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Gestatten: die Venus, 9 Stunden vor dem Transit!!!

Was vorher trotz allerlei Experimenten mit Blenden nicht möglich war, hat zu guter Letzt die Hauskante möglich gemacht, hinter der die Sonne allmählich verschwand, während die Venus sichtbar blieb: In diesen vier(!) Minuten, rund 9(!!) Stunden vor dem Beginn des Venustransits, gelangen mit der DMK am – auf 11 cm abgeblendeten – großen Refraktor in Gennadi etliche Videosequenzen, aus denen auf die Schnelle schon mal dieses Summenbild für 12:25 UTC gerechnet werden konnte, das hier in zwei Prozessierungen zu sehen ist. Der geschlossene Ring ist nun noch viel auffälliger als gestern. Dies dürfte eines der letzten Bilder der Venus vor dem Durchgang überhaupt sein, denn für die Koronographen auf SOHO ist der Planet bereits hinter den Blenden verschwunden! [Tobias Kampschulte]

Ein Bonner auf Rügen

Tag -1 : Von alten Steinen, Dampfmaschinen und Kraft durch Freude

Herrlichstes Wetter hier und ein passender Tag, die Insel noch vor dem Venustransit ein wenig zu erkunden. Rügen ist voll von Hünengräbern, die vor vier- bis sechstausend Jahren aus teilweise tonnenschweren Steinen aufgebaut worden sind.

Steine über Steine, aber die Insel selbst ist ja berühmt für ihre weißen Felsen:

Im Jahr 1935 begann die Errichtung des Seebades Prora. 20.000 Menschen sollten hier im Rahmen von Kraft durch Freude Urlaub machen können. Das Ergebnis waren kilometerlange fast lückenlos aneinandergereihte Häuserblocks. Schon irgendwie deprimierend….

Zu guter Letzt eine Begegnung mit dem Rasenden Roland:

Gleich geht dieser Blogger Kaffee trinken und dann heißt es weiter warten auf den Venustransit….

Ein Bonner auf Rügen

Tag -1 : Testen und Erkunden

Heute Morgen habe ich mich um 4:10 Uhr (gäähn) auf meine Terasse begeben, um die Sichtbedingungen zu testen.

Leider war es noch so wolkig/diesig (gemäß Wettervorhersage), dass der eigentliche Sonnenaufgang nicht zu sehen war. Aber zumindest die Richtung war eindeutig feststellbar und passt!

Statt eines auftauchenden Sonnenscheibchens wurde der Himmel dann nur immer heller. Außerdem gibt es nach rechts einige Bäume, die mir die Sichtbarkeit des dritten und vierten Kontakts erschweren werden, der hier ja immerhin erst zweieinhalb Stunden nach Sonnenaufgang stattfindet. Ich werde mal mit dem Hotelbesitzer reden, dass ich auf die weiter links befindliche Restaurantterasse ausweichen kann.

Nach dieser morgendlichen Aktion habe ich mich erst mal wieder schlafen gelegt und werde jetzt nach einem geruhsamen Frühstück ein wenig die Insel erkunden. Außerdem besteht bereits ein (von Daniel vermittelter) Kontakt zu einem weiteren Beobachter, der heute Nachmittag hier eintreffen wird und mit dem ich mich zum Abendessen verabredet habe.

[Peter Oden]

Ein Bonner auf Rügen

Tag -2 : Ankunft und Vertrautmachen

Für den Venustransit hat dieser Blogger sich Rügen ausgesucht – watch local! Na ja, nicht gerade bis nach Rhodos, aber immerhin 750km und mit Pausen 8 Stunden später bin ich am Ziel angekommen. Maßgeblich war die Überlegung, dass man umso mehr vom Venustransit zu sehen bekommt, je weiter nach Osten und nach Norden man geht.

Schon vor längerer Zeit fiel die Wahl auf eine kleine Pension und dort auf eines der beiden sogenannten Strandzimmer. Eigene Terasse vorm Zimmer, direkt am Sandstrand und unverbauter Blick aufs Meer bis zum Horizont – und das Ganze nach Nordosten. Zumindest theoretisch also schon recht gute Voraussetzungen – jetzt muss nur das Wetter noch mitspielen.

Während wetter.com für Mittwoch Morgen noch aufgelockerte Bewölkung verkündet, wissen meteoblue und der norwegische Wetterdienst yr.no seit heute Morgen schon mehr – sie versprechen wolkenfreien Himmel. Zumindest konnte man das Abendessen und das Bier (Lübzer Pils) auf der Restaurantterasse noch im kurzen Hemd und im Sonnenschein genießen.

Morgen früh werde ich mal schauen, ob man was vom Sonnenaufgang erkennen kann und mir die genaue Richtung markieren.

Let’s hope for the best for this blogger….

Viele Grüße nach Köln/Bonn und an die Rhodos-Expedition!

To be continued….

[Peter Oden]

KBA-Venustransit-Expedition auf Rhodos angekommen

So sieht es aus, wenn ein insgesamt rund 40 kg schwerer 14-cm-Refraktor von drei zu allem entschlossenen Amateurastronomen (darunter zwei vom KBA) zum Venustransit auf die griechische Insel Rhodos geschleppt wird:

von Bonn-Beuel im Regionalexpress (in der Holzkiste der Tubus, in Koffern und Taschen Montierung, Stativ und viele Kleinteile) über den Kölner HBf – wo im letzten Moment der Bahnsteig gewechselt werden musste! – und einen weiteren Zug nach Bochum, dann mit dem Auto zum Flughafen Weeze und mit Ryanair in 3:10 nach Rhodos,

wo das Ganze (insgesamt waren rund 90 kg eingecheckt) im weiteren Kofferraum eines Mietwagens landete,

um rund um die halbe Insel kutschiert zu werden, bis unser Appartement in Gennadi an der SO-Küste erreicht war!

Das ist der Blick in Richtung des Sonnenaufgangs – nach unseren Berechnungen über dem flachen Ende der Lindos-Halbinsel links – von der Terrasse, die sich als Plattform an zu bieten scheint,

und als Vorprogramm gab es heute schon mal – natürlich viel weiter südlich – den Aufgang des fast vollen Mondes im Skorpion über dem Meer zu sehen.

Dank Vollmonds praktisch im Perihel erscheint er – wie schon im Mai – für das blosse Auge eindeutig größer als sonst,

wobei die „Mondillusion“ dabei keine Rolle spielt, es ist die echte Geometrie, die den Effekt erzeugt.

Zum Schluss noch auf dem Weg zu einem Restaurant in dem beschaulichen Dorf (im Hintergrund scheint der Mond auf’s Meer)

eine Katze, die uns heute abend beschattete: eindeutig die Wiedergeburt der Medusa. Aber damit muss man im klassischen Griechenland eben rechnen … [Daniel Fischer]

Eine Webseite zum Venus-Transit in Bonn

hat jetzt die dortige VSW eingerichtet: „Die Volkssternwarte Bonn bietet ab 5:15 Uhr bis zum Ende des Venustransits auf dem Alten Zoll in Bonn eine öffentliche Beobachtung des Ereignisses an. Diese Beobachtung findet nur statt bei klarem Himmel und fällt bei Bewölkung oder Regen aus!“ Sonnenaufgang ist gegen 5:20 MESZ, der Austritt sollte zwischen 6:37 und 6:55 MESZ in rund 12° Höhe stattfinden, wie auch im hier eingebetteten Video zu sehen. Die Wetter-Langzeit-Prognose ist noch etwas unentschlossen; ein paar weitere Prognosen sowie wissenschaftliche Pläne für den Transit sind hier zu finden. (Zur Illustration hier ein soeben aus Indien eingetroffenes Video der Venus-Sichel von gestern und allerlei Vögeln auf seltsamen Bahnen – offenbar ist oben nicht oben.) Bezüglich Bonn und Wissenschaft sei noch auf den Tod des berühmtesten Mathematikers der Stadt hingewiesen, der z.B. hier und hier gewürdigt wird. Und dieses Blog hat in seinem ersten Monat rund 3300 Besucher gehabt, aus 38 Ländern.

Die letzte Bonner Pre-Show für den Transit der Venus – mit öffentlicher Verabschiedung derselben

Genau zwei Wochen vor dem letzten Venus-Durchgang für 105 Jahre hatte die VSW Bonn zu einer ungewöhnlichen Veranstaltung geladen, die leider – lag es am sommerlichen Wetter oder dem ungewohnten Dienstagstermin? – nicht die Zuhörerzahl bekam, die sie verdient hätte: Stefan Krause (oben) und Paul Hombach führten im Wechselspiel fast 1 1/2 Stunden durch die Geschichte der Venustransits, so ähnlich wie letzterer solo vor 2 Wochen im Deutschen Museum aber nun noch mehr ins Detail gehend und natürlich wieder mit allerlei Musikalischem, gipfelnd in einer weiteren Aufführung der Transits in Time. Just als diese verklungen waren, kam die Kunde von aufgerissenen Wolken, und die Venus konnte auch persönlich in Augenschein genommen werden, als nur noch hauchfeine aber helle große Sichel: in einer ausnehmend dicken Tüte von Wilfried Bongartz, einem Kleinrefraktor von Nico Schmidt und problemlos auch in einem Feldstecher von Stefan Krause. Nur noch die Hartgesottenen harrten allerdings aus, bis zu guter Letzt auch noch die Mondsichel weit unterhalb der Venus aufgespürt werden konnte, nur mit Mühe aus der milchigen Dämmerung zu fischen. [Daniel Fischer]

Noch exakt drei Wochen bis zum Venus-Durchgang!

So wird das Ereignis – am 6. Juni zwischen 0:09 und 6:50 MESZ – in Bonn aussehen, wo die Volkssternwarte eine öffentliche Beobachtung am Alten Zoll durchführen wird, natürlich erst ab Sonnenaufgang. Zur Einstimmung sieben ausgewählte Videoclips aus aller Welt, zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Phänomens, dem in einer Woche auch ein weiterer Vortrag in Bonn gewidmet werden wird. Nur noch genau fünf Tage sind es derweil zu einer ringförmigen SoFi im pazifischen Raum, die hierzuland leider komplett unsichtbar bleibt und nur per Webcasts v.a. aus Japan verfolgt werden kann. Oh, und dieser Blog wurde soeben zum 1500. Mal angeklickt, wobei gestern mit 223 Zugriffen der stärkste Tag war: Aus 18 Ländern kamen die ‚Besucher‘, und dank eines einsamen Argentiniers sind nun alle Kontinente außer der Antarktis dabei gewesen. [Daniel Fischer]

Die Bonner „Transits in Time“ jetzt im Web!

Der ungewöhnliche Tribut an die Venusdurchgänge von Paul Hombach und Stefan Krause, vor drei Tagen erstmals live präsentiert, ist vor wenigen Minuten auch im WWW angekommen. Hört, seht und staunt …! [Daniel Fischer]

Impressionen von der großen Venus-Transit-Show im Deutschen Museum

„Pauls Portables Planetarium“, bereits eine Institution in der Bonner Astronomie-Szene, stand heute ganz im Zeichen des oder besser der Venus-Transits: Dabei gab es auch ein Wiederhören mit der legendären Sonifikation der Rhythmik der Venus-Transits über die Jahrhunderte von 2004 – und das brandneue Musikvideo „Transits in Time“ von Paul Hombach und Stefan Krause, in Kürze auch im Web und dann hier zu sehen. Selbst der Weg dieses Autors auf eine Briefmarke in Südafrika wurde in der gut anderthalbstündigen Gesamtschau der Venusdurchgänge in Astronomie und Kultur gewürdigt – danke schön! [Daniel Fischer. NACHTRAG: ein ausführlicher Bericht von Nico Schmidt]