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Wenn auf dem Rhein die Schwarzen Löcher verschmelzen …

Und so geht es zu auf der „MS Wissenschaft“, die noch bis Donnerstagabend in Bonn Station macht, jetzt am Stresemannufer am ehemaligen Bundeshaus.

Auf den Besucher warten unter Deck des umgebauten Frachtschiffs 36 Stationen v.a. zu den Themenbereichen Digitales Wissen, Digitale Wirtschaft und Digitales Miteinander, von denen …

… nur eine direkten astronomischen Bezug ausweist: Man kann an Station 6 mit dem nicht mehr so ganz neuen Black Hole Hunter-Programm spielen. Dabei werden über einen Kopfhörer simulierte Signale eines Gravitationswellen-Detektors in Schall umgewandelt präsentiert – und jeweils einem von vier Beispielen ist das Signal zweier verschmelzender Schwarzer Löcher zugemischt, ein in Frequenz und Lautstärke anschwellendes Jaulen. Mit dem eigentlichen Einstein@Home und seinen echten Daten hat das nichts zu tun.

Die Teilchenphysik ist – Station 3 – mit einem Stückchen des ATLAS-Detektors des LHC und einem Display verbunden, auf dem die gerade mit der dezentralen Datenauswertung beschäftigten Rechner angezeigt werden.

Und Kurioses (und mitunter Beunruhigendes, was auch so gewollt ist) gibt es natürlich auch reichlich: Etwa hier an Station 24 eine verblüffend zuverlässige Gesichtserkennung. Etwa 1 1/2 Stunden sollten für einen Besuch eingeplant – und unbedingt der leckere Kuchen an der Theke probiert – werden. [Daniel Fischer]

Ab 30. Juni kann man auf einem Schiff in Bonn Schwarzen Löchern lauschen

Das ist das 100 Meter lange Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ (Homepage, Facebook) welches vom 30. Juni bis 02. Juli zwischen Altem Zoll und Kennedybrücke Halt machen wird. Als Teil des Wissenschaftsjahres mit dem Thema „Digitale Gesellschaft“ wird die sprichwörtliche Wanderausstellung „Digital unterwegs“ noch bis Ende September in insgesamt 38 Städten in Deutschland und Österreich zu sehen sein. In einzelnen Ausstellungsbereichen auf 530 Quadratmetern können kleine und große Besucher erleben, wie das digitale Zeitalter  verschiedenste Bereiche der Wissenschaft – von Medizin, Biologie bis zur Elementarteilchenphysik usw. – und unsere Gesellschaft verändert. Mit einer Station stellt sich unter dem Stichwort „Schwarzen Löchern lauschen“ das Projekt Einstein@Home, an dem maßgeblich auch Forscher aus Hannover beteiligt sind, vor. Für die Analyse der mit speziellen Detektoren empfangenen großen Datenmengen stellen mittlerweile hunderttausende Freiwillige die Reichenleistung ihrer Computer zur Verfügung. So wird jeder User Teil der Suche nach Gravitationswellen von kompakten Sternleichen oder Schwarzen Löchern, die sogar auch in Töne umgewandelt werden können.

Die „MS Wissenschaft“ verlässt heute Oberhausen und gastiert dann die nächsten drei Tage in Duisburg. Danach legt sie am Montag in Höhe der Bonner Oper an. Das Ausstellungsschiff ist am Montag von 15 bis 19 Uhr und am 01. und 02. Juli jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei. [Nico Schmidt]