Archiv der Kategorie: Projekt Sternwarte

Wird dies ein Zentrum der Rhein-Sieg-Astronomie?

haus

wiese

gruppe

Ausnehmend grottiges Wetter verhinderte zwar jedwede „Testbeobachtung“, aber ein Dutzend Mitglieder der Sternfreunde Siebengebirge konnte heute Abend zumindest die Jugendherberge in Selhof am Rande von Bad Honnef nebst angrenzender Wiesen inspizieren, welche sich zumindest im Prinzip für kleinere oder größere Starparties eignen könnten. Während die – leider ÖPNV-technisch eher entlegene – JH selbst für preiswertes Catering, ggf. Übernachtung und auch Seminarräume sorgt: In einen der letzteren mussten die Sternfreunde denn auch prompt fliehen, als die Jugend im Speisesaal die „GUT DRAUF“-Zertifizierung ihrer Herberge all zu wörtlich nahm … [Daniel Fischer]

Werbeanzeigen

Neuer Internetauftritt der Volkssternwarte Bonn

Am Abend des 21. April 2013 fand der Relaunch des Internet-Auftritts der Volkssternwarte Bonn statt.

Das neue in dezenten Farben gehaltene Design stellt eine Mischung aus Blog und festen Seiten dar, um sowohl aktuelle Themen jederzeit aufgreifen zu können als auch wiederkehrende Themen dauerhaft positionieren zu können.

Bild

 Volkssternwarte Bonn

Die „Bonner Sterne“ wünschen der Volkssternwarte Bonn weiter viel Erfolg bei den zahlreichen neuen Projekten!

[Oden]

Zeitenwende bei der Volkssternwarte Bonn

P1240122

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: das Auszähl-Ergebnis der Vorstandswahlen für die Bonner Volkssternwarte bei der Hauptversammlung heute Abend. Die Hälfte der sechs Gewählten sind auch Mitglieder des Köln-Bonner Astrotreffs, zwei davon zudem Redakteure dieses Blogs und Mitglieder der Sternfreunde Siebengebirge – und der Gründer der 41 Jahre alten Vereinigung (und seitdem ständig geschäftsführendes Vorstandsmitglied) ist mit weniger als der Hälfte der Stimmen der 27 Anwesenden ausgeschieden. So also das Ergebnis nach einer energischen Aussprache über die Krise der traditionsreichen Vereinigung (Disclaimer: Der Autor ist seit 32 Jahren Mitglied …) in den vergangenen Jahren und glaubwürdigen Statements der dann Gewählten, wie sie das Ruder herum zu reißen gedenken. Sie wollen nun die VSW Bonn auf einen modernen Kurs bringen und insbesondere die Kommunikation der Mitglieder untereinander und mit dem Vorstand auf elektronischem Wege voranbringen. Und der Verein wird weiter an der Vision arbeiten, endlich eine Volkssternwarte im Wortsinne zu werden: Der Antrag des alten Vorstands, das Projekt Sternwarte auf zu geben, wurde von der Versammlung zurückgestellt – stattdessen werden dessen Steuerungsgruppe reaktiviert und vernachlässigte Hausaufgaben schleunigst nachgeholt. [Daniel Fischer. NACHTRAG: eine Reaktion aus Bad Honnef]

Gründungstreffen der „Sternfreunde Siebengebirge“ in Bad Honnef gut besucht

sfs2

sfs4

sfs3

Wann und wo kann man im Siebengebirge zur öffentlichen Himmelsbeobachtung schreiten, was soll ich mir für ein Teleskop anschaffen, und wie kann man die diversen Astro-Gruppen der Region am besten vernetzen: Das waren die größten Fragenkomplexe, die heute beim Gründungstreffen der Sternfreunde Siebengebirge auf deren Initiator Christian Preuß einprasselten, der schlicht nicht zum Essen kam. Knapp die Hälfte der inzwischen 75 Mitglieder waren in ein Restaurant in der Bad Honnefer Innenstadt gekommen, und die Breite der Wünsche an den jungen Verein (ohne Vereinsstruktur, und so soll es auch bleiben!) wurde schon jetzt offenbar: Während einige nach Hilfestellung beim Einstieg in die praktische Beobachtung suchen, hatte einer bereits ein phänomenales selbst geschossenes Bild des Pferdekopfnebels auf dem Smartphone dabei.

sfs1

Während das Wachstum der potenziell Aktiven ungebrochen ist (und es nach weiteren Medienaktionen – so hat sich die WDR-Lokalzeit für den Februar selbst eingeladen! – auch so weitergehen dürfte), hat das meist schlechte Wetter bisher zu keinen öffentlichen Beobachtungsaktionen motiviert, so dass auch über mögliche und sinnvolle Plätze eher abstrakt diskutiert wurde. Wenn es die Logistik zulässt, könnte immerhin anlässlich des Astronomietages im März das neue Drachenfels-Plateau (Bild) ein Schauplatz werden. Damit alle die Übersicht behalten, soll möglichst bald ein gemeinsamer Terminkalender für alle populärastronomischen Ereignisse in der Region – Bad Honnef bis Köln – entstehen, auf der Basis des bereits im Header dieses Blogs verlinkten. [Text + 3 Bilder: Daniel Fischer. 2. Bild v. oben: Peter Oden. NACHTRAG: Preuß‘ eigener Bericht vom Treffen]

Sternfreunde Siebengebirge erblicken das Licht der Welt

(C) Wolfgang Schneider, mit freundlicher Genehmigung

Liebe Sternfreunde, der Naturpark Siebengebirge ist um eine neue Initiative reicher. Am 12.10.2012 erblickten die Sternfreunde Siebengebirge, mit Sitz in Bad Honnef, das Licht der Welt. Bei der Initiative handelt es sich um einen freien Zusammenschluss von Sternfreunden, Sternguckern und erfahrenen Amateurastronomen. Initiator der neuen Gemeinschaft bin ich, der Bad Honnefer Amateurastronom und langjährige Sternfreund aus Leidenschaft, Christian Preuß. Ich habe die Sternfreunde Siebengebirge ins Leben gerufen, weil ich mit meiner Familie seit 40 Jahren in Bad Honnef lebe, das Siebengebirge liebe und mich dafür stärker engagieren möchte, dass unser Naturpark eine Aufwertung erfährt. Die Begeisterung für Sterne und Weltraum möchte ich hier, zusammen mit Gleichgesinnten und Unterstützern, in die Öffentlichkeit tragen und so ein tieferes Interesse für die Amateurastronomie wecken. Mitmachen können alle Sternfreunde aus der Region Siebengebirge, den angrenzenden Kommunen und all jene, die sich dem Naturpark Siebengebirge verbunden fühlen und sich mit unseren Zielen identifizieren können.

Unsere 31 MitmacherInnen (Stand: 25.10.2012) sind zwischen 18 und 77 Jahren jung und kommen bis jetzt aus Unkel, Rheinbreitbach, Bad Honnef, Königswinter, Oberdollendorf, Bonn, Bornheim, Ockenfels, Herzogenrath, Oberhofen (Österreich) und sogar aus Los Angeles (USA). Die Sternfreunde teilen alle den selben Himmel – von Nord und Süd, einer unterschiedlichen Lichtverschmutzung und dem Seeing einmal abgesehen. In unserer Region verstehen wir uns nicht etwa als Ersatz für andere Gemeinschaften dieser Art, die sich in alle Himmelsrichtungen an das Siebengebirge anschließen. Im Gegenteil: Die teils schon langjährige Arbeit aller anderen Initiativen und Vereine ist natürlich ebenso wichtig für die Amateurastronomie als Ganzes! Daher kooperieren wir in Zukunft auch gerne und tauschen unsere Erfahrungen aus.

Die Sternfreunde Siebengebirge sind noch eine ganz junge Vereinigung. Wir werden zunächst eine Gemeinschaft aufbauen, die sich natürlich auch erst finden muss. Das braucht Zeit, schafft Identität und macht es so erst möglich, unsere Ziele zu erreichen. Ob AnfängerIn, EinsteigerIn, SternenfreundIn oder erfahrene/r AmateurastronomIn, Frau oder Mann, Kind (ab 10 J.), Mama, Papa, Oma, Opa (bis 100 plus). Ob Sie noch ohne optische Hilfsmittel, mit einem Fernglas oder dem eigenen Teleskop ausgestattet sind: Sie alle sind herzlich willkommen. Allen Sternfreunden, die noch auf der Suche nach einem eigenen Teleskop sind, oder ihr bestehendes Instrumentarium erweitern möchten, werde ich meinen Rat und meine Hilfe anbieten. Wir sind ein freier Zusammenschluss ohne Zwänge. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.

Die Teilnahme kostet keinen Cent und Mitmacher sind zu nichts verpflichtet. Die Liebe zu den Sternen, die Begeisterung und Leidenschaft für die Amateurastronomie im Siebengebirge stehen im Vordergrund. Hinzu kommen der Spaß und das Engagement für unsere gemeinsamen Aktionen und Ziele. Unsere Ziele sind ehrgeizig: wir möchten einen Planetenwanderweg realisieren (ein maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems als Wanderroute durch das Siebengebirge und den beteiligten Kommunen), setzen uns für eine geringere „Lichtverschmutzung“ durch zu viel künstliches Licht ein, streben mittelfristig das Label „Sternenpark“ der Starlight-Initiative mit Unterstützung der UNESCO an, und wollen langfristig eine eigene Sternwarte aufbauen, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Planetenwanderweg, Sternenpark und die eigene Sternwarte sind auch eine neue und sinnvolle Ergänzung zum „Masterplan Tourismus und Naturerlebnis Siebengebirge“ (ein Artikel und ein 104-Seiten-PDF) und einem geplanten Geo-Park. Der »Masterplan« begreift sich als in die Zukunft gerichtetes Planungsinstrumentarium, das die Erholung des Menschen im Einklang mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen festschreibt. Der Schutz des natürlichen Sternenhimmels, der nachtaktiven Tiere und des gesunden Schlafs der Menschen im Siebengebirge ist die logische Fortführung dieses Gedankens. [Christian Preuß, Sternfreunde Siebengebirge. Berichte gab es u.a. schon im General-Anzeiger, Kölner Stadt-Anzeiger und HonnefShopping, plus ein Grußwort des AIfA. Bild: Blick vom Rodderberg auf das Siebengebirge]

In Köln bald „das größte, öffentlich zugängliche Fernrohr von NRW“

Nach der gegenwärtigen Planung diesen Oktober wird das neue 60-cm-Teleskop der Volkssternwarte Köln der Öffentlichkeit zugänglich sein: Über die Umbauarbeiten berichtet jetzt der Kölner Wochenspiegel, der sich vor allem für die Renovierung der Kuppel interessiert – und dafür, dass der 60-er Spiegel „das größte, öffentlich zugängliche Fernrohr von NRW“ und auch „das erste ausschließlich durch Spenden aus der Bevölkerung finanzierte ‚Bürgerteleskop'“ sein werde. Nach einem weiteren aktuellen Artikel der Kölnischen Rundschau – der auch sonst einiges über das Wesen einer Volkssternwarte zu sagen hat – waren das immerhin 100’000 Euro! Crowdfunding von Populärastronomie klappt also auch in Deutschland. Über die Fortschritte berichtet die VSW Köln natürlich auch selbst, auf Facebook und vor allem in einem Forum – die ‚Entdeckung‘ dieser Kommunikations-Offensive hatte übrigens dieses Frühjahr bei der Gründung dieses Blogs Pate gestanden. [Daniel Fischer. Bildmontage: Polaris / VSW Köln. NACHTRAG: noch ein Artikel. NACHTRAG 2: Es ist da!]

Besuch bei den künftigen Astronomie-Apartments von Rhodos!

Völlig überraschend erreichte die KBA-Expedition in einem Straßencafé in Rhodos gestern Nachmittag ein Anruf – just als wir gerade über das Fehlen astronomischer Attraktionen auf der Insel lamentiert hatten: am Apparat der Initiator der Sternwarte und Apartments „HIPPARCHOS“, auf dessen Webseite ich schon mal gestoßen war, den zu kontaktieren wir aber bisher verabsäumt hatten.

Praktischerweise liegt die Baustelle gleich südlich der Inselhauptstadt bei Faliraki, und so standen wir zwei Stunden später schon davor – und trauten unseren Augen kaum. Stergos Manolakas ist ein erfahrener Amateurastronom und vor allem ein begeisterter: Hier baut er gerade an der Apartment-Anlage, die noch dieses Jahr fertig werden soll, …

… und dahinter hat schon ein regelrechter interaktiver Astronomie-Park Gestalt angenommen, der didaktisch wie künstlerisch Maßstäbe setzt. Hier Blicke vom Haus Richtung Meer (hinten sind eine Sternwarte und ein Sonnenprojektions-Observatorium im Bau) …

… und von der Plattform auf demselben Richtung Apartments. Während in der Sternwarte ein größerer Refraktor oder Reflektor aufgestellt werden soll, dessen Livebild auch auf den TV-Geräten in den Wohnungen verfügbar sein wird(!), werden in der Sonnen-„Dunkelkammer“ clever eingespiegelte Heliostaten- und Spektrographen-Bilder erscheinen.

Auch der Blick nach Süden kann sich sehen lassen: die Anthony-Quinn-Bucht, die dem Schauspieler geschenkt (und dann wieder weg genommen) worden war, nachdem er sich bei den Dreharbeiten zu den ‚Guns of Navarone‘ in die Gegend verliebt hatte.

Wie wir jetzt erfuhren, hatte dabei der Großvater von Manolakas ein Grundstück abgeben müssen, als Ausgleich aber jenen Platz auf dem Hügel verlangt und bekommen, wo nun Stergos HIPPARCHOS baut. Sicher eine der astronomischen Einrichtungen mit der besten Aussicht auf diesem Planeten.

Schon weitgehend fertig ist der astro-didaktische Park zwischen Apartments, Stern- und Sonnenwarte: Da gibt es eine Sonnenuhr mit dem Besucher als Gnomon, …

… eine Visualisierung der unterschiedlichen realen Durchmesser von Sternen in Kombination mit den Peilrichtungen und Entfernungen vieler Städte auf der Erde, …

… einen steinernen Sessel, von dem der Blick genau durch den Ring neben dem Eingang auf die untergehende Sonne am Tag der Sommersonnenwende fällt, …

… ein 2D-Modell der Plejaden, …

… ein 3D-Modell der Cassiopeia und noch einiges mehr (inklusive zahlreicher Sonnenuhren unterschiedlicher Bauweise).

Die Besucher waren enorm beeindruckt und wünschen Stergos (links) – übrigens Sohn eines Griechen und einer Österreicherin und bestens mit den Astroszzenen Griechenlands wie Mitteleuropas vernetzt – allen Erfolg bei seinem kühnen Projekt! Die Astro-Apartments, die wöchentlich (50 €/Tag) und monatlich (30 €/Tag) vermietet werden sollen und über schnelles Internet verfügen werden, richten sich nicht primär an Hardcore-Amateurastronomen (für die der stadtnahe Himmel wohl nicht dunkel genug wäre) sondern mehr an ’normale‘ Touristen, die aber etwas anderes als ‚das Übliche‘ vom Urlaub erwarten: „A different kind of holiday,“ steht auf Stergos‘ Visitenkarte. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: ein Bericht zwei Monate später, die fertige Sternwarte im Dezember hier, hier, hier und hier und auf noch viel mehr Bildern und Bilder vom September 2013]

Kann man den Bau einer Volkssternwarte „crowd-funden“?

Das Problem wird Kennern der Bonner Volks-Astro-Szene nicht unbekannt sein: Teleskope sind vorhanden, auch potenzielles Personal, das damit gerne Astronomie für die Bevölkerung betreiben möchte – aber es fehlt das Geld für den Bau eines festen Gebäudes für diesen Zweck, einer Volkssternwarte im eigentlichen Wortsinne. So ergeht es sein nunmehr gut drei Jahren der Volkssternwarte Bonn, die korrekterweise eigentlich ein „in spe“ im Titel tragen müsste, weil eine feste Sternwarte eben seit nunmehr 40 Jahren nur eine Vision ist. Die Teleskope aber nicht: Im März 2009 stimmte eine Mitgliederversammlung der VSW Bonn einhellig gegen den damaligen Vorstand und für das Angebot des Argelander-Instituts für Astronomie, zwei dicke Teleskope auf dem Institutsdach (Bild oben) als Grundstock der ersten echten Bonner Volkssternwarte zu übernehmen; ein Bild dokumentiert den historischen Augenblick.

Der Abbau der Teleskope folgte gleich im nächsten Monat – aber seit nunmehr 37 Monaten warten sie, eingelagert bei einem Mitglied, auf ein neues Zuhause. Das zu finanzieren, gäbe es, mangels vermutlich nicht ausreichenden Eigenmitteln, drei Möglichkeiten: die öffentliche Hand (derzeit wohl utopisch), Groß-Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft (keine in Sicht) – und viele Kleinspender, die es zusammen stemmen. Das hat in NRW schon mindestens einmal geklappt, bei der Volkssternwarte Ennepetal nämlich. Die finanzierte ihr schmuckes Vereinsheim neben der Teleskopkuppel durch zahlreiche Sponsoren, darunter auch viele Privatleute, die nicht namentlich genannt werden wollen, warum auch immer.

Genau denselben Weg will nun auch ein Volkssternwarten-Projekt in den USA im Bundesstaat New York gehen, das Teleskope aber kein Gebäude dafür hat: Große und kleine Spenden werden nun gesucht. Wobei es sicher hilfreich ist, dass die Initiative von einer prominenten jungen Amateurastronomin ausgeht, die mit 14 Jahren eine Supernova entdeckte und später Ehrengast auf Präsident Obamas Starparty zum IYA war (im Bild rechts). Warum eigentlich sollte derartiges „Crowd-Funding“ nicht – nach gezielter Promotion des Projekts, mit oder ohne Astro-Stars – eigentlich auch in Bonn funktionieren? Eine Art Präzedenzfall aus der Bonner Wissenschafts-Vermittlung gäbe es sogar: Die Anschaffung eines prächtigen Riesen-Minerals durch ein Museum der Uni wurde Anfang diesen Jahres auch durch viele Kleinspender zusammen ermöglicht … [Daniel Fischer]