Monduntergang – keine 2 Tage alt

Trotz starker Extinktion, die Belichtungszeiten von 1/2 bis 1 Sek. bei Blende 3.5 und ISO 200 bis 400 erzwang, ein perfekter Monduntergang – sogar mit ein bisschen Erdschein – einen Tag und 17 Stunden nach Neumond (Höhe 2.6°, 2.2°, 2.0°, 1.9° und 3 x 1.8°; größere Bilder und die Situation zuvor in der Dämmerung in diesem Album):

Das war der „Supermond“ von 2020 …

… im Morgengrauen des 8. April (knapp 2 Stunden nach der Vollmond-Phase und 10 Stunden nach dem Perigäum) über Witten-Herbede – eine Sequenz über 19 Minuten hinweg:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: mehr & größere Bilder parallel in Alben hier und hier]

Als die Venus die Plejaden besuchte

Die Venus in den Plejaden in der Nacht 3./4. April 2020, aufgenommen in Witten-Herbede: oben noch recht hoch, danach im Untergang (bereits nach Mitternacht MESZ) über Bochum – bis zum Verschwinden der Venus gegen 0:35 MESZ:

[Daniel Fischer – mehr & größere Bilder in diesem Album]

Schwer geflasht heute früh … vom zweiten COSMO-SkyMed-Satelliten

Heute früh gegen 5:36 MEZ misslang – wegen zu schlechter Transparenz, zu viel Lichtverschmutzung und durchziehenden Nebelfeldern – zwar eine geplante systematische Beobachtung von Starlink-Satelliten des 3. Starts im finalen Orbit (weder der DarkSat noch mehrere normale waren trotz optimaler Geometrie zu sehen), aber dafür kam etwas ganz anderes angeflogen: ebenfalls durch den Zenit, mit erheblicher negativer Helligkeit, auf einer offensichtlich polaren Bahn und Richtung Norden dann schnell verblassend. Ein schneller Check bei Heavens Above lieferte nur einen Kandidaten: den 2. der italienischen Dual-Use-Erdbeobachter der Constellation of small Satellites for Mediterranean basin Observation alias COSMO-Skymed 2. Und tatsächlich sind diese Satelliten für lang anhaltende helle Flares bekannt, anders als die viel berühmteren Iridium-Flares, die nur Sekunden dauer(te)n. Verantwortlich ist die große flache Radarantenne (SAR) der Satelliten.

Für dem Überflug heute des Satelliten auf einer Umlaufbahn von 621 x 623 km mit 97,9° Neigung hatte Heavens Above für den Beobachtungsort in Witten in NRW eine maximale Höhe von 89° bei 630 km Abstand und einer Helligkeit von +3.5 mag. vorhergesagt, real war der Satellit viele Sekunden lang mindestens einen Faktor 300 heller, denn er lag gefühlt zwischen Jupiter und Venus. Und tatsächlich sag(t)e die Flare-Prognose von CalSky einen „Flare von SAR-Panel“ des COSMOS-SkyMed 2 mit „Helligkeit=-1.0mag Azimut=158.3° SSE Höhe= 85.4° im Sternbild Herkules“ für Witten voraus: „Flare-Winkel=5.70° Zentrallinie, nächstgelegener Punkt: geogr. Länge=6.359°E Breite=+51.301° (WGS84) Entfernung=63.0 km Azimut=255.2° WSW max. Helligkeit=-2.7mag Satellit über: geogr. Länge=7.5°E Breite=+51.1°“. Wer nach der Entsorgung der Flare-freudigen ersten Iridium-Generation Entzugserscheinungen hat: Die COSMOs sind ein würdiger Ersatz!

Spektren selbst erlebt: eine faszinierende Improvisation

„Die Farben des Weltalls“ war das Thema der Rothenfelser Sternstunden 2020 an diesem Wochenende, die schon über ein Jahrzehnt lang jedes Jahr ein inzwischen vierköpfiges Kernteam auf Burg Rothenfels im Spessart abhält (hinter deren Bergfried und alter Linde sich hier im Morgennebel bereits ein wenig atmosphärische Optik zu manifestieren versucht): Nach dem bedauerlichen kurzfristigen Ausfall just jenes Co-Referenten, der dieses Thema vorgeschlagen hatte, wurde gleichwohl in einer teilweise ganz spontan organisierten Mischung aus High- & Low-Tech eine Menge auf die Bühne gezaubert, um das Wesen der Spektroskopie erlebbar zu machen.

Martin Fischer nimmt hier mit einem DADOS-Spaltspektrografen und einer Schwarzweiß-CCD-Kamera ein Spektrum des – von Wolken gestreuten und durch ein Fenster in den Hörsaal fallenden – Sonnenlichts auf, das in der weiteren Reduktion mit der Software BASS so manche Fraunhofer-Linie zeigt. In der Nacht lieferte er den Seminarteilnehmern auch Sternspektren direkt im Okular durch einen Star Analyzer an einem 5-Zoll-Refraktor. Mehrere Absorptionslinien im Spektrum des Sirius enthüllte übrigens ebenfalls recht überzeugend eine ganz simple Pappbrille mit gekreuztem Beugungsgitter beim Blick durch einen größeren Feldstecher; beides hatte Pater Christoph von der Klostersternwarte mitgebracht.

Durch nämliche Brille fotografiert – wie alle Bilder hier mit einem Uralt-Handy – eine Balmer-Röhre mit Wasserdampf: Neben H-Alpha bis -Gamma macht sich u.a. auch eine Linie des Sauerstoffs bemerkbar, mit der wir (irrtümlich von reinem Wasserstoff ausgehend) nicht gerechnet hatten, deren Natur aber durch eine Messung des Spektrums mit dem DADOS klar erkannt werden konnte – Schade, kein neues Element Rothenfelsium …

Und hier noch fünf weitere Spektrallampen im Einsatz, diesmal mit Helium, Neon, Cadmium, Natrium und Thallium gefüllt, die durch den Star Analyzer bzw. die Brille ein wahres Kaleidoskop entfachten, …

… mit dem DADOS – nun aber einer DSLR-Kamera von Christoph (die per WLAN mit einem Laptop sprach …) – beeindruckende farbige Linien-Spektren der diversen Elemente live auf die Leinwand zauberten, wobei nunmehr die Wellenlänge von links nach rechts abnimmt:

[Daniel Fischer – noch mehr und größere Bilder hier, zeitlich ungefähr rückwärts. NACHTRAG: ein Bericht über das Seminar insgesamt]

Die dritte Starlink-Kette über Heisterbach …

Genau zwei Wochen nach dem Start („Da gehen sie hin, die nächsten 60 Starlink-Satelliten …“) ein ‚perfekter‘ Überflug des Rhein-Sieg-Kreises am Abend des 21. Januar von 18:30 bis 18:40 MEZ (Sonnendepression 13.3 bis 15.0 Grad in der Astronomischen Dämmerung) bei sehr klarem und leidlich dunklem Himmel auf dem Parkplatz des Klosters Heisterbach:

Diese Aufnahmen – freihändig bei ISO 6400 (außer 3200 bei der vorletzen), Blende 2.8 und Belichtungszeiten von 1/2, 1/3.2, 1/2, 1/1.6 und 1/2 Sekunde – geben den ebenso beeindruckenden wie bedenklichen visuellen Eindruck ganz gut wieder: Die Satelliten stiegen alle paar Sekunden fern = langsam im Westen auf, beinahe wie Leuchtspur-Munition einer Flak, und beschleunigten zum Zenit hin (hier Passagen von Cas und Aur), bevor sie im Osten in den Erdschatten traten. Ähnliche Bilder wie von der Kette 2 letzten Herbst oder dieser in den letzten Tagen hier, hier oder hier; etwas länger belichtet sah der aktuelle Überflug so aus. Die Helligkeit bereits im Osten übertraf die der Sterne des Pegasus-Vierecks, dessen hellster 2.0 mag. hat, und nahe der Kulmination waren sie heller als Beta Aurigae und dürften 1.7 bis 1.8 mag. gehabt haben.

Damit waren sie – wie schon von früheren Beobachtungen gewohnt – 1/2 bis fast 1 Größenklasse heller als von Heavens Above modelliert, das aber Zeiten wie Bahnen am Himmel genau vorhersagt – hier z.B. für Starlink BG auf einer derzeit 349 x 350 km hohen Bahn:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: das Aufmacher-Bild größer hier und hier und hier … NACHTRAG 2: … mit Lob von ganz oben – und mehr Bilder vom selben Abend z.B. auch hier und hier und hier]

Ende der Oman-Reise: ein Auf- und zwei Untergänge

Sonnenaufgang über dem Golf von Oman vorgestern aus der Nähe von Shab – mit Fatamorgana-Effekten an fernen Wolken und Dämmerungsstrahlen im üppigen Vorprogramm:

Der folgende Sonnenuntergang über Qurum:

Und der gestrige, vom selben Ort – auch wieder mit ein bisschen Grün, diesmal über der Wolkenkante:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: erster Qurum-Sonnenuntergang größer hier]

Omans Himmel … diesmal an der Küste

Als Kontrastprogramm zum leider lichtverschmutzten Wüstenhimmel ein paar Impressionen von der Nordostküste des Oman bei Shab – wo leider unglücklich konstruierte Restaurant-Beleuchtung lange den Strand erhellte und im Südosten eine LNG-Anlage und die Stadt Sur arg leuchteten: hier der gestrige Aufgang des Orion über dem Golf von Oman …

… kurz nach Dämmerungsende, bald gefolgt vom Sirius …

… während im Norden der Polarstern recht einsam stand, mit dem UMi senkrecht nach unten und UMa unter dem Horizont und nur der Cassipeia als Wegweiser.

Später spiegelte sich der Sirius dann auffällig im Golf, und Stunden später war im Südosten auch Canopus hinzu getreten …

… während im Osten jetzt der Löwe aufging …

… und der Große Wagen sich nun ebenfalls aufzugehen bequemt hatte. Alle Bilder bisher waren übrigen mit Weißabgleich Tageslicht entstanden – aber mit AWB bemüht sich die Software doch glatt, die rote Lichtsoße zu entschärfen:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: vier Bilder größer]

Ring-SoFi-Krimi im Oman

Das war die ringförmige Sonnenfinsternis heute früh: gesehen vom Balkon eines Hotels im Norden der omanischen Insel Masirah – wo trotz schlechter Wetteraussichten die komplette Ringphase durch eine dünnere Stelle in einem großen Wolkenkomplex verfolgt werden konnte. Eine erste Auswahl von Bildern mit einer Panasonic Lumix FZ300, fast immer ohne Filter:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: vier größere Bilder hier oder hier oder hier, eins davon in Indonesien populär, Bilder indischer Astronomen vom selben Ort hier, hier und hier, deren Sichtung dieses Bloggers am Vortag – und weitere Tweets desselben. NACHTRAG 2: ein Video-Statement desselben und ein Nachweis der Chromosphäre und schöne Baily’s Beads trotz der Wolken. NACHTRAG 3: jede Menge größere Bilder (auch eine Auswahl) und weitere Bilder vom selben Ort hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Best-of. NACHTRAG 4: Berichte der indischen Schüler hier und hier]

Wüstenhimmel … mit Schwierigkeiten

Orion, Sirius und Canopus über der Wüste Ramlat al Wahiba im Sultanat Oman nach dem farbenfrohen gestrigen Sonnenuntergang – leider beeinträchtigt durch z.T. abartig grelle Lichtverschmutzung vom zugehörigen Wüstencamp, gegen die auch eine längere Wanderung fort von ihm kaum half.

Aber von Anfang an: Venus und Saturn (unten rechts) in der hellen Abenddämmerung, letzterer mit bloßem Auge nicht erkennbar und bald untergegangen.

Kurz darauf ein Beobachter im Camp unter dem aufgehenden Orion …

… der sich später gegen die eigentlich dezent scheinende Beleuchtung dort kaum durchsetzen kann. Aber für ein bisschen Sidewalk Astronomy in einer leidlich dunklen Ecke reicht’s.

Nunmehr außerhalb des Camps ein Blick nach Süden mit Achernar ganz unten im Eridanus.

In Gegenrichtung ein Suchbild: Wo ist der Polarstern? Die Lichtverschmutzung von Kleinstädten in der Nähe gibt UMi fast den Rest (der für’s blo0e Auge nicht zu sehen war)-

Drei Versuche am Orionnebel und anderer Nebulösität im hoch stehenden Sternbild …

… und ein Nachweis des Reflexionsnebels in den Plejaden …

… so wie zweimal Messier 35.

Inzwischen ist der Kasten des UMa aufgegangen – und zum Schluss noch zweimal CMa und Canopus:

[Daniel Fischer]