Ein Stern wird kommen – und untergehen … save the date: 21. Oktober, Köln!

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Weihnachten ist dieses Jahr schon am 21. Oktober – denn am Abend dieses Dienstags wird der amerikanische Physiker und Spezialist für Wissenschaftsgeschichte Aaron Adair bei den Skeptics in the Pub Köln in einem Restaurant in Köln-Ehrenfeld die Geschichte des angeblichen Sterns von Bethlehem auseinander nehmen: “The Cosmic Christmas: History, Science, UFOs, and the Star of Bethlehem” heißt sein Vortrag in englischer Sprache, und der Eintritt ist frei. (Um eine Spende zur Deckung der Unkosten und reichlich Verzehr wird natürlich gebeten.) Durch einen fundamentalen Fachartikel – leider hinter einer Paywall verborgen – und ein darauf folgendes populärwissenschaftliches Buch empfiehlt sich Adair als vielleicht der Kenner der Problematik des SvB-Komplexes (oder wie die Amerikaner zweideutig sagen: dieses SoB) in der Gegenwart. Und seine Teilnahme an einer Tagung zum Thema in Groningen ist auch der Grund für Adairs Europa-Reise, in deren Rahmen er zuvor auch in unsere Gegend kommt (oben ein Bild von der vorangegangen Veranstaltung der Reihe): Dieser Blogger freut sich, dies vermittelt haben zu können und hofft nun auf rege Teilnahme. [Daniel Fischer]

Gesichter des WestHavelländer AstroTreffs 2014

So war das an den beiden Haupttagen des 4. WHAT in Gülpe gestern und heute.

Ohne ihn gäbe es weder den Sternenpark Westhavelland (die Webseite soll in ca. 2 Wochen starten) noch Gülpe auf der Landkarte der deutschen Astronomie: Andreas Hänel, seit 20 Jahren Kämpfer gegen die Lichtverschmutzung.

Die neue Leiterin des Naturparks Westhavelland, Ilona Langgemach (l. & u.) und ihre Vorgängerin Kordula Isermann, in deren Amtszeit die Ausrufung des Sternenparks diesen Februar fiel.

Das Gülper Urgestein Burghard Zacharias zeigte diese 22-Minuten-Doku über den vorjährigen WHAT.

Die Ruhe vor der langen und recht klaren ersten Nacht 29./30. August, während Hänel – beobachtet von einem ZDF-Team – die Freuden der nächsten Stunden ankündigt: mehr Bilder des gestrigen Tages gibt’s auch hier.

Pressekonferenz heute Mittag: Hänel mit einem Abriss der Geschichte des Sternenparks und guten (weil < 3000 Kelvin; links) und schlechten LED-Leuchten. Auch dabei natürlich der Direktor des Amts Rhinow, das in der besonders dunklen Zone des Sternenparks liegt, Jens Aasmann – zugleich Vorsitzender des Fördervereins für denselben.

Formelle Eröffnung des 4. WHAT durch den Landrat Burkhard Schröder.

Katrin Bongard liest aus ihrem – erst am 1. September erscheinenden – Jugend-Thriller Schattenzwilling, der durch die Teilnahme am 2. WHAT 2012 inspiriert wurde und auch teilweise auf der Starparty in Gülpe spielt.

Der Medienrummel um Gülpe ist ungebrochen: Das ZDF filmt auch heute wieder (inklusive Selfie-Versuchs mit Dobson), lokales Radio ist da, und Hänel gibt fast pausenlos weitere Print-Interviews. Und zwei kurze Zeitfenster für Sonnenbeobachtung u.a. mit einem Spitzen-Coronado gibt es auch, …

… leider zeitgleich mit dem Fachvortrag von Susanne Hüttemeister (100 Milliarden Exoplaneten in 70 Minuten), dem Hänels Bericht über seine Inspektionstour amerikanischer Dark Star Places 2014 folgte. Danach blieb der Himmel leider zu, während ein lokaler Bäcker (u.) weiter großen Umsatz machte: Ende des WHAT 2014 (weitere Bilder von heute auch hier), der sich als höchst originelle Kombination von traditioneller Starparty, astronomischem Public Viewing – die Bevölkerung war explizit eingeladen, die angereisten Amateurastronomen zu besuchen – und auch ein wenig Lokalpolitik. Der 5. WHAT wird vermutlich Mitte September 2015 stattfinden: Das sollte man sich vormerken! [Daniel Fischer]

Auf der Freitags-Star-Party des vierten WHAT

























Auf dem Sportplatz des Dörfchens Gülpe im Naturpark – und International Dark Sky Reserve seit diesem Februar – Westhavelland in Brandenburg vor und während der Starparty 29./30. August 2014 im Rahmen des 4. WestHavelländer AstroTreffs, der auch 2014 wieder Medien-Thema ist: vor der Kulisse des nicht optimal klaren aber doch zeitweise SQM-L-Werte um 21.2 erreichenden Himmels auffällig v.a. ein 60-cm-Dobson und ein Yolo-Reflektor. Und vor der Abenddämmerung Kranich-Schwärme; die Zeit läuft konsequent von unten (gegen 19:00 MESZ) nach oben (gegen Mitternacht). [Daniel Fischer]

Erste Begegnung mit dem ersten deutschen Dark Sky Reserve

Standort: International Dark Sky Reserve Westavelland, in der gefeierten Dunkelzone westlich von Berlin in Brandenburg. Wetter: wolkenlos, aber hohe Luftfeuchtigkeit und immer wieder Nebelfelder. Mond: keiner. Technik: Messungen der Himmelshelligkeit etwas neben dem Zenit – durch den die Milchstraße läuft – mit einem SQM-L und Weitwinkel-Aufnahmen mit einer herumliegenden Bridge-Kamera bei ISO 1600, 60 Sekunden, Blende 2.8, Farbwiedergabe “vivid”. Zeitraum: 27. August 2014, ~23:45 MESZ, bis 28. August 2014, ~1:15 MESZ.

Vom Balkon des Hotels nahe Semlin auf 52.64°N 12.40°O, in der südlichen E1-Pufferzone: SQM-Wert 21.15. Bild (unten rechts) wie auch Feldstecher zeigen problemlos Messier 33, die mit bloßem Auge indes nicht zu sehen ist.

Westlich des eigentlichen Dorfes Semlin, kurz vor dem Mini-Weiler Lötze, auf 52.66°N 12.36°O, ebenfalls E1: SQM-Wert 21.30-21.33. Aber Richtung Osten ein massiver Effekt von Berlin (und Richtung Süden eine weitere, schwächere Lichtglocke, vielleicht von Rathenow).



An der Bundesstraße 102 etwas nördlich von Hohennauen (mit verblüffend reichhaltiger Straßenbeleuchtung für solch ein kleines Dorf) auf 52.69°N 12.36°O, in oder sehr nahe an der Kernzone E0: SQM-Wert auch wieder um 21.3, also kein messbarer Gewinn gegenüber E1. (Im Wald war es allerdings stockfinster, eine interessante Erfahrung.) Bei weniger feuchter Luft ist der Gewinn an Himmelsqualität E1 -> E0 vielleicht spürbarer, auch gibt es spezielle Empfehlungen für dunkle Plätze, die aber mangels einer vernünftigen Karte auf die Schnelle nicht aufzusuchen waren. Die Forschungen gehen weiter – und am Wochenende ist das 4. Westhavelländer Astrotreffen. [Daniel Fischer]

“Outer Space” in Bonn: Liberty Bell 7 kommt!

Die seit rund 4 Jahren geplante Ausstellung “Outer Space – Faszination Weltraum” in der Bundeskunsthalle nimmt Gestalt an. Ein Ariane IV-Triebwerk wurde bereits aufgestellt. “Es passte gerade so durch die Türen, andere Teile der Ausstellung müssen drumherum gebaut werden”, so der Intendant der BuKuHa, Rein Wolfs, gestern auf der Pressekonferenz, die im Envihab des DLR stattfand. Die Schau findet in Kooperation mit dem DLR statt. Dessen Leiter Prof. Wörner, betonte entsprechend die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Raumfahrt sei Teil der Kulturaufgaben der Menschheit. Kunst und Forschung würden auf je ihre Weise den Horizont des Menschen erweitern. Die Kuratoren der Ausstellung, Claudia Dichter und Stephan Andreae, erläuterten das Konzept der 12 Räume, das mit einer Fülle interessanter Exponate aufwartet, zu denen auch das Argelander Institut für Astronomie beigetragen hat. So ist z.B. eine Kalkplatte der Bonner Durchmusterung vertreten.  Jeder Raum steht unter einem eigenen Motto wie “Rakete”, “Richtkräfte”, “Schweben und stürzen”. Da trifft Rubens auf ET, zeitgenössische Künstler auf historische Instrumente, der Meteorit von Ensisheim auf das berühmte Bügeleisen aus dem Raumschiff Orion. Neben den SciFi-Devotionalien – man sieht ausschließlich in Filmen verwendete Original-Requisiten wie “R2D2″ – sind es vor allem die “richtigen” Raumfahrtexponate, die spektakuläre Akzente setzen. Höhepunkt ist die amerikanische Raumkapsel Liberty Bell 7. Sie absolvierte 1961 den zweiten Weltraumflug des Mercury-Programms. Astronaut V. Grissom konnte sich nach der Wasserung im Atlantik mit Mühe retten, die Kapsel versank und wurde erst 1999 vom Meeresgrund geborgen, aufwändig restauriert und seitdem im Kansas Cosmosphere and Space Center ausgestellt. Von dort ist sie nun nach Bonn unterwegs und ist erstmals außerhalb der USA zu sehen! Die Ankunft in Bonn ist voraussichtlich am 29.8. vormittags um 10 Uhr. Die Ausstellung “Outer Space”( unter der Schirmherrschaft von Kanzlerin Angela Merkel) wird am 2. Oktober eröffnet, sie endet am 25.2.2015. Ein attraktives Rahmenprogramm begleitet die Schau, so eine Live-Übertragung der Philae-Landung auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko am 11. November oder eine “Welcome-Home-Party” für den Astronauten Alexander Gerst. Ob es auch zu öffentlichen Beobachtungen im Zusammenarbeit mit Sternfreunden aus der Region kommt, wird kurzfristig bekannt gegeben. Der Ausstellung ist viel Erfolg zu wünschen!  [Paul Hombach] Nachtrag: Weitere Impressionen von der Pressekonferenz in einem Beitrag von Nico Schmidt.

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Pressekonferenz im DLR

Als sich Venus und Jupiter fast berührten …







Wie schon 24 Stunden zuvor lösten sich die Wolken über Königswinter-Heisterbacherrott heute Morgen gegen 5:20 MESZ pünktlich auf, so dass der Blick auf das Venus-Jupiter-Paar frei wurde, nunmehr bei ihrer engsten Begegnung mit nur 1/5 Grad Abstand voneinander! Dramatisch der Aufgang des engen, wegen der Horizontnähe noch golden glänzenden Paares in der tieferen Dämmerung, majestätisch der Anblick schließlich in größerer Höhe bei fortschreitender Dämmerung; die Zeit läuft von unten nach oben. Das letzte = oberste Bild entstand dann von einem anderen Standort aus: aus einem Schlafzimmerfenster. Und noch später, um 6:00 MESZ, war das Paar deutlich und nun schon ziemlich hoch am hellen Dämmerungshimmel auszumachen. Zwei Bilder mit höherer Auflösung hier und hier bzw. hier. Und unten noch ein schönes Info-Video der NASA zum Fortgang der Dinge. [Daniel Fischer]

Wenn Captain Picard in 48 Minuten einfach alles erklärt

Die Astronomie-Szene Nordrhein-Westfalens – und bald der ganzen Bundesrepublik – ist seit heute um eine Attraktion reicher: Im Planetarium Münster und ab dem 5. August auch im Planetarium Bochum (sowie im weiteren Jahresverlauf noch in mindestens acht weiteren in anderen Bundesländern) läuft die brandneue Show “Zeitreise – vom Urknall zum Menschen”, nach den guten Erfahrungen mit dem Erstling vor zwei Jahren nun die zweite aufwändige Gemeinschaftsproduktion zahlreicher deutscher Planetarien in der Fulldome-Ära.

Waren es beim ersten Mal noch sechs, so haben nun gleich zehn Planetarien gleichzeitig das gewaltige Projekt gestemmt: hier alle Hauptverantwortlichen, die bei der gestrigen Premiere in Münster (ganz unten) anwesend waren, bei dem die Federführung lag und dessen Leiter Björn Voss (unten) auch Regie führte. Der Anspruch (Domeshot aus Voss’ einführendem Vortrag) war enorm und wurde souverän umgesetzt, mit Unterstützung zahlreicher Spezialisten für Computergrafik. Aber die agierten nicht nach primär künstlerischen oder dramatischen Gesichtspunkten, wie so oft in der Astro-Visualisierung für die Massen, sondern setzten akribisch echte wissenschaftliche Daten und numerische Ergebnisse großer Simulationsrechnungen in spektakuläre Animationen um, die den Zuschauer in den thematisch äußerst dicht gepackten 48 Minuten auf allen Seiten umwirbeln.

Pro Szene habe er typischerweise ein Buch lesen müssen, um es auch ja richtig zu machen, erzählt der Astronom Voss und übertreibt kaum: Schließlich geht das Programm weit über die Astrophysik hinaus. Auch da wird in der Show bereits manches neu gesehen: Der Urknall ist z.B. keine Explosion in einem schwarzen Nichts sondern ein blau strahlender Raum (denken Sie mal drüber nach) – und die Dunkle Materie ist wirklich dunkel, erscheint als düstere Filamente vor hellem Hintergrund. Rasch entstehen Milchstraße, Sterne, Sonne, Erde, Mond, denn der eigentliche Schwerpunkt der Zeitreise – die konventionell aber überzeugend anhand des Gleichnisses 13.8 Mrd. Jahre = 1 Jahr fortschreitet – sind die Entstehung und Ausbreitung des Lebens auf der sich weiter entwickelnden Erde (mit Dinosauriern satt).

Voss, den beim Skript mehrere weitere PlanetariumsleiterInnen berieten, macht sich dabei weitgehend die White-Smoker-Hypothese zu eigen (die gerade erneut von Martin et al. in Science 344 [6. Juni 2014] 1092-3 vorgestellt wurde) und nennt populäre Alternativen der Biogenese nicht einmal: eine interessante Provokation. Das Programm schreckt auch vor Fachbegriffen nicht zurück und präsentiert derart viel Material, dass es wohl auch Sachkenner etliche Male sehen müssen, um alle Details mit zu bekommen. Ein kompletter Abriss gleich mehrerer Naturwissenschaften auf dem allerneuesten Stand, und das auch noch aus dem Off erzählt von der aktuellen deutschen Stimme von Jean-Luc Picard: Wen das nicht bewegt, bei dem ist ein gewichtiger Teil der menschichen Kulturgeschichte noch nicht angekommen … [Daniel Fischer]

01. August: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich

Ein Blick auf den Flyer zum großen Astronomie-Veranstaltungsprogramm 2014 zeigt, dass in genau einer Woche die nächste öffentliche Beobachtung stattfindet. Am 01. August ab 22:00 Uhr laden wie schon einige Male dieses Jahr Bonner Hobbyastronomen erneut zum Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) in Bonn-Endenich ein. Durch die aufgebauten Teleskope können der Sichelmond mit seinen unzähligen Kratern sowie die Planeten Mars und Saturn (das Foto oben zeigt, wie am selben Ort vor gut einem Jahr eine außergewöhnliche globale Saturnbeobachtung stattfand) beobachtet werden. Weitere Ziele in den Sternbildern an einem sommerlichen Abendhimmel werden Doppelsterne, Kugelsternhaufen oder Planetarische Nebel sein. Hinweis: Da für die Veranstaltung kein Ausweichprogramm geplant ist, findet die öffentliche Beobachtung nur bei geeigneten Wetteraussichten statt. [Nico Schmidt]

Zeitraffervideo der Leuchtenden Nachtwolken vom 3.- 4. Juli 2014

Leuchtende Nachtwolken über der Region

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli erfreute ein schönes Himmelsphänomen die Beobachter: Leuchtende Nachtwolken. Dies sind sehr dünne Wolken in ca. 83 km Höhe, die nur bisweilen in den Sommermonaten sichtbar sind. Ihr Auftreten ist eher selten und schwer vorherzusagen, zudem muss der Beleuchtungswinkel stimmen. Durch ihre enorme Höhe werden sie in diesen Tagen, wo die Sonne nachts nur wenige Grad unter dem Horizont steht, noch vom Sonnenlicht getroffen. In der Nacht zum Freitag hat alles gepasst. Die Wolken waren ungewöhnlich zahlreich und hoch, über der Region waren sie schon ab ca. 22:30 in der Dämmerung als silbriges, wellenförmiges Muster am Himmel zu sehen. Während diese sogenannten “NLCs” für unsere Breiten normalerweise eher tief über dem Nordhorizont stehen, waren diese weit nach Süden vorgedrungen und standen ungewöhnlich hoch am Himmel. Die Folge war, dass sie bis in den Alpenraum beobachtbar waren. Beobachter aus unserer Region berichten von einer verstärkten Aktivität mit Beginn der Morgendämmerung. Zahlreiche Berichte und Bilder gibt es aus dem Ruhrgebiet und dem Raum Bonn (ebenso hier) PH
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Leuchtende Nachtwolken über der Nordeifel. Bild: PH

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