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Asteroid 2012 DA14 am 15. Februar abends über Bonn

D. Fischer hatte in seinem Blog ja bereits vor einem halben Jahr und kürzlich in diesem Blog darauf hingewiesen, dass uns am 15. Februar der Vorbeiflug eines Asteroiden bevorsteht.
Nach heutigem Kenntnisstand wird der 50m große Asteroid 2012 DA14 dann so nah (<30.000 km) wie schon lange kein Objekt dieser Größenordnung mehr an der Erde vorbeifliegen (die große Explosion 1908 in Tunguska könnte eine ähnliche Ursache gehabt haben). Dennoch bleibt er relativ dunkel und dürfte leider nur mit einem Feldstecher (oder kleinen Teleskop mit möglichst geringer Vergrößerung) erkennbar sein.
Die folgende Grafik (Stellarium) verdeutlicht seine Flugbahn von Osten aus Richtung Norden etwa zum Polarstern und seine jeweilige Helligkeit. Die Bahndaten wurden aktuell für Bonn-Beuel mit dem Programm JPL Horizons berechnet.

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Details werden allerdings auch in einem größeren Teleskop keine zu erkennen sein, weil der Asteroid z.B. gegen 21:00 Uhr einen scheinbaren Durchmesser von unter 0,3 Bogensekunden haben wird. Zum Vergleich : Jupiter hat derzeit noch über 40 Bogensekunden Durchmesser!

Wünschen wir uns einen klaren Himmel und eine erfolgreiche Beobachtung! [PeterOden]

Wenn Asteroid 2012 DA14 zu Besuch kommt: neue Zahlen!

2012da14

Schon seit einem knappen Jahr ist bekannt, dass am 15. Februar 2013 ein kleiner Asteroid dicht an der Erde vorbei fliegen und dabei kurz sogar zu einem Feldstecherobjekt werden wird – und das auch noch gut zu sehen aus dem Köln-Bonner Raum (und Deutschland insgesamt natürlich). Doch eine exakte Bahn konnte nicht angegeben werden, da erst neue Astrometrie in relativer Erdnähe benötigt würde. Manche erwarteten, dass 2012 DA14 erst wenige Tage vor der größten Annäherung hell genug sein würde – aber nun ist er doch schon wieder gefunden worden, und der JPL-Ephmeriden-Rechner spuckt eine deutlich präzisere Bahn aus.

Danach wird die größte Annäherung ans Zentrum der Erde um 20:40 MEZ in 0.00022800 au = 34,108 km Entfernung bzw. etwa 27,730 km über der Erdoberfläche erfolgen (siehe auch die Grafik oben mit Zeitmarken in UTC = MEZ-1 Stunde und der Mondbahn sowie dem „Gürtel“ der geostationären Satelliten): Die alte Rechnung – mit 28’600 km Minimalabstand – war also schon ziemlich genau gewesen. Bei der größten Erdnähe ist der Asteroid allerdings noch knapp unter dem Horizont des KBA-Landes, aber das ändert sich schon in den nächsten Minuten rapide (hier berechnet für den Flughafen Köln-Bonn), zumal er sich rasant nordwärts bewegt:

21:00 MEZ, Höhe 10° über Horizont, Abstand 35’590 km, Helligkeit 7.6 mag., Coma Berenices
21:16 MEZ, Höhe 20° über Horizont, Abstand 37’715 km, Helligkeit 7.8 mag., Coma Berenices
21:34 MEZ, Höhe 30° über Horizont, Abstand 41,295 km, Helligkeit 8.1 mag., Canes Venatici
21:58 MEZ, Höhe 40° über Horizont, Abstand 47,480 km, Helligkeit 8.6 mag., Canes Venatici
22:34 MEZ, Höhe 50° über Horizont, Abstand 58,640 km, Helligkeit 9.3 mag., Ursa Major

Wenn 2012 DA14 dann um 0:54 MEZ in knapp 60° Höhe kulminiert, ist er schon wieder 109’300 km entfernt und auf 11.1 mag. gefallen. Noch ist (diesem Blogger) nicht klar, wie präzise die Bahn jetzt schon ist und wieviel besser sie in den kommenden Wochen noch werden kann [NACHTRAG: Die Größenordnung ist 100 km, teilt das JPL mit!]: Davon hängt schließlich ab, wann man den Drucker anschmeißen und tatsächlich die Bahn am – lokalen! – Himmel ausgeben lassen sollte. Die Bedingungen für Deutschland sind jedenfalls ziemlich gut – die geometrischen jedenfalls … [Daniel Fischer]