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Demo für das Deutsche Museum Bonn am 10.3.

Er gehört zu den am besten bewerteten Bürgervorschlägen: Der auf der Seite „Bonn-macht-mit.de“ gemachte Vorschlag, das Deutsche Museum Bonn zu erhalten. Allein die Verwaltung zeigt sich uneinsichtig und will das beliebte und für die Bonner Museums- und Bildungslandschaft so wichtige Museum weiterhin schließen. Am Dienstag, den 10. März 2015, tagt um 18 Uhr der Ausschuss für Internationales und Wissenschaft im Stadthaus der Stadt Bonn. Bei dieser Sitzung wird der Bürgervorschlag „Deutsches Museum Bonn erhalten“ diskutiert. Aus diesem Grund möchten Unterstützer des Museums vor der Türe zum Sitzungssaal protestieren. Dem Museum angemessen werden 20 Roberta-Roboter mit von der Partie sein, die mit Protestplakaten herumfahren. Treffpunkt und Start der originellen Aktion ist um 17.30 Uhr vor dem Sitzungssaal im Stadthaus der Stadt Bonn, Ende um 18 Uhr. Wer es also einrichten kann, möge den Protest unterstützen. PH

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ASE XXVI: Shuttle-Nostalgie im Deutschen Museum – mit einem Fünffachflieger (und Astronomen)

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Im Rahmen des XXVI. Planetary Congress sind die 80 Astronauten auf NRW-Tour heute ins ganze Bundesgebiet „ausgeschwärmt“, um auf zahlreichen Veranstaltungen mit Schülern und Studenten zu interagieren. Eine dieser Veranstaltungen fand im Deutschen Museum Bonn statt, wo der fünffache Shuttle-Flieger Jeff Hoffman – oben mit Museumsleiterin Andrea Niehaus – vor drei Schulklassen auftrat. Seine Zeit als Raumfahrer (1985-96) liegt im Schnitt 23 Jahre zurück, und so konzentrierte sich Hoffman – ursprünglich ein Röntgen- und Gamma-Astronom, den es schon aus physikalischen Gründen immer in Sphären jenseits der Atmosphäre zog – ganz darauf, wie der Space Shuttle einerseits und die Besatzungen andererseits auf ihre Missionen vorbereitet wurden. Auf den Inhalt seiner immerhin zusammen 50 Tage im Orbit kam Hoffman – in recht gutem Deutsch – kaum zu sprechen, aber dann gab es natürlich noch die Möglichkeit für Fragen. Der angsteinflößendste Moment aller Flüge sei die falsche Anzeige eines Triebwerksproblems beim Start von STS-75 gewesen (ein rotes Warnlicht – und trotzdem ging es los) und der dramatischste der Ärger mit der ‚Tür‘ von Hubble bei der 1. EVA der 1. Servicing Mission STS-61: Wenn die nicht wieder ordentlich zugegangen wäre, hätte man das Weltraumteleskop unbrauchbar zurücklassen müssen. Seine Schulnoten seien immer die besten gewesen und seine Lieblingsfächer Naturwissenschaften und Mathe. Aber auf eine clevere Frage wusste Hoffman keine Antwort: Warum dauert die Rückanpassung an die Schwerkraft – „Schwerigkeit“ in seiner Diktion – eigentlich länger als die Anpassung an die Schwerelosigkeit (die bei ihm nach mehreren Mission nur noch einen Tag benötigte), wenn sich doch der Mensch auf der Erde entwickelt hat? [Daniel Fischer]

„Beethoven und die Bonner Durchmusterung“

So etwas wie die Veranstaltung gestern im Deutschen Museum Bonn kann es eigentlich nur in dieser Stadt geben: ein Beethoven-Konzert, gemischt mit lokaler Astronomiegeschichte der letzten 200 Jahre – mit einem Bonner Astronomen (Michael Geffert) am Pult und seinem Bruder (Johannes Geffert, mit Gerald Hambitzer) an einem Broadwood-Piano von 1810 aus dem Besitz des letzteren sowie einer Sängerin (Marie Seidler). Eröffnet von der mitreißenden Klaviersonate für vier Hände D-Dur Op. 6 – die besten online aufzutreibenden Interpretationen von erstem und zweitem Satz – reichte das Spektrum von den Anfängen der Bonner Astronomie, die erst im Zusammenhang mit einer Ausstellung im IYA 2009 intensiv erforscht worden war, bis zu den Asteroidenentdeckungen durch Bonner Astronomen. Den Zusammenhang zum Bonner Star-Komponisten Beethoven stellte dabei der Kleinplanet Nr. 1815 her, allerdings eine Heidelberger Entdeckung und mit 18 mag. Oppositionshelligkeit Ende des Jahres auch keine große Leuchte. [Daniel Fischer. NACHTRAG: ein weiterer Bericht vom Abend]

Bonner ABC: Argelander, Beethoven, Chemiepalast … und Hertz

Was haben drei große Naturforscher – ein Astronom, ein Physiker und ein Chemiker – mit dem berühmtesten Sohn der Stadt Bonn zu tun? In den nächsten Monaten kann man ihnen in unterschiedlicher Form über den Weg laufen. Interessierte der Bonner Wissenschaftsgeschichte kommen hier auf ihre Kosten – und Beethoven ist auch dabei.

Infotafel in der Heinrich-Hertz-Ausstellung

Parallel zur aktuellen Sonderausstellung zu Heinrich Hertz, die noch bis Mitte Januar 2013 im Deutschen Museum Bonn besucht werden kann, haben sich die Veranstalter noch etwas besonderes einfallen lassen. Und zwar kann man sogar mit dem Smartphone auf einer digitalen Schnitzeljagd – die Hz Caching Tour – den Spuren des genialen Physikers und Entdeckers der Radiowellen, der seine letzten Lebensjahre in Bonn verbrachte, folgen. So schließt sich letztlich der Kreis von Hertz’ Entdeckung, denn auch ein Smartphone funktioniert nur mit Funkwellen.

Stationspunkt der Hertz’schen Caching-Tour durch Bonn

Den Physiker Hertz begegnet man aber noch an anderer Stelle, denn bis Ende August finden regelmäßig wissenschaftshistorische Stadtspaziergänge zu drei großen Bonner Naturwissenschaftlern statt. Dabei geht es neben Hertz noch um den Astronomen Argelander und den Chemiker Kekulé, der hier 1868 sein Institut, ein Chemiepalast, eröffnete. Die Spaziergänge starten jeweils am Uni-Hauptgebäude.

Das Paar Argelander und Beethoven mag auf den ersten Blick zwar ungewöhnlich erscheinen, am 01. Oktober treffen sich allerdings beide im Deutschen Museum Bonn. Denn zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Neues aus dem All – der musikalische Himmel“ geht es um den Durchgang des Asteroiden Beethoven durch Argelanders Sterne der Bonner Durchmusterung; dazu sollen auch Stücke des weltberühmten Komponisten aufgeführt werden. [Nico Schmidt]

Wohin der Godesberger Sternfreund in den Urlaub fährt …

Die Sommer-Ausgabe von Pauls Portablem Planetarium im Deutschen Museum Bonn bot neben umfassenden Rückblicken auf Highlights der letzten Wochen auch wieder die Gelegenheit, den Sternenhimmel für die Reiseziele des Publikums zu simulieren. Und da kam doch tatsächlich die volle Breite der geografischen Breiten vor, die überhaupt möglich sind: Von Schottland über Los Angeles und Benin bis Madagaskar und Neuseeland reichten die Pläne. Bonner Augen überall auf diesem Planeten … [Daniel Fischer]

Impressionen von der großen Venus-Transit-Show im Deutschen Museum

„Pauls Portables Planetarium“, bereits eine Institution in der Bonner Astronomie-Szene, stand heute ganz im Zeichen des oder besser der Venus-Transits: Dabei gab es auch ein Wiederhören mit der legendären Sonifikation der Rhythmik der Venus-Transits über die Jahrhunderte von 2004 – und das brandneue Musikvideo „Transits in Time“ von Paul Hombach und Stefan Krause, in Kürze auch im Web und dann hier zu sehen. Selbst der Weg dieses Autors auf eine Briefmarke in Südafrika wurde in der gut anderthalbstündigen Gesamtschau der Venusdurchgänge in Astronomie und Kultur gewürdigt – danke schön! [Daniel Fischer. NACHTRAG: ein ausführlicher Bericht von Nico Schmidt]

Drei aktuelle astronomisch angehauchte Termine in der Region!

• Wie am Rande des Weltraummüll-Vortrags zu erfahren war, gibt es am Donnerstag, dem 10. Mai, um 17:00 Uhr die seltene Gelegenheit zum Besuch „der Kugel“ in Wachtberg im Rahmen einer Führung für die VHS Bonn, zu der man sich nur noch heute anmelden kann! Geboten wird insbesondere das Weltraumradar TIRA, lange geheimnisumwittert, jetzt zu besichtigen.

• Leider genau zeitgleich am Donnerstag, dem 10. Mai, um 18:00 Uhr gibt es einen Vortrag über Mondstaub im mineralogischen Museum Bonn im Poppelsdorfer Schloss, als Rahmenprogramm einer originellen (und weltraumlastigen!) Sonderausstellung über Staub, von der hier ein paar Impressionen zu sehen sind.

• Noch bis zum 13. Januar 2013 ist im Deutschen Museum Bonn die Ausstellung »Heinrich Hertz – vom Funkensprung zur Radiowelle« zu sehen, mit Schrifttafeln, seltenen Originalexponaten und einem üppigen Begleitbuch: ein saftiges Stück Physik-Geschichte (mit Bonner Bezug) für € 9,50. Kostet normalerweise Eintritt, aber z.B. im Rahmen von Pauls Portablem Planetarium am Dienstag, dem 8. Mai, um 19:00 Uhr besteht ab ca. 18 Uhr die Möglichkeit zu einem kostenlosen Besuch der kleinen aber feinen Ausstellung. [Daniel Fischer]

Wenn einer vom DLR nur (über) Müll erzählt … :-)

Einen guten Überblick über die Problematik des Weltraummülls – aber kaum konkrete Ausblicke auf baldige Lösungen – gab heute im Deutschen Museum Bonn Manuel Metz vom DLR-Raumfahrtmanagement in Oberkassel; einige seiner Visuals stammten wohl aus dieser NASA-Galerie (hier in größer), viele Grafiken (wie die modifizierte obige) aus den Orbital Debris Quarterly News oder von den Braunschweiger Müll-Forschern. Deren bekannte – und alle paar Jahre mal wieder durch die Presse geisternde – Modellrechnung, nach der sich die Zahl der Schrott-Teilchen im LEO immer schneller vermehren werde, selbst wenn man heute gar keine neuen Satelliten mehr startete, präzisierte er später: Dieser Punkt sei erst in 50 bis 100 Jahren erreicht. Aber handeln sollte man schon jetzt, wobei dem gezielten Abfischen bestimmter größerer inaktiver Satelliten – mit Satelliten wie DEOS, der das Prinzip demonstrieren soll – eine Schlüsselrolle zu käme.

Denn das Entfernen dieser Ziele für künftige gravierende Kollisionsereignisse sei viel wertvoller, um dem Braunschweiger Runaway entgegen zu wirken, als Kleinkram per Laser zu bremsen (was andere DLR-Forscher für eine coole, nee, heiße Idee halten). International bindende Vorschriften zur Vermeidung unnötigen Raumschrotts (etwa indem Tanks geleert, Satelliten in Friedhofsorbits verschoben oder bestimmte splitterfreudige Werkstoffe vermieden werden) gibt es nicht, nur Willenserklärungen einzelner Weltraumagenturen: So besteht das DLR, wenn es bei der Industrie Satelliten bestellt, auf der Einhaltung entsprechender Empfehlungen. In Frankreich, so Metz, sei man schon weiter mit einem Weltraum-Gesetz, das die Lizensierung jedweder Orbit-Aktivität erzwingt. Aber in Deutschland sei dergleichen inzwischen auch in Vorbereitung. [Daniel Fischer]