Ende der Oman-Reise: ein Auf- und zwei Untergänge

Sonnenaufgang über dem Golf von Oman vorgestern aus der Nähe von Shab – mit Fatamorgana-Effekten an fernen Wolken und Dämmerungsstrahlen im üppigen Vorprogramm:

Der folgende Sonnenuntergang über Qurum:

Und der gestrige, vom selben Ort – auch wieder mit ein bisschen Grün, diesmal über der Wolkenkante:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: erster Qurum-Sonnenuntergang größer hier]

Omans Himmel … diesmal an der Küste

Als Kontrastprogramm zum leider lichtverschmutzten Wüstenhimmel ein paar Impressionen von der Nordostküste des Oman bei Shab – wo leider unglücklich konstruierte Restaurant-Beleuchtung lange den Strand erhellte und im Südosten eine LNG-Anlage und die Stadt Sur arg leuchteten: hier der gestrige Aufgang des Orion über dem Golf von Oman …

… kurz nach Dämmerungsende, bald gefolgt vom Sirius …

… während im Norden der Polarstern recht einsam stand, mit dem UMi senkrecht nach unten und UMa unter dem Horizont und nur der Cassipeia als Wegweiser.

Später spiegelte sich der Sirius dann auffällig im Golf, und Stunden später war im Südosten auch Canopus hinzu getreten …

… während im Osten jetzt der Löwe aufging …

… und der Große Wagen sich nun ebenfalls aufzugehen bequemt hatte. Alle Bilder bisher waren übrigen mit Weißabgleich Tageslicht entstanden – aber mit AWB bemüht sich die Software doch glatten, die rote Lichtsoße zu entschärfen:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: vier Bilder größer]

Ring-SoFi-Krimi im Oman

Das war die ringförmige Sonnenfinsternis heute früh: gesehen vom Balkon eines Hotels im Norden der omanischen Insel Masirah – wo trotz schlechter Wetteraussichten die komplette Ringphase durch eine dünnere Stelle in einem großen Wolkenkomplex verfolgt werden konnte. Eine erste Auswahl von Bildern mit einer Panasonic Lumix FZ300, fast immer ohne Filter:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: vier größere Bilder hier oder hier oder hier, eins davon in Indonesien populär, Bilder indischer Astronomen vom selben Ort hier, hier und hier, deren Sichtung dieses Bloggers am Vortag – und weitere Tweets desselben. NACHTRAG 2: ein Video-Statement desselben und ein Nachweis der Chromosphäre und schöne Baily’s Beads trotz der Wolken. NACHTRAG 3: jede Menge größere Bilder (auch eine Auswahl) und weitere Bilder vom selben Ort hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Wüstenhimmel … mit Schwierigkeiten

Orion, Sirius und Canopus über der Wüste Ramlat al Wahiba im Sultanat Oman nach dem farbenfrohen gestrigen Sonnenuntergang – leider beeinträchtigt durch z.T. abartig grelle Lichtverschmutzung vom zugehörigen Wüstencamp, gegen die auch eine längere Wanderung fort von ihm kaum half.

Aber von Anfang an: Venus und Saturn (unten rechts) in der hellen Abenddämmerung, letzterer mit bloßem Auge nicht erkennbar und bald untergegangen.

Kurz darauf ein Beobachter im Camp unter dem aufgehenden Orion …

… der sich später gegen die eigentlich dezent scheinende Beleuchtung dort kaum durchsetzen kann. Aber für ein bisschen Sidewalk Astronomy in einer leidlich dunklen Ecke reicht’s.

Nunmehr außerhalb des Camps ein Blick nach Süden mit Achernar ganz unten im Eridanus.

In Gegenrichtung ein Suchbild: Wo ist der Polarstern? Die Lichtverschmutzung von Kleinstädten in der Nähe gibt UMi fast den Rest (der für’s blo0e Auge nicht zu sehen war)-

Drei Versuche am Orionnebel und anderer Nebulösität im hoch stehenden Sternbild …

… und ein Nachweis des Reflexionsnebels in den Plejaden …

… so wie zweimal Messier 35.

Inzwischen ist der Kasten des UMa aufgegangen – und zum Schluss noch zweimal CMa und Canopus:

[Daniel Fischer]

Grün und Blau: Sonnenuntergang in der omanischen Wüste

Zumindest für die Teleoptik gestaltete sich der gestrige Sonnenuntergang über einer fernen Sanddüne der Wüste Ramlat al Wahiba im Sultanat Oman reichlich bunt – dank perfekt klaren Himmels und der Erdatmosphäre als Linse.

Südlich von Al Wasil herrscht jeden Abend Hochbetrieb – Geländewagen brettern durch die Dünen, und wenn der Sonnenuntergang naht, ist jeder Camp von Ausflüglern besetzt. Was Wunder, dass einige bei der gestrigen Show im Bild standen:

[Daniel Fischer]

Merkurtransit – schon wieder ein Erfolg

3½ Jahre nach dem letzten Merkur-Durchgang, der an einem warmen Mai-Nachmittag vor dem Planetarium Bochum perfekt beobachtet werden konnte, hat es beim heutigen November-Transit doch tatsächlich ein weiteres Mal geklappt (hier ein Handy-Schnappschuss durch das Okular eines Refraktors mit Herschel-Keil) – jedenfalls im Zeitraum 14:45 bis 15:30 MEZ, der zwischen den Eintritt (13:35) und die Transit-Mitte (16:19) fiel. Und das kam so, auch in diesem Album von unten nach oben dokumentiert …

Rund um den Eintritts-Zeitpunkt, als nach einem kurzen Vortrag des Autors (und Koordinators der Beobachtungen) die meisten Besucher vor Ort waren, ging am echten Himmel gar nichts: Die Wolkendecke verschmierte das Bild dermaßen, dass nicht einmal der Sonnenrand zu erkennen war. So musste man sich zunächst mit Webcasts auf der Kuppel vergnügen, von denen dieser aus La Palma konsistent das beste Bild lieferte, alternativ wurde auch nach München und via MDR nach Radebeul geschaltet. Und draußen drehte Sat.1 NRW, wobei diese halbe Minute heraus kam …

Da schauten die beiden parallel montierten Teleskope des Gerätewarts Oliver Pollmann des Vereins Ad Astra noch vergebens vom Planetariums-Hügel über die Castroper Straße hinweg, und viele Besucher hatten bereits aufgegeben – aber plötzlich begannen Gegenstände Schatten zu werfen: Die Sonne wurde klarer! Bald war in Refraktor der Sonnenrand zu erkennen …

… und mit weiterem Ausdünnen der Wolken (das tatsächlich zwei Wettermodelle für 15 bis 16 Uhr prognostiziert hatten) auch der Merkur! Den erst nur der Autor, aber mit weiter steigender Transparenz dann auch einer der Besucher und schließlich alle deutlich sehen konnten. Und das nicht nur im Refraktor sondern auch dem H-Alpha-Teleskop, wobei fleißig durch beide fotografiert wurde – hier der allererste und zwei weitere Erfolge des Autors dabei. Schließlich versank die Sonne dann doch in einer nahenden Regenfront, aber eine Dreiviertelstunde war der letzte Merkurtransit für 13 Jahre zu verfolgen gewesen, der wieder zu faszinieren vermochte:

[Daniel Fischer]

Die Walter-Hohmann-Sternwarte in Essen feierte ihren 50. Geburtstag …

… am 12. Oktober mit einem großen Fest(akt) im Schloss Borbeck, von dem in diesem Album noch einige Bilder mehr & größer zu sehen sind.

Der Biograf des Namensgebers der Volkssternwarte (ein Buch erscheint noch dieses Jahr) …

… hatte manch pikantes oder interessantes Statement des Raumfahrtpioniers aufgetrieben.

In einem historischen Abriss des Vereins konnte der 2. Vorsitzende Helmut Metz den ersten Hinweis bereits vor 55 Jahren finden …

… und die stürmische Entwicklung – ein kompletter Umzug, dann eine Teleskopkuppel nach der anderen – nachvollziehen.

Grußworte zum runden Geburtstag u.a. von Astrid Gallus für die VdS – und vom Direktor des Kennedy Space Center 2003-7 James W. Kennedy, aufgenommen am Jahrestag der Mondlandung auf der QE2. Es folgten ein üppiges Büffet, eine angeregte Party und ein wüstes Rockkonzert – auf die nächsten 50 Jahre!

[Daniel Fischer]

Die Rhön & Fulda: zwei Tage in Sternenstadt und Sternenpark

Im dichten Nebel wartet er hier seit wenigen Tagen auf Besucher: der „Himmelsschauplatz Milseburg“ bei Hofbieber-Danzwiesen, einer von fünf solchen ausgeschilderten Beobachtungsplätzen mit u.a. Pol-Finder, Fernglas-Stützen und drehbarer Riesen-Sternkarte im International Dark Sky Reserve Rhön östlich von Fulda, die Mitte September eröffnet wurden. Sie sind fünf Jahre nach dessen Anerkennung durch die International Dark Sky Association nach der Einrichtung einer Beobachtungsplattform auf der Hohen Geba die nächsten handfesten physischen Zeichen, dass das Biosphären-Reservat zugleich ein ‚Sternenpark‘ ist. Das bedeutet in erster Linie konsequente Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger und falscher Lichtquellen, während astronomischer Tourismus erst einmal nur bedächtig angeleiert wird, derzeit überwiegend durch unterschiedliche Sternenführungen. Man sei da noch ganz am Anfang, heißt es im Info-Zentrum auf der Wasserkuppe, und in der Touristen-Information in Fulda liegt der wichtigste Flyer nicht offen aus: Den gebe man nur „den richtigen Leuten“, die explizit danach fragen, wird dem Besucher beschieden. Am mehrere Stunden klaren Abend vorher (30. September) lag die Himmelshelligkeit beim darin empfohlenen Schwarzen Moor übrigens bei 21.2 mag./Quadratbogensekunde (Spitzenwert mit dem SQM), und die Milchstraße war schön zu sehen.

Die treibende Kraft hinter dem Sternenpark Rhön ist die „Hüterin der Nacht“ Sabine Frank: ein Besuch in ihrem Büro im Landratsamt in Fulda, vor dem sie hier mit ihrer derzeitigen Lieblings-Straßenlampe zu sehen ist. Das Dark Sky Reserve ist letztlich aus einem Studenten-Projekt hervor gegangen – und könnte in Zukunft Signalwirkung weit über Hessen hinaus entfalten: Einmalig im Land ist nämlich mit Fulda eine größere Stadt direkt neben dem Himmels-Schutzgebiet als International Dark Sky Community anerkannt und somit dieses Jahr Fulda zur ersten ‚Sternenstadt‘ Deutschlands geworden.

Noch ist dies Work in Progress, nirgends sind entsprechende Hinweistafeln zu entdecken, und so manchem Bürger ist der ungewöhnliche Status der eigenen Stadt schlicht unbekannt. Aber wenn man’s weiß: Zum Beispiel sind im berühmten barocken Stadtteil Fuldas die Leuchtmittel in den historisierenden Straßenlampen gegen weit oben montierte LED-Felder ausgetauscht worden (dunkler im Lens-Flare u.r. zu sehen) – die Lampen erfüllen damit in Sachen oberer Abschirmung wie Farbtemperatur die Anforderungen für ‚gute‘ Stadtbeleuchtung.

Überhaupt befindet sich Fulda in dieser Beziehung in einer besonderen Position: Der dort ansässige Energieversorger RhönEnergie bzw. das OsthessenNetz haben sich die richtige Beleuchtung auf die Fahnen geschrieben und bieten seit diesem Monat überhaupt nur noch regelkonforme Lampen im Katalog an. Und RhönEnergie betreibt, mindestens in Deutschland einmalig, eine Art Demonstrationsstraße auf seinem – leider nur mit besonderer Vereinbarung zugänglichen – Betriebsgelände, auf dem zahlreiche moderne Lampen mit meist niedriger Farbtemperatur und guter Abschirmung demonstriert werden. Die Erfahrung wird auch in diesem Artikel auf den PDF-Seiten 34-36 beschrieben: Stadtplaner von überall mögen sich eingeladen fühlen, hier das rechte Licht zu finden!

Astronomische Attraktionen in Fulda gibt es ungefähr drei. Da wäre zum ersten auf dem Dach eines Nebengebäudes einer Schule die Hans-Nüchter-Stern­warte, die gleichermaßen als Volks- wie Schul­stern­warte dient, und deren 30-cm-Newton/Cassegrain gerade einen neuen Okular-Auszug erhalten hatte. Eine Etage tiefer gibt es auch ein Planetarium mit 4-m-Kuppel, das heute mit einem Beamer mit Fischaugen-Objektiv betrieben wird – aber früher war ein bemerkenswerter selbstgebauter optomechanischer Projektor im Einsatz gewesen.

Dieses Planetarium war wiederum Geburtshelfer beim Bau eines größerem Klein-Planetariums in einem Museum in der Stadtmitte, das einen ZKP-2-Projektor für den Sternenhimmel und Spacegate-Duo-Projektoren für Fulldome-Projektion kombiniert. Leider nicht mehr so bedeutend wie lange gedacht ist hingegen die unscheinbare Sonnenuhr auf der Michaelskirche neben dem Dom – denn nach neuesten Forschungen (der Autor stellte dankenswerterweise das komplette Paper zur Verfügung) stammt sie nicht etwa aus dem 9. Jahrhundert, was sie zu einer der ältesten Deutschlands gemacht hätte, sondern aus dem 13. oder 14. Jahrhundert:

[Daniel Fischer mit Susanne Hüttemeister; wir danken Marc Streit, Sabine Frank und Gerd Habersack für Unterstützung und Informationen – viele weitere und größere Bilder in diesem und diesem Album und diesem Thread]

Sternwarten in Chile: Las Campanas, La Silla, Cerro Tololo & Cerro Pachon

Nach den Sternwarten der II. Region Antofagasta zum Schluss noch gleich vier in der III. Region Atacama und der IV. Region Coquimbo, davon allerdings drei nur aus der Ferne oder gar nur aus der Luft. Hier in der III. bei Sonnenuntergang aus der Distanz das Las Campanas Observatory mit den beiden 6.5-Meter-Magellan-Teleskopen bzw. dem 2.5-Meter-Irénée du Pont-Spiegel.

Annäherung an das La-Silla-Observatorium in der IV. Region (die sich neuerdings zur Welt-Hauptstadt des Astro-Tourismus erklärt hat); der erste Standort der ESO – mit zahlreichen aktiven und stillgelegten Teleskopen, und immer noch werden hier neue aufgestellt!

Erste Impressionen bei der Ankunft: das New Technology Telescope, das 3.6-Meter-Teleskop und das inaktive Swedish–ESO Submillimeter-Teleskop (SEST).

Der Blick vom NTT nach Osten mit 3.6-er und SEST sowie im Vordergrund links das Schweizer 1.2-m-Teleskop und dahinter in der unscheinbaren Hütte das Télescope à Action Rapide pour les Objets Transitoires (TAROT).

Der „Eingang“ des New Technology Telescope …

… und das Teleskop, die Aktive Optik seines Hauptspiegels und Instrumente an den Nasmyth-Foci.

Blicke von der Plattform des 3.6-Meter-Teleskops nach Nordwesten, wo es geradezu von kleineren Teleskopen wimmelt …

… und auf diesen Sockeln inzwischen bereits die BlackGEM-Teleskope installiert worden sind (mehr, mehr und mehr).

Das 3.6-Meter-Teleskop: rustikale Bauweise aus dem Jahr 1970.

La Silla bei Sonnenuntergang – mehr und größere Bilder von dem Besuch am 29. Juni in diesem Album.

Das Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) – wo der Autor vor 25 Jahren vier Wochen verbrachte – aus der Nähe von Vicuña aus gesehen …

… und aus einem Linien-Flugzeug, dominiert vom Blanco Telescope. Von wo direkt daneben dann auch der Cerro Pachón mit drei Sternwarten zu sehen ist, darunter rechts in Blau das im Bau befindliche Large Synoptic Survey Telescope (größere Bilder der beiden Teleskop-besetzten Berge in diesem, diesem und diesem Album vom 27. Juni und 1. und. 3. Juli):

[Daniel Fischer]

Klein aber oho: das Meteoriten-Museum von San Pedro de Atacama

Am Rande des staubigen Wüstennests San Pedro de Atacama in Chiles II. Region Antofagasta trifft man auf eine unerwartete Einrichtung: das Museo des Meteorito (dessen eigentliche Webseite derzeit die bizarre Meldung „Your country (DE) has been blacklisted“ produziert) mit einer kleinen aber feinen Ausstellung – in einer Art Zelt.

Die Vitrinen entlang der Wand sind entlang eines Rundgangs angeordnet, den eine im Eintrittspreis eingeschlossene recht didaktische Audioführung beschreibt – u.a. auch in Deutsch erhältlich.

Hier ein nachgestelltes Chondriten-Streufeld nahe der aufgegebenen Bahnstation Los Vientos in der Atacama-Wüste, wo mehr als 30 Fragmente in einer Ellipse von 3 km x 500 m gefunden wurden.

Funde aus dem 380-Meter-Impaktkrater Monturaqui, den 1962 ein chilenischer Geologe südlich des Salar de Atacama entdeckte – der größte bekannte Einschlagskrater in Chile.

Angesägte gewöhnliche Chondriten verschiedener Typen.

Ein Lodranit; ein paar größere Bilder vom 26. Juni in diesem Album sowie ein aktueller Besuchsbericht in Spanisch mit noch mehr Bildern.

Ein von hinten beleuchteter Imilac-Pallasit, ein differenzierter Meteorit aus der Stein-Eisen-Gruppe. Und wenn die Audioführung zuende ist, gibts in der Mitte des Zelts noch „Hands-On“-Erfahrung mit verschiedenen Meteoriten, z.B. mit Magneten:

[Daniel Fischer]