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Mai 2014: Treffen der VdS-Fachgruppe Spektroskopie

Nächstes Jahr wird’s in Köln auch außerhalb des Karnevals bunt. Denn wenn sich 2014 die Entdeckung der Fraunhoferlinien zum 200. Mal jährt, findet das Jahrestreffen des VdS-Fachgruppe Spektroskopie (Forum) in der Domstadt statt. Die VdS (Vereinigung der Sternfreunde) wurde vor 60 Jahren gegründet, ist mit mehr als 4.000 Mitgliedern der Dachverband der Hobbyastronomen in Deutschland und besteht aus 18 Fachgruppen zu speziellen Themengebieten. Vom 16. bis 18. Mai 2014 findet die jährliche Fachtagung ASpekt der Hobby-Spektroskopiker diesmal in Köln statt. Der Ort für das dreitägige Treffen, das Tagungs- und Gästehaus St. Georg, liegt nahe des Volksparks im Herzen der Südstadt und hat zusammen mit dem 115 Jahre alten Kloster Maria Hilf einen besonderen historischen Charme. Zu dem Jahrestreffen sind nicht nur Profis, sondern auch Einsteiger und Nicht-VdS-Mitglieder herzlich willkommen. Zum Tagungsprogramm ist derzeit noch nichts weiter bekannt, ein Vortragsthema wird aber mit Sicherheit die sehr helle Nova Delphini 2013 sein. Aktuell ist sie immer noch 6,3mag hell, so dass selbst Hobbyastronomen sie noch spektroskopieren können. Auch Infos zur Anmeldung werden noch folgen.

Die Spektroskopie ist das wichtigste Hilfsmittel bei der Erforschung der chemischen und physikalischen Natur der Sterne, Galaxien, Nebel und anderen Himmelskörper, und die dunklen Spektrallinien als Schlüssel zur Astrophysik wurden von Joseph Fraunhofer vor 200 Jahren entdeckt (das Bild zeigt eine Sonderbriefmarke zum 225. Geburtstag). Aus diesem Grund plant die Fachgruppe Spektroskopie für 2014 ein Sonderheft des VdS-Journals und auch in der Februar/März-Ausgabe der Interstellarum wird es über die im Licht versteckten Linien gehen. [Nico Schmidt]

Würzburger Frühjahrstagung – the next generation

Seit drei Jahren hat die traditionsreiche aber auch durch manchen Wandel gegangene „Würzburger Frühjahrstagung“ der Vereinigung der Sternfreunde im Friedrich-Koenig-Gymnasium ein neues Zuhause gefunden, dessen Naturwissenschaftliches Labor die Tagung auch tatkräftig unterstützt – nicht nur mit energischen temporären Umbauten von Foyer und Aula, sondern diesmal auch mit umfassendem Catering, das großen Zuspruch fand!

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Rund 90 Teilnehmer lockte die 37. Tagung an, die ein breit gefächertes Vortragsprogramm geboten bekamen. In Vertretung des verunfallten – aber auf dem Weg der Besserung befindlichen – Keynote-Sprechers Hanns Ruder machte Dominik Elsässer vom Lehrstuhl für Astronomie der Uni Würzburg Werbung für Multi-Wellenlängen-Astronomie im Allgemeinen, die MAGIC-Gamma-Teleskope im Speziellen (deren Daten frei verfügbar sind) und die Einbeziehung von Schülern nämlichen Gymnasiums in Programme damit im Besonderen. Und für das ROTAT in Südfrankreich, das Wissenschaft, Schulen und Outreach gleichermaßen dient.

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In weiteren Vorträgen ging es u.a. um Oppositionseffekte im Sonnensystem (dass der Referent dabei möglicherweise als erster Amateur überhaupt klar die Uranusringe nachweisen konnte, ging etwas unter), Reisen nach Australien zwecks SoFi und Skandinavien zwecks Venus-Transit und Aurora und immer wieder Zeitraffer-Videos – und um die Vielfalt und Freuden der Amateur-Spektroskopie, für die Lothar Schanne energisch die Werbetrommel rührte.

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Mit besonderer Spannung war Uwe Pilz von der Fachgruppe Kometen (hier mit dem aktuellen Tagungsorganisator Otto Guthier) erwartet worden, der zwar klar stellte, dass das weitere Verhalten des angeblichen Jahrhundertkometen ISON zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorhergesagt werden kann, aber doch einigen Optimismus verbreitete:

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Die erhoffte große Helligkeit von Koma und Schweif erlaube und erfordere deutlich andere Methoden als bei der Beobachtung „normaler“ Kometen: So sei eine Tag-Sichtbarkeit im Perihel dicht neben der Sonne ziemlich wahrscheinlich, was natürlich besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordert (am besten aus garantiertem Schatten heraus beobachten). Auch die Anschaffung eines engbandigen Natrium-Filters könne sich als sinnvoll erweisen, schließlich wurde so ein ausgeprägter Natrium-Schweif bei Hale-Bopp gefunden.

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Besonderes Aufsehen erregten auf der Tagung nicht zuletzt diese Jung-Astrophysiker des gastgebenden Gymnasiums, die – mit ihrem Mentor Elsässer (rechts) – derzeit Helligkeitsschwankungen aktiver Galaxienkerne mit einem 50-cm-Teleskop verfolgen. Schon ist der Ruf zu hören, künftig verstärkt derartigen Schul-AGs auf amateurastronomischen Tagungen ein Forum zu bieten. Zum neuen Schwung der Würzburger Frühjahrstagungen haben sie jedenfalls schon beigetragen; die nächste dürfte im April 2014 stattfinden. [Daniel Fischer. NACHTRAG: ein Bericht der VdS selbst]

Zeitschrift der „Vereinigung der Sternfreunde“

Die VdS (Vereinigung der Sternfreunde), zu der auch diverse Mitglieder der Volkssternwarte Bonn gehören, stellt ihre älteren Hefte zum kostenlosen Download bereit. Verfügbar sind derzeit die Hefte 1 (1997) bis 37 (II/2011). Der Link ist http://journal.fg-vds.de/1.pdf für Heft 1. Für andere Hefte wird die 1 einfach durch die Heftnummer ersetzt.

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Es ist manchmal erstaunlich zu sehen, was sich in zehn bis fünfzehn Jahren alles so verändert hat, was aber auch geblieben ist. Fast schon rührend wirken die letzten Ausläufer der Diskussionen der Astrofotografen, bei denen es um Film- oder Digitaltechnik ging. Manche Astrofotografen mit Filmtechnik haben der Digitaltechnik da durchaus eine Nischenberechtigung in der Zukunft zugesprochen…. Schön aber auch ein Bericht vor rund 10 Jahren von Paul Homach zur 100 (!) Sternstunde (damals noch im Bürgerfunk von Radio Bonn/Rhein-Sieg, heute als TV-Sendung im Internet).

Viel Spaß beim Lesen

[Peter Oden]