18.9.: Tag der offenen Tür der Volkssternwarte Bonn

Am Sonntag, den 18. September 2016 lädt de Volkssternwarte Bonn wieder zu einem Tag der offenen Tür ein. Zwischen 11:00 und 17:00 Uhr werden Besuchern im Refraktorium, Poppelsdorfer Allee 47, interessante Kurzvorträge und ein digitaler Blick auf den Sternhimmel in der Kuppel geboten. Bei klarem Wetter besteht zudem die Möglichkeit, mit geeigneten Teleskopen die Sonne live zu beobachten.

Der Eintritt ist natürlich frei. Das Team der Volkssternwarte freut sich auf Sie!

Sonnenbeobachtung Volkssternwarte

Sonnenbeobachtung vor der Volkssternwarte Bonn, hier beim Merkurtransit am 9. Mai 2016.
Bild: PH

Tag der offenen Tür 2016

 

 

Die große Reise der Fleckengruppe (1)2585

Sachen gibt’s … während der gesamten Rotation der Aktivitätsregion 2585 über die Sonnenscheibe – vom 1. bis 11. September 2016 – hatte dieser Blogger in Nordrhein-Westfalen jeden Tag klaren Himmel oder zumindest eine hinreichend lange Wolkenlücke für ein „Beweisfoto“ mit der alten Bridgekamera Panasonic DMC-FZ48 mit maximalem Zoom (735 mm KB-Brennweite entsprechend) und durch einen Schnipsel fotografischen Baader-Folienfilter auf einem Papprahmen wie unten zu sehen. Die Bilder (mehr Versionen vom 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10. und 11. September) wurden mit IrfanView ungefähr parallel gedreht, beschnitten, in Schwarzweiß konvertiert, im Kontrast leicht angehoben und etwas verkleinert und dabei gleichzeitig leicht geschärft. Der rauschfreudige Sensor und die unkontrollierbare Bild-‚Verbesserungs‘-Software der Kamera treiben soetwas natürlich hart an die Grenzen, aber das kombinierte Souvenir vom absteigenden Ast des Sonnenzyklus mit solcher Minimaltechnik, an beliebigen Orten mal so nebenbei (inklusive einem Musikfestival) und ohne irgendein Stativ entstanden, hat schon was, oder? [Daniel Fischer]

Expedition Rhein-Romantik … zum kosmischen Quartett

Vom Rheinufer in Niederdollendorf ein Blick auf den Mond bei Saturn mit Mars und Antares – die Transparenz ließ zu wünschen übrig, der Horizont aber war perfekt für diese letzten Blicke auf das Schauspiel, das auch im Mai, Juni (unten) und August (Mitte) präsentiert wurde. [Daniel Fischer. NACHTRAG: Bilder in größer auch hier und hier – und der Anblick einen Abend später aber ohne Rhein]

Da nimmt aber einer ab …

Der abnehmende Mond in einer spätsommerlichen Phase schönen Wetters am Morgen des 23., 24., 25., 26. und 27. August 2016 immer freihändig mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ48 mit Weißabgleich „Tageslicht“ jeweils recht hoch am Himmel aufgenommen, das erste und das letzte Bild über Witten-Herbede, die anderen über Königswinter-Heisterbacherrott. Aus den Roh-JPGs wurden jeweils ~900 Pixel breite Ausschnitte auf 604 Pixel verkleinert und dabei leicht geschärft und geringfügig im Kontrast gesteigert. Über die Links sind jeweils auch Ausschnitte in voller Auflösung und (außer beim heutigen) ohne jedwede weitere Verarbeitung zu finden, immer ganz oben auf den Seiten. [Daniel Fischer]

Vier Planeten am Abendhimmel über Bonn

Gesehen gestern Abend von Sankt Augustin aus: erst in der sehr hellen Dämmerung das Paar Jupiter / Saturn zwei Tage vor einer sehr engen Konjunktion, dann Saturn, Mars und Antares (von oben) weiter östlich:

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[Daniel Fischer. NACHTRAG: das Paar Jupiter/Venus größer bei späterer Dämmerung]

Weltraum über Walcheren

Die niederländische Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland hatte während einer Reise in der 2. August-Woche 2016 astronomisch einiges zu bieten – inklusive mehrerer pittoresker Sonnenuntergänge von Domburg über der Nordsee. Oder gleich mitten rein:

Gleich nach der Ankunft am 7. August war die Sonne bis zum Horizont zu verfolgen, inklusive subtiler grüner Segmente, während die Sonne am 9. August und 12. August wolkenhalber nicht so weit kam.

Das Dreieck Saturn / Mars / Antares plus Mond am 12. und am 13. August mit dem weiter sehr hellen Delta Scorpii neben dem Mars, dazwischen eine Nebensonne am 13. August. Und Walcheren hat auch selbst ein paar astronomische Sehenswürdigkeiten zu bieten, die meisten in der Stadt Middelburg:

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Am astro-historisch bedeutendsten Ort existiert seit dem 17. Mai 1940 nichts Originales mehr, als Bomben u.a. die Onze-Lieve-Vrouwe Abdij samt den Häusern der Kapoenstraat davor in Schutt und Asche legten. Die Nieuwe Kerk der Abtei ist bald wieder aufgebaut worden, und zumindest die Grundmauern sind noch am alten Ort: So kann man ganz gut den Ort bestimmen, wo das Haus jenes Hans Lipperhey stand, in dem er 1608 das Fernrohr erfand (PDF-Seiten 34 und 39). Auf einem Foto von vor 1940 ist die Position markiert, d.h. Lipperheys Haus befand sich ziemlich genau da, wo heute die blauen Parkplatzschilder stehen, wie auch schon 2008 (Reihe 4) ins Bild gesetzt.

Dieses alte Bild wird in der Volkssternwarte von Middelburg gezeigt, die – derzeit als einzige Institution im ganzen Ort – die astronomische Geschichte lebendig hält: mit vielen historischen Instrumenten, der nachgebauten Werkstatt Lipperheys und einer funktionsfähigen Schleifmaschine nach damaliger Bauweise, hier vom Sternwartenleiter Rijk-Jan Koppejan demonstriert. Und das Riesenteleskop im Garten – demnächst wird übrigens in die Innenstadt umgezogen – ist auch so eine Art Denkmal zum 400. Geburtstag des Teleskops gewesen.

Dank einer aus diesem Anlass von Koppejan verfassten und sogar ins Deutsche übersetzten „Wanderroute zu historisch astronomischen Plätzchen in Middelburg“ lassen sich in der Stadt noch weitere Spuren finden: zum Beispiel Sonnenuhren am Rathaus aus dem Jahr 1729 von Jan de Munck (2000 rekonstruiert) und am Giebel der Stadsschuur von 1682 – und das Van de Perrehuis (heute Sitz des Stadtarchivs), wo im 18. Jh. Johan Adriaen van de Perre wohnte und heute auch wieder seine (hier 2008 aufgenommene; Reihen 2+3) prächtige Orrery steht. De Perre hat auch selbst den Himmel beobachtet – auf dem Kasteel Westhove zwischen Domburg und Oostkapelle:

[Daniel Fischer]

Im Erdbeer-Wahn …

erdbeer

Der Vollmond beeinflusst den (modernen) Menschen nicht, lästern wir Skeptiker ja gerne angesichts all der zähen Mythen über seine vermeintliche Wirkung auf das Gemüt – aber manchmal passiert’s doch: wenn nämlich einer plötzlich von irgendwem zum Sonderfall erklärt und die Schnappsidee von ‚den Medien‘ aufgegriffen wird und sich viral ausbreitet. So passiert es seit mehreren Jahren bei den längst als „Supermond“ in den auch astronahen Volksmund eingegangenen Vollmonden in Perigäumsnähe, die übrigens tatsächlich eine Schau für Genießer sind – und besonders krass wurde es bei der letzten totalen Mondfinsternis im September, über die der tollste Blödsinn verbreitet wurde: motiviert vor allem durch eine angebliche Seltenheit, die aber gar keine war, und in Kombination mit einem bis dahin wenig bekannten aber aufhorchen lassenden Begriff („Blutmond“).

Fast genau dieses Szenario hat sich nun wiederholt, aber an Stelle einer Mondfinsternis mit der heutigen Sommersonnenwende als Aufhänger – und der dem Vernehmen nach von den Algonkin stammenden nordamerikanischen Vollmond-Bezeichnung „Erdbeermond“ als Mem. Im Gegensatz zum MoFi-Schmarrn, den eine irreführende Webseite der NASA weltweit implantiert hatte, lässt sich nicht genau verfolgen, wie der zugegeben leckere Juni-Mond auch in Deutschland und Österreich in aller Munde kam, aber gestern war er plötzlich überall – zusammen mit der Behauptung, einen Vollmond am Tag der Sommersonnenwende habe es seit (mindestens) 1967 nicht mehr gegeben. Dass diese Behauptung Quatsch ist, lässt sich leicht durch den Vergleich entsprechender Tabellen zeigen, und der Fall traf ja für den Großteil der Menschheit v.a. in Asien 2016 nicht einmal zu. Und auch in Mitteleuropa nicht: Da fiel der Vollmond auf den gestrigen Mittag und die Sonnenwende erst in die Stunde nach Mitternacht heute.

Eine Konsequenz daraus waren zwei De-Facto-Vollmondnächte hintereinander, wobei die erste vom 19. zum 20. Juni – oben ein Bild mit den Planeten Saturn und Mars westlich vom Mond und Antares darunter – freilich medial keinerlei Beachtung fand: Alle Artikel bejubelten absurderweise erst die folgende Nacht. Und was wurde da nicht alles zusammen gesponnen: „Wenn Sommersonnenwende und Vollmond auf ein und dieselbe Nacht fallen, steht ein besonderes Naturschauspiel an: der sogenannte Erdbeermond,“ glaubt die Berliner Zeitung heute zu wissen: „So geschehen in der vergangenen Nacht.“ Der Bonner General-Anzeiger gewahrte „einen Anblick am Himmel, den es zuletzt 1967 gab, und der sich erst 2062 wiederholen wird: der sogenannte Erdbeermond. Der Himmelskörper strahlte in einem kräftigen Orange.“ Und die Tagesschau erfand gar die passende Physik dazu: „Durch die spät untergehende Sonne färbte er sich rötlich. Das Naturschauspiel wird Erdbeermond genannt.“

Da war nun also alles durch den großen Medien-Mem-Mixer gegangen: eine irrtümlich für unfassbar seltene kosmische Konstellation, die nur einmal im Leben eines Menschen (auch das ein populäres Sub-Mem) stattfände, die tatsächlich – wegen generell geringer Deklination des Juni-Vollmonds – häufig zu beobachtende zumindest gelbliche Verfärbung des Mondes und ein vermeintlich rote Farbe insinuierender Begriff, der in Wirklichkeit mit der Haupterntezeit für Erdbeeren im Neuengland zusammen hängt aber nun auf bedeutende physikalische Zusammenhänge hin zu deuten schien. Und einer schrieb vom anderen ab, ohne mal selber das Gehirn einzuschalten. Wieder einmal blieb es an uns Astrobloggern hängen, die Absurditäten gerade zu rücken, wie im bereits verlinkten Beitrag zur Häufigkeit solcher Konstellationen und z.B. auch hier, hier oder hier versucht (was immerhin hier von einer ‚echten‘ Zeitung aufgegriffen wurde). Nun könnte man sagen, so what, das bisschen Mond-Medien-Müll schadet doch keinem – aber wenn ‚die Medien‘ nicht mal einen derart leicht zu recherchierenden oder selber nachzurechnenden Sachverhalt korrekt …

Traurig stimmt auch, dass der Einmal-im-Leben-Erdbeer-Wahn die tatsächlich spannenden Aspekte des Vollmonds vom Juni 2016 überdeckt hat. Derzeit stehen nämlich die Vollmonde in dieser Jahreszeit besonders weit nördlich der Ekliptik, ein Effekt von 4 bis 5 Grad immerhin: Das war bereits im Mai auffällig gewesen, und auch dieses Mal wieder war klar zu erkennen (unterstes Bild), dass der Vollmond der Sonne nicht genau gegenüber stand, so dass ein Teil seiner unbeleuchteten Südpolregion und ein ungewöhnlicher südlicher Terminator deutlich zu erkennen war. Und der vielleicht substanziellste Beitrag zur Lage ergänzt: „Rund einen Tag vor Vollmond wurde die maximale Nordbreite erreicht, 5,2° nördlich der Ekliptik. […] Wir müssen, bedingt durch die Knotendrehung des Mondes, rund 9 Jahre warten, bis sich eine extreme Südbreite ergibt. Am 11. Juni 2025 wird der Vollmond eine Deklination von -28,09° erreichen und dies wird der südlichste Vollmond seit 100 Jahren sein.“ Was das erst wieder für ein Mem geben wird … [Daniel Fischer]

Kosmisches Quartett: Vollmond, Mars in Opposition, Saturn & Antares

Die Konstellation in der Nacht 21./22. Mai war vielfach „beworben“ worden, z.B. hier, hier, hier und hier für Europa und hier für die USA: ein schiefes Viereck aus dem Vollmond (erreicht am 21. um 23:14 MESZ), dem Mars in Opposition (am 22. um 13:11 MESZ), dem Saturn und dem ‚Gegenmars‘ Antares. Eine nächtliche Wanderung gegen 2:00 MESZ in Witten-Herbede zwecks Verbesserung des Horizonts brachte die vier nacheinander zum Vorschein (vom Mond im Uhrzeigersinn Mars, Antares und Saturn): Die ersten zwei Bilder entstanden freihändig, die anderen zwei mit der Kamera auf einer Mülltonne balancierend. Auch interessant – der „Voll“-Mond zeigt eine deutliche Phase mit Terminator-Kratern im Süden, da er derzeit weit nördlich der Ekliptik unterwegs ist, die Saturn und Mars ungefähr an den Himmel zeichnen:

[Daniel Fischer. NACHTRÄGE: zwei Bilder größer und ein weiterer Artikel zur kosmischen Lage]

Was ich beim Merkurdurchgang 2016 gelernt habe

Neues über den Merkur an sich, die Dimensionen des Sonnensystems oder sonst etwas Astrophysikalisches gehörte nicht zu den Lektionen, die aus einem neunstündigen Live-Event im & am Planetarium Bochum zum gestrigen Merkurtransit – über das auch ‚live‘ hier berichtet worden war – gezogen werden können. Aber eine Menge über praktische Astronomie, die Durchführung öffentlicher Beobachtungen und minimal notwendige Methoden, wenn es um „Kleinkram“ auf der Sonne geht, den weder SoFi-Brillen noch Projektion per Lochkamera zeigen können, die nur die Sonnenfinsternisse, Venus-Transite und große Flecken geeignet sind.

  • Um größere Besuchergruppen gleichzeitig „unterhalten“ zu können, ist Sonnenprojektion das ideale Beobachtungsverfahren (Bilder 1, 2 und 5): Alle haben einen mehr oder weniger guten Blick auf das große Bild, an dem auch direkt etwas gezeigt werden kann. Zum Beispiel beim ‚Zelebrieren‘ des Merkur-Eintritts.

  • Um dabei Sicherheitsrisiken durch versehentlich dem projizierenden Okular zu nahe kommende Besucher-Kleidung, -Finger oder gar -Augen zu verhindern, kann über das Okular eine Pappröhre gestülpt werden (Bilder 2 und 5), die die Projektion nicht be- aber jede Annäherung an die ‚Augenlinse‘ verhindert.

  • Projizierte Sonnenbilder eignen sich auch für das Ablichten mit Kameras aller Art, wovon die Besucher in Bochum regen Gebrauch machten (Bild 2). Allerdings versagt oft der Autofokus: Da hilft es, entweder mit dem Finger auf das Motiv zu zeigen (Bild 4) oder auf den Rand des Projektionsschirms scharf stellen zu lassen und dann zum Objekt zu schwenken.

  • Als ebenfalls sehr gut für öffentliche Beobachtungen des Transits geeignet erwies sich ein PST (Bilder 5 und 6) – aber nicht in der H-Alpha-Linie, sondern so weit daneben, dass alle Chromosphärenstruktur verschwindet und nur (knallrot und deutlich heller) die Photosphäre zu sehen ist: Gegen sie zeichnete sich der Merkur brilliant ab. Auch bei sehr tief stehender Sonne (Bild 6): Die Rötung und Dämpfung der Sonne durch die zunehmende Extinktion, die irgenwann zu einem Verschwinden des projizierten Bildes führt, schlägt kaum zu.

  • Ideal war die Verwendung eines Zoom-Okulars für das PST: Je nach Bildhelligkeit und – durch schwankende Bewölkung modulierten – Kontrast konnte die Bildgröße optimal angepasst werden. Wobei der Merkur dann immer in einem bestimmten ’sweet spot‘ am deutlichsten zu sehen war. Auch in nur noch ca. 4 Grad Sonnenhöhe (Bild 6) war der Anblick famos – trotz nur 40 mm Öffnung und hoher Vergrößerung!

  • Auch für das PST sind Smartphones (und Kompaktkameras mit kleinen Objektiven) als ‚Photonen-Schnorrer‘ geeignet, im Gegensatz ’normalen‘ Kameras: In direkter Tuchfühlung mit der Augenmuschel erfassen die Mini-Optiken einen größeren Teil des Gesichtsfeld, und ein paar Besuchern gelang so tatsächlich die Abbildung Merkurs.

  • Ein preiswertes Fernglas genügt ohne Weiteres, um den Merkur klar sichtbar zu machen: entweder in Projektion, wie bereits im Vorfeld Experimente mit einem Sonnenfleck nahegelegt hatten – das ging sogar freihändig. Oder man montierte – sicher und ohne Licht-Lecks natürlich! – eine Polymer-SoFi-Brille vor ein Objektiv (und klebte das andere zu): Das gab bei einem 10×50 ein gestochen scharfes Bild mit sehr auffälligem Merkur.

  • Besagte SoFi-Brille war auch für die Fotografie der halbwegs hoch stehenden Sonne mit einer simplen Kamera – hier einer alten Lumix FZ-48 – gut geeignet (Bild 3), wobei sich der knackscharfe Merkur besser als mancher Sonnenfleck ähnlicher Dimension durchsetzte. Seltsamerweise funktionierte eine Black-Polymer-Brille (der helleren, alten Art) diesmal besser als eine Aluminized-Mylar-Brille, sonst ist es oft umgekehrt. Bei nur noch wenige Grad hoch stehender Sonne waren allerdings alle SoFi-Brillen zu duster für gute Bilder: Dann lieferte „fotografische“ Sonnenfolie die besten Resultate (Bild 7).

  • Auch eine frappierende Erkenntnis über die Erdatmosphäre lieferte der Merkurtransit 2016: Beim Eintritt war in großer Sonnenhöhe das Seeing ziemlich schlecht gewesen (wozu auch die notwendige Beobachtung über Teile des Planetariumsgebäudes hinweg beigetragen haben mag) – aber am Spätnachmittag war die Luftruhe bei nur halb so hoher Sonne dramatisch besser. Der Merkur war jetzt ein scharfes rundes Scheibchen und der Sonnenrand glatt(Bild 4), und viele ’neue‘ Flecken wurden sichtbar. Also: Die Sonnenhöhe ist für ein überzeugendes Bild viel weniger wichtig als andere Faktoren.

All diese technischen ‚Errungenschaften‘ verblassten aber vor der Begeisterung vieler der Besucher, die mitunter im Laufe des Tages mehrfach wieder kamen und in einigen Fällen auch eine der beiden anderen öffentlichen Beobachtungen in Bochum aufgesucht hatten: Die „Bedeutung“ des Ereignisses, das weniger durch seine visuelle Dramatik als seine große Seltenheit auffällt, wurde regelrecht aufgesogen. Auch die kosmischen Dimensionen, die in dem Live-Transit-Bild stecken, wurden goutiert Der heutzutage wichtige ‚Event-Charakter‘ stellte sich bei den meisten ganz von selbst ein – und mit am häufigsten wurde gefragt, wann’s denn das nächste Mal was zu sehen gäbe … [Daniel Fischer]

Jede Menge Links zum Merkur-Durchgang am 9. Mai, laufend aktualisiert

Dreizehn Jahre sind seit dem letzten Durchgang des Planeten Merkur vor der Sonnenscheibe vergangen, der in Europa sichtbar war (Bild oben vom Swedish 1-m Solar Telescope der Royal Swedish Academy of Sciences), und 9 1/2 Jahre seit dem letzten überhaupt (ein Video von MDI auf dem ESA/NASA-Satelliten SOHO und ein Bild vom Solar Optical Telescope auf dem JAXA-Satelliten Hinode) – entsprechend groß ist das Interesse am nächsten Fall am Montag, den 9. Mai 2016, der zumindest in Westeuropa und gerade eben noch Deutschland wie der 2003-er komplett zu sehen sein wird. Eine Sammlung von Links nach Kategorien (Zuordnung nicht immer ganz eindeutig, laufend aktualisiert bis zum 9. Mai).

Und dann waren da noch ein Online-Rechner für die Kontaktzeiten Merkurs bei nicht nur diesem Transit, die Häufigkeit simultaner Transite, der Quarter Million Year Canon of Solar System Transits, eine interaktive Weltkarte und der genaue Weg Merkurs über die Scheibe jetzt, ein Vergleich der Größe Merkurs mit dem Riesen-Sonnenfleck vom April, 10 Fakten zum Transit, neckische Infografiken, wie man den Transit beobachten und besser nicht betrachten sollte, Videos zur Technik von der Society for Popular Astronomy, der Open University, der BBC und AstroViews, Experimente und Gedanken dieses Bloggers, ein HangOut von EuroPlanet, ein Heft der GDP, ein Trickfilm von EuroPlanet, ein Mini-Video und weitere Visuals der NASA – und dann war da noch ein NASA-Video mit großen Mängeln (der Text-Content), wie auch hier und hier angemerkt wurde: Nach den Protesten hat die NASA diese korrigierte Fassung publiziert. [Daniel Fischer]