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Planetentrio über dem KBA-Land angekommen

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Überraschend ist es Rolf Hempel gestern in Buchholz im Westerwald gelungen, das abendliche Planeten-Trio mit bloßem Auge zu sichten und spontan abzulichten: „Ich hatte mich gar nicht darauf vorbereitet. Als ich gegen 22:00 Uhr aus dem Fenster sah, guckte mich plötzlich Jupiter an. Kurz darauf fand ich auch Venus und Merkur mit dem bloßen Auge. Erst da dämmerte es mir, daß ich ja auch ein Photo machen könnte. Leider reichte die Zeit nicht mehr, mein großes Gitzo-Stativ aus dem Keller zu holen und das Tele-Zoom zu montieren. So mußte ich es mit dem Standard-Zoomobjektiv, das gerade an der Kamera war, aus der Hand versuchen. Ich war froh, daß überhaupt etwas daraus geworden ist. Aber die Jupiter-Monde sucht man unter diesen Umständen leider vergeblich.“ Parallel Bilder aus Bremen – und Arizona. [Rolf Hempel]

Planeten-Trio – es wird nicht leicht …

Das Dreieck aus Venus, Jupiter und Merkur Ende des Monats wirft schon seinen Schatten voraus, sind doch solcherlei Trios eine Rarität, vor allem wenn die drei aktuell hellsten Planeten des Himmels mitspielen. Doch leicht zu sehen sein wird es leider nicht: Zwar haben die Planeten alle negative Helligkeiten (Venus -3.9 mag., Jupiter -1.9 mag., Merkur -1.0 bis -0.5 mag.), aber dafür stehen sie mit Elongationen von nur ~15° selbst am Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) wegen der Neigung der Ekliptik zum Horizont nur etwa 5° hoch und sind damit auch bei klarstem Himmel schon einiger Extinktion ausgesetzt. Hier ist der Fahrplan für die interessanteste Woche, in der die drei vom 25. bis 27. Mai ein kompaktes Dreieck bilden und am 30. eine schräge Linie, bei der die Venus von Merkur und Jupiter flankiert wird – für 50° nördliche Breite jeweils mit Datum und Venus-, Jupiter- und Mars-Helligkeiten und -höhen bei 6° Sonnentiefe:

24. Mai: Venus -3.9 mag. und 4° / Jupiter -1.9 mag. und 6° / Merkur -1.0 mag. und 5°
25. Mai: Venus -3.9 mag. und 4° / Jupiter -1.9 mag. und 6° / Merkur -0.9 mag. und 6°
26. Mai: Venus -3.9 mag. und 4° / Jupiter -1.9 mag. und 5° / Merkur -0.8 mag. und 6°
27. Mai: Venus -3.9 mag. und 5° / Jupiter -1.9 mag. und 5° / Merkur -0.7 mag. und 7°
28. Mai: Venus -3.9 mag. und 5° / Jupiter -1.9 mag. und 4° / Merkur -0.6 mag. und 8°
29. Mai: Venus -3.9 mag. und 5° / Jupiter -1.9 mag. und 4° / Merkur -0.6 mag. und 8°
30. Mai: Venus -3.9 mag. und 5° / Jupiter -1.9 mag. und 3° / Merkur -0.5 mag. und 8°

Die Erfahrung mit Komet PANSTARRS in der Abenddämmerung im März hat gezeigt, dass es jeweils einen – nur wenige Minuten währenden – Zeitraum gab, in dem das Verblassen der Dämmerung und die Zunahme der Exinktion zur besten Sichtbarkeit führten, während die Bedingungen vor- und nachher für visuelle Beobachtungen wie auch Fotografie signifikant schlechter waren. Diesmal haben wir es mit Punktquellen zu tun, die auch allesamt deutlich heller sind als es PANSTARRS‘ Koma je wurde, dafür spielt sich aber alles in noch deutlich geringerer Höhe über dem Horizont und damit durch noch viel mehr Luft hindurch ab. Erste Sichtungen der Venus zu Beginn ihrer Abendsichtbarkeit hat es aber schon jetzt gegeben, die derzeit bei 6° Sonnentiefe nur 2° hoch steht. Das regt zu Beobachtungen schon jetzt an: Heute Abend z.B.steht der junge Mond zwischen Venus und Jupiter, der bereits gestern (in Kalifornien) neben der Venus gesichtet wurde – kurioserweise am lokal selben Kalendertag wie die australische SoFi, wenn auch real fast 30 Stunden nach dieser. [Daniel Fischer. NACHTRAG: In Spanien hat einer das Jupiter/Mond/Venus-Foto geschafft]

Rhein in Flammen + Riesenrad = Sonnenuntergang + Sonnenfleck + Lichtsäule

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Manchmal muss man seltsame Vehikel besteigen, um astronomischer Ereignisse ansichtig zu werden, sei es ein Schiff für eine SoFi oder ein Flugzeug für einen Kometen – aber gestern war es das Riesenrad der Marke „Jupiter“ in der Bonner Rheinaue während der Rhein in Flammen-Festivitäten, das (als einziger „Stand“-Ort und unerwartet) den Blick auf die untergehende Sonne samt dem dicken Fleck Nr. (1)1734 auf der Sonnenscheibe frei machte – nebst einer kurzen aber intensiven Lichtsäule. Später war durch den „Jupiter“ auch der echte Jupiter zu sehen, zwar leicht aber doch schon arg tief gesunken: Die Beobachtung des Planeten-Dreiecks zum Monatsende wird nicht leicht. Viele weitere Fotos des Abends – auch von Konzerten und natürlich dem Feuerwerk aus der Nähe – sind in diesem Album zu finden! [Daniel Fischer]

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WDR zu Gast bei den „Sternfreunden Siebengebirge“

Das kleine blaue Schaf im Bad Honnefer Garten von Christian Preuß, Gründer der „Sternfreunde Siebengebirge“, wird nicht schlecht gestaunt haben, als heute Nachmittag auf wenigen Quadratmetern fünf Teleskope samt allerlei elektronischem Equipment dicht gedrängt aufgebaut wurden. An anderer Stelle stand noch ein 8-Zoll-Dobson von Skywatcher und mein kleines 80mm-Richfield-Fernohr bereit. Außer mir war von Seiten des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) noch Peter Oden dabei. Zu einem Interview-Termin mit den „Sternfreunden Siebengebirge“ hatte sich nämlich der WDR, der zu dritt gegen 16:15 MEZ ankam, angekündigt. Und das Beste hierbei: der Himmel war tatsächlich klar! Mit dem Wetter hatten also Sternfreunde wie Filmteam absolut Glück.

Nachdem ich über Peters Sichtung von Jupiter am sonnigen Taghimmel staunte und ihn durch sein Teleskop sogar mit Wolkenbändern sehen konnte, versuchte ich es mit meinem Weitwinkel-Teleskop und dem 40mm-Okular. Und tatsächlich: Während Christian Preuß Fragen beantwortete und sich auch andere Sternfreunde vor der Kamera vorstellten, fand ich ein paar Grad neben dem Halbmond – die Jupiterbedeckung lag geschätzt einen halben Tag zurück – den Gasplaneten als winziges Scheibchen bei 10-facher Vergrößerung am blauen Taghimmel. Der Abstand war zwar schon wieder gewachsen, dennoch zeigte mein Übersichtsokular beide Objekte auf einen Blick. Das beeindruckte nicht nur mich, sondern auch die Familie und Freunde, die sich unter die Hobbyastronomen mischten. Im 8-Zöller ließ sich bei höherer Vergrößerung sogar Io als schwacher Lichtpunkt auf blauem Hintergrund neben dem gestreiften Jupiter entdecken – und alles am späten Nachmittagshimmel. Ein wunderbarer Anblick.

Christian, der auch mal ein Stück des Sikhote-Alin-Meteoriten in die Kamera hielt, erzählte über seine Leidenschaft für die Astronomie, eigene Beobachtungserlebnisse und seine langfristigen Pläne mit den „Sternfreunden Siebengebirge“: Teleskoptreffen auf dem Drachenfels, Planetenwanderweg im Siebengebirge und eine Sternwarte in Bad Honnef. Nun steht aber erstmal der deutschlandweite Astronomietag am 16. März an, aus dem er gleich zwei Tage macht und auch am 17. März eine öffentliche Aktion anbieten will. Sobald die Orte für die öffentlichen Beobachtungen in Bad Honnef feststehen, werde ich sie auch in meinen Astroterminen für Bonn bekanntgeben.

Als sich das Filmteam gegen halb 7 verabschiedete, war Jupitermond Io schon sehr dicht an seinen Planeten herangerückt. Da die Reporterin noch nicht wusste, wann der Beitrag geschnitten wird, war auch noch offen, wann er in der WDR-Lokalzeit ausgestrahlt wird. Eine Stunde später dann, als nur noch Christians 12- und 8-Zöller aufgebaut waren, konnten wir bei ruhigen Seeing-Momenten tatsächlich in beiden Geräten Io vor dem Jupiter sehen – durch den guten Kontrast zu einem dunklen Wolkenband. Abschließend überraschte uns sogar noch die ISS in Venushelligkeit. [Nico Schmidt]

NACHTRÄGE: Dann hier noch die erwähnte Tagaufnahme von Jupiter, die ohne besonderen Aufwand erstellt wurde (DMK21 im C9.25, 2.350mm), wobei natürlich die Hintergrundhelligkeit abgesenkt wurde. Links ist noch der Mond Io lange vor seinem Transit zu erkennen. [Peter Oden] Noch mehr von dem Dreh ist auch hier zu finden. [Daniel Fischer]

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Jupiter kurz zu sehen

Für den Abend des 30. Januar hatte der Wetterbericht bereits zwei Tage vorher einen – wenn auch nur für ein paar Stunden – klaren Himmel vorhergesagt. Diese Chance konnte ich „natürlich“ nicht ungenutzt vorübergehen lassen und hatte rechtzeitig mein astronomisches Equipment im Garten aufgebaut.

Trotz erheblichem Wind, der auch viele Aufnahmen zunichte gemacht hat, und sehr unruhiger Luft gelangen mir dann doch einige schöne Aufnahmen von Jupiter. Da Jupiter nach dem Sonnenuntergang jetzt bereits seiten höchsten Stand am Nachthimmel erreicht hat und von Tag zu Tag etwas tiefer stehen wird, war es vielleicht eine der letzten guten Chancen.

Aber dafür kommen auch bald wieder Saturn und Mars ins Blickfeld!

Genutzt habe ich ein C9.25 Teleskop von Celstron mit einer 3.5-fach Barlow, so dass sich insgesamt über 8m Brennweite ergeben, und eine DMK21-Kamera zur Aufnahme.

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[Peter Oden]

Sonne, Mond und Sterne….

Nach Monaten der Abstinenz bot sich am Wochenende ENDLICH mal wieder die Chance zu echter persönlicher Astronomie aus erster Hand – sprich direktem Erleben.

Tagsüber war die Sonne, die nun doch und turnusgemäß mal reichlich Sonnenflecken zeigte, ein lohnendes Ziel:

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An einem Refraktor 90mm/900mm (sonnenbeobachtungsgerecht ausgestattet mit Herschelkeil und Filtern) sprangen einen die Strukturen, allen voran die riesige Fleckengruppe 1654, regelrecht an.

Am frühen Abend bot der junge Neumond tief am Horizont ein schönes Bild. Durch die Überbelichtung der zarten Sichel konnte auch das sogenannte aschgraue Mondlicht gut eingefangen werden:

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Mit Fotoapparat und Teleobjektiv (600mm, f2.8 (KB-Äquiv.) gelang diese Aufnahme bei ISO 1.600 und 1/4 sec. Belichtung frei aus der Hand.

Und etwas später – gegen 22:30 Uhr – im Wettrennen gegen sehr schnell aufziehende Wolken ging noch ein letzter Schnappschuss von Jupiter mit zahlreichen interessanten Wolkenstrukturen ins Netz:

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Hier kamen ein Celestron C9.25 bei 9.000mm und eine DMK21AU16-Kamera zum Einsatz.

Alle Aufnahmen entstanden mitten aus Bonn-Beuel von der heimischen Gartensternwarte aus. Und so gibt es nun doch wieder Hoffnung 😉 auf die Möglichkeit astronomischer Beobachtungen in Bonn. [Peter Oden]

26 Astrozeichnungen zum Jahresrückblick 2012

Trotz des oft schlechten Wetters letztes Jahr sind doch einige Zeichnungen zusammen gekommen, die ich gerne noch einmal gesammelt zeigen möchte. Die Zeichnungen sind alle an meinem SC mit 9,25″ Öffnung bei etwa rund 200-facher Vergrößerung entstanden.

Mond: Recht magere Ausbeute, dafür zwei Krater mit sehr besonderen Schattenwürfen.

Sonne: Zwei Sonnenflecken-Zeichnungen mit Sonnenfilter bei voller Öffnung des SC 9,25″.

Mars: Im März war es sehr oft klar und es entstanden in diesem Zeitraum praktisch alle Marszeichnungen. Auffallend waren etliche Wolkenerscheinungen, und besonders beeindruckend erschien eine weiße Wolke über Olympus Mons.

Jupiter: Oktober und November kam ich kaum mit dem Zeichnen nach. Sehr schön in dieser Saison erschienen der GRF und das Oval BA hell orange gefärbt. Die Wirbelschleppe „hinter“ dem GRF zeigte sich sehr ausgeprägt mit teilweise schönen Strukturen.

Saturn: Ein einmaliger Zeichenversuch kurz vor der Opposition.

[Lambert Spix]

Weihnachtliche Konjunktion von Mond und Jupiter

Drei Sternfreunde des Köln-Bonner-Astrotreffs (KBA) haben die schöne weihnachtliche Konjunktion von Mond und Jupiter am ersten Weihnachtsfeiertag festgehalten. Die Fotos von Rolf Hempel (Bild 1 und 2) zeigen deutlich den Jupiter als Scheibchen und einige seiner Monde. Meine kurz vor 22:00 MEZ gemachte Aufnahme (Bild 3) zeigt mit dem 20x-Zoom der TZ31 ebenfalls das Jupiterscheibchen, allerdings war die Belichtung auf den Mond ausgerichtet, weshalb der Riesenplanet in der linken oberen Ecke nur sehr schwach sichtbar ist, und wenige Minuten später zogen schon wieder Hochnebel und Regenwolken auf. Einen größeren Himmelsausschnitt zeigt Daniel Fischers Foto (Bild 4), auf dem neben (überbelichteten) Mond und Jupiter mit Monden auch das Siebengestirn M 45 sowie Aldebaran und die hellsten Sterne des Hyaden-Haufens – darunter auch der Asterismus „Mirror Moth“ – zu sehen sind. Weitere Konjunktionsbilder von ihm gibt es hier in seinem Blog. [Nico Schmidt]

Mond trifft Jupiter

 

Ein „Allerheiligen-Mondaufgang“ – sehr dekorativ mit Jupiter daneben!

Bei längerer Belichtung sind zusätzlich Aldebaran und einige Hyaden-Sterne zu sehen

Mond und Jupiter am späteren Abend, hoch am Himmel (Canon 300D + 300mm Objektiv)

…und nach dem „Seitenwechsel“ am frühen Morgenhimmel. Selbst nach Sonnenaufgang war der blasse Jupiter im Fernglas noch mühelos gemeinsam mit dem Mond am klaren Taghimmel zu sehen. [P. Hombach]

 

Konstellationen rund um die Perseiden-Nacht

Die Wanderung des Mars relativ zu Saturn und Spica lässt sich von Abend zu Abend gut verfolgen. Hier je ein Bild vom 10. und 11. August.

10.8.

11.8., Spica schon auf dem Weg ins Gebüsch

In der Nacht vom 11. auf den 12. August ließ sich ein schöner Aufgang des Duos Mond-Jupiter beobachten. Das Vergnügen der Perseiden störte der abnehmende Erdtrabant kaum.

Mond und Jupiter am Waldesrand – rechts Aldebaran mit den Hyaden [Paul Hombach]

Nachtrag: Das Trio Saturn – Mars- Spica am Abend des 12.8..2012 [PH]