Turbulente Fortsetzung des laaangen Transit-Tages auf Rhodos

Nach stundenlanger erster Auswertung des massiven Bildmaterials vom Venustransit – hier drei “giottierte” Videosequenzen mit einem 80-mm-Refraktor von Paul Hombach und fünf ausgewählte Video-Einzelbilder mit der Aureole beim Austritt von Tobias Kampschulte -

setzte sich die KBA-Expedition erst gegen 15:15 OESZ in Bewegung, um noch etwas Tourist zu spielen: zuerst im originell auf der Halbinsel, die beim Sonnenaufgang den Vordergrund bildete, gelegenen Lindos, das von einer schwer antiken und x-mal umgestalteten Akropolis überragt wird.

Erste Entdeckung in Lindos Downtown: dieses merkwürdige Gerät, offenbar mit einem Gnomon aber ohne Skala – ein Mittagsanzeiger?

Die Akropolis hatte sinnigerweise um 15:40(!) Uhr ihre Pforten geschlossen, so dass nach dem steilen Aufstieg nur der Blick in die mediterrane Runde und auf ein paar der historischen Säulen blieb …

… während wir wieder im Städtchen angekommen von dieser Katze argwöhnisch beäugt wurden: Rhodos is voll von Katzen, die sich am liebsten bei, auf oder in Mülltonnen aufhalten.

Ein Blick zurück auf Lindos bei der Weiterfahrt ins Inselinnere zum Kloster Moni Tarri – das wurde auch erreicht, aber der Weg zurück nach Gennadi erwies sich überraschend als Schotterpiste. Und kaum wieder auf Asphalt angekommen verreckte die Gangschaltung des Mietwagens, der sich mit letzter Kraft bis an den Rand von Gennadi schleppte und dann stehen blieb.

Nach etlichen Telefonaten mit der Mietwagen-Zentrale am Flughafen schien sich eine Lösung ab zu zeichnen, so dass leicht entspannt nach dem Merkur gesucht werden konnte – erfolgreich! Im Feldstecher und für die Kamera eindeutig, für das bloße Auge grenzwertig war er da: Die Abendsichtbarkeit hat begonnen, und jeden Tag wird er nun bei gegebener Uhrzeit/Dämmerung rund 1° höher stehen.

Während die Merkursichtung von langer Hand vorbereitet war, kam es zu dieser quasiastronomischen Beobachtung nur zufällig: Kurz nachdem die Mietwagenfirma völlig unbürokratisch – Efcharisto, Hellas! – einen Ersatzwagen abgeliefert hatte, zog die ISS mit -3. Größe über Gennadi, fast durch den Zenit.

Wieder im Appartment noch ein irrer Mondaufgang – in Farben, die die Kamera nicht wieder gibt, und krass verzerrt. Gleichzeitig kam erstmals auch etwas Deep-Sky-Atmosphäre auf, mit dem Skorpion markant im Südsüdosten aufsteigend, während der Mond noch tief stand. Gelegenheit für das eine oder andere Gläschen lokalen Rotwein auf der Terrasse, zur Feier eines 18 Stunden langen und ausserordentlich ereignisreichen Tages auf 36° Nord und 28° Ost. [Daniel Fischer]

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Über skyweek

Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 6. Juni 2012 in Ausflugsbericht, Beobachtungsbericht, Bilderstrecke und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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