Astronomie zum Anfassen für fast 600 Kinder

Heute vor einer Woche öffnete am Tag der deutschen Einheit das Argelander-Institut in Bonn-Endenich seine Türen vor allem für kleine Entdecker und Sternfreunde. Der Maustag, zu dem fast 600 Kinder kamen, fand aber nicht nur in den Institutsräumen statt. Draußen bei viel Sonnenschein wurde spielerisch das Sonnensystem nähergebracht, wobei ein kleiner aber maßstabsgerechter Planetenpfad abgelaufen und anschließend die unterschiedlichen Umlaufzeiten der inneren Planeten (darum standen Saturn und Co. am Rand) aktiv verdeutlicht wurden. Über den Sonnenschein freute sich auch Jörg Stegert, der als einziges Mitglied von der Volkssternwarte Bonn an der Veranstaltung mitmachte und ab 10 Uhr die Stellung an zwei Sonnenteleskopen hielt. Sehr viele Kinder und ihre Eltern, sogar die kleine Mondastronautin Amelie Armstrong, konnten so einen kurzen Blick auf unseren Stern im Weißlicht mit einigen kleinen Sonnenflecken werfen oder sahen eine Eruption auf der roten Sonne im H-alpha-Licht. Und nebenbei wurden allerhand Fragen zu Sonne, Mond und Sternen, von Schwarzen Löchern, außerirdischem Leben bis zum Fernrohrkauf beantwortet. Das Wetterglück hielt erstaunlich lange und erst gegen 17 Uhr, eine Stunde vor dem Ende des Maustags, wurden die Teleskope wegen aufkommender dichterer Bewölkung abgebaut.

Schlange stehen hieß es nicht nur vor dem großen Teleskop auf dem Institutsdach, schon am Eingang musste man Wartezeiten in Kauf nehmen. Drinnen konnten die Kinder dann an mehreren nach griechischen Musen benannte Stationen auf Entdeckungsreise gehen. Besonders im mit Planeten dekorierten großen Hörsaal waren Kometen das Hauptthema. Neben vielen historischen Kometendarstellungen hingen hier auch von Kindern gezeichnete Kometenbilder und es konnten sogar Schweifsterne gebastelt werden, außerdem wurde in Vorträgen auf die schon am 03. November startende “Kometenzeit in Bonn” hingewiesen. An anderen Stationen erfuhr man beispielsweise etwas zum All-Tag der Astronauten auf der Raumstation ISS, bei „Klio“, der Muse der Geschichte, konnte man „Märchen des Himmels“ zuhören und bei der Muse der Tragödie ging es natürlich um den Ex-Planeten Pluto. Die Station der Muse der Musik war ideal mit Astronom und Posaunist Michael Geffert, der längst durch seine vielen Vorträge bekannt ist, besetzt. Hier konnte man ultraschnellen Radiopulsen von Pulsaren lauschen oder am Keyboard eine Sternkarte – mit Notenschlüssel – der „Bonner Durchmusterung“ hörbar machen. Klopfzeichen und ein Fadenkreuz am Bildschirm sollten die 7-jährige Arbeitsweise verdeutlichen, mit der dieser bekannte Bonner Sternkatalog unter Arelanders Leitung entstanden ist und 1863 – also vor genau 150 Jahren – herausgegeben wurde. Egal ob spacige Weltraumbuttons ausmalen oder echte Radioastronomen mit Fragen löchern – Spaß werden die kleinen Entdecker auf jeden Fall gehabt haben. [Nico Schmidt]

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Veröffentlicht am 10. Oktober 2013 in Bilderstrecke, Forscher der Region, Veranstaltungsbericht, VSW Bonn in Action und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. „Jörg Stegert, der als einziges Mitglied von der Volkssternwarte Bonn an der Veranstaltung mitmachte.“ Hm, so viel ich weiß, bin ich ebenfalls Mitglied der Volkssternwarte Bonn und habe 8 Stunden lang im Kometenraum mitgemacht …

  1. Pingback: Toller astronomischer Nachmittag für Kinder | Zauber der Sterne

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