Halo-Spektakel über Astro-Grillparty

Pünktlich zum Beginn einer Grillparty des Köln-Bonner Astrotreffs in einem Ortsteil von Overath zeigten sich mehrfach z.T. gleißend helle und bunte Nebensonnen – selbst bei Sonnenuntergang – und ein partieller Zirkumzenitalbogen: Eine der Aufnahmen versucht auch, beide gleichzeitig zu erwischen. Und danach ging es noch weiter, mit Abenddämmerung und “Blue Moon”-Expedition. [Daniel Fischer. NACHTRAG: drei Bilder in größer!]

Beeindruckende Leuchtende Nachtwolken – ohne Verarbeitung!

Schon den ganzen Nachmittag hatten sich die Erwartungen auf Facebook dank starker Mesosphären-Echos hochgeschaukelt – und sie wurden nicht enttäuscht: auffällige NLCs, kaum dass die Abenddämmerung hereinbrach, über ganz Deutschland! Hier aufgenommen von Witten-Herbede aus Richtung Bochum zwischen 22:40 und 23:40 MESZ : Die Aufnahmen wurden nicht in Helligkeit und Kontrast bearbeitet. Interessanterweise waren die Wolken zunächst im sonnenfernen Nordosten am auffälligsten, später dann im Norden rund um Capella – und am Schluss wieder im Nordosten, aber ganz tief und schwach: Hier wurde tief belichtet, wie man auch an mehr Sternen sieht. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: ein Bild in größer, die Entwicklung in mehr Bildern, nun alle kontrastverstärkt – und wie es am Morgen weiter ging!]

Juli-Sternstunde aus dem DLR

Die neue Ausgabe der Sternstunde ist soeben online gegangen! Entstanden ist sie wieder in der Region: Zum einem im DLR, wo Stefan Ulamec über den wieder erwachten Kometenlander Philae berichtet und KBA-Mitglied Rolf Hempel seine fantastischen Mondpanoramen vorstellt, zum anderen in Bonn beim Physiker Philip Bechtle, der über die spannende Suche nach Elementarteilchen am LHC berichtet. Außerdem gibt es eine Vorschau auf den Himmel im Juli und Tipps zur Beobachtung des Sternenhimmels in verschiedenen Urlaubsregionen. Viel Spaß beim Gucken! PH

Die Konjunktion des Jahres

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Und heute nun der Höhepunkt der Jupiter-Venus-Konjunktion, mit 22 Bogenminuten Abstand der beiden Planeten: hier von Königswinter aus gesehen. Auch die Galileischen Monde machen sich bemerkbar; drei Bilder in größer gibt es hier (noch in der hellen Dämmerung vor den obigen Aufnahmen; eingedunkelt), hier und hier und noch mehr Bilder hier. [Daniel Fischer]

Venus trifft Jupiter

Ein tolles Schauspiel in der Abenddämmerung erlebt sein Finale: Schon seit Tagen kann man beobachten, wie sich die beiden hellen Planeten Venus und Jupiter über dem Westnordwesthorizont näher kommen. Venus ist die hellere und schnellere des Duos. Der Abendstern wird heute und morgen Abend nur 0,5° – das entspricht dem scheinbaren Durchmesser des Mondes am Himmel – südlich an Jupiter vorbei ziehen. Ein Fest für Astrofotografen! Bereits gestern betrug der gegenseitige Abstand der Himmelsstars weniger als 1°. Ein echter “Hingucker” für schöne Sommerabende! PH

Planetenduo am 29.6. Bild: PH

Planetenduo am 29.6. Bild (c) P. Hombach

Uni Bonn feiert das alte Heliometer

Im Zusammenhang mit seinem Umzug von Endenich ins Bonner Universitätsmuseum war das große Heliometer der Alten Sternwarte schon öfters Gegenstand dieses Blogs – jetzt hat ist es das “Aktuelle Objekt aus Museen und Sammlungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität” und auch mit obigem Video gefeiert worden. [Daniel Fischer]

Juni-Sendung der “Sternstunde” aus der Volkssternwarte Bonn

Astronomie-TV “made in Bonn”: Die Juni-Ausgabe des kostenlosen Astronomiemagazins “Sternstunde” entstand anlässlich des Montagsvortrages von Stephan Ulamec vom DLR auf dem Gelände der historischen Bonner Sternwarte. Interviewpartner sind neben Ulamec selbst, der über den Status des Kometen-Landers Philae berichtet, auch zwei aktive Mitglieder der Volkssternwarte: Peter Oden und Wilfried Bongartz mit den Themen Planetenvideos und leuchtende Nachtwolken. Zu sehen ist die Sendung dreimal täglich auf dem Satellitenkanal TecTime und auf Youtube. PH

Lovejoy mit 8. Größe 1° neben Polaris – mit stehender Kamera

Zwar ist die Helligkeit des Kometen C/2014 Q2 (Lovejoy) inzwischen auf 8 mag. gefallen, aber andererseits hat er sich immer weiter nach Norden bewegt, so dass er mit stehender Kamera immer länger belichtet werden kann. Bereits vom Januar zum Februar mit 50° Deklination war die Verlangsamung der Winkelgeschwindigkeit spürbar – und jetzt steht er fast am Himmelspol! Wolkenlücken abwartend konnte das heute früh ausgenutzt werden, um mit der bekannten Lumix DMC-FZ48 mit maximaler Zoombrennweite (entsprechend 735 mm Kleinbild), Belichtungszeit (60 Sekunden) und ISO-Zahl (1600 oben, dahinter das Bild in größer, unten zum Vergleich mit ISO 800) auf den Polarstern zu halten – bei Blende 5.6 störten auch der helle Mond tief im SW und die leicht ‘weiße Nacht’ kaum.

Der Vergleich mit dieser Karte von dieser nützlichen Webseite bestätigt, dass das diffuse Objekt neben dem grellen Polarstern wirklich der Komet ist (der mit mehr Technik natürlich mehr her macht)! Der Stern war übrigens im EVF nur mit einiger Mühe zu finden und einzurichten, bei einem früheren Versuch (50 Sekunden, Blende 6.3, ISO 1600) war der Komet noch arg nah am Rand gelandet:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein fast zeitgleiches Bild, tiefer und mit Koordinatennetz]

Wenn der Lander-Mann kommt: Montagsvortrag der VSB vor überfülltem Haus

Für diesen Montagsvortrag war die Volkssternwarte Bonn extra aus dem Refraktorium in die benachbarte Alte Sternwarte Argelanders umgezogen, doch auch deren Hörsaal reichte mit 75 Plätzen bei weitem nicht, um des Ansturms Herr zu werden, als Stephan Ulamec vom DLR über die Landung von Philae vortrug: Ein großer Artikel im Vorfeld hatte enorme Wirkung entfaltet, und rund 30 Interessanten mussten am Ende draußen bleiben! Schade, denn sie verpassten eine außergewöhnlich mitreißende Präsentation des Philae-Projektleiters, die keine Sekunde lang Zweifel aufkommen ließ, dass Weltraumforschung ein Riesenspaß ist. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: was Ulamec zum Status von Philae zu berichten wusste plus der Bericht des Veranstalters des Vortrags]

Ein “Düsterer Tag” in Belgien – zur Nachahmung empfohlen!

Die belgische Riesen-Volkssternwarte Urania in Hove bei Antwerpen – die z.B. über einen beachtlichen Astro-Shop verfügt – war heute zum wiederholten Mal Gastgeber von “De Duistere Dag” (Der Finstere Tag): eines ganztägigen Treffens zum Thema Sonnenfinsternisse, das seit über 20 Jahren in unregelmäßigen Abständen nach wichtigen SoFis veranstaltet wird.

Zum nunmehr zehnten Düsteren Tag waren neben zwei deutschen Gästen rund 20 Einheimische gekommen, alle aus Flandern. Schwerpunkt war natürlich die SoFi vom März: Mit zwei dramatisch geschnittenen Videos und einem mitreißenden (und völlig bildlosen!) Vortrag wurden die nervenaufreibenden Erlebnisse der Urania-Expedition auf die Färöer – man hatte sogar einen eigenen Reisebus mitgebracht! – regelrecht körperlich spürbar. Man war zunächst völlig clouded out – bis sich kurz vor Totalitätsende die Korona in einem winzigen Wolkenloch zeigte. Und just zu diesem Zeitpunkt war der Reiseleiter live im belgischen Radio zu hören: Was er da auf Flämisch konkret brüllte, brauchte man gar nicht zu verstehen. Zwei weitere 2015-Vorträge handelten von Beobachtungen der SoFi aus der Luft, aus der Stratosphäre und von einem der deutschen Flüge von Eclipse-Reisen.

Letzteres war dann bereits der dritte Vortrag dieses Bloggers auf dem Meeting, der zuvor über die SoFi in Uganda und die Jagd nach Bildern des SoFi-Kometen von 1948 berichtet hatte – und Minuten zuvor in der Urania-Bibliothek eine etwas bessere Reproduktion der bisher einzigen identifizierten Aufnahme aufgetrieben hatte (in einer niederländischen Astrozeitschrift von 1983). Zum abwechslungsreichen Programm des gut sieben Stunden währenden Treffens – das Veranstalter Kris Delcourte auch den deutschen Nachbarn zur Nachahmung empfiehlt – gehörten auch u.a. auch Beiträge von E. van Loo über die érfolgreiche Extremjagd nach einem Wolkenloch bei der SoFi 1999 in Frankreich bis unmittelbar vor dem 2. Kontakt und von J. Schoppmeyer über Finsternisse im Auf- und Untergang, mit dem Nachweis von innerer Korona und Protuberanzen kurz vor der Ringphase in Australien 2013, als der Fast-Ring noch komplett hinter einer Wolkenbank verborgen war:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein paar Bilder des Veranstalters]

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