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Das Ende der Dinos in der zeitgenössischen Presse …

… (Anklicken liefert die ‚Zeitungen‘ größer; die Sidebars sind auch nett) in der Ausstellung „MeerErleben“, die speziell für Einkaufszentren konzipiert wurde, dort seit 2009 schon 7 bis 8 Millionen Besucher gehabt haben soll und nun bis voraussichtlich April 2017 im Deutschen Museum in Bonn zu sehen ist:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch zwei weitere „Zeitungen“ hier und hier]

Kampf um das Deutsche Museum in Bonn

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So sah sie aus und hörte sie sich an, die Demonstration vor dem Großen Ratssaal in Bonn heute gegen die geplante Schließung des Deutschen Museums vor einer Sitzung des Ausschusses für u.a. Wissenschaft, wo die Debatte über die unglückliche Lage eine Stunde dauerte:

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[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch mehr Bilder und Videoclips!]

„Portables Planetarium“ am 9.2. im Deutschen Museum Bonn

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Am Karnevalsdienstag findet im Deutschen Museum Bonn in der Reihe „SternenHimmel Live“ um 19:00 wieder „Pauls Portables Planetarium“ statt. Dem Datum angemessen gibt es einen nicht immer ernst gemeinten Blick auf das himmlische Geschehen. Schwerpunkt diesmal: „Rote und grüne Funken – Polarlichter“. Gezeigt wird spektakuläres Foto- und Videomaterial – oder wie der Rheinländer sagt: Herrrrlische Bilder! Ob Mitglieder der Volkssternwarte Bonn und des Köln- Bonner Astrotreffs (KBA) vorher mit ihren Teleskopen zusätzlich den echten Himmel zeigen können, liegt in Petrus jecken Händen… Egal ob Regen oder Sturm: Der Blick auf die Großleinwand des Museums ist in jedem Fall garantiert!

Übrigens: Damit das Deutsche Museum auch weiter ein Ort für Vorträge, Ausstellungen und Bildung bleiben kann, sind alle interessierten Bürger aufgerufen, am Mittwoch um 18h ins Stadthaus Bonn zu kommen, um die Präsentation zum Erhalt des Deutschen Museums zu unterstützen. Dort tagt der Bonner Wissenschaftsausschuss – öffentlich. Bekanntermaßen wurde der Vertrag über das  Deutsche Museum seitens der Stadtverwaltung zum Januar 2018 gekündigt. Das ist hoffentlich NICHT das letzte Wort in dieser Angelegenheit… PH

Deutsches Museum Bonn: Kinder von Astronomie begeistert

Einen Tag, nachdem der Rat der Stadt der Stadt Bonn meinte, entgegen dem Bürgerwillen einem seiner erfolgreichsten Museen den Geldhahn zudrehen zu müssen, fand im eben diesem Deutschen Museum Bonn am 8. Mai das Familien-Special des „portablen Planetariums“ statt. Ein volles Haus mit zahlreichen begeisterten, an Astronomie interessierten Kindern, die hoch motiviert bei der Sache waren und z.T. erstaunliches Vorwissen mitbrachten. Als hätte es noch eines weiteren Beweises bedurft wie fatal es ist, auf diesen Ort für Wissenschaft und Bildung zu verzichten. Für die Kinder und ihre Eltern gab es Bilder von der Sonnenfinsternis am 20. März zu sehen, Aufnahmen aktueller Raumfahrtmissionen wie Rosetta, DAWN oder New Horizons, dazu eine „Sternschnuppe zum Anfassen“. Auch wenn die Sonnenbeobachtung vor der Veranstaltung durch Wolken eingetrübt war: Am digitalen Sternenhimmel über Bonn auf der Großleinwand des Museums konnten die Kinder auf Entdeckungsreise gehen. Vor und nachher tummelten sich große und kleine Besucher mit Vergnügen in der aktuellen Ausstellung „Effekthascherei“, in der sich an 18 Stationen physikalische, technische und mathematische Phänomene spielerisch erleben lassen. Schön, dass es so etwas in Bonn (noch) gibt. Andere Städte können davon nur träumen…  PH

Die Stadt Bonn will Deutsches Museum Bonn schließen!

Die Existenz der Bonner Zweigstelle ist ernsthaft bedroht. Die Stadt Bonn plant, unser Haus im Wissenschaftszentrum komplett zu schließen. Dies kommt für uns völlig unerwartet, tragen wir doch mit unserer erfolgreichen MINT-Bildungsarbeit zur Zukunftsfähigkeit von Stadt und Region bei.

Die Stadt Bonn hat unter dem Titel »Bonn packt’s an« ein Online-Portal eingerichtet, wo man nach einem einfachen Anmeldeverfahren für bzw. gegen Vorschläge ’voten’ kann. Das gesamte Bonner Museumsteam bittet Sie, sich daran zu beteiligen.

Das heißt, bei https://bonn-macht-mit.de/node/226 mit ’Pro’ stimmen

und bei https://bonn-macht-mit.de/node/160 mit ’Nein, lehne ich ab’ stimmen.

Unterstützen Sie auch die Initiative einer engagierten Besucherin und unterschreiben Sie für den Erhalt der Bonner Zweigstelle.

Machen Sie mit und lassen Sie uns dies gemeinsam »anpacken«!

Vielen Dank im Namen des Bonner Teams.

[Andrea Niehaus, Leiterin Deutsches Museum Bonn. Die Bonner Sterne unterstützen angesichts der Rolle des Deutschen Museums Bonn in auch der astronomischen Volksbildung diesen Aufruf! Aktuell wird z.B. eine schöne Ausstellung zu Gravitationswellen gezeigt]

Gravitationswellen gastieren in Bonn

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung »Einstein-Wellen-mobil« des DFG-Sonderforschungsbereichs Gravitationswellen-Astronomie im Deutschen Museum Bonn – im Anschluss an ein Pauls Portables Planetarium – führte deren Kurator Dr. Hans-Peter Nollert die Gästeschar selbst durch die überraschend interaktiven Exponate.

Oben lässt sich die Quadrupol-Verformung des Raumes während des Durchlaufens einer Gravitationswelle mit Muskelkraft demonstrieren, unten die Messung winzigster Entfernungsschwankungen durch Laserinterferometrie: einmal sanft anklopfen, schon ändert sich das Interferenzmuster.

Manchmal geht’s nicht ohne Schrifttafeln: Die Riesen-Interferometer LIGO und Co. sprengen halt jeden Rahmen. Nollert ist optimistisch: Die nach energischen Upgrades [NACHTRAG: ein Paper zu Advanced LIGO] gerade wieder hoch fahrenden LIGOs sind bereits jetzt deutlich empfindlicher als vorher – und ca. 2016 sei realistisch mit dem ersten klaren Signal zu rechnen.

Hier schließlich wird der Besucher selbst zum Gravitationswellen-Detektor – in zwei cleveren Simulatoren, die zeigen, wie sich Billionen-mal stärkere Wellen auf den eigenen Körper auswirken würden. Der Stuhl wackelt, mitunter recht energisch, in ihrem Rhythmus, und das eigene Live-Videobild verformt sich, wobei die Quelle der Wellen – Supernova, Einspiralieren eines Doppelsystems, Urknall-Restwellen – jeweils ausgewählt werden kann. Noch mehr Bilder einer Ausstellung gibt es hier, mit einem weiteren Exponat. [Daniel Fischer]

Warum einmal, wenn’s auch doppelt geht?

Gleich zweimal am selben Nachmittag zeigten Bonner Sternfreunde heute Präsenz als Rahmenprogramm astronomischer Veranstaltungen: …

… erst vor dem Deutschen Museum in Bad Godesberg vor (und z.T. auch nach) …

… einer Sonderausgabe des Portablen Planetariums zu familiengerechter Zeit, …

… und gleichzeitig bzw. danach vor dem AIFA in Endenich (die Protuberanzen was schärfer) …

… vor einem Vortrag von Fabian Schneider über extreme Sterne im Tarantelnebel.

Bonus: eine Sichtung des Merkur danach in Königswinter. [Daniel Fischer]

Teilchenphysik in der Astronomie und im Ionen-Käfig

An einigen Stellen fallen zurzeit in Bonn farbige Hinweistafeln (vor dem Physikalischen Institut und zwei – u.a. am Koblenzer Tor – am Uni-Hauptgebäude) zur kommenden Sonderausstellung „Wolfgang Paul – Der Teilchenfänger“ auf. Vom 13. November 2013 bis zum 24. August 2014 kann man dann die „Welt der Atome erleben und verstehen“, wobei das Deutschen Museum Bonn damit ihre Ausstellungsreihe zu den großen Bonner Naturwissenschaftlern fortsetzt. Nach Astronom Argelander, Chemiker Kekulé und Physiker Hertz ist man mit dem Teilchenphysiker Wolfgang Paul nun im 20. Jahrhundert angekommen. Wolfgang Paul wurde am 10. August 1913 – nächsten Samstag vor 100 Jahren – in dem 300-Seelen-Dorf Lorenzkirch nahe Riesa geboren, kam 1952 in die Beethovenstadt und wurde hier Professor und Direktor des Physikalischen Instituts in der Nußallee. Dort ging 1958 sein 500-MeV-Synchrotron, der erste Westentaschen-Teilchenbeschleuniger Europas (Synchrotron mit starker Fokussierung), in Betrieb, wobei heute ein Ringsegment Teil der Dauerausstellung im Deutschen Museum Bonn ist. 1989 erhielt der Bonner Teilchenphysiker für seine Erfindung des sog. Ionen-Käfigs, nach ihm auch Paul-Falle genannt, den Nobelpreis für Physik. Damit konnten erstmals Elementarteilchen eingefangen und einzeln im Detail erforscht werden. Pauls Werk wird auch im neuen Bonner Universitätsmuseum gewürdigt.

Als Begleitprogramm zur Sonderausstellung werden u.a. Workshops für Schüler angeboten, wobei man sogar echte Kollisionsdaten aus der Weltmaschine LHC des CERN in Genf auswerten kann. Außerdem wird es unter dem Motto „Naturwissenschaft in Bonn“ voraussichtlich ab März einen Stadtspaziergang geben. Und gewissermaßen als Vorabprogramm gibt es ebenfalls im Deutschen Museum Bonn drei astronomische Vorträge aus der Reihe „Neues aus dem All“ – diesmal passend u.a. zum Thema Astroteilchenphysik:

13. September um 19:00 Uhr: „Teilchenstrahlung aus dem Weltall“

16. Oktober um 19:00 Uhr: „Maser nah und fern – Radiostrahlung von Sternen und Galaxien“

27. Oktober um 19:00 Uhr: „Die ersten Beobachtungen mit dem europäischen Radioteleskop LOFAR“

[Nico Schmidt]

Sonnen-Party vor dem Deutschen Museum

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Diesmal klappte alles: Mit gleich vier Teleskopen – 2 x Weißlicht mit Filter, einmal projiziert und 1 x H-Alpha – von VSB und KBA konnte den Besuchern des Portablen Planetariums am 16. Juli zuvor tatsächlich Sonne satt geboten werden. Das Interesse war erheblich, auch wenn sich die Sonnenaktivität nun wieder in Grenzen hielt, aber zwei bipolare Gruppen wurden leicht erkannt. Die Kombination von Starparty und Astro-Vortrag, in Paket und für lau: ein Konzept mit Zukunft – auch wenn es die hiesige Wetterstatistik im Schnitt nur jedes vierte Mal zulässt. [Daniel Fischer. NACHTRAG: weitere Berichte hier, hier und hier]

ASE XXVI: Shuttle-Nostalgie im Deutschen Museum – mit einem Fünffachflieger (und Astronomen)

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Im Rahmen des XXVI. Planetary Congress sind die 80 Astronauten auf NRW-Tour heute ins ganze Bundesgebiet „ausgeschwärmt“, um auf zahlreichen Veranstaltungen mit Schülern und Studenten zu interagieren. Eine dieser Veranstaltungen fand im Deutschen Museum Bonn statt, wo der fünffache Shuttle-Flieger Jeff Hoffman – oben mit Museumsleiterin Andrea Niehaus – vor drei Schulklassen auftrat. Seine Zeit als Raumfahrer (1985-96) liegt im Schnitt 23 Jahre zurück, und so konzentrierte sich Hoffman – ursprünglich ein Röntgen- und Gamma-Astronom, den es schon aus physikalischen Gründen immer in Sphären jenseits der Atmosphäre zog – ganz darauf, wie der Space Shuttle einerseits und die Besatzungen andererseits auf ihre Missionen vorbereitet wurden. Auf den Inhalt seiner immerhin zusammen 50 Tage im Orbit kam Hoffman – in recht gutem Deutsch – kaum zu sprechen, aber dann gab es natürlich noch die Möglichkeit für Fragen. Der angsteinflößendste Moment aller Flüge sei die falsche Anzeige eines Triebwerksproblems beim Start von STS-75 gewesen (ein rotes Warnlicht – und trotzdem ging es los) und der dramatischste der Ärger mit der ‚Tür‘ von Hubble bei der 1. EVA der 1. Servicing Mission STS-61: Wenn die nicht wieder ordentlich zugegangen wäre, hätte man das Weltraumteleskop unbrauchbar zurücklassen müssen. Seine Schulnoten seien immer die besten gewesen und seine Lieblingsfächer Naturwissenschaften und Mathe. Aber auf eine clevere Frage wusste Hoffman keine Antwort: Warum dauert die Rückanpassung an die Schwerkraft – „Schwerigkeit“ in seiner Diktion – eigentlich länger als die Anpassung an die Schwerelosigkeit (die bei ihm nach mehreren Mission nur noch einen Tag benötigte), wenn sich doch der Mensch auf der Erde entwickelt hat? [Daniel Fischer]