Archiv der Kategorie: Planeten

Treffen sich zwei Sicheln…

Venus wird am 11. Januar zwischen Erde und Sonne hindurch ziehen. Anders als bei einem Venustransit (wie zuletzt im Juni 2012) zieht sie aber diesmal von uns aus gesehen etwa 5° oberhalb der Sonne her. In den Tagen vor und nach dieser sogenannten unteren Konjunktion kommt uns die Venus besonders nah und ist entsprechend groß im Teleskop zu sehen. Zudem blicken wir mehr und mehr auf ihre Nachtseite mit der Folge, dass wir nur noch eine feine Sichel ihrer der Sonne zugewandten Tagseite sehen. Heute Abend stand die zunehmende neue Mondsichel oberhalb der Venus in der Abenddämmerung. Um die Venus als Sichel zu sehen, benötigte man allerdings ein gutes Fernglas oder kleines Teleskop. Beide „Sicheln“ zeigen an, aus welcher Richtung das Sonnenlicht kommt. Während die Mondsichel in den nächsten Tagen zunimmt, ist die Venussichel bis zum 11.1. abnehmend. Danach taucht die Venus wieder am Morgenhimmel auf und ihre Sichel erscheint täglich dicker. Venus ist also am Abendhimmel abnehmend und am Morgenhimmel zunehmend – beim Mond ist es genau umgekehrt. So sahen beide heute in der Dämmerung aus, als die Regenwolken sich kurz verzogen:

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Mond und Venus am 2.1.2014 Bild: PH

 

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Astronomischer Sommerabend mit Wink-Effekt

Das war das große Saturn-Winken gestern Abend am AIfA in Bonn-Endenich, wo sich rund 40 Teleskopbesitzer und Besucher versammelt hatten – die Zeit läuft von unten nach oben.

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Während des „kritischen“ 15-Minuten-Intervalls 23:27 bis 23:42 MESZ: Nico Schmidt zeigt zum Saturn (das hellere Objekt am Arm ist dann wohl Cassini ein lästiges Flugzeug).

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Das große Saturn-Winken zu Beginn des viertelstündigen Aufnahme-Intervalls (unten ein ge-AutoStitch-tes Panorama): Im Gegensatz zu den USA war der Saturn hier perfekt am Himmel zu sehen.

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Auch wenn sie nur jeweils nur ~20° hoch standen: Saturn und Mond „gehen immer“ bei öffentlichen Beobachtungen!

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Monddetails durch’s Okular eines 8-Zoll-Dobsonians geknipst – das geht ( 2 x 1/100, 1 x 1/30 Sek. bei ISO 400) …

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Saturn, Spica (rechts unterhalb) und der Mond (links, mit Antares rechts unterhalb) kurz vor dem „kritischen Intervall“ (1 Sekunde bei Blende 2.8 bzw. 3.2 und ISO 400).

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Der Mond, freihändig, mit maximalem Zoom (1/200 Sekunde bei Blende 5.6 und ISO 200).

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Der Star des Abends Saturn, freihändig durch einen 20-cm-Dobsonian geknipst (1/10 Sekunde bei ISO 800).

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Der Doppelstern Albireo, freihändig durch einen größeren Dobsonian (unscharf eingestellt) geschossen (1/13 Sekunde bei ISO 400).

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Beobachtungen in der fortschreitenden Dämmerung – und die Venus (1/15 Sekunde bei Blende 4 und ISO 400) gab sich verblüffend hell trotz geringer Höhe: Mond, Saturn und Venus waren tatsächlich eine Weile gleichzeitig zu sehen.

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Erste Beobachtungen schon in der Zeit um Sonnenuntergang, zwei Stunden vor dem Winken – und selbst vor Sonnenuntergang war der Saturn doch tatsächlich matt aber scharf in dem 25-cm-Schiefspiegler zu sehen! Einige dieser frühen Bilder wurden auch im Live-Webcast des JPL zum Event gezeigt, gegen 30:00 [NACHTRAG: von 25:20 bis 25:55 – und in dieser besseren Aufzeichnung von 25:09 bis 25:43]!

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Den Auftakt des ungewöhnlichen Astronomie-Abends – in weiterer Bericht davon ist bereits hier zu finden! – hatte Michael Geffert mit bemerkenswerten Einsichten in die Geschichte des größten Bonner Teleskops gemacht (das nach der Schließung des Hohen Lists womöglich einmal dorthin zurückkehren wird) und der Vorstellung eines neuen Projekts zur Sichtung und Archivierung deutscher Astro-Platten-Sammlungen. [Daniel Fischer. NACHTRAG: weitere Berichte vom Abend auch hier und hier und Bilder hier und hier]

Astroabend am Argelander-Institut am 19. Juli: erst ein historischer Vortrag, dann eine besondere Saturn-Party!

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Ein ungewöhnliches Doppel-Paket Astronomie haben das Argelander-Institut für Astronomie (AIfA), der Köln-Bonner-Astrotreff (KBA) und die Sternfreunde Siebengebirge für den kommenden Freitagabend schnüren können: Erst gibt es – bereits ab 18:30 Uhr MESZ – die Möglichkeit von Sonnenbeobachtung vor nämlichen Institut in Bonn-Endenich, dann als erstes Highlight um 19:00 Uhr einen rund 45-minütigen Vortrag von Michael Geffert über den alten Doppelrefraktor, der früher einmal in Poppelsdorf stand. Es folgt eine kurze Präsentation zur aktuellen Saturnforschung und warum der 19. Juli 2013 dabei ein Tag mit besonderer „Bedeutung“ für die Erde ist. Und ab ca. 21:15 Uhr können – weiterhin gutes Wetter vorausgesetzt – vor dem Institut Venus, Mond und schließlich Saturn mit Teleskopen von KBA, VSB und Sternfreunden Siebengebirge beobachtet werden, wobei der Abend gegen 23:30 Uhr mit einer Teilnahme an der globalen Aktion „Winkt dem Saturn“ seinen Abschluss findet.

Dieses kleine Gebäude an der Poppelsdorfer Allee 47 kann man schnell übersehen, da es hinter dem großen Backsteinbau von Bonns Alter Sternwarte steht. Seit 1976 ist der Bau mit der grauen Kuppel das Domizil der Volkssternwarte Bonn (VSB); es wurde vor 115 Jahren errichtet und beheimatete bis in die 1960-er Jahre das größte Teleskop der Stadt: ein 5 Meter langes Doppelfernrohr, das parallel fotografisch und visuell genutzt wurde. Die über ein Jahrhundert alte Geschichte des Bonner Doppelrefraktors (36 cm Öffnung, 5,4 m Brennweite [visuell] bzw. 30cm Öffnung, 5,1m Brennweite [fotografisch]) ist Thema des Vortrags von Michael Geffert ab 19:00 Uhr: Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung auch aber keineswegs nur für Kinder gedacht.

Anschließend dann ein großer Sprung zur modernen Saturnforschung, gefolgt von der Live-Beobachtung der Venus, des Mondes und schließlich – ab etwa 22:15 Uhr – auch des Saturn selbst. Und zwischen 23:27 und 23:42 Uhr wird es dann kurios, wenn es „Winkt dem Saturn“ heißt: Licht, das die Erde in dieser Viertelstunde Richtung Saturn verlässt, wird 80 Minuten später von einer Kamera auf dem Orbiter Cassini eingefangen, der in dieser Nacht eine spektakuläre Gegenlichtaufnahme Saturns – mit der Erde winzig aber deutlich – im Bildfeld aufnimmt: Jeder darf sich dann als Teil dieses Bildes fühlen …

Michael Gefferts Vortrag findet übrigens im Rahmen der „Sammlung historischer Himmelsaufnahmen“ (Seite 26) statt, zu der es bereits im Frühjahr drei Vorträge (z.b. diesen) gab. Nun folgen drei weitere Termine zur Astronomiegeschichte von Bonn:

19. Juli um 19:00 Uhr: „Der Bonner Doppelrefraktor – Geschichte eines ungewöhnlichen Fernrohrs“

16. August um 19:00 Uhr: „Sternhaufen – Meilensteine im All“

18. Oktober um 19:00 Uhr: „Messier 42 – Der große Nebel im Sternbild Orion“

[Nico Schmidt, mit neuen Entwicklungen mehrfach AKTUALISIERT von Daniel Fischer]

Das Planeten-Trio – knapp aber erfolgreich

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22:19 MESZ, Sonne -6.7°, 1/20 Sekunde, Blende 5.6, ISO 400

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22:21 MESZ, Sonne -6.9°, 1/15 Sekunde, Blende 5.6, ISO 800

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22:21 MESZ, Sonne -6.9°, 1/15 Sekunde, Blende 4.5, ISO 800

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22:24 MESZ, Sonne -7.2°, 1/13 Sekunde, Blende 5.2, ISO 800

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22:27 MESZ, Sonne -7.5°, 1/6 Sekunde, Blende 4.0, ISO 400

Zwei Tage nach einem Erfolg im Landkreis Neuwied (RP) kann dieser Blogger heute auch einen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis (NRW) vermelden: Das Trio von Witten-Herbede aus über Bochum – stur den Wolkenstreifen trotzend, wenn auch Venus und Merkur mit arger Extinktion. Aber es geht – und mal wieder ohne Stativ aus der freien Hand … [Daniel Fischer. NACHTRAG: das mittlere Bild größer]

Planetentrio über dem KBA-Land angekommen

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Überraschend ist es Rolf Hempel gestern in Buchholz im Westerwald gelungen, das abendliche Planeten-Trio mit bloßem Auge zu sichten und spontan abzulichten: „Ich hatte mich gar nicht darauf vorbereitet. Als ich gegen 22:00 Uhr aus dem Fenster sah, guckte mich plötzlich Jupiter an. Kurz darauf fand ich auch Venus und Merkur mit dem bloßen Auge. Erst da dämmerte es mir, daß ich ja auch ein Photo machen könnte. Leider reichte die Zeit nicht mehr, mein großes Gitzo-Stativ aus dem Keller zu holen und das Tele-Zoom zu montieren. So mußte ich es mit dem Standard-Zoomobjektiv, das gerade an der Kamera war, aus der Hand versuchen. Ich war froh, daß überhaupt etwas daraus geworden ist. Aber die Jupiter-Monde sucht man unter diesen Umständen leider vergeblich.“ Parallel Bilder aus Bremen – und Arizona. [Rolf Hempel]

Live-Blog von der Planeten-, Kometen- und Sonnetagung in St. Andreasberg


19. Mai

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Gemeinsames Bestaunen der Venus und des Jupiter vor dem Tor der Mindener Hütte – erstere war jetzt, trotz Wolken anderswo am Himel, schon deutlich leichter als gestern zu finden; als letzten Vortrag des Tages referiert Michael Anton jetzt über … Transite derselben. [22:00 MESZ] Mit eigenen Aufnahmen zu den Klängen des Transit of Venus von Morning Star und dem „Transit of Venus March“ zum Abschluss – Blasmusik auf einer Planetentagung muss eben sein! Danach noch erste Diskussionen über deren Zukunft, die Talking Points werden geclustert … [23:10 MESZ -Ende]

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[NACHTRÄGE: die Beschlüsse der Abschluss-Diskussion am 20. Mai, die sich als ausgesprochen produktiv erwies, ein Tagungsbericht, ein ganz aktuelles 123-Seiten-Paper über die „exponentiell“ steigende Rolle von Amateuren in der Planetenforschung, oben ein (hier stark prozessiertes) Bild von Bernd Brinkmann, das gestern unterhalb der Venus auch schon den Merkur nachweist – und die SPIEGEL-Titelgeschichte von 1950 über den 2003 verstorbenen deutschen Amateur-Planeten-Pionier Ern(e)st „Ernie“ Ludwig Pfannenschmidt]

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Der Saal ist gut gefüllt am Haupt-Vortrags-Tag

Als nächstes Thomas Wolf über den Venustransit in Australien (AutoStitch-Panorama). [15:30 MESZ] Weitere Vorträge zu Sonnenfackeln (M. Delfs) – und wieder dem Venus-Transit (exzellente Bilder von Martin Fiedler) … [17:35 MESZ. NACHTRAG: ein Video vom 2. Kontakt von ihm] … nebst Astrofotografie von einem QLD-B&B mit Sternwarte aus. [17:40 MESZ] Und noch ein Venustransit, von Uwe Schmidtmann – zur Abwechslung mal aus Polen. [17:55 MESZ]

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Nach dem Abendessen wurde es erstmal historisch: Rudolf Hillebrecht über 40 Jahre Jupiter und Michael Delfs über die (Frühstgeschichte der) FG Sonne. [19:45 MESZ] Jetzt Bernd Gärken mit 2012 DA14 in Italien. [19:55 MESZ] Und wieder zum Venustransit, jetzt am Nordkap. [20:10 MESZ]

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Silvia Kowollik erklärt die Konstruktion einer richtig kleinen Reisemontierung … [21:15 MESZ] … und führt vor, wie man mit Fantamorph ruckelfreie Rotationen von Planeten aus wenigen Bildern erzeugen kann. [21:20 MESZ]

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Strahlender Sonnenschein in der „Pfingstsonntagsruhe“ verleitet natürlich zu allerlei Experimenten – wobei das Sonnenbild genau wie der Mond unten (zzgl. einer alten SoFi-Brille als Filter) entstand: Dominant sind die Gruppen 1748 (o.l.), 1745 (o.r.) und 1746 (u.r.); mittagshalber ist Norden ziemlich genau oben. [13:40 MESZ] Die heutigen Flecken im Detail; derweil haben die Vorträge wieder begonnen, zuerst Martin Hörenz über die H-Alpha-Relativzahl. [14:35 MESZ] Und die Sonnenscheibe heute mit Hausnummern aus SDO-Sicht. [14:55 MESZ]

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2:20 – 3:05 MESZ: der Himmel über St. Andreasberg

Ein Dreiviertelstündchen zwischen Monduntergang und zu heranwaberndem Nebel sowie schon deutlich beginnender astronomischer Morgendämmerung nutzten drei Unentwegte für ein bisschen Astropraxis: Der Himmel hier ist deutlich dunkler als in Violau. Aufnahmen mit jeweils 60 Sekunden Belichtung bei ISO 1600 zeigen einen ungeplanten Iridium-Flare und das Sommerdreieck sowie den 6″-Refraktor von Michael Anton im Einsatz: Der zeigte den Kometen PANSTARRS jetzt wesentlich detailreicher und größer, mit seinem extremen Schweiffächer weit in beide Richtungen aufgespannt. [3:20 MESZ. NACHTRAG: eigenlich genau so wie auf dieser Aufnahme ein paar Stunden früher]


18. Mai

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Abendstimmung mit vier Himmelskörpern: In einem kurzen Zeitfenster gegen 21:45 zeigten sich Jupiter und Venus (im 2. Bild stark heran gezoomt) über dem Horizont des Tagungsortes, während im Süden noch Nebel wallten, mit dem Mond im ersten Viertel hoch darüber. [22:00 MESZ] Das erste Bild größer. Alle Bilder – natürlich – freihändig mit Superzoom-Kamera mit 29-fachem optischem Zoom an beiden Anschlägen … [22:10 MESZ. NACHTRAG: derselbe Mond mit mehr Aufwand] Als Bonus gab’s noch einen PANSTARRS in einem 13-cm-Maksutov: eindeutig unrund, aber wegen eines nahen Sterns nicht so recht zu erkennen, in welcher Weise. [23:40 MESZ]

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Bildaufnahme und Bildverarbeitung live auf der Bühne

Die CCD-Aufnahme von Planetenbildern und ihre Verarbeitung werden in der Szene zwar schon seit einem Vierteljahrhundert betrieben, und oft werden heutzutage nur noch die fertigen Ergebnisse präsentiert. Aber hin und wieder tut es auch gut, mal wieder alle Schritte zu sehen: heute Abend live vorgeführt von Silvia Kowollik, wobei der zu verarbeitende Jupiter natürlich aus der Konserve kam. [19:40 MESZ]

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Als „Privatservice“ für dieses Blog hat Silvia hier mal die vier ‚besten‘ Teleskop-losen Trash-Saturne vom April gestackt – erstaunlich … Inzwischen gibt Bernd Gährken als Quasi-Fach-Referent eine Abendshow über Polarlicht-Beobachtungen 2012. In HD und als Extended Version. [20:35 MESZ]

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Impressionen vom Sonnenturm und der Sternwarte Hainberg – siehe hier und hier – im Besitz der Amateurastronomischen Vereinigung Göttingen: Die Tagungsteilnehmer konnten es kaum fassen, was hier einer Volkssternwarte „zugefallen“ ist, die die gewaltigen historischen Teleskope nun wieder in Betrieb nimmt. Ihrer „ursprünglichen Bestimmung wieder zuführen“, kann man bei dem Sonnenturm natürlich nicht sagen, da es sich um eine Investition des III. Reichs zur Förderung des II. Weltkriegs handelte. Sein Sonnenteleskop in einem Stück zu fotografieren, geht prinzipiell nicht: stattdessen Bilder aus mehreren „Etagen“. [17:55 MESZ]

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Das Staub- und Gas-Verhältnis von Komet PANSTARRS

allein aus Amateurbeobachtungen bestimmt von Uwe Pilz (auch wenn die Auswertung nir ‚cum grano salis‘ zu betrachten sei): Bei diesem Kometen war die Staubproduktion von Anfang an enorm – während sie beim periodischen Kometen Hergenrother erst nach dem Perihel anstieg. [11:10 MESZ] Jetzt einführender Vortrag von Kai Bröking zum Hainberg-Observatorium bei Göttingen, das heute Nachmittag besucht wird. [11:25 MESZ] Spektroheliografie mit extremer spektraler Enge – mal ein ganz anderer Blick auf die Sonne. [11:50 MESZ]

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Chelyabinsker Meteoriten auf der Tagung gelandet! Und das gleich zusammen einem Splitter einer Glasscheibe, die der Airburst am 15. Februar demoliert hatte: eins von zahlreichen Mitbringseln von Marc Wiekhorst bei seinem Meteoriten-Vortrag jetzt. [10:10 MESZ] Weil’s so schön war: nochmal in größer! [10:20 MESZ]

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Tagung läuft: Anspruchsvolles schon vor 9 Uhr Morgens

Erste physikalische Diskussionen kurz nach 8:30 MESZ löste ein Vortrag von Andreas Eberle über Filtertechniken in der Sonnenbeobachtung aus. Interessante Entdeckung u.a.: Ein „normaler“ UV-Filter, wie er z.B. in der Venus-Beobachtung verwendet wird, liefert zusammen mit einem Neutralfilter Bilder, die ähnlich wie durch einen Ca-Interferenzfilter aussehen. [9:15 MESZ] Im zweiten Vortrag zeigte Silva Kowollik ein bemerkenswert seeingarmes H-Alpha-Video der letztjährigen Ring-SoFi bis zum Untergang. [10:05 MESZ]


17. Mai

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Es hat begonnen! Die erste Planetentagung nicht in Violau – und ebenso erste zusammen mit der Sonnetagung – seit 1984 hat tief im Harz begonnen: Den „bunten Abend“ zur Eröffnung bestritten 2 1/2 Stunden lang dieser Blogger mit dem Venustransit auf Rhodos und in der Geschichte, Polarlichtern mit der Hurtigruten und dem Australien-SoFi-Trip, Thomas Wolf mit einem La-Palma-Video, Bernd Gährken mit der Jupiter-Bedeckung durch den Mond, und als Bonus gab’s noch, live von Vimeo gestreamt, die aktuelle Aussie-Ring-SoFi und die Polar Spirits. [22:55 MESZ von Daniel Fischer]

Die Saturnringe ohne Teleskop fotografieren …?

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1/20 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 200 mit 735 mm KB-Äqv.-Brennweite

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1/50 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 200 mit 735 mm KB-Äqv.-Brennweite

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1/40 Sekunde bei Blende 5.2 und ISO 200 mit 735 mm KB-Äqv.-Brennweite

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Schon während der Mondfinsternis gestern Abend hatte sich bei kühnen freihändigen Aufnahmen des nahen Saturn mit maximaler Brennweite der „Superzoom“-Kamera (108 mm, was 735 mm Kleinbild entspricht) der Planet meist ist ungefähr der „richtigen“ Ovalform gezeigt. Das animierte zu systematischeren Versuchen vier Stunden später mit dem Planeten nahe der Kulmination (oben und unten Impressionen der Konstellation mit dem verdeckten Mond), der weit geöffnete und durch den Oppositionseffekt aufgehellte Ringe präsentiert. Jedes der Einzelbilder, aus denen hier jeweils rund 100 Pixel breite Streifen „aufgeblasen“ wurden, sieht anders aus – aber wenn man etwas Abstand (zum Bildschirm) gewinnt, drängt sich der Eindruck auf, dass auch eine Kamera mit eingebautem Zoomobjektiv heute in der Lage sein kann, in einem Sekundenbruchteil mehr aufzunehmen als was Galilei in seinem besten Teleskop sehen konnte … [Daniel Fischer]

Jupiter kurz zu sehen

Für den Abend des 30. Januar hatte der Wetterbericht bereits zwei Tage vorher einen – wenn auch nur für ein paar Stunden – klaren Himmel vorhergesagt. Diese Chance konnte ich „natürlich“ nicht ungenutzt vorübergehen lassen und hatte rechtzeitig mein astronomisches Equipment im Garten aufgebaut.

Trotz erheblichem Wind, der auch viele Aufnahmen zunichte gemacht hat, und sehr unruhiger Luft gelangen mir dann doch einige schöne Aufnahmen von Jupiter. Da Jupiter nach dem Sonnenuntergang jetzt bereits seiten höchsten Stand am Nachthimmel erreicht hat und von Tag zu Tag etwas tiefer stehen wird, war es vielleicht eine der letzten guten Chancen.

Aber dafür kommen auch bald wieder Saturn und Mars ins Blickfeld!

Genutzt habe ich ein C9.25 Teleskop von Celstron mit einer 3.5-fach Barlow, so dass sich insgesamt über 8m Brennweite ergeben, und eine DMK21-Kamera zur Aufnahme.

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[Peter Oden]

Sonne, Mond und Sterne….

Nach Monaten der Abstinenz bot sich am Wochenende ENDLICH mal wieder die Chance zu echter persönlicher Astronomie aus erster Hand – sprich direktem Erleben.

Tagsüber war die Sonne, die nun doch und turnusgemäß mal reichlich Sonnenflecken zeigte, ein lohnendes Ziel:

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An einem Refraktor 90mm/900mm (sonnenbeobachtungsgerecht ausgestattet mit Herschelkeil und Filtern) sprangen einen die Strukturen, allen voran die riesige Fleckengruppe 1654, regelrecht an.

Am frühen Abend bot der junge Neumond tief am Horizont ein schönes Bild. Durch die Überbelichtung der zarten Sichel konnte auch das sogenannte aschgraue Mondlicht gut eingefangen werden:

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Mit Fotoapparat und Teleobjektiv (600mm, f2.8 (KB-Äquiv.) gelang diese Aufnahme bei ISO 1.600 und 1/4 sec. Belichtung frei aus der Hand.

Und etwas später – gegen 22:30 Uhr – im Wettrennen gegen sehr schnell aufziehende Wolken ging noch ein letzter Schnappschuss von Jupiter mit zahlreichen interessanten Wolkenstrukturen ins Netz:

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Hier kamen ein Celestron C9.25 bei 9.000mm und eine DMK21AU16-Kamera zum Einsatz.

Alle Aufnahmen entstanden mitten aus Bonn-Beuel von der heimischen Gartensternwarte aus. Und so gibt es nun doch wieder Hoffnung 😉 auf die Möglichkeit astronomischer Beobachtungen in Bonn. [Peter Oden]

26 Astrozeichnungen zum Jahresrückblick 2012

Trotz des oft schlechten Wetters letztes Jahr sind doch einige Zeichnungen zusammen gekommen, die ich gerne noch einmal gesammelt zeigen möchte. Die Zeichnungen sind alle an meinem SC mit 9,25″ Öffnung bei etwa rund 200-facher Vergrößerung entstanden.

Mond: Recht magere Ausbeute, dafür zwei Krater mit sehr besonderen Schattenwürfen.

Sonne: Zwei Sonnenflecken-Zeichnungen mit Sonnenfilter bei voller Öffnung des SC 9,25″.

Mars: Im März war es sehr oft klar und es entstanden in diesem Zeitraum praktisch alle Marszeichnungen. Auffallend waren etliche Wolkenerscheinungen, und besonders beeindruckend erschien eine weiße Wolke über Olympus Mons.

Jupiter: Oktober und November kam ich kaum mit dem Zeichnen nach. Sehr schön in dieser Saison erschienen der GRF und das Oval BA hell orange gefärbt. Die Wirbelschleppe „hinter“ dem GRF zeigte sich sehr ausgeprägt mit teilweise schönen Strukturen.

Saturn: Ein einmaliger Zeichenversuch kurz vor der Opposition.

[Lambert Spix]