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Uni Bonn feiert das alte Heliometer

Im Zusammenhang mit seinem Umzug von Endenich ins Bonner Universitätsmuseum war das große Heliometer der Alten Sternwarte schon öfters Gegenstand dieses Blogs – jetzt hat ist es das „Aktuelle Objekt aus Museen und Sammlungen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität“ und auch mit obigem Video gefeiert worden. [Daniel Fischer]

Die Wissenschaftsrallye 2014 bei der Volkssternwarte Bonn

Die Uni Bonn lud am vergangenen Samstag bereits zur 7. Wissenschaftsrallye durch zahlreiche Institute in Poppelsdorf ein. Und da das Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) nicht so zentral liegt, richtete sich Astronom Michael Geffert seine Station 1 wie schon im Vorjahr im Gebäude der Volkssternwarte Bonn (VSB) ein. Hier war für etwa 100 Schüler und junge Entdecker unser Mond das große Thema. So konnte man beispielsweise etwas über Mond- und Sonnenfinsternisse, Himmelsmechanik und die Hinterlassenschaften der Apollo-Astronauten lernen. Und obwohl in den ersten 1 ½ bis 2 Stunden der kleine Vortragsraum schon übervoll war, passte doch noch ein dreiköpfiges Fernsehteam des WDR rein. Es begleitete die Entdecker Julius, Paul und Anton auf ihrem Weg durch die Wissenschaftsrallye. Weitere Eindrücke gibt’s hier von Volkssternwarten-Mitglied Wilfried Bongartz.

Übrigens finden für Schüler der Oberstufe bereits in einer Woche die Bonner Hochschultage statt, wobei am Freitag, 21. Februar, auch das Argelander-Institut in Bonn-Endenich wieder zu einer Informationsverstaltung mit Einblicken ins Studium einlädt. [Nico Schmidt]

Volles Haus – und das Higgs-Feld auf der Bühne

Und wieder folgten die Bonner einer Einladung mit dem H-Wort drauf in Scharen: Die 500 Plätze des Wolfgang-Paul-Hörsaals waren am Ende fast alle besetzt (u.), als Jürgen Kroseberg (oben: links) und Herbert Dreiner in einem zweistündigen – und keine Minute langweiligen – Dreifach-Vortrag recht detailliert auf die Notwendigkeit des Higgs-Mechanismus, die Eigenschaften des assoziierten Teilchens und die neuesten LHC-Daten zu seinen Eigenschaften eingingen.

Originell dabei die Rollenverteilung: Während sich der Experimentalphysiker Kroseberg auf Viewgraphs beschränken musste (LHC-artige Hardware hätte nun mal auch in diesen größten Hörsaal Poppelsdorfs nicht gepasst), illustrierte Dreiner seine Ausführungen mit ein paar realen Experimenten wie hier zur Photonennatur des Lichts (ist ja auch ein Boson) oder zur Symmetriebrechung (durch Temperaturveränderung eines Magneten) …

… während zur ‚Vorführung‘ von Higgs-Feld und -Teilchen per Analogiedemonstration zwei Studenten nebst schwarzem Tuch bzw. Dreiers erster Teddybär als Higgs-Partikel dienten. Auch die halbstündige Diskussion hatte ein durchweg hohes Niveau: Man kann dem Volk (o.k., es waren auch Uni-Mathematiker dabei, die hier – so Dreiner – „mal was über die Natur lernen“ konnten) auch mit Komplexem kommen, wenn man es so gut aufbereitet wie hier!

higgs-saal

Und Kroseberg hatte dem Publikum auch neue Ergebnisse vom LHC mitgebracht: So fallen die Massenangaben für das Higgsteilchen der beiden Detektoren ATLAS und CMS jetzt genau zusammen, was 2012 noch nicht der Fall war, und man ist dem Beweis, dass es wirklich den Spin 0 hat, auch näher. Im Gegensatz zu manch frustrierten Kollegen, die ob der exakten Bestätigung des Teilchen-Standardmodells durch den LHC – bisher ohne Hauch einer ’neuen Physik‘ – barmen, sieht Kroseberg noch viele weitere große Entdeckungen am Horizont, wenn der LHC mit größerer Power wieder läuft: Dann darf sich sicher auch bald wieder das wissbegierige Bonner Publikum in den größten Hörsälen versammeln. [Daniel Fischer. NACHTRAG: noch ein Artikel und eine Seite des Physikalischen Instituts]

Und wieder: eine große öffentliche Higgs-Feier an der Uni Bonn

Nur eine Woche nach jenem legendären CERN-Seminar, auf dem die So-gut-wie-Entdeckung des Higgs-Teilchens mit dem LHC verkündet worden war, hatte die – an dessen ATLAS-Detektor erheblich beteiligte – Universität Bonn in einer großen Abend-Veranstaltung für die Bonner Öffentlichkeit darüber informiert, die auch bestens besucht war. Und nachdem es nun diesen Monat den Nobel-Preis für die Vorhersage nämlichen Teilchens gab („Higgs-Nobelpreis nur für zwei Theoretiker, nicht für CERN“), ist zeitnah erneut eine Veranstaltung angekündigt worden: am Donnerstag, dem 17. Oktober, ab 19.30 Uhr, im Wolfgang-Paul-Hörsaal, Kreuzbergweg 28 in Ortsteil Poppelsdorf – und der Eintritt ist auch wieder frei.

„In allgemein verständlichen Vorträgen erklären Prof. Dr. Herbert Dreiner und Dr. Jürgen Kroseberg die Bedeutung des von Englert und Higgs vorhergesagten Higgs-Mechanismus und die experimentelle Bestätigung dieser Theorie durch die Entdeckung eines Higgs-Teilchens am Teilchenbeschleuniger LHC des europäischen Forschungszentrums CERN bei Genf,“ heißt es in einem Rundschreiben der Uni: „Im Anschluss an die Vorträge wird es ausreichend Zeit für Fragen geben. Herbert Dreiner ist Professor für theoretische Teilchenphysik am Physikalischen Institut und der Bonner Öffentlichkeit durch die von ihm initiierte Physikshow bekannt. Dr. Jürgen Kroseberg, der ebenfalls am Physikalischen Institut arbeitet, ist Experimentalphysiker und Mitglied von ATLAS“.

Um eine Wiederholung der Veranstaltung vom Juli 2012 handelt es sich dabei keineswegs, wie das Physikalische Institut heute auf Nachfrage dieses Blogs betonte: „Insbesondere wird der Beitrag von Prof. Dreiner komplett anders sein, da er auch Experimente zur Erklärung des Higgs-Mechanismus durchführen wird.“ Nun ist der Wolfgang-Paul-Hörsaal zwar gut ausgestattet – aber das man dort auch den Higgs-Mechanismus vorführen kann, verblüfft dann doch. Obwohl einen heute gar nichts mehr überraschen sollte: Nebenan im Altbau der Physik wird es am 13. Dezember im ehrwürdigen Physikalischen Kolloquium einen Vortrag über die Physik von James Bond geben … [Daniel Fischer]