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PANSTARRS nun auch in Königswinter angekommen

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Dieser Blogger musste erst zum Kometen reisen, bevor sich dieser zwei Tage später – heute von 19:35 bis 20:05 MEZ – auch einmal vor seiner Haustür blicken ließ, bzw. in Richtung einer Stichstraße, die exakt den richtigen Azimut 283° hatte: Bilder von 19:39, 19:45 und 19:55 MEZ mit dem Kometen 9 bzw. 8 bzw. 7 Grad hoch und der Sonne 10 bzw. 11 bzw. 12 1/2 Grad unter dem Horizont. Diese scheinbar geringen Unterschiede wirkten sich doch erheblich auf die Sicht- und Fotografierbarkeit aus, das ewige Rennen zwischen sich vertiefender Dämmerung (hier am Übergang von nautischer zu astronomischer) und zunehmender Extinktion. Die Belichtungszeiten hier betrugen 1, 2.5 und 4 Sekunden; die Erdrotation macht sich jenseits von der Sekunde zwar schon bemerkbar, dafür wird der Schweif besser durch gezeichnet.

Im Feldstecher – mit bloßen Auge war PANSTARRS auf die Schnelle nicht sicher zu erwischen – wie für die hier eingesetzte „Bridge-Kamera“ mit langem optischem Zoom war das Bild gegen 19:45 MEZ am besten, also unmittelbar vor Ende der nautischen Dämmerung: In diesem Album gibt es gleich 16 Bilder mit allen technischen Daten. Verglichen mit der Beobachtung aus dem Flugzeug war der Anblick im Feldstecher – und es wurde jetzt ein 11×70 statt des 10×50 an Bord eingesetzt – erheblich flauer als das prächtige Bild in der Luft, dafür ließ sich der Komet aber am Boden dramatisch besser fotografieren. Und das von einem ultraleichten €20-Stativ aus einem Kaufhaus … [Daniel Fischer]

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Kometenwoche in Bonn

04_00 Mitte März besteht die seltene Gelegenheit, in Mitteleuropa einen recht hellen Schweifstern zu beobachten. Der bereits im Juni 2011 entdeckte Komet Panstarrs (C/2011 L4) wird jedoch horizontnah in der Dämmerung in Erscheinung treten (mehr dazu) und somit möglicherweise nicht ganz einfach zu sehen sein. Die Amateurastronomen unserer Region bieten daher mehrere öffentliche Beobachtungen sowie einen einführenden Vortrag an. Diese Aktionen werden hier unter der Bezeichnung „Kometenwoche in Bonn“ zusammen gefasst.

Montag, 11.03.2013: Vortrag „2013 – Das Jahr der Kometen“
Veranstaltungsort: Altes Refraktorium (Sitz der Volkssternwarte Bonn e.V.), Poppelsdorfer Allee 47, 53115 Bonn.
Beginn: 18:30 Uhr; Ende: 19:30 Uhr
Die Teilnahme ist kostenfrei
Auf Grund begrenzter Sitzplatzkapazität wird eine Anmeldung unter bongartz@volkssternwarte-bonn.de erbeten.
Veranstalter: Volkssternwarte Bonn e.V.
Weitere Infos

Mittwoch, 13.03.2013: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich
Veranstaltungsort: Wiese vor dem Argelander Institut für Astronomie, Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich
Die Teilnahme ist kostenfrei
Beginn: 19:00 Uhr; Ende: ca. 20:30 Uhr. Findet nur bei halbwegs klarem Himmel statt!
An diesem Abend steht die Mondsichel in der Nähe des Kometen und mit etwas Glück sogar in seinem Schweif – ein sehr seltenes Ereignis.
Veranstalter: Volkssternwarte Bonn e.V.
Weitere Infos

Freitag, 15.03.2013: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich
Veranstaltungsort: Argelander Institut für Astronomie, Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich
Die Teilnahme ist kostenfrei
Beginn: 19:00 Uhr, Ende offen
Veranstalter: Bonner Sternenhimmel in der Volkssternwarte Bonn e.V.
Weitere Infos

Samstag, 16.03.2013:
Anlässlich des bundesweiten „Tags der Astronomie“ (s. http://www.astronomietag.de/ werden heute drei Veranstaltungen angeboten.

1) Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich
Veranstaltungsort: Argelander Institut für Astronomie, Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich
Die Teilnahme ist kostenfrei
Beginn: 16:00 Uhr, Ende offen
Veranstalter: Bonner Sternenhimmel in der Volkssternwarte Bonn e.V.
Weitere Infos

2) Sternstunden über der Heide
Veranstaltungsort: Husarenstraße (am Freibad), 53757 St. Augustin
Teilnahmegebühr: Erwachsene EUR 6,-, Kinder EUR 3,-
Anmeldung erforderlich unter umweltbuero@sankt-augustin.de
Beginn: 19:00 Uhr, Ende offen
Veranstalter: Umweltbüro der Stadt St. Augustin in Kooperation mit dem Köln-Bonner Astrotreff (KBA)
Weitere Infos

3) Öffentliche Beobachtung in Bad Honnef
Auf Grund ungünstiger Wetterprognosen abgesagt

Sonntag, 17.03.2013: Öffentliche Beobachtung in Bad Honnef
Auf Grund ungünstiger Wetterprognosen abgesagt

Montag, 18.03.2013: Öffentliche Beobachtung in Bonn-Endenich
Veranstaltungsort: Wiese vor dem Argelander Institut für Astronomie, Auf dem Hügel 71, 53121 Bonn-Endenich
Die Teilnahme ist kostenfrei
Beginn: 19:30 Uhr; Ende: ca. 21:00 Uhr. Findet nur bei halbwegs klarem Himmel statt!
Veranstalter: Volkssternwarte Bonn e.V.
Weitere Infos

Informationen zu Komet Panstarrs finden Sie im Internet auch unter www.kometen.info/ und www.komet-panstarrs.de/.

Panstarrs, Wilson-Hubbard und die Kometenbeobachtung aus Flugzeugen

Vor einigen Monaten habe ich auf Komet-Panstarrs.de 3 denkbare Szenarien vorgestellt, wie sich Komet Panstarrs entwicklen könnte. Als Vergleichsobjekte habe ich damals die Kometen Bennett (C/1969 Y1), Kohoutek (C/1973 E1) und West (C/1975 V1) aus den 1970er-Jahren präsentiert.
Obwohl Panstarrs aktuell (25.01.2013) mit einer Helligkeit von 7.4 mag immer noch auf dem durch die Ephemeride des MPC vom 30.09.2012 vorgegeben „Kurs“ liegt, sind viele Experten gleichwohl der Meinung, dass er Mitte März nicht heller als 2 bis 3 mag werden wird. Das legt natürlich zunächst den Vergleich mit Komet Kohoutek nahe – aber dieser ist nicht ganz zutreffend. Kohoutek war ein staubarmer Komet, der sich nach dem Perihel mit einem schmalen bis zu etwa 10 Grad langen Gasschweif zeigte. Dagegen ist Panstarrs ein ausgesprochen staubreicher Schweifstern, wie nicht nur aktuelle Fotos, sondern bereits Beobachtungen aus dem Mai(!) 2012 nahelegen. Aus derzeitiger Sicht müssen wir also damit rechnen, dass C/2011 L4 zwar eine eher lichtschwache Koma (und nur auf diese beziehen sich alle Helligkeitsprognosen) aber einen ausgedehnten und kräftigen Staubschweif entwickeln wird. Ein Staubschweif ist generell leuchtstärker als ein Gasschweif, und deshalb ist Kohoutek zumindest momentan kein allzu brauchbares Vergleichsobjekt.

Komet Wilson-Hubbard
Der vermutlichen Entwicklung Panstarrs viel ähnlicher ist ein anderer, heute weitgehend in Vergessenheit geratener Komet der 1960er-Jahre: C/1961 O1 (Wilson-Hubbard). In einschlägigen Tabellen wird er als Objekt der 3. Größenklasse geführt, also ähnlich hell (oder schwach) wie vor einigen Jahren 153P/Ikeya-Zhang oder C/2004 Q2 (Machholz). Doch Wilson-Hubbard war ein anderes Kaliber als die beiden letztgenannten, denn er entwickelte einen über 20 Grad langen und im vorderen Teil flächenhellen Schweif. Dieser führte auch zu seiner überraschenden Entdeckung. Stewart Wilson, Navigator eines PanAm-Fluges, entdeckte ihn am 23.07.1961 während eines Linienfluges von Honolulu (Hawaii) nach Portland (Oregon). Wie sich später herausstellte, hatte ihn die Stewardess Anna Ras bereits 9 Stunden früher auf einem SAA-Flug über der Sahara gesichtet. Nach Wilsons Beobachtung gingen zahlreiche weitere Entdeckungsmeldungen ein, von denen mindestens 3 weitere aus Flugzeugen erfolgten. Auf dem Erdboden wurde er u.a. am McDonald Observatory in Texas von dem Berufsastronomen William Hubbard gesichtet. Noch in den 1940er-Jahren hatten Kometen, die fast gleichzeitig von zahlreichen Personen entdeckt worden waren, lediglich informelle Bezeichnungen erhalten wie Großer Südkomet (C/1947 X1) oder Finsterniskomet (C/1948 V1). Mit dieser Tradition wurde erstmals bei dem hellen Kometen C/1957 P1 gebrochen, welcher nach Antonín Mrkos benannt wurde, obwohl mehrere Personen ihn bereits einige Tage vor dem tschechischen Kometenjäger beobachtet hatten. Bei C/1961 O1 wurden immerhin zwei der Entdecker berücksichtigt, und er erhielt den Namen Wilson-Hubbard.
Die ersten Positionsbestimmungen des neuen Kometen waren recht ungenau, sodass seine Bahn erst im August berechnet werden konnte. Wie sich herausstellte, hatte er bereits 6 Tage vor seiner Entdeckung in nur 0.04 AE Entfernung von der Sonne sein Perihel passiert – Wilson-Hubbard war also ein „Sunskirter“.

Am 25.07.1961 hatte der Schweif des Kometen eine Länge von 25° erreicht. Aufnahmen, die mit Filtern angefertigt wurden, belegten, dass es sich um einen Staubschweif handelte; zudem wurde ein 1.5° langer Gegenschweif beobachtet. Während der Kopf des Kometen sehr unscheinbar war, konzentrierte sich die größte Helligkeit im vorderen Teil des nahezu geraden und recht schmalen Schweifes. Nach dem 25.07.61 gingen Helligkeit und Schweiflänge rasch zurück, ab dem 9. August war er mit bloßem Auge nicht mehr sichtbar. Tatsächlich betrug die absolute Helligkeit von Wilson-Hubbard nur etwa 9 mag. Dass er dennoch für einige Tage eine eindrucksvolle Erscheinung bot, war allein seiner engen Sonnenpassage zu verdanken, welche zur Freisetzung großer Staubmengen geführt hatte.

Steckbrief des Kometen Wilson-Hubbard
Entdeckung: 23.07.1961
Perihel: 17.07.1961, 0.04 AE
Erdnähe: 14.08.1961, 0.79 AE
Neigung der Bahn zur Erdbahn: 24 Grad
Umlaufszeit um die Sonne: unbekannt
Mit bloßem Auge sichtbar: 23.07. – 08.08.1961
Max. Helligkeit: 3.0 mag
Max. Schweiflänge: 25°

Vergleich mit Komet Panstarrs
Die Kometen Wilson-Hubbard und Panstarrs haben zunächst wenig Gemeinsamkeiten. Die Lage ihrer Bahnen ist sehr unterschiedlich, Panstarrs Periheldistanz ist wesentlich größer und in der absoluten Helligkeit übertrifft er Wilson-Hubbard bei weitem. Ob letzterer bereits vor dem Perihel eine hohe Staubproduktion aufwies oder ob diese allein das Resultat seines engen Rendevous mit der Sonne war, wissen wir auf Grund der späten Entdeckung nicht. Doch die bei Wilson-Hubbard beobachtete Kombination von lichtschwachem Kopf und lichtstarkem Staubschweif ist genau das, was auf Grund des aktuellen Kenntnisstandes Mitte März 2013 von Panstarrs zu erwarten ist. Da letzterer per se ein kräftiger Staubproduzent zu sein scheint, ist eine so rasche Helligkeitsabnahme nach dem Perihel wie bei Wilson-Hubbard eher nicht zu erwarten. Eine maximale Schweiflänge ähnlich der von C/1961 O1 ist dagegen durchaus möglich. Aufgrund der Bahnlage wird Panstarrs Staubschweif wohl nicht ganz gerade, sondern mehr oder weniger deutlich nach links gekrümmt sein.

Kometenbeobachtung aus dem Flugzeug
So kurios sich die gleich mehrfache Entdeckung von Wilson-Hubbard aus Flugzeugen anhört – sie ist nicht einmalig. Der Komet C/1948 V1 war während der Totalen Sonnenfinsternis am 01.11.1948 entdeckt worden und nur einiger Minuten während und nach der Totalität sichtbar. Der erste, der ihn danach wiederfand, war am 04.11.1948 der Pilot einer Linienmaschine über der Karibik (Merton 1949). Ein anderes Beispiel ist White-Ortiz-Bolleli (C/1970 K1), ein heller Sungrazer der Kreutzgruppe. Einer der zahlreichen Entdecker – nur 3 wurden für die Namengebung berücksichtigt – war der Air France-Pilot Emilio Ortiz, der ihn während eines Langstreckenflugs sichtete. Später ging man gezielt in die Luft, um bereits bekannte Kometen zu beobachten bzw. einem interssierten Publikum zu zeigen. So wurden am 10. und 11.01.1974 in England spezielle Flüge durchgeführt, um Komet Kohoutek (C/1973 E1) zu beobachten. War dieser vom Boden aus mit bloßem Auge kaum noch sichtbar, so war von den Flugzeugen aus mühelos ein 8° langer Schweif auszumachen. 1P/Halley war 1986 Ziel eines niederländischen Beobachtungsfluges.
Ganz offenbar sind Kometen in Flughöhen von 10000 und mehr Metern besser zu beobachten als auf dem Erdboden. Der Grund dafür ist einfach: In Reiseflughöhe hat man nicht nur die Wolken und bodennahen Dunst unter sich, sondern auch etwa 2/3 des Volumens der Edatmosphäre. Aus der dadurch stark verminderten Extinktion ergibt sich eine am Erdboden nicht erreichbare Transparenz der Luft. Dies ist insbesondere bei Kometen, die in der Dämmerung stehen und/oder nicht allzu lichtstark sind, ein ganz erheblicher Vorteil.
Betrachtet man die aktuelle Entwicklung von Komet Panstarrs sowie seine Position in der Dämmerung, so ist die Idee, zu dessen Beobachtung ein Flugzeug zu chartern, durchaus naheliegend.

Quellen: Beyer, Max (1963) Merton, G. (1949) Roemer, Elisabeth (1961) [Stefan Krause]