Archiv der Kategorie: Eigene Bilder & Videos

Der Himmel über Patagonien!

So sieht er aus, der Sternhimmel zwischen den weit verstreuten Kleinstädten der Provinz Chubut im Süden Argentiniens – wenn man mal eben die Ruta Nactional 40 (hier zwischen Tecka und Esquel, bei 43°S und 71°W) auf eine Nebenstraße verlässt und eine olle Bridgekamera auf’s Autodach legt und bei ISO 1600, Blende 2.8 und maximalem Weitwinkel 60 Sekunden lang belichtet. Oben der „Money Shot“ mit Kreuz des Südens und Co. oben und den beiden Magellanschen Wolken unten; zum Zeitpunkt der Aufnahme in der Nacht 26./27. Februar während der Rückkehr von von der Sonnenfinsternis war die Orientierung allerdings zum 90° verdreht, wie in den folgenden Aufnahmen (die dritte ist ein Ausschnitt aus der zweiten, ansonsten ist durch Anklicken jeweils eine viel größere Version zu bekommen):

Und in der Gegenrichtung steht – im Nordwesten! – der Orion Kopf, mit dem Großen Hund hoch darüber (im 2. Bild zum Vergleich auch mit 800 ISO); ganz unten der Lichtkegel von Esquel:

[Daniel Fischer]

Mond, Venus & Mars über Bochum

Sehenswerte Konstellationen in der Abenddämmerung über dem Bochumer Planetarium: Drei-Tages-Mond und Venus – und später auch noch oben links der Mars dazu:

[Daniel Fischer. NACHTRÄGE: zwei der späteren Bilder auch größer hier und hier bzw. hier – und wie es am nächsten Abend und noch zwei Abende drauf weiter ging]

Die große Reise der Fleckengruppe (1)2585

Sachen gibt’s … während der gesamten Rotation der Aktivitätsregion 2585 über die Sonnenscheibe – vom 1. bis 11. September 2016 – hatte dieser Blogger in Nordrhein-Westfalen jeden Tag klaren Himmel oder zumindest eine hinreichend lange Wolkenlücke für ein „Beweisfoto“ mit der alten Bridgekamera Panasonic DMC-FZ48 mit maximalem Zoom (735 mm KB-Brennweite entsprechend) und durch einen Schnipsel fotografischen Baader-Folienfilter auf einem Papprahmen wie unten zu sehen. Die Bilder (mehr Versionen vom 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10. und 11. September) wurden mit IrfanView ungefähr parallel gedreht, beschnitten, in Schwarzweiß konvertiert, im Kontrast leicht angehoben und etwas verkleinert und dabei gleichzeitig leicht geschärft. Der rauschfreudige Sensor und die unkontrollierbare Bild-‚Verbesserungs‘-Software der Kamera treiben soetwas natürlich hart an die Grenzen, aber das kombinierte Souvenir vom absteigenden Ast des Sonnenzyklus mit solcher Minimaltechnik, an beliebigen Orten mal so nebenbei (inklusive einem Musikfestival) und ohne irgendein Stativ entstanden, hat schon was, oder? [Daniel Fischer]

Da nimmt aber einer ab …

Der abnehmende Mond in einer spätsommerlichen Phase schönen Wetters am Morgen des 23., 24., 25., 26. und 27. August 2016 immer freihändig mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ48 mit Weißabgleich „Tageslicht“ jeweils recht hoch am Himmel aufgenommen, das erste und das letzte Bild über Witten-Herbede, die anderen über Königswinter-Heisterbacherrott. Aus den Roh-JPGs wurden jeweils ~900 Pixel breite Ausschnitte auf 604 Pixel verkleinert und dabei leicht geschärft und geringfügig im Kontrast gesteigert. Über die Links sind jeweils auch Ausschnitte in voller Auflösung und (außer beim heutigen) ohne jedwede weitere Verarbeitung zu finden, immer ganz oben auf den Seiten. [Daniel Fischer]

Weltraum über Walcheren

Die niederländische Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland hatte während einer Reise in der 2. August-Woche 2016 astronomisch einiges zu bieten – inklusive mehrerer pittoresker Sonnenuntergänge von Domburg über der Nordsee. Oder gleich mitten rein:

Gleich nach der Ankunft am 7. August war die Sonne bis zum Horizont zu verfolgen, inklusive subtiler grüner Segmente, während die Sonne am 9. August und 12. August wolkenhalber nicht so weit kam.

Das Dreieck Saturn / Mars / Antares plus Mond am 12. und am 13. August mit dem weiter sehr hellen Delta Scorpii neben dem Mars, dazwischen eine Nebensonne am 13. August. Und Walcheren hat auch selbst ein paar astronomische Sehenswürdigkeiten zu bieten, die meisten in der Stadt Middelburg:

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Am astro-historisch bedeutendsten Ort existiert seit dem 17. Mai 1940 nichts Originales mehr, als Bomben u.a. die Onze-Lieve-Vrouwe Abdij samt den Häusern der Kapoenstraat davor in Schutt und Asche legten. Die Nieuwe Kerk der Abtei ist bald wieder aufgebaut worden, und zumindest die Grundmauern sind noch am alten Ort: So kann man ganz gut den Ort bestimmen, wo das Haus jenes Hans Lipperhey stand, in dem er 1608 das Fernrohr erfand (PDF-Seiten 34 und 39). Auf einem Foto von vor 1940 ist die Position markiert, d.h. Lipperheys Haus befand sich ziemlich genau da, wo heute die blauen Parkplatzschilder stehen, wie auch schon 2008 (Reihe 4) ins Bild gesetzt.

Dieses alte Bild wird in der Volkssternwarte von Middelburg gezeigt, die – derzeit als einzige Institution im ganzen Ort – die astronomische Geschichte lebendig hält: mit vielen historischen Instrumenten, der nachgebauten Werkstatt Lipperheys und einer funktionsfähigen Schleifmaschine nach damaliger Bauweise, hier vom Sternwartenleiter Rijk-Jan Koppejan demonstriert. Und das Riesenteleskop im Garten – demnächst wird übrigens in die Innenstadt umgezogen – ist auch so eine Art Denkmal zum 400. Geburtstag des Teleskops gewesen.

Dank einer aus diesem Anlass von Koppejan verfassten und sogar ins Deutsche übersetzten „Wanderroute zu historisch astronomischen Plätzchen in Middelburg“ lassen sich in der Stadt noch weitere Spuren finden: zum Beispiel Sonnenuhren am Rathaus aus dem Jahr 1729 von Jan de Munck (2000 rekonstruiert) und am Giebel der Stadsschuur von 1682 – und das Van de Perrehuis (heute Sitz des Stadtarchivs), wo im 18. Jh. Johan Adriaen van de Perre wohnte und heute auch wieder seine (hier 2008 aufgenommene; Reihen 2+3) prächtige Orrery steht. De Perre hat auch selbst den Himmel beobachtet – auf dem Kasteel Westhove zwischen Domburg und Oostkapelle:

[Daniel Fischer]

Kosmisches Quartett: Vollmond, Mars in Opposition, Saturn & Antares

Die Konstellation in der Nacht 21./22. Mai war vielfach „beworben“ worden, z.B. hier, hier, hier und hier für Europa und hier für die USA: ein schiefes Viereck aus dem Vollmond (erreicht am 21. um 23:14 MESZ), dem Mars in Opposition (am 22. um 13:11 MESZ), dem Saturn und dem ‚Gegenmars‘ Antares. Eine nächtliche Wanderung gegen 2:00 MESZ in Witten-Herbede zwecks Verbesserung des Horizonts brachte die vier nacheinander zum Vorschein (vom Mond im Uhrzeigersinn Mars, Antares und Saturn): Die ersten zwei Bilder entstanden freihändig, die anderen zwei mit der Kamera auf einer Mülltonne balancierend. Auch interessant – der „Voll“-Mond zeigt eine deutliche Phase mit Terminator-Kratern im Süden, da er derzeit weit nördlich der Ekliptik unterwegs ist, die Saturn und Mars ungefähr an den Himmel zeichnen:

[Daniel Fischer. NACHTRÄGE: zwei Bilder größer und ein weiterer Artikel zur kosmischen Lage]

Merkur und Plejaden in der Abenddämmerung

Die Helligkeit Merkurs in der laufenden Abendsichtbarkeit ist bereits auf +0.4 mag. gefallen, aber dank einer Elongation von 19.7° war er heute bei sehr klarem Himmel in der fortschreitenden nautischen Dämmerung etwa eine Dreiviertelstunde mit bloßem Auge zu sehen – bis er für diesen Beobachter in Königswinter-Heisterbacherrott hinter dem Weilberg unterging. Das war bei einer Sonnendepression von ~12° knapp vor dem Beginn der astronomischen Dämmerung, und die nahen Plejaden waren für das bloße Auge noch nicht sichtbar geworden, wohl aber für die Kamera. Und hier noch Aldebaran, Hyaden, Plejaden und Merkur beim ‚Aufsetzen‘ in einem Bild:

[Daniel Fischer. NACHTRÄGE: ein Bild größer und mehr vom Abend]

Projektion mit dem Fernglas – kurz vor Sonnenuntergang

Der eigenen ‚Predigt‘ vor einer Woche gehorchend, heute den besonders klaren Spätnachmittagshimmel über Witten und einen dicken Sonnenfleck ausgenutzt, um mit einem simplen 10×50-Fernglas und Projektion auf ein Blatt Papier zu experimentieren – was auch in wenigen Grad Höhe noch erstaunlich gut funktionierte, selbst durch eine Fensterscheibe hindurch, wobei natürlich die Beobachtung aus einem Zimmer heraus wichtig für den Kontrast war:

Das Bild oben ist völlig unbearbeitet (man beachte oben den Schatten des Fernglases oben; für den Schatten, in den die Sonnenbilder fallen, sorgt der Sessel, auf dem das Fernglas ruht), das darunter im Kontrast angehoben: Auf der rechten Sonne meint man, selbst Penumbra und Umbra unterscheiden zu können. Und das Bild ganz unten, wiederum unbearbeitet, entstand mit der Sonne nur noch etwa 2° hoch – das wird in Bonn die Höhe der Sonne beim Austritt Merkurs bei seinem Sonnen-Durchgang am 9. Mai sein:

So findet man den Kometen 252P/LINEAR!

Seine Helligkeit ist inzwischen auf 6. Größe gefallen, und das Licht verteilt sich auf eine riesige Fläche von rund 45 Bogenminuten Durchmesser – aber weil der Komet 252P/LINEAR im März der Erde bis auf 5 Mio. km nahe kam und jetzt erst dreimal weiter entfernt ist, lohnt sich schon ein Blick auf den exotischen Besucher, wenn der Himmel ausreichend dunkel ist: Dieser Blogger erspähte ihn heute gegen 3 Uhr MESZ als sehr diffuses Wölkchen problemlos mit einem 11×70-Feldstecher. Und die danach entstandenen Fotos oben mit einer Bridge-Kamera auf einem Stativ zeigen zusammen mit dieser Karte, wo’s lang geht: vom Saturn über Epsilon Ophiuchi die Linie vier weitere Male um deren Distanz verlängert, um zu Beta Oph zu kommen – und dann wieder einen dieser Schritte zurück. Die Aufnahme oben (ISO 800, 60 Sekunden bei Blende 3.2; hier größer zu sehen) zeigt neben dem unten rechts marginal erkennbaren und in der kontrastverstärkten Version darunter markierten Kometen oben links Beta und darunter Gamma Ophiuchi und ganz oben in der linken Ecke auch den Sternhaufen IC 4665, der zugegebnermaßen im Fernglas beeindruckender als der Komet aussieht … [Daniel Fischer]

Kampf um das Deutsche Museum in Bonn

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So sah sie aus und hörte sie sich an, die Demonstration vor dem Großen Ratssaal in Bonn heute gegen die geplante Schließung des Deutschen Museums vor einer Sitzung des Ausschusses für u.a. Wissenschaft, wo die Debatte über die unglückliche Lage eine Stunde dauerte:

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[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch mehr Bilder und Videoclips!]