Blog-Archive

Letztes Abendmahl in Rhodos – mit massig kosmischen Zusatzeffekten

Für das große Fischessen zur Feier der erfolgreichen rhodischen Venus-Expedition hatten wir uns ein Restaurant am Strand von Gennadi mit freiem Westblick ausgesucht, um abermals nach dem Merkur zu suchen, …

… aber erstmal gab es auffällige Krepuskularstrahlen, rund 1/2 Stunde nach Sonnenuntergang, während kurz darauf …

… auch der Merkur auffiel – und …

1/5 Sekunde bei Blende 3.3 und ISO 400

… erstaunlicherweise in ein Gruppenbild integriert werden konnte! Das kleine Bild ist ein Ausschnitt aus dem großen.


13 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 400

Bald darauf erschien der Skorpion über dem Meer.


40 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600

In der Pause des Euro-2012-Spiels Deutschland – Portugal ein weiterer Skorpion, aufgenommen von der Treppe einer der zahlreichen griechischen Bauruinen aus.


30 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600


60 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600

Schütze und Skorpion nach Spielende wieder von unserer Terrasse aus: eigentlich ganz gute Deep-Sky-Bedingungen, aber einzelne grelle – und völlig unnötige! – Lichter stören erheblich.


4 Sekunden bei Blende 3.8 und ISO 800


1 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 200

Und wieder geht der Mond auf, …


25 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600


40 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600

… stört aber in den ersten Minuten nicht weiter. Dann schon, …


1 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 100


1/3 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 100

… als er dem Horizontdunst entstiegen war. Alle Aufnahmen mit der Panasonic DMC-FZ48 ohne Nachführung und ohne Stativ, freihändig oder auf festem Untergrund balancierend. [Daniel Fischer]


5 Minuten mit Blende 3.5 und ISO 400


5 Minuten mit Blende 3.5 und ISO 400

Parallel zu den letzten obigen Aufnahmen entstanden auch diese nachgeführten Bilder, mit einer DSLR und 18-mm-Objektiv auf dem großen Refraktor sitzend. Damit dürfte die Berichterstattung von der Venus-Expedition nach Rhodos zunächst beendet sein – aber weitere Ergebnisse der Auswertung werden sicher noch folgen. [Tobias Kampschulte]

Merkur, Mondaufgang, Milchstraße: immer noch mehr Astronomie auf dem Rhodos-Trip …

Den heutigen Tag verbrachte die KBA-Expedition mit dem frühen Transfer des vierten (Überraschungs-)Mitglieds zum Flughafen, einer ausgiebigen Besichtigung der Altstadt von Rhodos und einem (schon wieder überraschenden) Besuch auf der Baustelle von Rhodos‘ erster Feriensternwarte – aber davon morgen mehr. Jetzt gibt’s erst mal aktuelle Astronomie, um langsam vom Adrenalin-Schub Venustransit herunter zu kommen …

Heute war der Merkur in Gennadi schon deutlich leichter als gestern zu finden und freihändig zu fotografieren (nur die erste Aufnahme ist kontrastverstärkt). Auch mit dem bloßen Auge war er jetzt in einem gewissen Zeitfenster vor dem – lokalen – Untergang eindeutig(er) zu erspähen. Und das gleich von einem hinteren Balkon unseres Appartments aus.

Weniger klar als an den voran gegangenen Tagen war es allerdings in einer etliche Grad hohen Schicht über dem Meer: Der Mondaufgang war entsprechend eine blassere Erscheinung als gestern …

… was allerdings den Vorteil hatte, dass man den Mond zusammen mit dem Skorpion und der Milchstraße fotografieren konnte. [Daniel Fischer]

Turbulente Fortsetzung des laaangen Transit-Tages auf Rhodos

Nach stundenlanger erster Auswertung des massiven Bildmaterials vom Venustransit – hier drei „giottierte“ Videosequenzen mit einem 80-mm-Refraktor von Paul Hombach und fünf ausgewählte Video-Einzelbilder mit der Aureole beim Austritt von Tobias Kampschulte –

setzte sich die KBA-Expedition erst gegen 15:15 OESZ in Bewegung, um noch etwas Tourist zu spielen: zuerst im originell auf der Halbinsel, die beim Sonnenaufgang den Vordergrund bildete, gelegenen Lindos, das von einer schwer antiken und x-mal umgestalteten Akropolis überragt wird.

Erste Entdeckung in Lindos Downtown: dieses merkwürdige Gerät, offenbar mit einem Gnomon aber ohne Skala – ein Mittagsanzeiger?

Die Akropolis hatte sinnigerweise um 15:40(!) Uhr ihre Pforten geschlossen, so dass nach dem steilen Aufstieg nur der Blick in die mediterrane Runde und auf ein paar der historischen Säulen blieb …

… während wir wieder im Städtchen angekommen von dieser Katze argwöhnisch beäugt wurden: Rhodos is voll von Katzen, die sich am liebsten bei, auf oder in Mülltonnen aufhalten.

Ein Blick zurück auf Lindos bei der Weiterfahrt ins Inselinnere zum Kloster Moni Tarri – das wurde auch erreicht, aber der Weg zurück nach Gennadi erwies sich überraschend als Schotterpiste. Und kaum wieder auf Asphalt angekommen verreckte die Gangschaltung des Mietwagens, der sich mit letzter Kraft bis an den Rand von Gennadi schleppte und dann stehen blieb.

Nach etlichen Telefonaten mit der Mietwagen-Zentrale am Flughafen schien sich eine Lösung ab zu zeichnen, so dass leicht entspannt nach dem Merkur gesucht werden konnte – erfolgreich! Im Feldstecher und für die Kamera eindeutig, für das bloße Auge grenzwertig war er da: Die Abendsichtbarkeit hat begonnen, und jeden Tag wird er nun bei gegebener Uhrzeit/Dämmerung rund 1° höher stehen.

Während die Merkursichtung von langer Hand vorbereitet war, kam es zu dieser quasiastronomischen Beobachtung nur zufällig: Kurz nachdem die Mietwagenfirma völlig unbürokratisch – Efcharisto, Hellas! – einen Ersatzwagen abgeliefert hatte, zog die ISS mit -3. Größe über Gennadi, fast durch den Zenit.

Wieder im Appartment noch ein irrer Mondaufgang – in Farben, die die Kamera nicht wieder gibt, und krass verzerrt. Gleichzeitig kam erstmals auch etwas Deep-Sky-Atmosphäre auf, mit dem Skorpion markant im Südsüdosten aufsteigend, während der Mond noch tief stand. Gelegenheit für das eine oder andere Gläschen lokalen Rotwein auf der Terrasse, zur Feier eines 18 Stunden langen und ausserordentlich ereignisreichen Tages auf 36° Nord und 28° Ost. [Daniel Fischer]