Archiv der Kategorie: Forscher der Region

Ein Astronaut am Argelander-Institut

Der in Bad Godesberg wohnhafze Astronaut Gerhard Thiele gestern in Bonn bei einem Vortrag im AIfA für die Jungen Europäischen Föderalisten, die v.a. durch energische Flugblatt-Werbungen in den Bonner Mensen den Großen Hörsaal mit jungem Publikum füllten – die angeregte Diskussion hätte noch Stunden weiter gehen können …

[Daniel Fischer

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Das Ende der Dinos in der zeitgenössischen Presse …

… (Anklicken liefert die ‚Zeitungen‘ größer; die Sidebars sind auch nett) in der Ausstellung „MeerErleben“, die speziell für Einkaufszentren konzipiert wurde, dort seit 2009 schon 7 bis 8 Millionen Besucher gehabt haben soll und nun bis voraussichtlich April 2017 im Deutschen Museum in Bonn zu sehen ist:

[Daniel Fischer. NACHTRAG: noch zwei weitere „Zeitungen“ hier und hier]

„Argelanders Erben“ im Universitätsmuseum Bonn

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Noch bis zum 31. Juli zeigt die Ausstellung „Argelanders Erben“ im Uni-Museum einen Querschnitt durch 200 Jahre Astronomie an der Bonner Universität – angefangen mit dem Original des ersten Bonner Uni-Fernrohrs überhaupt, einem 83-mm-Dollond, mit dem von Münchow am 5. Mai 1832 einen Merkur-Durchgang beobachtete. (Dahinter eine Mondaufnahme eines seiner Nachfolger, worüber auch dieses und speziell dieses Video berichten.)

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Argelanders 77-mm-Kometensucher von der Bonner Durchmusterung darf ebenso wenig fehlen wie die Beobachtungsbücher von Julius Schmidt, eine kaum bekannte Kostbarkeit, …

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… das Okularmikrometer des letzten Bonner Meridian-Kreises oder das Objektivprisma des Bonner Spektralatlasses. Beschlossen wird die kleine aber feine Ausstellung – mehr Bilder und auch Videos von der Eröffnung heute – von zwei geodätischen Instrumenten, mit denen die Bonner Astronomen des 19. Jh. auch zu arbeiten hatten, wie anlässlich einer früheren Ausstellung hier beschrieben wurde („Links eine weitere Leihgabe aus Bonn …“):

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[Daniel Fischer] NACHTRAG – der Beitrag des Universitäts-Fernsehens:

Ausstellung über spektakuläre Kometen – gezeichnet im 19. Jh. – in Bonn

Ort: Argelander-Institut für Astronomie, Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich

Datum und Uhrzeit: Ausstellung geöffnet: 5. – 10. Oktober, jeweils von 17 bis 20 Uhr;
Finissage mit Vortrag: 9. Oktober, 19 Uhr

Gestaltung der Ausstellung und Referent des Vortrags: Michael Geffert, Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn

Das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn zeigt noch heute von jeweils 17 bis 20 Uhr zeichnerische Dokumente der ersten astronomischen Beobachtungen an den damals neuen Sternwarten in Bonn und in Düsseldorf-Bilk. Präsentiert werden Beobachtungen von Kometen und anderen Objekten in der Eingangshalle des Instituts, Auf dem Hügel 71, in Bonn-Endenich. Am Freitag, den 9. Oktober, gibt es am selben Ort um 19 Uhr eine dreißig minütige Einführung zu den Beobachtungen, die der damalige Observator Julius Schmidt (1825-1884) zeichnerisch in seinen Tagebüchern festgehalten hat.

Julius Schmidt

Als vor einigen Jahren im Archiv des Bonner Argelander-Instituts Unterlagen von Julius Schmidt auftauchten, konnte noch niemand erahnen, welches bedeutende Erbe da in den eigenen Kellerräumen lagerte. J. F. Julius Schmidt wurde 1825 in Eutin geboren und fing in Hamburg mit seinen astronomischen Forschungen an. Mit der Übersiedlung nach Düsseldorf im April 1845 begann Schmidt mit intensiven Aufzechnungen in seine Tagebücher. Auch hielt er seine Beobachtungen in Form von zahlreichen kleinen Skizzen und Zeichnungen fest. Im Februar 1846 kam der junge Wissenschaftler dann zu dem Bonner Astronomen F.W.A. Argelander (1799-1875) an dessen neue Sternwarte in der Poppelsdorfer Allee in Bonn und setzte die Aufzeichnungen fort.

Nach 1853 verließ er Bonn und wurde 1858 schließlich Leiter der Sternwarte in Athen, wo er 1884 starb. Schmidt primäres Interesse war das Beobachten astronomischer Phänomene. Seinen großen Ruhm als Zeichner erwarb er sich vor allem durch einen Mondatlas, der 1878 veröffentlicht wurde. Über frühe Zeichnungen war vor dem Bonner Fund nichts bekannt. Unklar ist auch, wie der Nachlass von Julius Schmidt wieder nach Bonn gekommen ist. Die jetzt in Bonn gefundenen Bücher belegen aber eindrucksvoll, mit welcher Intensität sich der junge Astronom in Düsseldorf-Bilk und Bonn der visuellen Himmelsbeobachtung widmete und mit welcher Beständigkeit er die Himmelsereignisse protokollierte. Für Bonn ist dieser Fund einmalig, da es sonst aus dieser Zeit keine Bilder etc. zu astronomischen Beobachtungen gibt.

Astronomische Höhepunkte der Jahre 1845 und 1846

Auf die Arbeit von Julius Schmidt motivierend wirkten sich vermutlich die besonderen astronomischen Höhepunkte der Jahre 1845 und 1846 aus. Im Juni entdeckte Schmidt mit bloßem Auge in Düsseldorf (mit anderen Kollegen in ganz Europa) den großen Junikometen 1845. Er verfolgte einen Merkurdurchgang, ein Sonnenfleckenmaximum und eine besondere Marsopposition. Nach seiner Übersiedlung nach Bonn war es zunächst Komet Biela, dessen spektakuläre Aufspaltung von ihm protokolliert wurde. Neben weiteren Beobachtungen von Kometen galt sein Interesse auch dem neuentdeckten Neptun und den ersten Entdeckungen kleiner Planeten. Etliche dieser Beobachtungen sind jetzt in der Ausstellung in der Eingangshalle des Argelander-Instituts in Endenich zu sehen. [Michael Geffert. NACHTRAG: viele weitere Bilder der Ausstellung im Detail]

In die Steinzeit … auf dem Venusberg

Man weiß nicht, was sie über die Welt dachten und ob sie alle gleich waren oder einem Häuptling folgten – und auch nicht, was sie (oder ihn) bewogen hat, genau hier vor knapp 6000 Jahren einen beachtlichen Wall mit Graben anzulegen, der einen Geländesporn auf dem Venusberg in Bonn auf der flachen Seite vom Rest der Welt abtrennte. Dieser Abschnittswall – 1.80 Meter sind’s heute vom tiefsten Grabenteil bis zur Wallkrone, damals waren es 2.90 Meter – tritt auf dem Radarbild aus der Luft (dem farblich Höheninformation überlagert ist) sehr deutlich hervor: dort, wo die weiße Linie unterbrochen ist, die die natürliche Abgrenzung des Sporns nachzieht. Vor Ort fällt der Wall in einem Waldstück mehr oder weniger auf – und seit dem 20. Juli ist er zum zweiten Mal nach den 1980-er Jahren Gegenstand einer archäologischen Ausgrabung, die heute im Rahmen eines gut besuchten Pressetermins besucht werden konnte.

Die Ausgrabungsleiter Silviane Scharl und Erich Claßen im Schnitt durch den von neuerem Erdreich auf der rechten Seite teilweise verschnütteten Wall, dessen Profil durch eine etwas dunklere und rötlichere Färbung des Erdreichs auffällt. Anhand von Holzkohlenstückchen konnte per C14-Methode der frühere Befund bestätigt werden, dass der Wall der jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur zuzuordnen ist, allerdings gibt es keine Hinweise auf mehrere Bauphasen mehr: Oben wie unten ist er aus dem Zeitraum 3960 bis 3795 v.u.Z. Vage Hinweise gibt es auf einen Palisadenzaun oben drauf, weiter nicht die geringsten jedoch auf den Sinn der gezielten Isolation des Geländesporns mit 15 bis 20 Hektar Fläche: Schutz einer Siedlung darauf, von Viehbeständen, eines Handels- oder Ritual-Platzes? Auch Hinweise auf einen Eingang fehlen, allerdings sind die westlichen Teile des ca. 140 m langen Walls durch moderne Bauten zerstört. Trotzdem ist er unter den steinzeitlichen Erdwerken des Rheinlandes ein Unikat, denn überall sonst hat die Landwirtschaft Wälle aus dieser Zeit komplett eingeebnet. Und für Bonn ist er das älteste Zeugnis fester Besiedlung.

Etwas mehr Licht ins Dunkel der Michelsberger Kultur könnte der zweite Teil der insgesamt 30 Meter langen Grabung senkrecht zum Wall bringen, die den Graben davor untersucht, doch leider haben sich – wie auch bei der alten Grabung – bislang nicht die kleinsten Artefakte finden lassen, wie sie sich gerne mal in solchen Gräben ansammeln. Während gerade im Rheinischen Landesmuseum eine große Ausstellung zur Jungsteinzeit begonnen hat, kann die Ausgrabung am Samstag, dem 12. September, zwischen 10 und 13 Uhr auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden (mit Führungen um 10, 11 und 12 Uhr; Anmeldung im LVR-Amt für Bodendenkmlpflege im Rheinland unter 0228/98341743 oder bei sabine.hermesdorff@lvr.de): Sie liegt direkt an der Einmündung des Bodelschwinghwegs in die Robert-Koch-Straße, nahe der Bushaltestelle Casselsruhe. Dies wird auch schon die letzte Chance sein, denn nach Abschluss der Grabungen Ende des Monats wird alles wieder zugeschüttet! Noch aber arbeitet man sich im Graben-Bereich in 10-cm-Schritten vor – abwechselnd wird dokumentiert und vermessen und dann weiter gegraben, rund 50 cm bis zum Grabengrund liegen noch vor dem Team:

[Daniel Fischer]

Eine Astronomische Vortragsreihe in Bonn etabliert sich

Über 60 Zuhörer fanden sich heute im AIfA in Bonn zu einem Vortrag von Michael Geffert ein: Die historisch angehauchte Reihe im Rahmen der Sammlung Historischer Himmelsaufnahmen hat inzwischen ein solides Stammpublikum gefunden, mit den nächsten Themen Mond am 11. September und Julius Schmidts Himmelszeichnungen am 9. Oktober – letzteres im Rahmen der Ausstellung „Spektakuläre Kometen“, die vom 5. bis 10. Oktober in der Einghangshalle des Argelander-Instituts stattfinden wird. Aber auch sonst gibt es nach den Vorträgen immer noch ein Extra – diesmal über Waltraut Seitter, die vor genau 50 Jahren als erste Astronomin in Deutschland promovierte:

[Daniel Fischer]

Juli-Sternstunde aus dem DLR

Die neue Ausgabe der Sternstunde ist soeben online gegangen! Entstanden ist sie wieder in der Region: Zum einem im DLR, wo Stefan Ulamec über den wieder erwachten Kometenlander Philae berichtet und KBA-Mitglied Rolf Hempel seine fantastischen Mondpanoramen vorstellt, zum anderen in Bonn beim Physiker Philip Bechtle, der über die spannende Suche nach Elementarteilchen am LHC berichtet. Außerdem gibt es eine Vorschau auf den Himmel im Juli und Tipps zur Beobachtung des Sternenhimmels in verschiedenen Urlaubsregionen. Viel Spaß beim Gucken! PH

Uni Bonn feiert das alte Heliometer

Im Zusammenhang mit seinem Umzug von Endenich ins Bonner Universitätsmuseum war das große Heliometer der Alten Sternwarte schon öfters Gegenstand dieses Blogs – jetzt hat ist es das „Aktuelle Objekt aus Museen und Sammlungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität“ und auch mit obigem Video gefeiert worden. [Daniel Fischer]

Wenn der Lander-Mann kommt: Montagsvortrag der VSB vor überfülltem Haus

Für diesen Montagsvortrag war die Volkssternwarte Bonn extra aus dem Refraktorium in die benachbarte Alte Sternwarte Argelanders umgezogen, doch auch deren Hörsaal reichte mit 75 Plätzen bei weitem nicht, um des Ansturms Herr zu werden, als Stephan Ulamec vom DLR über die Landung von Philae vortrug: Ein großer Artikel im Vorfeld hatte enorme Wirkung entfaltet, und rund 30 Interessanten mussten am Ende draußen bleiben! Schade, denn sie verpassten eine außergewöhnlich mitreißende Präsentation des Philae-Projektleiters, die keine Sekunde lang Zweifel aufkommen ließ, dass Weltraumforschung ein Riesenspaß ist. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: was Ulamec zum Status von Philae zu berichten wusste plus der Bericht des Veranstalters des Vortrags]

„Dialog der Sterne“ in Pulheim

Nach der gestrigen Vernissage ist jetzt im Walzwerk Atelier 50 in Pulheim bei Köln bis zum 22. März täglich von 16:00 bis 20:00 Uhr der Dialog der Sterne zu sehen, „ein interdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst“ im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eines Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft – hier repräsentiert durch Fotos des Radioteleskops Effelsberg von Norbert Tacken, davor Modelle des Herschel-Satelliten und von SOFIA.

„Sternenlandschaften“ von Silke Britzen.

Kleinteile der Infrarot-Detektoren von Herschel.

Bilder von Johannes Eidt – mit großem Wikipedia-Eintrag.

Kunstbücher von Karin Innerling (unten rechts selbst zu sehen).

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Und als Installation von Elisa Balmaceda ein Wärmedetektor, der zum Berühren einlädt – unten von Hermann-Michael Hahn demonstriert, der im Rahmenprogramm der Ausstellung auch Starparties ohne Teleskop veranstaltet, während Köln-Bonner Sternfreunde zu Beobachtungen mit Teleskopen laden, nur bei gutem Wetter im Anschluss an Vorträge. [Daniel Fischer]