Archiv für den Monat September 2013

Tolle Sonnenbeobachtung beim DLR – auch ohne Sonne

„Es ist immer wieder beeindruckend in die unzähligen begeisterten Gesichter zu blicken, die mit Neugier durch unsere offenen Türen strömen“, freute sich DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner am Sonntag, und ergänzte: „Der Tag der Luft- und Raumfahrt 2013 war ein voller Erfolg.“ Vorab wurden zwar 70.000 bis 80.000 Leute erwartet, letztlich kamen rund 30.000 Besucher trotz Wahlsonntag zum DLR nach Köln-Porz. Klein und Groß, Jung und Alt konnten von 10 bis 18 Uhr Luft- und Raumfahrt hautnah erleben und sprichwörtlich Astronauten über die Schulter schauen (Bild oben). So stellte z.b. Alexander Gerst seine sechsmonatige Mission auf der Raumstation ISS vor, die im Mai 2014 beginnen wird. Und bei all der Technik aus Luft- und Raumfahrt (z.b. sind es nur noch 14 Monate bis zur Kometenladung von Rosetta) konnte man auch schon mal ein paar fiktiven Figuren aus dem Star-Wars-Universum über den Weg laufen.

Am Standort 130 hatten wir Sternfreunde unser Lager aufgeschlagen. Organisiert von der VdS (Vereinigung der Sternfreunde) trafen sich hier zur Sonnenbeobachtung Hobbyastronomen des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA), der Volkssternwarten Bonn (VSB) und Köln und der Sternfreunde Erftststadt. Insgesamt standen acht Sonnenteleskope, zwei Spektroskope und ein Sonnen-Projektorkasten bereit …

… und sogar vor dem offiziellen Beginn kam schon der erste Besuch. Heinrich Sommerkorn von den Sternfreunden Erftstadt hatte statt ein Fernrohr mehrere Schautafeln dabei, um so die großen Zusammenhänge zwischen den Sternen, der Erde und dem Leben zu erläutern. Für ihn ist allein die Betrachtung der Natur ein Wunder und allgegenwärtig.

Wie ich vorab noch geschrieben hatte sah die Wetterprognose für die Sonnenbeobachtung eigentlich ganz gut aus, aber in den acht Stunden gab es leider nur 10 Sonnenminuten. Eine kleine Wolkenlücke mit 10 Minuten Sonnenschein und Schattenfall. Ansonsten konnte sie einfach nicht die graue Wolkendecke über dem Rheinland auflösen. Einzig mein ausgeliehenes Handspektroskop und der DADOS-Spektrograf an einem Teleobjektiv konnten genug Tageslicht sammeln, um ein paar Fraunhoferlinien zu zeigen. So wurden  Kinder zu Chemikern der Sonne und sahen z.b. Natrium, Eisen und Magnesium in den bunten Regenbogenfarben, während man den Eltern etwas von Spektralanalyse in der Astrophysik, von Doppler-Effekt und Atomphysik und der Schlüsselentdeckung durch Fraunhofer vor 200 Jahren erzählen konnte.

Aber an den acht Sonnenteleskopen schlug die Stimmung nie in Trübsal um, denn auch ohne Sonnenschein kamen den ganzen Tag über sehr viele interessierte Leute vorbei. Über Teleskoptechnik, Astrofotografie und den Einstieg ins Hobby bis zu kosmologischen und selbst philosophischen Fragen wurde sich unterhalten; auch die astronomischen Vereine konnten sich so ausführlich vorstellen. Die Sonnenbeobachter in spe schwenkten stattdessen auf entfernte terrestrische Ziele, erklärten Fotos oder zeigten etwas digitale Astronomie auf dem Tablet oder Smartphone.

Selbst der 12-jährige Tobias bewies mit seinem Teleskop Ausdauer.

Auch das Handylicht wurde spektroskopiert.

Die Teleskopaktion unter geschlossener Wolkendecke hätte natürlich mit dem erhofften Sonnenscheinanteil noch viel mehr Spaß gemacht, aber dennoch war es ein schöner Veranstaltungstag. Immerhin gab es keinen Regen und dafür sehr viele nette Gespräche. Nach gut 13 ½ Stunden auf den Beinen bin ich um kurz nach 21 Uhr zu Hause angekommen, wo ich endlich die Füße hochlegen konnte und erstmal meine heisere Stimme bemerkte. Und schon jetzt gibt es die ersten Stimmen von denen, die im September 2015 wieder dabei sein wollen. Ich auch.

Während des Abbaus hatten wir übrigens noch eine unheimliche Begegnung der dritten Art, wobei die Interpretation von Higgs-Teilchen bis zu mutiertem Marienkäfer reichte. [Nico Schmidt. NACHTRAG: Ein Bericht von der Volkssternwarte Bonn (VSB) und unser Teleskoppark von oben]

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Astroteilchenphysik in der Einkaufsmeile von Wuppertal-Barmen

Mein Besuch beim Wissenschaftsfestival „Highlights der Physik“, was letzte Woche in Wuppertal gastierte und 2014 in Saarbrücken zu sehen sein wird, begann mit einem Knall. Auf der Bühne auf dem Rathausplatz in Wuppertal-Barmen wurde u.a. der Photoeffekt von Elektronen vorgeführt, bevor es als Abschluss der Show einen lauten „Regensburger Urknall“ gab, bei dem sich selbst die Physiker die Ohren zuhielten (Bild 1). Etwas weiter die Einkaufsmeile bzw. den Astropfad genannten Planetenweg hinunter, sorgte auch der selbsternannte Bildungsclown Jörn Birkhahn, Initiator des Kindergartenlabor e.V., für Unterhaltung. Vor dem Juniorlabor auf dem Geschwister-Scholl-Platz brachte er für die ganz Kleinen hörbar knisterndes Trockeneis mit warmem Wasser und Spülmittel zum Überschäumen (Bild 2). In der großen Ausstellung im Wissenschaftszelt gab es speziell für Kinder jede Menge Physik zu entdecken und zum Anfassen (Bild 3); am Stand von AstroMedia wurde man sogar zum kleinen Fernrohrbauer (Bild 4). Über die spannende Physik des Lichtes konnte man gleich an mehreren Ständen etwas erfahren. Das Sonnenspektrum und die Absorptionswirkung von verschiedenen Farbfiltern wurde gezeigt (Bild 5) und man konnte untersuchen, welches Element sich hinter vier hellen bunten Linien verbarg (Lösung: Quecksilber, Bild 6). Die Welle-Teilchen-Natur als wohl merkwürdigste Eigenschaft des Lichtes konnte man beim Doppelspalt-Experiment sehen und hören (Bild 7), denn während ein Lichtstrahl ein typisches Wellenmuster mit gleichförmigen Streifen erzeugte, war bei einem zweiten Lichtstrahl völlig unregelmäßiges bzw. nur zufällig verteiltes Klackern zu hören.

Mitarbeiter der Uni Wuppertal informierten über ihren Beitrag zum Pixeldetektor des ATLAS-Experiments in der Weltmaschine LHC des CERN (Bild 8). Prof. Peter Mättig, Leiter einer Wuppertaler LHC-Arbeitsgruppe, stellte in einem Vortrag alle Einzelheiten ausführlich vor, sprach natürlich über die Entdeckung eines Higgs-Bosons und erklärte ebenso die weiteren Pläne für den Beschleuniger, mit dem noch 20 Jahre lang geforscht werden soll. Mit neuen Erweiterungen des Pixeldetektors will man noch näher an den Kollisionspunkt mit 14 TeV heran und die Auflösung soll dabei um einen Faktor 2 bis 3 gesteigert werden können. Für Mättig ist übrigens das gefundene Higgs-Boson klar das Higgs des Standardmodells und kein SUSY- oder gar ein unbekanntes Teilchen.

In einem weiteren Bereich des großen Wissenschaftszeltes ging es vor allem um Astroteilchenphysik. Im Sommer 1913 hatte Viktor Hess seine Entdeckung der Kosmischen Strahlung veröffentlicht und Kinder wie Erwachsene konnten nun genau 100 Jahre danach mitten in Wuppertal das Erbe des Wiener Physikers entdecken. Mit einigen Detektoren wurden hochenergetische Myonen empfangen – u.a. mit der bekannten Kamiokanne – Kosmische Strahlung in einer Kaffeekanne – oder sichtbar als Leuchtspur in der Funkenkammer (Bild 9). Neben einer Nebelkammer gab es einen Stand zum IceCube-Experiment (Bild 10). Hier war einer von 5.160 runden Teilchendetektoren zu sehen, mit denen etwa 2.000 Meter unter dem Eis des Südpols nach Neutrinos gesucht wird. Und mitten in diesem astronomischen Ausstellungsbereich stand ein 3,6×3,6 Meter großer Spiegel (Bild 11). Ingesamt 24 dieser sog. Fluorescence Telescopes, die mit jeweils 440-Pixel-Kameras ausgestattet sind, gehören zum argentinischen Pierre-Auger-Observatorium, wobei immer 6 Teleskope zu 4 Stationen aufgebaut sind. Mit den Teleskopen versucht man in mondlosen Nächten noch Lichtblitze bis in 40 Kilometern Höhe zu registrieren; ausgelöst werden diese hauptsächlich von extragalaktischen Protonen höchster Energien (bis in den Bereich von 10 hoch 20 eV).

Nachdem die Ausstellung im großen Physikzelt um 19 Uhr schloss, folgte am Abend im Haus der Jugend noch ein Science Slam. Über anderthalb Stunden lang wurde beim Einstein Slam auf unterhaltsame Weise u.a. Atomphysik mit Elektronen in der S-Bahn oder Plancks Problem der Hohlkörperstrahlung mit einem Schoko-Weihnachtsmann auf Quantendiät näher gebracht. Besonders lustig war das vom Hamburger Teilchenphysiker Michael Büker wie ein Fußball-Endspiel kommentierte CERN-Seminar vom Sommer 2012 zur Entdeckung des Higgs-Bosons, was klar mein Favorit war. Auch was es mit den in Sigma angegebenen Wahrscheinlichkeiten auf sich hat, wurde mit dem anschaulichen Teilchentrend deutlich (Bild 13). Radioastronom Matthias Rubart gab vor einem Radiobild von Cygnus A ein Quasar-Gedicht zum besten und musste die Existenz von Schwarzen Löchern beweisen – eine wahre Herausforderung für einen Bielefelder. Mit Heimvorteil, wilder Tanzeinlage zum Gangnam Style und soundaktivem Shirt war schließlich Amitabh Banerji der Gewinner des Abends und konnte den „Goldenen Albert“ mit nach Hause nehmen. Unter dem Titel „Fantastic Plastic“ hat der Chemiker in wenigen Minuten eine organische Leuchtdiode (OLED) in einem Bühnenexperiment hergestellt (Bild 14), und wie er in seiner Doktorarbeit schreibt, ist der OLED-Eigenbau sogar für den didaktischen Einsatz an Schulen gedacht. Physik ist spannend und macht Spaß – das haben der gut 100-minütige Science Slam sowie das  Wissenschaftsfestival insgesamt auf jeden Fall bewiesen. [Nico Schmidt]

Sonnenbeobachtung beim DLR-Raumfahrttag am Wahlsonntag

„Liebe Sonnenbeobachter, jetzt steht es fest: Die Sonnenbeobachtung am Tag der Luft- und Raumfahrt wird stattfinden!“ Das war der Satz auf den die Hobbyastronomen der Region, die sich erneut für den Tag der offenen Tür des DLR am 22. September organisiert haben, gewartet haben. Bis gestern wurden die Wetterprognosen im Auge behalten und dann folgte die erhoffte Meldung. Derzeit sieht es nach einem guten Sonne-Wolken-Mix für den Wahlsonntag aus und auch wenn es kein optimales Sonnenscheinwetter gibt, freuen sich der Köln-Bonner-Astrotreff (KBA), die Volkssternwarte Bonn (VSB) und andere Sternfreunde auf interessante Gespräche – immerhin wird es diesmal keinen Regen geben. Wie schon vor 2 Jahren werden die Teleskope bei der Nummer 130 auf dem Geländeplan aufgebaut; genau zwischen dem nagelneuen medizinischen Forschungslabor envihab (10) und dem Europäischen Astronauten-Trainingszentrum EAC (12). Also: Morgen nach der Qual der Wahl einfach bei den Hobbyastronomen auf dem DLR-Gelände in die Röhre gucken und die Sonne beobachten. Der Tag der Luft- und Raumfahrt geht von 10 bis 18 Uhr. [Nico Schmidt]

Gelungener Neu-Auftakt des ‚Forums Astronomie‘

Gestern Abend fand im großen Hörsaal des Astronomischen Instituts der Universität Bonn die Auftakt-Veranstaltung des gemeinsam von der Volkssternwarte Bonn, dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie und dem Astronomischen Institut der Universität Bonn neu aufgelegten Forums Astronomie statt.

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Viele interessierte Besucher lauschten hoch interessiert dem spannenden Vortrag von Dr. Norbert Junkes.

Dr. Junkes hat nach seinem Diplom und Doktorarbeit in Bonn für ein Jahr in Australien am ATNF gearbeitet und sich bereits damals schon mit Centaurus A, der größten Radiogalaxie am Himmel, beschäftigt.

Centaurus ist ein Sternbild am Südhimmel (direkt über dem nicht erst seit ‚La Paloma‘ berühmten ‚Kreuz des Südens‘) und ist von Europa aus niemals sichtbar.

Dr. Junkes spannte den Bogen in seinem Vortrag von den in den letzten sechzig Jahren immer besser gewordenen Messergebnissen über die Beobachtung in den unterschiedlichen Frequenzbereichen bis hin zu erst wenige Tage alten Forschungsergebnissen.

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Auf besonderes Interesse stieß auch die Beschreibung des TANAMI-Projektes, in dem (analog zum MOJAVE-Projekt auf der Nordhalbkugel der Erde) durch Zusammenschaltung diverser geeigneter Radioteleskope die Galaxienkerne und -Jets in den Frequenzbereichen 8.4 und 22 GHz mit einer Auflösung im Milli-Bogensekundenbereich untersucht werden können! Da diese Untersuchungen bereits einige Jahre laufen, können hier bereits regelrechte Animationen der innersten Vorgänge gezeigt werden.

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Abschließend wurde dann noch wie eingangs von Dr. Junkes versprochen das Geheimnis des grünen Sterns gelöst. Die Volkssternwarte Bonn bedankt sich bei Dr. Junkes für diesen informativen und spannenden Vortrag!

Die nächsten Termine des Forum Astronomie finden Sie hier.

03. Oktober: Eine Maus öffnet das Argelander-Institut für Kinder

Wenn es am 03. Oktober wieder „Türen auf!“ heißt, öffnen wie schon 2011 auch die Bonner Astronomen des Argelander-Instituts (AIfA) wieder ihre Türen zum Maustag 2013. „Das Argelander-Institut für Astronomie in Bonn öffnet am 3. Oktober 2013 für Euch von 10-18 Uhr die Türen in die unendlichen Weiten des Weltalls. Wenn Ihr kleine Abenteurer seid und die Geheimnisse des Universums erkunden wollt, dann müsst Ihr einfach vorbei kommen!“ Wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit Astronomen Schwarze Löcher in den Bauch zu fragen? Das astronomische Maustag-Programm richtet sich speziell an Kinder zwischen 5 und 12 Jahren, aufgrund des riesigen Andrangs bei der Veranstaltung 2011 ist jedoch eine Anmeldung nötig. Und bei hoffentlich sonnigem Wetter stehen auch die Bonner Hobbyastronomen mit ihren Sonnenteleskopen wieder bereit. Vor 2 Jahren sah der Himmel über Bonn-Endenich leider nicht nach Sonnenbeobachtung aus, dafür schauten sich aber Kinderreporter des Uni-TV im Institut um (siehe Clip, allerdings war Astronom Argelander kein Komponist). [Nico Schmidt]

Beim letzten Abendmahl auf 37° Nord …

Sonnendepression 12.0°, 6 Sekunden bei Blende 3.2 und ISO 200

Sonnendepression 8.9°, 1 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 400

Sonnendepression 8.1°, 1/2.5 Sekunde bei Blende 3.2 und ISO 400

Sonnendepression 5.8°, 1/25 Sekunde bei Blende 3.1 und ISO 400

Sonnenhöhe 1.0°, 1/400 Sekunde bei Blende 5.6 und ISO 100

… konnten nach einem farbenfrohen Sonnenuntergang heute Abend die türkischen Dämmerungs-Experimente mit noch geringerer Sonnendepression anhand der abendlichen Planeten und der Ekliptik-Sternbilder fortgesetzt werden. Von links zu sehen sind im letzten, obersten Bild der Kopf des Skorpions mit Antares (+1.0 mag., durch Extinktion +1.6) und von oben Acrab (+2.6/+3.1), Dschubba (eigentlich +2.4/+2.9, aber immer noch deutlich ‚zu hell‘) und Pi Sco (+2.9/+3.5), der Mond (-10/-9.5), Zubenelgenubi (+2.8/+3.4), der Saturn (+0.9/+1.7) und die Venus (-3.6/-2.1). Hier lag die Kamera auf einer Mauer, die 8 Aufnahmen davor entstanden freihändig. Lektionen für ISON(s Koma) in der Dämmerung? Man wird – in weniger als drei Monaten! – sehen … [Daniel Fischer]

Ein Lebenszeichen vom Observatorium Hoher List

Öffentliche Beobachtung am OHL im September 2009

Mit einer kurzen Mitteilung im Newsletter der Uni Bonn wurde im Juli 2012 die Schließung der Bonner Universitätssternwarte in der Eifel, das Observatorium Hoher List (OHL), offiziell verkündet. Das war das „Aus nach 60 Jahren“. Ein Jahr danach folgte ein bundesweites Rundschreiben zum Ausverkauf der Sternwarte. Und vor 2 Wochen konnte man nun diesen Satz lesen: „Es tut sich etwas auf dem Observatorium Hoher List bei Schalkenmehren“, was jedoch im positiven Sinne gemeint ist. Denn wie es in der Meldung heißt, hat sich der Förderverein der Sternwarte (jetzt: Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List e.V.) zunächst für ein Jahr als Untermieter in einem der Gebäude eingemietet, um zumindest einen Teil des Observatoriums weiter betreiben zu können und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Führungen sollen mittwochs um 14 Uhr stattfinden und beginnen am morgigen 11. September. Außerdem gibt es eine Einladung zu einem Tag der offenen Tür, der bereits am kommenden Samstag, 14. September, ebenfalls ab 14 Uhr stattfinden soll. [Nico Schmidt]

Begegnungen mit dem September-Mond

auf 37° Nord auf der Bodrum-Halbinsel in der Südwest-Türkei an den letzten drei Abenden – da ging trotz flacher Abend-Ekliptik doch einiges; die Zeit läuft auf der Seite durch von unten nach oben:

Heute von Yalıçiftlik aus gesehen das Dreieck Mond/Saturn und Venus, rechts unterhalb noch Spica, links der Kopf des Skorpions.

Die Mond/Venus-Konjunktion gestern über Gümüşlük während einer Halbinsel-Rundfahrt (Aufnahmen mit optimaler Dämmerung waren dabei leider nicht möglich).

Und vorgestern das erste Erscheinen des jungen Mondes über Orak Adası während einer Bootsfahrt im Golf von Gökova. [Daniel Fischer]

Dämmerungs-Studien auf 37° Nord – vielleicht von Relevanz für ISON in 3 Monaten …

21:06 EEST (UTC+3), Sonne 19° tief, Nacht: 60 Sekunden bei 800 ISO

20:54 EEST, Sonne 17° tief, späte astronomische Dämmerung: 60 Sek. bei ISO 800

20:42 EEST, Sonne 14.5° tief, mittlere astronomische Dämmerung: 50 Sekunden bei IsO 800

20:37 EEST, Sonne 13.5° tief, frühe astronomische Dämmerung: 40 Sekunden bei ISO 800

20:31 EEST, Sonne 12.5° tief, kurz nach Beginn astronomische Dämmerung: 40 Sek. bei ISO 200

Am gleichen Standort wie gestern – 37°N 27.5°O – mit gleicher Technik bei gefühlt geringfügig schlechterer Transparenz der heutige Südblick während der (von unten nach oben) fortschreitenden Abenddämmerung, alles mit 25 mm KB-Äquivalentbrennweite (leichte Beschneidung) und Blende 2.8. Der Kontrastgewinn der Milchstraße mit jedem zusätzlichen Grad Sonnendepression während der ersten Hälfte der astronomischen Dämmerung ist erstaunlich – vielleicht im Dezember von ISONischer Relevanz, falls der Komet einen langen Schweif entwickeln sollte: Es könnte sich lohnen, mit der Koma noch unter dem Horizont aber tieferer Dämmerung zu schauen und zu fotografieren, was z.B. auch bei McNaught in seinen besten Tagen der Fall war. [Daniel Fischer]

Türkische Grüße von Skorpion und Schütze

So sehen diese Sternbilder auf 37° Nord aus, nahe der Südwestecke der Türkei, hier gestern kurz vor Dämmerungsende vom Balkon der Wohnung (40 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 400), die Lichter der anderen mühsam abschirmend …

… wobei es andererseits selten so bequem war, das Galaktische Zentrum an zu schauen (keine Montage sondern eine 40-Sekunden-Aufnahme bei ISO 800 und Blende 2.8).

Und heute – leider etwas zu spät für den Skorpion – zweimal der Blick von einem streulichtfreien kleinen Strand (60 Sekunden bei ISO 800 und Blende 2.8), bei einer visuellen Grenzgröße von ca. 5.7 mag. im Zenit.

Zum Schluss unten noch ein Experiment mit etwas längerer Brennweite (63 statt 25 mm KB-Äquivalent wie bei den anderen vier; alle Bilder leicht beschnitten), kürzerer Belichtung (30 Sekunden) und höherer Empfindlichkeit (ISO 1600). Alles mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ48, deren Chip hier an die Grenze getrieben wurde … [Daniel Fischer]