Sterne über dem Wendland: ein Besuch in der dunkelsten Ecke Deutschlands

Schaut man auf eine Karte der Lichtverschmutzung, so fällt irgendwann auf, dass die dunkelste größere Zone in Deutschland keineswegs mit einem der ausgewiesenen Dark Sky Places wie dem Westhavelland, der Eifel oder der Rhön zusammen fällt: Vielmehr ist es ein breiter Ring um die Stadt Salzwedel mitten im Dreieck Hamburg / Hannover / Berlin – zum Beispiel der Landkreis Lüchow-Dannenberg, der grob mit der Region Wendland im äußersten Osten Niedersachsens an den Grenzen zu Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen fällt, auch wenn sich der Norden des Kreises eher als Elbtalaue versteht.

Das Wendland mögen viele allenfalls mit dem kontroversen Nuklear-Endlager bei Gorleben verbinden, aber es ist eine abwechslungsreiche Landschaft, ziemlich flach und vor allem nur sehr dünn besiedelt, mit allenfalls kleinen Städtchen wie hier Lüchow mit 10’000 Einwohnern. Das sorgt für verbreitet sehr dunklen Himmel …

… von dem er reichlich Gebrauch macht: Der Nightscape-Fotograf Helmut Schnieder – hier in einer aktuellen Ausstellung seiner Bilder in der Verbandsverwaltung der Samtgemeinde Elbtalaue in Dannenberg – setzt die Sterne über der Landschaft auf besondere Weise ins Bild und seine häufigen Vorträge werden bereits zu den Sehenswürdigkeiten der Region gezählt. Komposite gibt es nicht, dafür wird gerne mal der Vordergrund während der Belichtung ausgeleuchtet. So auch …

… die Autoren vor der Milchstraße: aufgenommen während einer nächtlichen Rundfahrt mit Schnieder in der Nacht 17./18. September, die am Heuhotel von Kollase begann – übrigens schon seit 15 Jahren ein Geheimtipp unter niederländischen (!) Sternfreunden.

Hier fünf Aufnahmen des Autors mit einfacherer Kamera an diesem Ort, von der Milchstraße im Westen (mit Saturn und Jupiter), nahe dem Zenit und im Osten, jeweils 60 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600 (2. Bild: 800). Der SQM-Wert lang an diesem Abend bei bis zu 21.3 Magnituden pro Quadratbogensekunde.

Später der Aufgang von Fuhrmann und Stier über den Überresten der Eisenbahnbrücke von Dömitz, zum Teil von Schnieder ausgeleuchtet. Und zum Schuss nach Mitternacht die vielleicht größte Überraschung – auch im Garten eines Hotels am Nordrand von Hitzacker (mit immerhin 5000 Einwohnern) war die Milchstraße kaum weniger brillant als auf dem Land:

[Daniel Fischer, mit Susanne Hüttemeister. NACHTRÄGE: größere Bilder – und viiiel mehr von der Reise – in diesem Album, auch zu Astro-Didaktik im Naturum Göhrde, einem farbenfrohen Sonnenuntergang über der Elbe und dem Mond von einem Turm bei Hitzacker!]

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Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 19. September 2020, in Uncategorized. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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