Archiv für den Monat November 2018

Saftiger Polarlicht-Sturm … jetzt in fünf deutschen (Planetariums-)Kuppeln

Seit heute ist sie in fünf deutschen Planetarien zu sehen, die erste Show mit realistischem großem und dynamischem Polarlicht über dem Aurora Village in Kanada in Echtzeit: Von der koreanischen Produktion „Aurora – Lights of Wonder“ hatte soeben eine neue deutsche Fassung in Bochum Premiere, wo sie nun mehrmals in der Woche zu sehen ist. Erstellt und erweitert wurde sie am Planetarium Mannheim und ist auch schon in Freiburg und Wolfsburg zu sehen, während in Hamburg eine andere deutsche Version gezeigt wird.

„Aurora – Wunderbares Polarlicht“ ist das Werk des Astrophoto- und Videographen Kwon O Chul, der schon lange Erfahrung mit spektakulären Zeitraffer-Aufnahmen des Tag- und Nachthimmels hatte: oben ein Best-Of, bei Vimeo jede Menge mehr Sequenzen. Aber beim Polarlicht ärgerte ihn schon länger, dass bei der klassischen Astrofotografie die schnellen Details verwischen (Vergleich unten) – und mit Hilfe eines Clusters aus 5 empfindlichen DSLR-Kameras eines bekannten Herstellers fand er nun die Lösung: 4K-Fulldome-Aurora mit hinreichender Durchbelichtung in Echtzeit, wobei die stellare Grenzgröße nach Rauschreduktion bei knapp 4 mag. liegt. Im Programm sind – neben allerlei Historie und Hintergrund zum Aurora-Phänomen – einige Minuten Echtzeit-Substurm enthalten, viel längere Sequenzen aus dem besonders ergiebigen März 2015 im kanadischen Yellowknife sind z.B. hier, hier, hier, hier und hier zu sehen. An Aurora für’s Planetarium haben sich nur wenige getraut (unten zwei gute Beispiele), aber die Lights of Wonder sind ein großer Schritt nach vorne:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: eine PM der Stadt Bochum]

Werbeanzeigen

Erster Auftritt in Deutschland: Das „Museum of the Moon“ gastiert(e) in der Essener Fußgängerzone

In zwanzig Ländern war das „Museum of the Moon“ des britischen Künstlers Luke Jerram schon zu Gast, aber noch nie in Deutschland – das hat sich jetzt geändert: Bis heute noch ist eins der vielen Exemplare des aufgeblasenen 7-Meter-Monds 5 Meter hoch in der Fußgängerzone von Essen aufgehängt, in der Kettwiger Straße 300 Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Und wenn man sich von dort nähert, ist auch quasi Vollmond …

… während man beim Unterschreiten – direkt unter dem Südpol hindurch – abrupt auf die Mondrückseite wechselt. Der Mond ist ziemlich wetterfest, musste aber doch einmal kurz ab- und gleich wieder aufgebaut werden, als Sturm drohte.

Ein paar Details, in der Mitte ein großer Krater in der Nähe des Südpols und eine Weitwinkel-Polansicht. In Dunkeln leuchtet der Kunstmond übrigens selbst, quasi Vollmond von allen Seiten, aber im Hellen ist er – auch dank eher dunkler Tönung – durchaus realistischer.

Bedruckt ist der Kunstmond mit der Mondkarte aus den Aufnahmen der Weitwinkel-Kamera des Lunar Reconnaissance Orbiters mit 100 Metern pro Pixel, was bei einem Maßstab von rund 1:500’000 eine Auflösung von 120 dpi ergibt. Der Autor hielt heute neben dem Mond einen kurzen Vortrag, u.a. mit den (eigen dafür berechneten) Zahlen, dass das Lunar Module auf dem Kunst-Mond mit seinen 4.3 Metern Durchmesser rund 1/100 mm groß wäre, 1/800’000 des Monddurchmessers oder 1/400 Bogensekunde. Schauplatz der Ansprache eine Hebebühne, zwar im Ruhezustand aber doch etwas erhaben, mit diesem Blick:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: ein paar Bilder größer]