Blog-Archive

Wird dies ein Zentrum der Rhein-Sieg-Astronomie?

haus

wiese

gruppe

Ausnehmend grottiges Wetter verhinderte zwar jedwede „Testbeobachtung“, aber ein Dutzend Mitglieder der Sternfreunde Siebengebirge konnte heute Abend zumindest die Jugendherberge in Selhof am Rande von Bad Honnef nebst angrenzender Wiesen inspizieren, welche sich zumindest im Prinzip für kleinere oder größere Starparties eignen könnten. Während die – leider ÖPNV-technisch eher entlegene – JH selbst für preiswertes Catering, ggf. Übernachtung und auch Seminarräume sorgt: In einen der letzteren mussten die Sternfreunde denn auch prompt fliehen, als die Jugend im Speisesaal die „GUT DRAUF“-Zertifizierung ihrer Herberge all zu wörtlich nahm … [Daniel Fischer]

Advertisements

WDR zu Gast bei den „Sternfreunden Siebengebirge“

Das kleine blaue Schaf im Bad Honnefer Garten von Christian Preuß, Gründer der „Sternfreunde Siebengebirge“, wird nicht schlecht gestaunt haben, als heute Nachmittag auf wenigen Quadratmetern fünf Teleskope samt allerlei elektronischem Equipment dicht gedrängt aufgebaut wurden. An anderer Stelle stand noch ein 8-Zoll-Dobson von Skywatcher und mein kleines 80mm-Richfield-Fernohr bereit. Außer mir war von Seiten des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) noch Peter Oden dabei. Zu einem Interview-Termin mit den „Sternfreunden Siebengebirge“ hatte sich nämlich der WDR, der zu dritt gegen 16:15 MEZ ankam, angekündigt. Und das Beste hierbei: der Himmel war tatsächlich klar! Mit dem Wetter hatten also Sternfreunde wie Filmteam absolut Glück.

Nachdem ich über Peters Sichtung von Jupiter am sonnigen Taghimmel staunte und ihn durch sein Teleskop sogar mit Wolkenbändern sehen konnte, versuchte ich es mit meinem Weitwinkel-Teleskop und dem 40mm-Okular. Und tatsächlich: Während Christian Preuß Fragen beantwortete und sich auch andere Sternfreunde vor der Kamera vorstellten, fand ich ein paar Grad neben dem Halbmond – die Jupiterbedeckung lag geschätzt einen halben Tag zurück – den Gasplaneten als winziges Scheibchen bei 10-facher Vergrößerung am blauen Taghimmel. Der Abstand war zwar schon wieder gewachsen, dennoch zeigte mein Übersichtsokular beide Objekte auf einen Blick. Das beeindruckte nicht nur mich, sondern auch die Familie und Freunde, die sich unter die Hobbyastronomen mischten. Im 8-Zöller ließ sich bei höherer Vergrößerung sogar Io als schwacher Lichtpunkt auf blauem Hintergrund neben dem gestreiften Jupiter entdecken – und alles am späten Nachmittagshimmel. Ein wunderbarer Anblick.

Christian, der auch mal ein Stück des Sikhote-Alin-Meteoriten in die Kamera hielt, erzählte über seine Leidenschaft für die Astronomie, eigene Beobachtungserlebnisse und seine langfristigen Pläne mit den „Sternfreunden Siebengebirge“: Teleskoptreffen auf dem Drachenfels, Planetenwanderweg im Siebengebirge und eine Sternwarte in Bad Honnef. Nun steht aber erstmal der deutschlandweite Astronomietag am 16. März an, aus dem er gleich zwei Tage macht und auch am 17. März eine öffentliche Aktion anbieten will. Sobald die Orte für die öffentlichen Beobachtungen in Bad Honnef feststehen, werde ich sie auch in meinen Astroterminen für Bonn bekanntgeben.

Als sich das Filmteam gegen halb 7 verabschiedete, war Jupitermond Io schon sehr dicht an seinen Planeten herangerückt. Da die Reporterin noch nicht wusste, wann der Beitrag geschnitten wird, war auch noch offen, wann er in der WDR-Lokalzeit ausgestrahlt wird. Eine Stunde später dann, als nur noch Christians 12- und 8-Zöller aufgebaut waren, konnten wir bei ruhigen Seeing-Momenten tatsächlich in beiden Geräten Io vor dem Jupiter sehen – durch den guten Kontrast zu einem dunklen Wolkenband. Abschließend überraschte uns sogar noch die ISS in Venushelligkeit. [Nico Schmidt]

NACHTRÄGE: Dann hier noch die erwähnte Tagaufnahme von Jupiter, die ohne besonderen Aufwand erstellt wurde (DMK21 im C9.25, 2.350mm), wobei natürlich die Hintergrundhelligkeit abgesenkt wurde. Links ist noch der Mond Io lange vor seinem Transit zu erkennen. [Peter Oden] Noch mehr von dem Dreh ist auch hier zu finden. [Daniel Fischer]

Drizzle30_Jupiter  18-02-47_castr_g3_b3_ap5

Gründungstreffen der „Sternfreunde Siebengebirge“ in Bad Honnef gut besucht

sfs2

sfs4

sfs3

Wann und wo kann man im Siebengebirge zur öffentlichen Himmelsbeobachtung schreiten, was soll ich mir für ein Teleskop anschaffen, und wie kann man die diversen Astro-Gruppen der Region am besten vernetzen: Das waren die größten Fragenkomplexe, die heute beim Gründungstreffen der Sternfreunde Siebengebirge auf deren Initiator Christian Preuß einprasselten, der schlicht nicht zum Essen kam. Knapp die Hälfte der inzwischen 75 Mitglieder waren in ein Restaurant in der Bad Honnefer Innenstadt gekommen, und die Breite der Wünsche an den jungen Verein (ohne Vereinsstruktur, und so soll es auch bleiben!) wurde schon jetzt offenbar: Während einige nach Hilfestellung beim Einstieg in die praktische Beobachtung suchen, hatte einer bereits ein phänomenales selbst geschossenes Bild des Pferdekopfnebels auf dem Smartphone dabei.

sfs1

Während das Wachstum der potenziell Aktiven ungebrochen ist (und es nach weiteren Medienaktionen – so hat sich die WDR-Lokalzeit für den Februar selbst eingeladen! – auch so weitergehen dürfte), hat das meist schlechte Wetter bisher zu keinen öffentlichen Beobachtungsaktionen motiviert, so dass auch über mögliche und sinnvolle Plätze eher abstrakt diskutiert wurde. Wenn es die Logistik zulässt, könnte immerhin anlässlich des Astronomietages im März das neue Drachenfels-Plateau (Bild) ein Schauplatz werden. Damit alle die Übersicht behalten, soll möglichst bald ein gemeinsamer Terminkalender für alle populärastronomischen Ereignisse in der Region – Bad Honnef bis Köln – entstehen, auf der Basis des bereits im Header dieses Blogs verlinkten. [Text + 3 Bilder: Daniel Fischer. 2. Bild v. oben: Peter Oden. NACHTRAG: Preuß‘ eigener Bericht vom Treffen]

Sternfreunde Siebengebirge erblicken das Licht der Welt

(C) Wolfgang Schneider, mit freundlicher Genehmigung

Liebe Sternfreunde, der Naturpark Siebengebirge ist um eine neue Initiative reicher. Am 12.10.2012 erblickten die Sternfreunde Siebengebirge, mit Sitz in Bad Honnef, das Licht der Welt. Bei der Initiative handelt es sich um einen freien Zusammenschluss von Sternfreunden, Sternguckern und erfahrenen Amateurastronomen. Initiator der neuen Gemeinschaft bin ich, der Bad Honnefer Amateurastronom und langjährige Sternfreund aus Leidenschaft, Christian Preuß. Ich habe die Sternfreunde Siebengebirge ins Leben gerufen, weil ich mit meiner Familie seit 40 Jahren in Bad Honnef lebe, das Siebengebirge liebe und mich dafür stärker engagieren möchte, dass unser Naturpark eine Aufwertung erfährt. Die Begeisterung für Sterne und Weltraum möchte ich hier, zusammen mit Gleichgesinnten und Unterstützern, in die Öffentlichkeit tragen und so ein tieferes Interesse für die Amateurastronomie wecken. Mitmachen können alle Sternfreunde aus der Region Siebengebirge, den angrenzenden Kommunen und all jene, die sich dem Naturpark Siebengebirge verbunden fühlen und sich mit unseren Zielen identifizieren können.

Unsere 31 MitmacherInnen (Stand: 25.10.2012) sind zwischen 18 und 77 Jahren jung und kommen bis jetzt aus Unkel, Rheinbreitbach, Bad Honnef, Königswinter, Oberdollendorf, Bonn, Bornheim, Ockenfels, Herzogenrath, Oberhofen (Österreich) und sogar aus Los Angeles (USA). Die Sternfreunde teilen alle den selben Himmel – von Nord und Süd, einer unterschiedlichen Lichtverschmutzung und dem Seeing einmal abgesehen. In unserer Region verstehen wir uns nicht etwa als Ersatz für andere Gemeinschaften dieser Art, die sich in alle Himmelsrichtungen an das Siebengebirge anschließen. Im Gegenteil: Die teils schon langjährige Arbeit aller anderen Initiativen und Vereine ist natürlich ebenso wichtig für die Amateurastronomie als Ganzes! Daher kooperieren wir in Zukunft auch gerne und tauschen unsere Erfahrungen aus.

Die Sternfreunde Siebengebirge sind noch eine ganz junge Vereinigung. Wir werden zunächst eine Gemeinschaft aufbauen, die sich natürlich auch erst finden muss. Das braucht Zeit, schafft Identität und macht es so erst möglich, unsere Ziele zu erreichen. Ob AnfängerIn, EinsteigerIn, SternenfreundIn oder erfahrene/r AmateurastronomIn, Frau oder Mann, Kind (ab 10 J.), Mama, Papa, Oma, Opa (bis 100 plus). Ob Sie noch ohne optische Hilfsmittel, mit einem Fernglas oder dem eigenen Teleskop ausgestattet sind: Sie alle sind herzlich willkommen. Allen Sternfreunden, die noch auf der Suche nach einem eigenen Teleskop sind, oder ihr bestehendes Instrumentarium erweitern möchten, werde ich meinen Rat und meine Hilfe anbieten. Wir sind ein freier Zusammenschluss ohne Zwänge. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.

Die Teilnahme kostet keinen Cent und Mitmacher sind zu nichts verpflichtet. Die Liebe zu den Sternen, die Begeisterung und Leidenschaft für die Amateurastronomie im Siebengebirge stehen im Vordergrund. Hinzu kommen der Spaß und das Engagement für unsere gemeinsamen Aktionen und Ziele. Unsere Ziele sind ehrgeizig: wir möchten einen Planetenwanderweg realisieren (ein maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems als Wanderroute durch das Siebengebirge und den beteiligten Kommunen), setzen uns für eine geringere „Lichtverschmutzung“ durch zu viel künstliches Licht ein, streben mittelfristig das Label „Sternenpark“ der Starlight-Initiative mit Unterstützung der UNESCO an, und wollen langfristig eine eigene Sternwarte aufbauen, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Planetenwanderweg, Sternenpark und die eigene Sternwarte sind auch eine neue und sinnvolle Ergänzung zum „Masterplan Tourismus und Naturerlebnis Siebengebirge“ (ein Artikel und ein 104-Seiten-PDF) und einem geplanten Geo-Park. Der »Masterplan« begreift sich als in die Zukunft gerichtetes Planungsinstrumentarium, das die Erholung des Menschen im Einklang mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen festschreibt. Der Schutz des natürlichen Sternenhimmels, der nachtaktiven Tiere und des gesunden Schlafs der Menschen im Siebengebirge ist die logische Fortführung dieses Gedankens. [Christian Preuß, Sternfreunde Siebengebirge. Berichte gab es u.a. schon im General-Anzeiger, Kölner Stadt-Anzeiger und HonnefShopping, plus ein Grußwort des AIfA. Bild: Blick vom Rodderberg auf das Siebengebirge]