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5.0 mag. erreicht: eine Nova für’s bloße Auge über dem KBA-Land!

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Sie ist – zumindest im Suburbanen und nach ein paar Minuten Dunkelanpassung – tatsächlich mit dem bloßen Auge zu sehen, steht die ganze Nacht hoch am Himmel ist auch noch sehr leicht zu finden. Vor allem aber ist die Nova Delphini 2013 zwei Nächte nach ihrer Entdeckung in Japan mit 6.8 mag. auf 5.0 Größenklassen geklettert und hat tatsächlich den Himmel „links unterhalb“ des Schwans ein wenig verändert: Mit dem Kopf des Delfins (im Bild von heute Morgen u.l.) und dem Pfeil (u.r.) bildet sie ein Dreieck, und im Bildfeld eines größeren Feldstechers ist sie sogar das hellste Objekt überhaupt. Erst mit einem klapprigen 8×40 gelang es schließlich, auch einen helleren Stern (29 Vul mit 4.8 mag.) mit ins Feld zu holen, um die Nova zwischen einem helleren und einem schwächeren einzukeilen: Die resultierenden 5.0 mag. bestätigen auch viele andere Beobachter. Der ausgebrochene Stern ist eine klassische Nova („Spektrum passt …“), bei der ein Weißer Zwerg von einem Begleiter zu viel Materie abgesaugt hat, was zu einer thermonuklearen Explosion auf seiner Oberfläche führte: Der ursprünglich 17 mag. schwache Stern ist nun 12 Größenklassen oder 60’000-mal heller geworden. Den weiteren Helligkeitsverlauf kann nun jeder durch Vergleich mit diversen Sternen in der Nähe mit verfolgen: Astrophysik live! [Daniel Fischer]

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Sonnenfleck mit bloßem Auge, helle Nova im Fernglas

Am Samstag drehte sich auf der Sonne eine neue prominente Fleckengruppe (links unten) rein und ist derzeit ohne Probleme mit bloßem Auge sichtbar. Es reicht beispielsweise schon eine Finsternisbrille, um den etwa neptungroßen  Hauptfleck freisichtig zu erkennen. Weitere Einzelheiten der großen Fleckenregion zeigt bereits ein kleines Fernglas; die Längsausdehnung erreicht schon die Ausmaße Jupiters.

Montagmittag entstand diese Aufnahme freihändig mit einer 14x-Superzoom-Kamera und Sonnenfilter davor.

Während wir am Samstag mit schönstem Sommerwetter verwöhnt wurden, entdeckten zeitgleich zwei Hobbyastronomen in Japan eine neue helle Nova im Sternbild Schütze. Wenige Stunden später wurde sie spektroskopisch bestätigt, so dass es sich bei dem neuen Stern tatsächlich um den vierten Nova-Ausbruch im Schützen in diesem Jahr handelt. Eine brauchbare Aufsuchkarte findet sich hier, die Nova Sgr 2012 #4 steht 2° nördlich von delta Sgr.

In den letzten beiden Nächten konnte ich bei wechselnder Bewölkung den neuen Lichtpunkt mit einem Fernglas sichten. Normalerweise würde ein einfaches 10×50 ausreichen, wegen der horizontnahen Dunstschichten musste ich jedoch auf ein 20×60 ausweichen. Damit war die derzeit rund 8,0mag helle Nova leicht zu erkennen. [Nico Schmidt]