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Köln-Bonner Astrotreff groß raus gekommen

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In der Beilage „Im Sog der Sterne“ wohl sämtlicher Ausgaben der Kölnischen Rundschau und des Kölner Stadt-Anzeigers ist heute ein langer Artikel über den Köln-Bonner-Astrotreff erschienen (nachdem er Monate lang in der Pipeline war), in der Printausgabe noch umfangreicher als online und gleich die kompletten Seiten 2 und 3 des Heftchens belegend [NACHTRAG: hier als PDF]. In einem von mehreren Info-Kästen dort wird übrigens u.a. auch für dieses Blog geworben – dem dies sogleich mehrere hundert Extra-Leser verschafft zu haben scheint. [Daniel Fischer]

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Weihnachtliche Konjunktion von Mond und Jupiter

Drei Sternfreunde des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) haben die schöne weihnachtliche Konjunktion von Mond und Jupiter am ersten Weihnachtsfeiertag festgehalten. Die Fotos von Rolf Hempel (Bild 1 und 2) zeigen deutlich den Jupiter als Scheibchen und einige seiner Monde. Meine kurz vor 22:00 MEZ gemachte Aufnahme (Bild 3) zeigt mit dem 20x-Zoom der TZ31 ebenfalls das Jupiterscheibchen, allerdings war die Belichtung auf den Mond ausgerichtet, weshalb der Riesenplanet in der linken oberen Ecke nur sehr schwach sichtbar ist, und wenige Minuten später zogen schon wieder Hochnebel und Regenwolken auf. Einen größeren Himmelsausschnitt zeigt Daniel Fischers Foto (Bild 4), auf dem neben (überbelichteten) Mond und Jupiter mit Monden auch das Siebengestirn M 45 sowie Aldebaran und die hellsten Sterne des Hyaden-Haufens – darunter auch der Asterismus „Mirror Moth“ – zu sehen sind. Weitere Konjunktionsbilder von ihm gibt es hier in seinem Blog. [Nico Schmidt]

Mathematische Sinfonie im Planetarium Bochum

Zeiss-Planetarium Bochum

Trotz der Schneemassen in NRW, die für einen ordentlichen Wintereinbruch am vergangenen Freitag sorgten, haben sich einen Tag später (08. Dezember) insgesamt sechs Mitglieder (plus Freunden) des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) in Richtung Ruhrgebiet aufgemacht. Zum Besuch des Bochumer Planetariums lockte vor allem das abendliche Double-Feature aus „Fremde Welten – Fremdes Leben“ und „Chaos and Order“, worüber Daniel im Vorfeld bereits hier und hier gebloggt hatte. Die erste Show war etwas mit Science-Fiction angehaucht und wie der Name schon sagt, ging es hier um mögliche Orte für mikrobe Lebensformen im Sonnensystem, die Suche nach Exoplaneten und wie abgefahren die Flora und Fauna einer hypothetischen fernen zweiten Erde aussehen könnte; echte extrasolare Planetensysteme wurden mit 51 Pegasi, Kepler 16 und Gliese 677 C vorgestellt.

Rocco Helmchen, avmediadesign.com

Nach diesem bekannten Forschungsgebiet der Astronomie, folgte nach einer 15-minütigen Pause eine abstrakte Musikshow mit einer Bilderflut, die sich gewaschen hat. Alles was aus Zahlen besteht bzw. mit Zahlen beschrieben werden kann, wurde als atemberaubendes 3D-Kino an die Kuppel des Zeiss-Sterntheaters projiziert. „Chaos and Order“ ist aber keine trockene Vorbereitung für die nächste Mathematik-Vorlesung, sondern eine bildgewaltige mathematische Sinfonie in den vier Sätzen Form, Simulation, Algorithmus und Fraktal. Nach Max Tegmarks Zitat „Unser Universum wird nicht durch Mathematik beschrieben – es ist Mathematik“ zu Beginn der Show, tauchte man völlig in das komplette Lehrbuch des Mathematik-Studiums ein und wurde durch die erzeugten Bilder- und Klangwelten in das Gedankengebäude einer abstrakten Wissenschaft mitgerissen.

Zu Ambient-Klängen und anderen typischen Space-Sounds schwebten beispielsweise in „Form“ in Anlehnung an Kepler die platonischen Körper als Planeten durch den Raum, in „Simulation“ fanden sich natürlich kollidierende Galaxien und die kosmische Strukturbildung durch Dunkle Materie, im dritten Satz entfalteten sich Algorithmen zu verzerrten Rhythmen, dass man meinte, auf einem Mouse-on-Mars-Konzert zu sein, während es im abschließenden „Fraktal“ in die unendliche Tiefe der Mandelbrot-Menge ging. Dass aber mehrdimensionale Fraktale nicht immer chaotische Modelle sind, an denen zweifellos ein Grafik-Designer eines Science-Fiction-Films seine Freude hätte, zeigt etwa der Lorenz-Attraktor (Bild oben), der ebenfalls an eine wechselwirkende Galaxie erinnert.

Im Kontrast zu den vielen ungewohnten und bunten Visualisierungen komplexer Geometrien, abstrakter Theoriegebilde und anderer auf Zahlen basierender Konstrukte, gab es ebenso ruhig dargestellte Zwischeneinblendungen aus gewohnten Stadt- und Natureindrücken, bei denen sich auch die Augen erholen konnten. Entspannend war auch das lange Zwischenspiel „Der mathematische Himmel“, in dem mehrere Minuten lang einzig der Blick an den Nachthimmel aus nadelpunktfeinen Sternen geht. Mathematik am Sternhimmel fand sich in Zahlen auf einer Sternkarte, im scheinbaren Jahreslauf der Sonne und bei den Planeten im himmelsmechanischen Wettlauf zur nächsten Opposition wieder.

Hier der Trailer zu „Chaos and Order“ des Medienkünstlers Rocco Helmchen (Animation, Kamera, Schnitt) und des Sound-Designers Johannes Kraas (Soundtrack, Schnitt):

Ein Dank geht natürlich auch an die Planetariums-Leiterin Frau Hüttemeister, die uns Sternfreunde nach der Musikshow eine kleine Extra-Vorführung gab und noch einiges zum immer noch modernsten Zeiss-Projektor „Universarium IX“ (seit über 12 Jahren im Einsatz) und der neuen 2,7 Millionen Euro teuren Full-Dome-Darstellungstechnik mit 16 Megapixeln berichtete und erzählte, weshalb die über 9.000 analogen Sterne trotz der Digitaltechnik nicht so bald aussterben werden. Sehr sehenswert ist auch die aktuelle Ausstellung zum 50. Geburtstag der ESO, die sich die Astronomen in Garching 5.000 Euro haben kosten lassen und voraussichlich noch bis April 2013 kostenfrei im Planetarium besucht werden kann. [Nico Schmidt]

Pressetermin beim KBA-Stammtisch

Die größte Tageszeitung Kölns, der Kölner Stadtanzeiger, plant für den Herbst eine 8-seitige Sonderausgabe zum Thema „Einstieg in die Hobbyastronomie“, wobei der verantwortliche Redakteur Martin Gätke Kontakt zu mehreren KBA-Mitgliedern aufgenommen hat und zum nächsten Stammtisch eingeladen wurde. Hier sind mal ein paar Impressionen des Pressebesuchs beim Köln-Bonner-Astrotreff am letzten Freitag (28. September).

In der Abenddämmerung hatten zuerst einige KBA-ler ihre mitgebrachten Fernrohre auf einer Wiese am Rhein aufgebaut, während die Fotografin das ganze Treiben festhielt.

Ihr haben wir auch gezeigt, was man so als Hobbyastronom mit den heutigen Mitteln fotografisch erreicht.

Afokale Okularprojektion? Was ist das denn?

Ja, zwischen kleinen und größeren Wolkenlücken tauchte sogar der Fast-Vollmond auf, so dass beide Reporter auch einen Blick durch Achims 120mm-Doppelfernrohr werfen konnten. Danach hat die Fotografin auch gleich ein paar afokale Versuche durchgeführt, während ich mich mit ihr über Sigur Rós unterhalten hab, die sie schon vor 10 Jahren in der Kölner Philharmonie gesehen hat; daraufhin hab ich ihr das Album „Takk“ empfohlen.

Bei Fast-Dunkelheit auf der Wiese und später noch im Hellen in unserem Stammtisch-Lokal konnte uns Herr Gätke noch mit seinen vielen Fragen löchern. Es ging um alle denkbaren Themen: Von Tipps für den Hobbyeinsteiger, Mythologisches am Herbsthimmel, die Zusammenarbeit von VSB und KBA und das wichtige Thema der Lichtverschmutzung bis hin zu Pauls Web-TV-Astronomie und Toms Entwicklung einer Beobachtungssoftware. Er schaute sich auch die von Lambert und mir mitgebrachte Einsteiger-Literatur an und machte sich allerhand Notizen. Vermutlich erscheint die Sonderbeilage des Kölner Stadtanzeigers noch im Oktober.

[Nico Schmidt]