Polarlicht-Spektakel auf Hurtigruten-Spritztour

Über 30 Wintertage ist dieser Blogger nun schon 2011-13 auf der Hurtigruten entlang der norwegischen Küste geschippert, und bei jeder der drei Reisen gab es herausragende Aurora-Displays zu genießen – jetzt war er gerade einmal vier Stunden auf der MS Nordkapp unterwegs, zwischen Skjervøy und Tromsø (das diesmal den festen Standort der Polarlicht-Expedition bildet) nahe 70° Nord, und was gestern Abend geboten wurde, spielte in der gleichen Liga. Wie immer geben die lange belichteten Bilder das volle – und mitunter in rasanter Bewegung befindliche und den ganzen Himmel erfassende – Erscheinugsbild nur sehr andeutungsweise wieder, dafür aber bunter als was das Auge sieht …

Nach dem Verlassen von Skjervøy war lange nur ein extrem schwaches unstrukturiertes Glimmen am Nordhorizont zu erahnen gewesen, aber lang belichtete Fotos zeigten, dass es allmählich interessanter wurde. Und plötzlich dann das (21:19 MEZ: 15 Sek. ISO 1600; alle Aufnahmen mit Blende 2.8 und KB-Äquiv.-Brennweite 25 mm, teilweise beschnitten).

Nur durch Zufall entdeckt und dann systematisch aufgenommen: eine vom westlichen Ende des Aurorabogens aus senkrecht hoch in den Himmel ragende rote Säule, wegen ihrer Farbe für das Auge kaum zu erkennen, fotografisch aber um so überraschender (21:28 MEZ: 30 Sek. ISO 1600).

22:08 MEZ: 30 Sek. ISO 1600.

22:11 MEZ: 20 Sek. ISO 1600.

22:18 MEZ: 20 Sek. ISO 1600.

Die Farben Grün und Rot sind immer echt, das Blau allerdings ist Qualm des Schornsteins (22:26 MEZ: 30 Sek. ISO 800).

Während das Display über lange Strecken zwar lichtschwach blieb, kam es immer wieder zu rasantem Anstieg der Helligkeit einzelner Strukturen, die gleichzeitig auch wuchsen und in Bewegung gerieten – es war nur mit Mühe möglich, die Belichtung anzupassen (zweimal 22:34 MEZ: 8 Sek. ISO 1600).

22:42 MEZ: 15 Sek. ISO 1600.

22:43 MEZ: 15. Sek. ISO 800.

22:44 MEZ: 15 Sek. ISO 800.

23:01 MEZ: 15 Sek. ISO 1600.

23:04 MEZ: 6 Sek. ISO 800.

Zweimal 23:05 MEZ: 4 Sek. ISO 800.

23:10 MEZ: 6 Sek. ISO 1600.

Mit der Annäherung an Tromsø wurde das Display wieder diffuser (23:12 MEZ: 13 Sek. ISO 1600), und weite Teile des Himmels zeigten nun fotografisch einen Grünton. Magnetometrisch korrespondierte der ganze Ausbruch mit einer signifikanten isolierten Störung in „unserem“ Breitenbereich – aber der (globale) Kp-Wert blieb bei … eins. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: noch drei Bilder hier, hier und hier – und offenbar dasselbe Display, von Tromsø selbst aus aufgenommen (mehr und mehr) sowie auf den Inseln Kvaløya (mehr) und Andøya und in Nordschweden (mehr) – und aus der Luft ab England. Plus die Allsky-Bilder einer Kamera bei EISCAT und Magnetometer-Daten aus Tromsø]

Advertisements

Über skyweek

Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 28. Januar 2014 in Beobachtungsbericht, Bilderstrecke, Eigene Bilder & Videos und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Stefan Müller

    Was hattest du für eine Kamera bei den Nordlichtfotos im Einsatz?

  1. Pingback: Live-Blog von einer Aurora-Jagd in/bei Tromsø | Skyweek Zwei Punkt Null

  2. Pingback: Weitere größere Artikel | Skyweek Zwei Punkt Null

  3. Pingback: Polarlicht … zum zweiten! | Daniels Dies & Das

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: