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PANSTARRS und M31

Gestern Abend reizte mich der selten klare Himmel, noch einmal C/PANSTARRS 2011 L4 zu beobachten. Zusammen mit einem Freund entfloh ich dem Bonner Dunst ein wenig Richtung Eifel.

Wir erreichten unseren vorher gewählten Beobachtungspunkt gegen 20:30 Uhr, so dass uns Zeit blieb, in Ruhe ein Stativ zusammen mit dem iOptron SkyTracker sowie meiner Canon EOS 550D mit dem Telezoom 55-250mm aufzubauen und auch noch einen Tee zu trinken.

Gegen 21:30 war es dunkel genug, die ersten Aufnahmen zu machen. Auch wenn der Horizontbereich leider doch noch recht diesig war, hatte der Himmel über uns eine phänomenale Transparenz. Allein für diesen Anblick hat sich unser Ausflug schon gelohnt.

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Anschließend reduzierte ich die Brennweite auf 120mm, um auch M31 mit ins Blickfeld zu bekommen.

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Gegen 22:00 Uhr packten wir alles wieder zusammen und machten uns zufrieden mit dem Ergebnis wieder auf den Heimweg.

[Peter Oden]

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PANSTARRS extrem – schlechter geht’s nicht :-)

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21:50 MESZ, 10.4° Kometenhöhe, nahe Ende astronomische Dämmerung, 6 Sekunden mit Blende 3.4 bei ISO 800 und 90 mm KB-Äquivalent-Brennweite (alle Bilder zeigen nur Ausschnitte)

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21:59 MESZ, 9.4°, Ende astronomische Dämmerung, 5 s bei 3.8, ISO 800, 184 mm

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22:20 MESZ, 7.6°, „Nacht“, 6 s bei 3.6, ISO 400, 137 mm

Sechs Tage nach der letzten Sichtung war 1. der Mond vom Abendhimmel verschwunden, 2. der Komet auf 3.-4. Größe gesunken und 3. immer näher an M 31 heran gekrochen – aber dieser Blogger heute in Witten zwar am Südrand des Ruhrgebiets doch mit dem Kometen-Azimut direkt in Richtung des Zentrums der Drittelmillionenstadt Bochum (364’000 Ew., im oberen Bild Teile der Ruhr-Universität am Bildrand). Auf Anblicke wie hier, hier oder hier brauchte man da natürlich nicht zu hoffen – aber am Ende (die beste Zeit war gegen Ende der astronomischen Dämmerung) ließen sich mit einem 10×50-Feldstecher und auch der Kamera wenigstens die Innenbereiche von Galaxie (oben) und Komet (unten rechts) schwach aber dank bestimmter Sternmuster eindeutig aus der Suppe fischen. Aufgeben gilt nicht … [Daniel Fischer. NACHTRAG: als ultimatives Kontrastprogramm unten genau dasselbe Motiv, aber nun von Star-Kometograph Michael Jäger in den Alpen aufgenommen …]

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Vollmond oder Game Over? PANSTARRS nur noch ein Schatten seiner selbst …

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Eine Woche nach den Königswinterer Beobachtungen vom 18. März und 19. März („PANSTARRS ein – leichtes – Objekt für’s bloße Auge“) konnte dieser Blogger den Kometen erstmals wieder an genau demselben Platz sichten: zwar noch ein relativ einfaches Feldstecher-Objekt, aber jetzt arg verblasst – und nicht nur die Koma, die jetzt auf typischerweise 2.8 mag. geschätzt wird [NACHTRAG: oder sind’s eher 3.5 mag.?], sondern leider auch der Staubschweif. Hier auch wieder Bilder mit 5 Sekunden bei Blende 5.2 und ISO 1600 mit 627 mm KB-Äquivalent-Brennweite, mit PANSTARRS in 11° Höhe und 12° Sonnendepression. Ob der zu 99.5% beleuchtete Mond in 152.4° Abstand (1/200 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 100 mit 735 mm Äquivalent-Brennweite) eine – zusätzliche – Rolle bei der Kontrastverschlechterung spielte, wird sich ab in zwei Tagen zeigen, wenn er während des nach wie vor kurzen abendlichen PANSTARRS-Fensters noch gar nicht aufgegangen ist. Und was aus PANSTARRS wohl geworden sein mag, wenn sich am 7. April auch ein mondfreies Morgenfenster öffnet, mit dem Kometen dann 17° hoch am Himmel vor Beginn der Dämmerung …? [Daniel Fischer]

PANSTARRS nun auch in Königswinter angekommen

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Dieser Blogger musste erst zum Kometen reisen, bevor sich dieser zwei Tage später – heute von 19:35 bis 20:05 MEZ – auch einmal vor seiner Haustür blicken ließ, bzw. in Richtung einer Stichstraße, die exakt den richtigen Azimut 283° hatte: Bilder von 19:39, 19:45 und 19:55 MEZ mit dem Kometen 9 bzw. 8 bzw. 7 Grad hoch und der Sonne 10 bzw. 11 bzw. 12 1/2 Grad unter dem Horizont. Diese scheinbar geringen Unterschiede wirkten sich doch erheblich auf die Sicht- und Fotografierbarkeit aus, das ewige Rennen zwischen sich vertiefender Dämmerung (hier am Übergang von nautischer zu astronomischer) und zunehmender Extinktion. Die Belichtungszeiten hier betrugen 1, 2.5 und 4 Sekunden; die Erdrotation macht sich jenseits von der Sekunde zwar schon bemerkbar, dafür wird der Schweif besser durch gezeichnet.

Im Feldstecher – mit bloßen Auge war PANSTARRS auf die Schnelle nicht sicher zu erwischen – wie für die hier eingesetzte „Bridge-Kamera“ mit langem optischem Zoom war das Bild gegen 19:45 MEZ am besten, also unmittelbar vor Ende der nautischen Dämmerung: In diesem Album gibt es gleich 16 Bilder mit allen technischen Daten. Verglichen mit der Beobachtung aus dem Flugzeug war der Anblick im Feldstecher – und es wurde jetzt ein 11×70 statt des 10×50 an Bord eingesetzt – erheblich flauer als das prächtige Bild in der Luft, dafür ließ sich der Komet aber am Boden dramatisch besser fotografieren. Und das von einem ultraleichten €20-Stativ aus einem Kaufhaus … [Daniel Fischer]

Im Anflug auf Komet PANSTARRS

Am späten Nachmittag des 16. März 2013 trafen sich über 50 Reiselustige aus dem Großraum Köln-Bonn (aber auch aus Wien oder Potsdam), um beim Beobachtungsflug für den Kometen PANSTARRS dabei zu sein. Allein die drei Hauptredakteure dieses Blogs waren ebenfalls Fluggäste! Bereits bei der Ankunft am Flughafen fiel die Abflugtafel ins Auge, auf der – selten genug – für 19:25 Uhr von Köln-Bonn ein Abflug nach Köln-Bonn angekündigt wurde!

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Bereits bei der Begrüßung an zwei eigens für diesen Flug zuständigen CheckIn-Schaltern

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durch den Veranstalter war die geballte mediale Präsenz seitens Reuters und ARD unübersehbar.

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Die Wartezeit auf das Boarding wurde aufs Angenehmste durch ein Rheinisches Buffet verkürzt.

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Bereits während des Steigfluges wurden dann kleine Snacks verteilt, um den Beteiligten während des eigentlichen Fluges ungestörte Kometenbeobachtung zu ermöglichen.

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Nach einem gefühlt phänomenal schnellen Steigflug auf die erst am Tag vorher für uns freigegebene Reiseflughöhe von 12.500m (dies oder 41.000 Fuß sind die maximale Flughöhe einer Boeing 737-700, die auch bei Transatlantikflügen selten je erreicht wird) ging es dann „zur Sache“!

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Nach dem Richtungswechsel und der Sichtbarkeit des Kometen auf „unserer“ Seite zeigte er sich bereits visuell mit bloßem Auge, wenn auch nicht ganz so prachtvoll wie ursprünglich erhofft. Eine erste freihändige (!) Testaufnahme (noch) mit Reflektionen in der Scheibe und Hintergrundlicht zeigt ihn deutlich und gibt auch in etwa den visuellen Eindruck wieder.

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Und dann zeigte er sich in seiner ganzen Pracht bei Aufnahmen mit 8 Sekunden, ISO 800, f2.8 und 150mm vom Stativ. Auf wenn die allerwenigsten Aufnahmen wirklich gelungen waren (weil die Vibrationen des Flugzeuges sich selbst auf 1-Sekunden-Aufnahmen störend bemerkbar machten), so gab es doch einige, auf denen er wunderschön auch vor dem Hintergrund der Sterne zu sehen ist.

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Eine sehr gut gelungene Aufnahme meines Mitreisenden (und Mitredakteurs) Wilfried Bongartz, der sicherlich bald auch noch mehr hierzu zeigen wird:

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VIEL ZU SCHNELL verging die Zeit an Bord, so dass nach zwei Stunden (gefühlt 15 Minuten) bereits wieder Köln (mit Dom und Rheinbrücken) unter uns lag.

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Zu guter Letzt wurde dann noch an alle Teilnehmer das Kometendiplom verteilt. Jetzt habe ich was Eigenes!!

Kometendiplom

[Peter Oden]

Komet PANSTARRS heute im Rheinland gesichtet!

Lambert Spix

Nach weiterem Schneetreiben heute Nachmittag lockerte es zum Abend ein wenig auf, so dass gleich drei Sternfreunde des Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) den lang erwarteten Schweifstern PANSTARRS erfolgreich sichten konnten. KBA-Gründer Andreas Dumm beobachtete in Köln mit einem 10×42-Fernglas, Christian Kiefer gelang zwischen Köln und Gummersbach mit einem 10×50 die Sichtung und in Bornheim hielt zur selben Zeit Lambert Spix den Anblick des Kometen durch ein kleines 8×33-Fernglas mit Stift und Papier fest. Seine um 19:30 MEZ gemachte Beobachtung beschreibt der „Bleistiftastronom“ und Autor so: „Im 8×33-Fernglas war der Komet leicht zu finden mit einer sehr hellen Koma und einem deutlichen Schweif mit leichten Helligkeitsunterschieden.“ Hell ist hier relativ zu sehen, denn nach aktuellen Helligkeitsschätzungen erreicht die sternähnliche Koma höchstens nur noch 2,0mag.

Südlich des Bonner Raums hatte ich dagegen kein Glück mit einer Wolkenlücke zum richtigen Zeitpunkt; zwar war die Mondsichel noch zu sehen, ansonsten gab es aber nur dichte Wolken. [Nico Schmidt]

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NACHTRAG: Soeben erreichten mich die Aufnahmen von Patrick Müller, der Mitglied der Volkssternwarte Bonn ist und der den Kometen heute Abend von seinem Balkon (!) in Bonn-Endenich aus sichten und fotografieren konnte.

Aufnahmen mit 185mm, ISO 400 und 4sec bei f2.8. [Peter Oden]

NACHTRAG 2: Ein Video von PANSTARRS über Bonn gibt es auch – von Alex Tudorică, der hier beschreibt, wie es beim neunten(!) Versuch, inklusive welcher am Tage, doch noch geklappt hat. [Daniel Fischer] NACHTRAG 3: Wie hier zu erfahren, stand dieser Beobachter auf dem Dach des Argelander-Instituts in Endenich. [Daniel Fischer]

Bonner Reisebüro durch PANSTARRS im Brennpunkt des Medien-Interesses

Angela Weidenbach und Stefan Krause, die Bonner Betreiber eines Reisebüros in der Südstadt, haben sich weit aus dem Fenster gelehnt und einen mutigen Schritt getan, als sie bereits vor einiger Zeit eine Boeing 737-700 der Fluggesellschaft Air Berlin gechartert haben, um sie mit Interessierten auf einen Spezialflug in die luftige Höhe über Deutschland zu schicken. Dort soll sich dann für die begeisterten Reiseteilnehmer – betreut auch durch den Wissenschaftsjournalisten Daniel Fischer – ein in dieser Qualität sonst nicht möglicher Ausblick auf den Kometen PANSTARRS bieten.

Kurz vor Beginn der Sichtbarkeit in Deutschland und des dazu gehörigen Veranstaltungsprogramms in Bonn erregt diese Aktion nun auch zunehmendes Interesse der nationalen und internationalen Medien. So wird nicht nur der WDR diesen Flug begleiten, sondern es finden sich mittlerweile auch Hinweise auf dieses Ereignis bei

Nachrichtenagentur ReutersBusiness InsiderSpace.comHuffington PostTravel&TourTimes Of MaltaPress Relations, …..

um nur ein paar zu nennen.

Der Countdown läuft (auch für diesen Blogger 🙂 ). [Peter Oden] Ursache der ganzen Berichte war eine Pressemitteilung der Air Berlin Group, die am 4. März in Deutsch und Englisch verbreitet wurde. [Daniel Fischer. NACHTRAG: Impressionen des Fluges selbst sind in diesem Artikel und in diesem und diesem Bilderalbum zu finden!]

PANSTARRS über Deutschland: Es geht los!

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Jedenfalls theoretisch, denn ab dem 6. März steht der sehnlich erwartete Komet, der bereits heller als 2.0 mag. geworden ist, erstmals nach Sonnenuntergang noch über dem Horizont – für 50° nördliche Breite, was für den Köln-Bonn-Königswinteraner und relativ gut auch für den gesamten deutschen Sprachraum gilt. Dieses Diagramm ergänzt die Tabelle in diesem Artikel und basiert auf einer präziseren Version dieser Tabelle: Als aufeinder getürmte Säulen dargestellt ist für jeden der 15 Tage vom 6. bis 20. März, wie lang der Komet jeweils in der bürgerlichen (0 bis 6 Grad Sonnendepression; weiß), nautischen (6 bis 12 Grad Sonnendepression; einfach schraffiert) und astronomischen Dämmerung (12 bis 18 Grad Sonnendepression; doppelt schraffiert) sowie in der Nacht (schwarz) über dem abendlichen Westhorzont steht; die Gradzahlen nennen die Kometenhöhe bei den Übergängen zwischen den Dämmerungsphasen. Ob und wann sich der Komet jeweils für das bloße Auge, optische Hilfsmittel und/oder Kameras – evtl. mit speziellen Filtern – aus der Dämmerung schält, wird man sehen; zu beachten ist auch, dass seine Helligkeit gegen Ende des dargestellten Zeitraums schon deutlich zurück gehen dürfte, während der Mond am 17. März einen Beleuchtungsgrad von 30% überschreitet und zu stören beginnen könnte, auch wenn sein Winkelabstand vom Kometen von 50° auf 80° ansteigt. [Daniel Fischer. NACHTRAG: das Diagramm jetzt auch in schöner …]

Komet PANSTARRS weiter im Anmarsch

Auch wenn man bis heute nicht sicher sein kann, wie hell PANSTARRS C/2011 L4 wirklich werden wird, kann man aber weiter davon ausgehen, dass er wahrscheinlich mit bloßem Auge über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen zu erkennen sein dürfte.

Ich habe die aktuellen Bahndaten in einer Sternenkarte (Stellarium) eingezeichnet. Die Karte selbst ist auf den 5. März datiert, das Datum, an dem PANSTARRS den geringsten Abstand zur Erde (Perigäum) haben wird. Am 10. März wird er den geringsten Abstand zur Sonne haben (Perihelion) und könnte eine Helligkeit von 2 bis 1 aufweisen.

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Bild in groß)

Je mehr Zeit vergeht, desto höher steigt PANSTARRS und desto länger und damit auch später in der Nacht kann man ihn bei immer dunklerem Himmel (Vollmond Ende März!) beobachten. Eine besonders schöne Konstellation ergibt sich am 4. April, wenn er vor M31 (Andromeda) vorbeizieht (wenn auch von Bonn aus nur in einer Höhe von 10° bis 15° über dem Horizont) – bei freier Sicht nach Westen visuell mit dem Feldstecher zu erkennen und ein Schmankerl für Astrofotografen!

[Peter Oden]