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Die Wissenschaftsrallye 2014 bei der Volkssternwarte Bonn

Die Uni Bonn lud am vergangenen Samstag bereits zur 7. Wissenschaftsrallye durch zahlreiche Institute in Poppelsdorf ein. Und da das Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) nicht so zentral liegt, richtete sich Astronom Michael Geffert seine Station 1 wie schon im Vorjahr im Gebäude der Volkssternwarte Bonn (VSB) ein. Hier war für etwa 100 Schüler und junge Entdecker unser Mond das große Thema. So konnte man beispielsweise etwas über Mond- und Sonnenfinsternisse, Himmelsmechanik und die Hinterlassenschaften der Apollo-Astronauten lernen. Und obwohl in den ersten 1 ½ bis 2 Stunden der kleine Vortragsraum schon übervoll war, passte doch noch ein dreiköpfiges Fernsehteam des WDR rein. Es begleitete die Entdecker Julius, Paul und Anton auf ihrem Weg durch die Wissenschaftsrallye. Weitere Eindrücke gibt’s hier von Volkssternwarten-Mitglied Wilfried Bongartz.

Übrigens finden für Schüler der Oberstufe bereits in einer Woche die Bonner Hochschultage statt, wobei am Freitag, 21. Februar, auch das Argelander-Institut in Bonn-Endenich wieder zu einer Informationsverstaltung mit Einblicken ins Studium einlädt. [Nico Schmidt]

Bonner Astronomen informierten über ihren Beruf

Dieser Astrotermin war keine übliche Vortragsveranstaltung, denn hier plauderten Bonner Astronomen mal über ihren Beruf und interessierte Schüler hörten zu. Im Rahmen der Hochschultage der Uni Bonn, eine Art „Schnupperwoche“ für Oberstufenschüler, wurden gestern zwischen 15 und 19 Uhr im kleinen Hörsaal des Argelander-Instituts für Astronomie (AIfA) spannende Forschungsgebiete der Astronomie vorgestellt und in gleich zwei Beiträgen erhielt man einen Überblick über das Studium und den Berufsalltag eines Astronomen. Professor Uli Klein, Postdoc Nadya Ben Bekhti, Doktorand Lars Flöer und Student im letzten Master-Semester, Dominik Klaes, der zurzeit Daten mit dem VLT-Survey-Teleskop sammelt, informierten in lockerer Atmosphäre über ihren Beruf – und so war wunderbar vom alten Hasen, der schon in vier Jahren in Ruhestand geht, bis zum Studenten der gesamte Werdegang eines Astronomen vertreten. Zwischendurch stellte sich auch der Astroclub, dem das 50cm-Teleskop auf dem Institutsdach zur Verfügung steht, mit einigen Worten vor.

Die mehr als 25 Schüler aus den Klassen 11 bis 13 hatten zum Teil eine Anfahrt von über zwei Stunden und kamen sogar noch aus Koblenz angereist. Aus erster Hand und sehr informativ konnte Dominik Klaes über das heutige Studium berichten; der Student hatte sich als Versuchskaninchen vorgestellt, da er als erster den neuen Bachelor- und Master-Studiengang mitmachte. Physiker werden immer gesucht – „Biologen sind alle arbeitslos“ -, das erklärte auch Radioastronomin Nadya Ben Bekhti, die zwar damals in der 11. Klasse Physik abwählte, aber dann doch in der Astronomie gelandet ist und heute ist es ihr absoluter Traumberuf, erzählte sie ganz begeisternd. Und so fasste die 34-Jährige den Beruf des Astronomen ganz typisch mit einer Abkürzung zusammen: Abenteuer-Staunen-Teleskop-Reisen-Ohnegleichen-Naturwissenschaft-Organisation-Mathe-International-Exotisch

Sie erzählte sehr lebendig über den ersten Besuch des Gornergrat-Observatoriums und von ihrer Arbeit am australischen Parkes-Radioteleskop, wo sie zum Nachfüllen des Kühlmittels zusätzlich zum flüssigen Stickstoff eine Machete in die Hand bekam, und noch mehr Abenteuer gab’s in den Niederlanden. Hier war in einem Winter „Schlammarbeit“ angesagt, als sie mithalf drei Dipolantennen-Stationen des LOFAR-Radioteleskops, dessen Kernstück (Superterp) bei Exloo ausgerechnet auf sumpfigem Boden errichtet wird, aufzubauen. Anschließend folgte in 16 Schritten noch ein Einblick in den Berufsalltag, der u.a. aus Anträge für Beobachtungen und Gelder schreiben, Datenreduktion und Öffentlichkeitsarbeit besteht und offenbar mit viel Kaffee verbunden ist. Als Astronom muss man ganz einfach Teamworker und Organisationstalent sein und alles Durchbeißen durch’s Studium hatte sich gelohnt, wie die Astronomin weiter erklärt, als sie die erste Wolke im Halo der Milchstraße entdeckte, was sie heute als „schönstes Geschenk“ bezeichnet. [Nico Schmidt]