Archiv für den Tag 21. Juni 2012

Ein KBA-ler auf Berlin-Besuch – und ein Tipp für die nächsten drei Monate!

Aus Anlass eines Auftritts in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte nach Berlin gereist, konnte dieser Blogger heute morgen noch an der Pressekonferenz zu und Vorbesichtigung einer neuen Ausstellung im Pergamonmuseum teilnehmen, die vom 22. Juni bis 30. September besichtigt werden kann – und soll(te), wenn es einen im nächsten Vierteljahr nach Berlin verschlägt. Denn das scheinbar so abstrakte Thema „Jenseits des Horizonts – Raum und Wissen in den Kulturen der Alten Welt“ ist mit jeder Menge Astronomiegeschichte in schönen Artefakten garniert, etwa obigem Fragment eines 2000 Jahre alten römischen Himmelsglobus. Und einem Lokal-Reporter ist sogar nur die Astronomie in der Ausstellung aufgefallen, dabei gibt es auch viele andere originielle Dinge, von einem trepanierten Steinzeit-Schädel über altgriechische Täfelchen zur zielgerichteten Verfluchung des Nachbarn bis zu (nachgebauten) antiken Musikinstrumenten, die der Besucher selbst anspielen darf. Besucht werden kann ‚Jenseits des Horizonts‘ nur im Paket mit der Dauerausstellung für EUR 13 – aber das lohnt sich angesichts von deren Spektakularität allemal. Ach, und noch ein Bonn- und Astro-Bezug: Die „Jenseits“-Co-Kuratorin Gabriele Pieke war lange Direktorin des Ägyptischen Museums in Bonn. Und gemeinsam mit ihr hatte ich mal einen – sehr gut besuchten – Vortrag über altägyptische Astronomie im Forum Astronomie der VSW Bonn organisiert. Danach waren uns leider keine weiteren thematischen Überschneidungen mehr eingefallen … [Daniel Fischer]

Planeten in der Dämmerung

Trotz des vielfach wolkigen Wetters waren in den letzten Tagen die fünf klassischen, mit bloßem Auge beobachtbaren  Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn alle innerhalb weniger Stunden bzw. an einem Tag vom „KBA-Land“ aus zu sehen.

Merkur bietet eine mäßig gute Abendsichtbarkeit – für das bloße Auge zwar eine Herausforderung, mit einem Fernglas bei einigermaßen guter Sicht aber kein Problem. Dieses Bild zeigt Merkur am Abend des 17.6.:

Im Laufe des Abends waren natürlich Mars und Saturn (letzterer z.Z noch oberhalb von Spica) einfach zu beobachten. Am folgenden Morgen des 18.6. gelang dem Autor zwischen 4:30 und 5 Uhr MESZ ein erster Blick auf Jupiter, der nach seiner Konjunktion jetzt wieder am Morgenhimmel aufgetaucht ist.

Erste Berichte von Teleskop-Beobachtern deuten an,  dass sich Jupiters nördliches Äquatorialband (NEB) dramatisch verändert haben könnte – es bleibt  jeden Fall spannend! Wenige Minuten später, Jupiter war schon in den rasch ziehenden Wolken verschwunden, ging Venus auf – es war die erste Beobachtung mit bloßem Auge bei der beginnenden Morgensichtbarkeit. Am Tag zuvor gelang diesem Blogger eine Taghimmelbeobachtung der Venus per GoTo-gesteuertem Teleskop: Die Sichel ist so kurz nach dem Transit immer noch spektakulär schmal.

Im Fernglas (8x Vergrößerung) zeigte sich Venus noch eindeutig mit Phase. [Paul Hombach]

Ein KBA-ler auf Hamburg-Besuch

Genau vor zwei Wochen ging es für ein verlängertes Wochenende nach Hamburg. Und was wäre ein viertägiger Städtetrip, wenn ich nicht nebenbei der über 200-jährigen Astronomiegeschichte dieser Hansestadt nachgespürt hätte. Was hat z.b. der Kirchturm des Michels mit einer Erfindung von Gauß oder mit den Physikversuchen des Lehres Benzenberg zu tun? Was stand einst an dem Ort der heutigen Elbphilarmonie-Baustelle, gibt es sogar astronomische Motive in dem riesigen Miniatur-Wunderland oder was macht dieser schöne Himmelsglobus im Hamburger Planetarium? Damit beschäftigt sich der erste Teil meines ausführlichen Fotoberichts. Ein noch folgender zweiter Artikel widmet sich dann dem Besuch der Hamburger Sternwarte in Bergedorf, die zufälligerweise an dem Wochenende zum Tag der offenen Tür einlud. [Nico Schmidt]