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Das 150. Mal: Herzlichen Glückwunsch an den „Bonner Sternenhimmel“

Es war am 07. Januar 2000 bzw. gestern vor 14 Jahren, als in Bonn-Endenich die allererste Veranstaltung des „Bonner Sternenhimmels“, eine gemeinsame Kooperation der Volkssternwarte Bonn (VSB) und des Argelander-Instituts (AIfA), stattfand. Und wie Peter Oden, Vorstandsmitglied des Vereins, berichtet, konnten in dieser Zeit fast 5.000 Besucher zu astronomischen Vorträgen mit – wenn’s der Himmel mal zulässt – anschließender Beobachtung begrüßt werden. Zudem feierte die beliebte Veranstaltungsreihe kürzlich am 20. Dezember ihr 150. Jubiläum. Dem „Bonner Sternenhimmel“ gratulierte überraschenderweise sogar der Bonner Sternenhimmel höchstpersönlich – mit einem wolkenlosen Abend.

Wie der Titel „Die kosmische Zahl 150“ schon verrät, ging es diesmal zum Jubiläumsvortrag nicht um handfeste Forschung, sondern eher um eine unterhaltsame Spurensuche nach der Zahl 150. Sie reichte von der Astronomischen Einheit (AE = 150 Millionen Kilometer) über 150 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien bis zum berühmtesten Astronomen Bonns. Denn vor genau 150 Jahren veröffentlichte Argelander seine bekannte „Bonner Durchmusterung“ (Bild 3); auch die ebenfalls 1863 stattgefundene Gründung der Astronomischen Gesellschaft (AG), an die Argelander nicht unerheblichen Anteil hatte, fand Erwähnung. Und da die Veranstaltung zur „Kometenzeit in Bonn“ gehörte, durften natürlich die Kometen nicht fehlen (Bild 4), wobei auf dem Flur eine Ausstellung mit vielen schönen Bildern von Schweifsternen gezeigt wurde. Anschließend ging es in zwei Gruppen hoch zum 50cm-Teleskop auf dem Institutsdach. Nach dem ersten Objekt gab es dann leider schwere Probleme mit der Kuppel- und Teleskoptechnik, während durch den Spalt die Sterne funkelten. Die Wartezeit wurde mit Humor genommen oder man kam ins Gespräch und astronomische Fragen wurden gestellt, bis das Teleskop endlich Jupiter ansteuerte.

Danach gab ich noch vor der Eingangstür des Instituts einem Vater mit seinem Sohn einen kleinen Einführungskurs in Sachen Teleskopbedienung. In ihrem 130mm-Spiegelteleskop zeigte ich ihnen den Mond mit unzähligen Kratern, den Orionnebel, das Siebengestirn und natürlich Jupiter mit zwei Wolkenbändern und seinen Monden. Dieser klare und scharfe Anblick des Riesenplaneten überraschte mich, denn am großen 0,5-Meter-Teleskop auf dem Dach waren auf Jupiter selbst keinerlei Einzelheiten erkennbar, nicht einmal seine Abplattung. Vater und Sohn zeigten sich sehr begeistert und waren überrascht, was ihr Fernrohr trotz des störenden Umgebungslichts alles zeigen kann, wovon sich auch andere Leute überzeugten.

Und noch ein Programmhinweis: Am kommenden Freitag, 10. Dezember, findet die Abschlussveranstaltung zur „Kometenzeit in Bonn“ statt. Sie findet im Rahmen des 151. „Bonner Sternenhimmels“ statt und beginnt um 19 Uhr.

Allgemeine Termininformationen zur erfolgreichen Reihe „Bonner Sternenhimmel“ finden sich wie gewohnt hier und hier. [Nico Schmidt]

Kometen-Sonntag mit Lovejoy statt ISON

Wilfried Bongartz

Peter Oden

Michael Hillen

Nach einem erfolgreichen Beobachtungsflug zum Kometen PANSTARRS im März, plante das astronomische Reisebüro in der Bonner Südstadt einen weiteren Flug von Köln/Bonn nach Köln/Bonn mit Zwischenstopp Komet ISON. Doch das dieser Hoffnungsträger unter den Schweifsternen die extrem dichte Sonnenpassage nicht bzw. nur in Einzelteilen überleben sollte (und 10 Tage nach dem Perihel gibt es immer noch keine erdgebundene Aufnahme von ISONs sehr diffuser Staubwolke), konnte vor einem halben Jahr niemand ahnen. Und trotzdem hob der Kometenflieger heute früh um 5:15 MEZ vom Flughafen Köln/Bonn ab, allerdings wurde nun während des geplanten ISON-Flugs der „Ersatzkomet“ Lovejoy mit Fernglas beobachtet und fotografisch festgehalten. Wie man anhand den obigen ersten drei Aufnahmen sieht, waren wie schon im Frühjahr erneut einige Mitglieder der Volkssternwarte Bonn (VSB) dabei. Weitere Impressionen gibt es hier und hier von Stefan Krause und auch Peter Oden berichtet vom Kometenflug in 12.500 Metern Höhe. Das letzte Bild zeigt Stefan Erbschwendner, der ebenfalls im Kometenflieger saß und dann am Nachmittag bei einer „Kometenzeit in Bonn“-Veranstaltung Kindern seine Erlebnisse schilderte, wobei er auch zeigte, welche unbequemen Posen zum Teil die Astrofotografen im Flugzeug für ein gutes Bild von Lovejoy eingenommen hatten.

Mitte Dezember wird sich das Beobachtungsfenster von Fernglaskomet Lovejoy langsam schließen, eine letzte öffentliche Beobachtung ist dennoch bei klarem Himmel geplant und findet am kommenden Samstag, 14. Dezember, ab 6:00 MEZ am Alten Zoll in Bonn statt. [Nico Schmidt]

Kometenzeit in Bonn

Schon seit grauer Vorzeit übt der Kosmos eine erstaunliche Faszination auf den Menschen aus. Dem einen reicht es, gelegentlich einen Blick auf den die Erde umkreisenden Mond werfen zu können. Andere sind fasziniert vom Sternenhimmel und dem Ruf des Kosmos, der darin liegt.

Von Zeit zu Zeit kommt nun aus den Tiefen des Alls ein Komet der Erde so nahe, dass er mit seinem in Sonnennähe entstehenden Schweif sichtbar wird. Auf der einen Seite steht dann eindeutig der Reiz der optischen Erscheinung dieses Kometen. Auf der anderen Seite dagegen gibt es Fragen, die von der Entstehungsgeschichte solcher Himmelsphänomene bis hin zu der möglicherweise von ihnen ausgehenden Gefahr reichen.

Zum kommenden Komet ISON (C/2012 S1), der nach heutigem Kenntnisstand ein beachtliches Spektakel bieten könnte, haben das Argelander Institut für Astronomie der Universität Bonn und die Volkssternwarte Bonn e.V. gemeinsam ein umfangreiches Programm „Kometenzeit in Bonn“ für die interessierte Bonner Bevölkerung ins Leben gerufen. Die unterschiedlichsten Vorträge und Seminare werden über den Kometen unter allen nur denkbaren Blickwinkeln berichten und informieren; Aktionen für Kinder, ein Science Café für Erwachsene und Beobachtungsveranstaltungen für alle runden das Gesamtprogramm ab.

Die „Kometenzeit in Bonn“ wird im Rahmen des Tags der Offenen Tür der Volkssternwarte Bonn am 03. November 2013 gemeinsam vom Argelander Institut für Astronomie und der Volkssternwarte Bonn eröffnet und dauert bis zum 10. Januar 2014. Freuen Sie sich bereits jetzt auf viele hochinteressante und spannende Einzelveranstaltungen!