativen Planetenerkunder in den SpaceBot Cup. Denn „die Zukunft wird robotisch sein. Den ersten Schritt in der Raumfahrt macht immer ein Roboter.“ So äußerte sich heute Vormittag Dr. Gerd Gruppe, Vorstandsmitglied des DLR-Raumfahrtmanagments, zur Eröffnung des SpaceBot Cups.

Auch Wissenschaftler der Gruppe Autonome Intelligente Systeme (AIS) der Uni Bonn nehmen mit einem sechsrädrigen Rover an dem Wettbewerb teil (siehe Video oben); hier werden alle 10 Teams einzeln vorgestellt. Und wie ihre fahrenden, laufenden oder fliegenden Hightech-Systeme den Hindernisparcours autonom erfassen werden und die gestellten Aufgaben meistern können, kann beide Tage via Live-Übertragung verfolgt werden. Das Siegerteam wird morgen gegen 17 Uhr gekürt. [Nico Schmidt]

Wird dies ein Zentrum der Rhein-Sieg-Astronomie?

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Ausnehmend grottiges Wetter verhinderte zwar jedwede „Testbeobachtung“, aber ein Dutzend Mitglieder der Sternfreunde Siebengebirge konnte heute Abend zumindest die Jugendherberge in Selhof am Rande von Bad Honnef nebst angrenzender Wiesen inspizieren, welche sich zumindest im Prinzip für kleinere oder größere Starparties eignen könnten. Während die – leider ÖPNV-technisch eher entlegene – JH selbst für preiswertes Catering, ggf. Übernachtung und auch Seminarräume sorgt: In einen der letzteren mussten die Sternfreunde denn auch prompt fliehen, als die Jugend im Speisesaal die „GUT DRAUF“-Zertifizierung ihrer Herberge all zu wörtlich nahm … [Daniel Fischer]

Gründungstreffen der „Sternfreunde Siebengebirge“ in Bad Honnef gut besucht

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Wann und wo kann man im Siebengebirge zur öffentlichen Himmelsbeobachtung schreiten, was soll ich mir für ein Teleskop anschaffen, und wie kann man die diversen Astro-Gruppen der Region am besten vernetzen: Das waren die größten Fragenkomplexe, die heute beim Gründungstreffen der Sternfreunde Siebengebirge auf deren Initiator Christian Preuß einprasselten, der schlicht nicht zum Essen kam. Knapp die Hälfte der inzwischen 75 Mitglieder waren in ein Restaurant in der Bad Honnefer Innenstadt gekommen, und die Breite der Wünsche an den jungen Verein (ohne Vereinsstruktur, und so soll es auch bleiben!) wurde schon jetzt offenbar: Während einige nach Hilfestellung beim Einstieg in die praktische Beobachtung suchen, hatte einer bereits ein phänomenales selbst geschossenes Bild des Pferdekopfnebels auf dem Smartphone dabei.

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Während das Wachstum der potenziell Aktiven ungebrochen ist (und es nach weiteren Medienaktionen – so hat sich die WDR-Lokalzeit für den Februar selbst eingeladen! – auch so weitergehen dürfte), hat das meist schlechte Wetter bisher zu keinen öffentlichen Beobachtungsaktionen motiviert, so dass auch über mögliche und sinnvolle Plätze eher abstrakt diskutiert wurde. Wenn es die Logistik zulässt, könnte immerhin anlässlich des Astronomietages im März das neue Drachenfels-Plateau (Bild) ein Schauplatz werden. Damit alle die Übersicht behalten, soll möglichst bald ein gemeinsamer Terminkalender für alle populärastronomischen Ereignisse in der Region – Bad Honnef bis Köln – entstehen, auf der Basis des bereits im Header dieses Blogs verlinkten. [Text + 3 Bilder: Daniel Fischer. 2. Bild v. oben: Peter Oden. NACHTRAG: Preuß‘ eigener Bericht vom Treffen]

Sternfreunde Siebengebirge erblicken das Licht der Welt

(C) Wolfgang Schneider, mit freundlicher Genehmigung

Liebe Sternfreunde, der Naturpark Siebengebirge ist um eine neue Initiative reicher. Am 12.10.2012 erblickten die Sternfreunde Siebengebirge, mit Sitz in Bad Honnef, das Licht der Welt. Bei der Initiative handelt es sich um einen freien Zusammenschluss von Sternfreunden, Sternguckern und erfahrenen Amateurastronomen. Initiator der neuen Gemeinschaft bin ich, der Bad Honnefer Amateurastronom und langjährige Sternfreund aus Leidenschaft, Christian Preuß. Ich habe die Sternfreunde Siebengebirge ins Leben gerufen, weil ich mit meiner Familie seit 40 Jahren in Bad Honnef lebe, das Siebengebirge liebe und mich dafür stärker engagieren möchte, dass unser Naturpark eine Aufwertung erfährt. Die Begeisterung für Sterne und Weltraum möchte ich hier, zusammen mit Gleichgesinnten und Unterstützern, in die Öffentlichkeit tragen und so ein tieferes Interesse für die Amateurastronomie wecken. Mitmachen können alle Sternfreunde aus der Region Siebengebirge, den angrenzenden Kommunen und all jene, die sich dem Naturpark Siebengebirge verbunden fühlen und sich mit unseren Zielen identifizieren können.

Unsere 31 MitmacherInnen (Stand: 25.10.2012) sind zwischen 18 und 77 Jahren jung und kommen bis jetzt aus Unkel, Rheinbreitbach, Bad Honnef, Königswinter, Oberdollendorf, Bonn, Bornheim, Ockenfels, Herzogenrath, Oberhofen (Österreich) und sogar aus Los Angeles (USA). Die Sternfreunde teilen alle den selben Himmel – von Nord und Süd, einer unterschiedlichen Lichtverschmutzung und dem Seeing einmal abgesehen. In unserer Region verstehen wir uns nicht etwa als Ersatz für andere Gemeinschaften dieser Art, die sich in alle Himmelsrichtungen an das Siebengebirge anschließen. Im Gegenteil: Die teils schon langjährige Arbeit aller anderen Initiativen und Vereine ist natürlich ebenso wichtig für die Amateurastronomie als Ganzes! Daher kooperieren wir in Zukunft auch gerne und tauschen unsere Erfahrungen aus.

Die Sternfreunde Siebengebirge sind noch eine ganz junge Vereinigung. Wir werden zunächst eine Gemeinschaft aufbauen, die sich natürlich auch erst finden muss. Das braucht Zeit, schafft Identität und macht es so erst möglich, unsere Ziele zu erreichen. Ob AnfängerIn, EinsteigerIn, SternenfreundIn oder erfahrene/r AmateurastronomIn, Frau oder Mann, Kind (ab 10 J.), Mama, Papa, Oma, Opa (bis 100 plus). Ob Sie noch ohne optische Hilfsmittel, mit einem Fernglas oder dem eigenen Teleskop ausgestattet sind: Sie alle sind herzlich willkommen. Allen Sternfreunden, die noch auf der Suche nach einem eigenen Teleskop sind, oder ihr bestehendes Instrumentarium erweitern möchten, werde ich meinen Rat und meine Hilfe anbieten. Wir sind ein freier Zusammenschluss ohne Zwänge. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.

Die Teilnahme kostet keinen Cent und Mitmacher sind zu nichts verpflichtet. Die Liebe zu den Sternen, die Begeisterung und Leidenschaft für die Amateurastronomie im Siebengebirge stehen im Vordergrund. Hinzu kommen der Spaß und das Engagement für unsere gemeinsamen Aktionen und Ziele. Unsere Ziele sind ehrgeizig: wir möchten einen Planetenwanderweg realisieren (ein maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems als Wanderroute durch das Siebengebirge und den beteiligten Kommunen), setzen uns für eine geringere „Lichtverschmutzung“ durch zu viel künstliches Licht ein, streben mittelfristig das Label „Sternenpark“ der Starlight-Initiative mit Unterstützung der UNESCO an, und wollen langfristig eine eigene Sternwarte aufbauen, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Planetenwanderweg, Sternenpark und die eigene Sternwarte sind auch eine neue und sinnvolle Ergänzung zum „Masterplan Tourismus und Naturerlebnis Siebengebirge“ (ein Artikel und ein 104-Seiten-PDF) und einem geplanten Geo-Park. Der »Masterplan« begreift sich als in die Zukunft gerichtetes Planungsinstrumentarium, das die Erholung des Menschen im Einklang mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen festschreibt. Der Schutz des natürlichen Sternenhimmels, der nachtaktiven Tiere und des gesunden Schlafs der Menschen im Siebengebirge ist die logische Fortführung dieses Gedankens. [Christian Preuß, Sternfreunde Siebengebirge. Berichte gab es u.a. schon im General-Anzeiger, Kölner Stadt-Anzeiger und HonnefShopping, plus ein Grußwort des AIfA. Bild: Blick vom Rodderberg auf das Siebengebirge]