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Eine astronomiegeschichtliche Entdeckung in … einer Kneipe in Königswinter?

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Seit 320 gibt es schon das Gasthaus „Im Tubak“ in der Altstadt von Königswinter, und seit 45 Jahren wohnt dieser Blogger in dieser Gemeinde, aber erst gestern führte es den letzteren – anlässlich dieses Konzertes – erstmals in das erstere. Wo ihm augenblicklich obiges Gemälde an der Wand auffiel: Da arbeitet doch einer an einer Polyeder-Sonnenuhr o.ä. und ist umgeben von (Teilen von) astronomischem Messgerät, v.a. oben links?! Die Recherchen laufen … [Daniel Fischer. NACHTRAG: Nach wenigen Minuten gab’s über Twitter bereits die Aufklärung – mit Hilfe der Reverse Image Search „TinEye“ kam heraus, dass es sich um das Porträt des Astronomen Nikolaus Kratzer von Hans Holbein dem Jüngeren von 1528 handelt (und sicher nicht das Original, denn das hängt im Louvre). Nicolaus Kratzer, 1487-1550, gilt tatsächlich als Spezialist für Sonnenuhren – und das Holbein-Gemälde wird auf zahlreichen Webseiten in Kopie angeboten. Case closed … NACHTRAG 2: … aber dann gab es noch Hinweise auf den Astronomen und das Gemälde und noch mehr Astro-Instrumente bei Holbein … NACHTRAG 3: … sowie mehr zu Kratzer in der Kunst]

Sydney für Astronomen: ein paar Fundstücke

Die astronomischen Sehenswürdigkeiten Australiens – natürliche, archäoastronomische und moderne – liegen weit verstreut über den Riesenkontinent und sind nur mit einiger Mühe abseits der normalen Touristenrouten zu finden. Da ist man schon dankbar für diese „Kleinigkeiten“, die zum Abschluss der großen Oz-Reise – siehe hier und hier; weitere Bilderalben hier, hier, hier, hier und hier – mitten in Sydney zu entdecken waren:

Die einzige weithin beworbene astronomische Attraktion in Sydney ist die historische Sternwarte im Stadtteil The Rocks, oben von einer Hafenrundfahrt und aus der Nähe gesehen – heute im Wesentlichen ein Museum zur lokalen Astronomie des 19. Jh., mit freiem Eintritt. Zu sehen u.a. zwei Transit-Teleskope und ein 29-cm-Refraktor und ein Photoheliograph aus der Zeit des 1874-er Venus-Durchgangs, der hier intensiv studiert wurde und – zumindest jetzt noch – auch die Ausstellung dominiert.

Immerhin als Attraktion ausgewiesen ist diese große armillarsphärische Sonnenuhr von 1993 im Kräutergarten der Royal Botanic Gardens – just zu Mittag ist das Ablesen allerdings schwierig, da sich die Schatten des Meridianrings und des Gnomons überlappen. Hier ist die Anzeige ungefähr 11:40 Uhr, davon sind wegen der Zeigleichung 20 Minuten zu subtrahieren und wegen der Sommerzeit (34° Süd) 60 Minuten zu addieren: Es ist 12:20 AEDT – stimmt!

Gänzlich unerwartet war dagegen diese drehbare Sternkarte als Teil einer öffentlichen Uhr im Darling Harbour – während letzte korrekt die Zeit anzeigte, drehte sich der Sternenhimmel leider nicht, wie diese Aufnahmen zu drei verschiedenen Zeitpunkten zeigen.

Goldener Henkel über dem Bodensee (in Bregenz)

Ein paar elektronische „Ansichtskarten“ aus dem Vorarlberg von heute: oben der Mond mit dem „Goldenen Henkel“, passenderweise aufgenommen – freihändig, wie immer – aus dem Wirtshaus am See in Bregenz am Bodensee (mittleres Bild) direkt neben den Bregenzer Festspielen, wo noch ein gewaltiges ‚Stargate‘ aus der Oper „Andrea Chénier“ übrig war (unten).

Als Bonus noch ein – vielleicht – allerletzter Blick auf das Abend-Dreieck aus Mars (links), Saturn (oben) und Spica (knapp über den Dächern) aus dem Hotel Hirschen im nahen Dornbirn, gewagt aus dem Zimmerfenster baumelnd, um noch Spica ins Bild zu holen; das Manöver produzierte zwar Geisterbilder, aber alle drei sind noch da. [Daniel Fischer]

NACHTRAG: Und noch ein Bonus, diesmal aus Lech am Arlberg von der Pfarrkirche Sankt Nikolaus – die außen eine Sonnenuhr ziert, die geometrisch überhaupt nicht zum Rest der Außenbemalung passen will. Hier weitere Impressionen aus & oberhalb von Lech … NACHTRAG 2: … darunter auch die Sonnenuhr in der Sonne am nächsten Tag und ihre kuriose Lage. Sie stammt aus dem Barock und zeigt einen österreichischen Bindenschild sowie fünf bäuerliche Engel.