“Dialog der Sterne” in Pulheim

Nach der gestrigen Vernissage ist jetzt im Walzwerk Atelier 50 in Pulheim bei Köln bis zum 22. März täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr der Dialog der Sterne zu sehen, “ein interdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst” im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eines Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft – hier repräsentiert durch Fotos des Radioteleskops Effelsberg von Norbert Tacken, davor Modelle des Herschel-Satelliten und von SOFIA.

“Sternenlandschaften” von Silke Britzen.

Kleinteile der Infrarot-Detektoren von Herschel.

Bilder von Johannes Eidt – mit großem Wikipedia-Eintrag.

Kunstbücher von Karin Innerling (unten rechts selbst zu sehen).

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Und als Installation von Elisa Balmaceda ein Wärmedetektor, der zum Berühren einlädt – unten von Hermann-Michael Hahn demonstriert, der im Rahmenprogramm der Ausstellung auch Starparties ohne Teleskop veranstaltet, während Köln-Bonner Sternfreunde zu Beobachtungen mit Teleskopen laden, nur bei gutem Wetter im Anschluss an Vorträge. [Daniel Fischer]

Die “Sternstunde” drehte am AIfA

Für die März-Ausgabe des Astronomie-Magazins “Sternstunde” – außer auf YouTube auch dreimal täglich über Satellit verbreitet – wurde gerade am und im Argelander-Institut für Astronomie in Bonn gedreht …

… u.a. mit Georg Dittie über Teleskop-Ausrichtung und Michael Geffert über die Sammlung historischer Himmelsaufnahmen. Oben ein Trailer (mit einem Interview-Ausschnitt zur Ankunft Dawns bei Ceres): Die komplette Sendung gibt’s am 1. März unten. [Daniel Fischer]

Eine SoFi mit einem Taschenspiegel projizieren: So geht’s richtig!

Keine zertifizierte SoFi-Brille zur Hand – und eine (partielle) Sonnenfinsternis naht? Kein haushaltsüblicher Gegenstand stellt einen sicheren Filter für die direkte visuelle Beobachtung der Sonne dar: Da hilft nur Projektion! Dafür reicht schon eine Lochkamera – nur so einfach wie in vielen Grafiken dazu, etwa hier, hier oder hier, ist es leider nicht. Denn das Sonnenbild erscheint vom Loch aus natürlich unter demselben 1/2°-Winkel wie die Sonne am Himmel, und das Bild ist winzig klein (aus einem SoFi-Bericht von 1998; dito in dieser Papp-Konstruktion) – außer die Projektionsdistanz ist riesig. Dann aber ist die Helligkeit des Bildes gering und der Kontrast auf der Projektionsfläche schwach bis gar nicht mehr vorhanden.

Die offensichtliche Lösung: Projektion in einen dunklen Raum hinein! Und das geht am besten, wenn das Licht gleichzeitig aus der Antisolarrichtung umgelenkt wird, in eine besonders schattige Zone des Gebäudes. Ist der dazu verwendete Spiegel klein genug, stellt er gleich selbst die Lochblende dar, und keine weitere Bastelei ist erforderlich. Dieser hier ist zwar etwas zu groß, eignet sich aber gut um – in diesem Fall bei tief stehender Sonne, ähnlich der Situation am 20. März – das Prinzip zu demonstrieren: Im unteren Bild sieht man vorne den einfach auf dem Boden sitzenden und abgestützten Spiegel und viele Meter weit entfernt (wenn auch durch die perspektivische Stauchung näher erscheinend) ein kontrastreiches Bild der Sonne!

Besonders scharf ist es allerdings nicht: Hier ist Experimentieren angesagt, wobei es schon genügt, unterschiedlich große Löcher in Blätter Papier zu reißen. Ein zu großes Loch liefert – v.a. bei kurzen Projektionsdistanzen von nur 1 bis 2 Metern – ein völlig unscharfes Bild, im Extremfall sogar einfach den Schattenriss der Öffnung, ohne den gewünschten Lochkameraeffekt. (Obacht: Wer’s zum ersten Mal probiert, könnte das direkte Bild des Lochs irrtümlich für eins der Sonne halten – und wundert sich dann, wo denn der Mond bleibt! Manche “Instruktionen” zum Bau von Lochkameras, die dieser Blogger über die Jahren in Zeitungen vor SoFis gesehen hat, mit nur Dezimetern Projektionsdistanz und Zentimeter-großen Löchern, führen genau dazu.) Für die vielleicht 10 Meter weite Projektion bei diesem Test entlang eines dunklen Flurs erwies sich ein Zentimeter-Loch als ideal, wie die Nahaufnahme des Sonnenbildes an der Wand zeigt; bei Projektionen innerhalb eines Zimmers über nur ~2 Meter hinweg lieferten Löcher von wenigen Millimetern Durchmesser die besten Bilder. Und eine weitere Erkenntnis: Der Umlenkwinkel liegt idealerweise bei etwa 90° – ist er zu groß und quasi streifend, nimmt die Bildhelligkeit erheblich ab (so ist die Physik halt).

Der Blick zurück auf den Versuchsaufbau aus der Nähe der Wand, auf die projiziert wird: Von dort aus ist das “Loch” de facto ein Punkt, wenn auch ein gleißend heller. Da aber keine optischen Vergrößerungselemente im Spiel sind und man auch nur einen kleinen Ausschnitt der Sonnenscheibe sieht, stellt ein versehentlicher Blick in diese Richtung kein Risiko dar. Einen entsprechenden Aufbau sah dieser Blogger 2011 auf einer SoFi-Tagung in Indien demonstriert, vor allem aber motivierte der hier und hier beschriebene Erfolg der Beobachtung des Venus-Durchgangs 2004 mit einer Spiegel-Lochkamera und langer Projektionsdistanz in ein Gebäude hinein zu den Versuchen hier. Selbst wissenschaftlich auswerten lassen sich solcherlei Experimente. Und es wurde – wiederum anhand einer Sonnenfinsternis – 2006 in Ägypten demonstriert (unten auf der Seite), dass mit einer genau abgestimmten Lochkamera und einem Staubsaugerrohr sogar ganz ordentliche Fotos möglich sind. [Daniel Fischer. NACHTRAG: das ganze nochmal erzählt in der März-Ausgabe des TV-Magazins “Sternstunde”]

Lovejoys späte Zugabe – für Stativ-Fotografen!

20 Sekunden bei Blende 3.5 und ISO 1600, KB-Äquivent-Brennweite 105 mm (Ausschnitt)

25 Sekunden bei Blende 3.6 und ISO 1600, 144 mm (starker Ausschnitt)

40 Sekunden bei Belnde 3.2 und ISO 800, 50 mm (leichter Ausschnitt)

Seine Helligkeit ist mit rund 5.0 mag. zwar auf ein Drittel des Bestwertes aus dem Januar gefallen – aber die Deklination ist erheblich gestiegen: Auf 49° Nord zieht der Komet Lovejoy jetzt um 1/3 langsamer über den Himmel, denn die Winkelgeschwindigkeit geht mit dem Cosinus, und der beträgt nun statt knapp 1 im Januar nur noch 0.66. Damit kann aber auch um 1/3 länger belichtet werden, bei gleicher Länge der Strichspur, und wie man sieht, kann Lovejoy mit den Ergebnissen von vor einem Monat mehr mithalten als man bei dem Helligkeitsverlust erwarten würde. Das aktuelle mondfreie Fenster (unten) dauert noch eine Woche: Auch im Feldstecher ist der Komet als kleiner werdendes aber immer noch recht flächenhelles Scheibchen weiter attraktiv, der immer noch spektakuläre Schweif bleibt allerdings etwas für Astrofotografen. [Daniel Fischer]

7 Astrotermine in 2 Wochen Februar!

Drei lohnende Ausstellungen, jede Menge interessante Vorträge und natürlich so einige Gelegenheiten mit öffentlichen Himmelsbeobachtungen – das bieten allein die zwei Wochen der zweiten Februarhälfte. Dieses bunt geschmischte Programm aus gleich sieben Astroterminen hält Bonn und die Region für Sie bereit:

17. Februar: Auch 2015 heißt Sie Paul Hombach wieder zu seiner Astrotainment-Reihe “Pauls Portables Planetarium” im Deutschen Museum Bonn willkommen und startet wie immer mit einem Karnevals-Special. Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr, bei geeigneten Bedingungen sollen um 18:15 Uhr vor der Museumstür Teleskope aufgebaut werden.

22. Februar: Das ist die allerletzte Möglichkeit, die große Schau “Outer Space – Faszination Weltraum” in der Bonner Bundeskunsthalle zu besuchen. Nach fast 5 Monaten ist dies der letzte Ausstellungstag.

23. Februar: Ab 19:00 Uhr gibt es in der Volkssternwarte Bonn (VSB) den nächsten Montagsvortrag. Das Vortragsthema ist diesmal die am 20. März auch von Bonn aus sichtbare Sonnfinsternis. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr.

27. Februar: Im Rahmen der Reihe “Bonner Sternenhimmel” spricht Stefan Krause über die am 20. März stattfindene totale Sonnenfinsternis. Die Veranstaltung findet im Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) statt und beginnt um 19:00 Uhr. Bei klarem Himmel gibt es anschließend die Gelegenheit zur Himmelsbeobachtung.

28. Februar: Ab 19:00 Uhr findet – ein klarer Himmel vorausgesetzt – die nächste öffentliche Beobachtung auf der Poppelsdorfer Allee statt.

28. Februar: In Pulheim bei Köln beginnt mit einer Vernissage die Ausstellung “Dialog der Sterne”, in der bis zum 22. März Kunst auf Wissenschaft trifft. Das Rahmenprogramm der dreiwöchigen Ausstellung beinhaltet Fachvorträge, einen astronomischen Musikabend sowie Schulveranstaltungen, und gleich 7 Mal werden vom Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und der Volkssternwarte Köln Himmelsbeobachtungen angeboten.

01. März: Im Deutschen Museum Bonn geht die Sonderausstellung über Gravitationswellen zu Ende.

Weitere Veranstaltungen für den astronomisch Interessierten finden Sie auf den neuen Flyern der Volkssternwarte Bonn sowie in meiner Übersicht “Astrotermine für Bonn” auf ZauberDerSterne.de.

[Nico Schmidt]

Als Rosetta in Bad Honnef landete

Natürlich ist die Mission der europäischen Kometensonde noch im vollem Gange und das Schicksal seines kleinen Landers ungewiss – aber was man im ersten halben Jahr bei und auf Churyumov-Gerasimenko gelernt hat, konnte man Anfang Februar im Physikzentrum Bad Honnef (oben) in großer Detailfülle und vor allem aus erster Hand erfahren. Und “man”, das waren nicht nur Fachkollegen, die in den letzten Monaten auf Planetenforscher-Tagungen in fernen Ländern ähnliche Vorträge genießen konnten: Die Bad Honnefer Winterseminare, deren 20. dies schon war, sind offen für Spezialisten wie Laien gleichermaßen, eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe, die Kurt Roessler (2. Bild) 1995 ins Leben gerufen hat. Mal geht es um konkrete astronomische Phänomene, mal um tiefe philosophische Fragen – und das immer mehrere Tage lang ohne Hetze in der inspirierenden Atmosphäre des historischen Gemäuers der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Das 20. BHWS war mit rund 150 Teilnehmern das größte aller Zeiten und auch das aktuellste: Viele der präsentierten Bilder und Ergebnisse waren noch gar nicht formell publiziert und wurden gewissermaßen ‘eyes only’ präsentiert, auch wenn im Publikum fleißig die Kameras klickten. Die zusammenfassenden Folien und viele Impressionen von dem überaus spannenden Seminar wurden schon hier, hier, hier, hier und hier live gebloggt, und es gibt eine Gesamtschau der neueren Erkenntnisse über den Kometen, basierend auf dem Seminar und den kurz vorher erschienenen ersten wissenschaftlichen Papers – über die viele der Vorträge in Bad Honnef aber bereits hinaus gingen! Wo übrigens jeder (!) Tag mit ausgiebiger Weinverkostung ausklang, befindet man sich doch in einem historischen (wenn auch heute wenig bekannten) Weinanbaugebiet, und Roessler selbst ist (Hobby-)Winzer. Das nächste BHWS ist bereits terminiert: für den 14. bis 16. Januar 2016 (Donnerstag bis Samstag) zu dem wahrscheinlichen Thema „Leben in extremen Umgebungen“. Bei Interesse stellt dieser Blogger gerne Kontakt zu Roessler her. [Daniel Fischer]

Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung

Die letzte öffentliche Beobachtung am Rande der Outer-Space-Ausstellung widmete sich heute – mangels des sonst ‘benutzten’ Mondes – überwiegend dem Jupiter, denn im Lichterglanz des Bonner Museumsplatzes konnte der Orion-Nebel dann doch nicht recht überzeugen. Besser wird das hoffentlich schon bald in Pulheim bei Köln, wo im Rahmen des abermals Weltraum und Kunst verbindenden Dialogs der Sterne im Walzwerk Atelier 50 eine ganze Reihe öffentliche Beobachtungen geplant sind, jene mit Teleskopen immer direkt nach den Vorträgen um 20:00 MEZ am 1., 7., 8. und 13. März. [Daniel Fischer]

Crowdfunding erfolgreich: Astrozeitschrift interstellarum startet durch!

 

Vermutlich ist Ihnen in den letzten Wochen das blinkende Banner in diesem Blog aufgefallen, mit dem der Neustart des Astronomiemagazins interstellarum unterstützt werden sollte. Die Kampagne hat in den letzten Tagen spektakulär Fahrt aufgenommen und ist nun von Erfolg gekrönt: In einem der größten Crowdfundig-Projekte aus dem Bereich Medien ist es gelungen, die für den Fortbestand des Magazins nötigen 100.000 Euro zu erreichen. Ab Juli kann die Zeitschrift Hobbyastronomen wieder die Sterne näher bringen. Große Freude darüber gibt es auch und gerade in der Region Bonn: Leben doch hier einige der Redakteure und Artikelschreiber von interstellarum! Die Aktion auf Startnext.de läuft übrigens noch bis zum 14. Februar. Da einige Teleskophändler bis zu 40% Rabattgutscheine zu einem Abo dazulegen, das ja nun sicher zustande kommt, wird vielleicht noch mancher Sternfreund in den verbleibenden 7 Tagen die Gunst der Stunde nutzen. PHinterstellarumcrowderfolg

Februar-Sternstunde aus der Bundekunsthalle

 

Die neue Ausgabe der Sternstunde, produziert von Sternfreunden aus der Region, ist diesmal in der Ausstellung “Outer Space” in der BuKuHa entstanden. Astronaut Reinhold Ewald ist ebenso im Interview zu sehen wie die Kuratorin der Ausstellung, Claudia Dichter, und der Dark-Sky-Experte Harald Bardenhagen. Ein Skypeinterview zum Thema erdähnliche Planeten, die Himmelsvorschau Februar und der Newsticker runden die Sendung ab. Zu sehen ist die Sendung auf Youtube (Tipp: Den Sternstunde Youtube-Kanal abonnieren und über neue Videos informiert werden), aber auch täglich im Satelliten-Sender TecTime um 12:55, 23:10 und 1:00 Uhr. Weitere Infos auf sternstunde-online.de Viel Spaß bei Gucken und bitte weitersagen! PH

p1650579Dreharbeiten in der BuKuHa mit Astronaut Reinhold Ewald. Bild: D. Fischer

Die Rückkehr der “Bundesbiene” nach Bonn

Am Ende steckte sie auf der A 59 beim Europäischen Astronautenzentrum in Porz im Stau und erreichte ihren Bestimmungsort mit einer halben Stunde Verspätung, doch heute ist die berühmte Bundesbiene tatsächlich in die Bonner Bundeskunsthalle (und die aktuelle Ausstellung “Outer Space”) zurück gekehrt, auf deren Dach sie einst lebte und wo sie – das wird man nicht müde zu betonen – eines natürlichen Todes gestorben war. Die Reise war dann per Soyuz zur ISS und nach einem halben Jahr wieder zurück zur Erde gegangen – wo man sie dann versehentlich nach Houston expedierte, so dass sie Alexander Gerst bei seiner Party leider noch nicht mitbringen konnte. Das holte nun sein Astronauten-Vorgänger Reinhold Ewald nach, der sie – assistiert von der Ausstellungs-Kuratorin, dem Kunsthallen-Intendanten und zwei weiteren (TV-bekannten) Teilnehmern einer späteren Podiumsdiskussion – im ersten Saal des “Outer Space” zur letzten Ruhe bettete. Der übrigens gestern ihren 100’000. Besucher begrüßen konnte und noch bis zum 22. Februar zu sehen ist. Dann ist allerdings abrupt Schluss: keine Finissage (denn an Sonntagen herrscht ohnehin schon ein Riesenandrang), und die 90 Leihgeber wollen ihre Objekte rasch zurück – den lange als erster Blickfang dienenden Rubens hat dieses Schicksal sogar schon erreilt. Die Bundesbiene wird am Schluss in die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz weiter fliegen, die ein wichtiger Leihgeber war. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: der historische Moment größer und Artikel hier, hier und hier]

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