Archiv des Autors: peteroden

Komet PANSTARRS weiter im Anmarsch

Auch wenn man bis heute nicht sicher sein kann, wie hell PANSTARRS C/2011 L4 wirklich werden wird, kann man aber weiter davon ausgehen, dass er wahrscheinlich mit bloßem Auge über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen zu erkennen sein dürfte.

Ich habe die aktuellen Bahndaten in einer Sternenkarte (Stellarium) eingezeichnet. Die Karte selbst ist auf den 5. März datiert, das Datum, an dem PANSTARRS den geringsten Abstand zur Erde (Perigäum) haben wird. Am 10. März wird er den geringsten Abstand zur Sonne haben (Perihelion) und könnte eine Helligkeit von 2 bis 1 aufweisen.

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Bild in groß)

Je mehr Zeit vergeht, desto höher steigt PANSTARRS und desto länger und damit auch später in der Nacht kann man ihn bei immer dunklerem Himmel (Vollmond Ende März!) beobachten. Eine besonders schöne Konstellation ergibt sich am 4. April, wenn er vor M31 (Andromeda) vorbeizieht (wenn auch von Bonn aus nur in einer Höhe von 10° bis 15° über dem Horizont) – bei freier Sicht nach Westen visuell mit dem Feldstecher zu erkennen und ein Schmankerl für Astrofotografen!

[Peter Oden]

Jupiter kurz zu sehen

Für den Abend des 30. Januar hatte der Wetterbericht bereits zwei Tage vorher einen – wenn auch nur für ein paar Stunden – klaren Himmel vorhergesagt. Diese Chance konnte ich „natürlich“ nicht ungenutzt vorübergehen lassen und hatte rechtzeitig mein astronomisches Equipment im Garten aufgebaut.

Trotz erheblichem Wind, der auch viele Aufnahmen zunichte gemacht hat, und sehr unruhiger Luft gelangen mir dann doch einige schöne Aufnahmen von Jupiter. Da Jupiter nach dem Sonnenuntergang jetzt bereits seiten höchsten Stand am Nachthimmel erreicht hat und von Tag zu Tag etwas tiefer stehen wird, war es vielleicht eine der letzten guten Chancen.

Aber dafür kommen auch bald wieder Saturn und Mars ins Blickfeld!

Genutzt habe ich ein C9.25 Teleskop von Celstron mit einer 3.5-fach Barlow, so dass sich insgesamt über 8m Brennweite ergeben, und eine DMK21-Kamera zur Aufnahme.

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[Peter Oden]

Asteroid 2012 DA14 am 15. Februar abends über Bonn

D. Fischer hatte in seinem Blog ja bereits vor einem halben Jahr und kürzlich in diesem Blog darauf hingewiesen, dass uns am 15. Februar der Vorbeiflug eines Asteroiden bevorsteht.
Nach heutigem Kenntnisstand wird der 50m große Asteroid 2012 DA14 dann so nah (<30.000 km) wie schon lange kein Objekt dieser Größenordnung mehr an der Erde vorbeifliegen (die große Explosion 1908 in Tunguska könnte eine ähnliche Ursache gehabt haben). Dennoch bleibt er relativ dunkel und dürfte leider nur mit einem Feldstecher (oder kleinen Teleskop mit möglichst geringer Vergrößerung) erkennbar sein.
Die folgende Grafik (Stellarium) verdeutlicht seine Flugbahn von Osten aus Richtung Norden etwa zum Polarstern und seine jeweilige Helligkeit. Die Bahndaten wurden aktuell für Bonn-Beuel mit dem Programm JPL Horizons berechnet.

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Details werden allerdings auch in einem größeren Teleskop keine zu erkennen sein, weil der Asteroid z.B. gegen 21:00 Uhr einen scheinbaren Durchmesser von unter 0,3 Bogensekunden haben wird. Zum Vergleich : Jupiter hat derzeit noch über 40 Bogensekunden Durchmesser!

Wünschen wir uns einen klaren Himmel und eine erfolgreiche Beobachtung! [PeterOden]

Sonne, Mond und Sterne….

Nach Monaten der Abstinenz bot sich am Wochenende ENDLICH mal wieder die Chance zu echter persönlicher Astronomie aus erster Hand – sprich direktem Erleben.

Tagsüber war die Sonne, die nun doch und turnusgemäß mal reichlich Sonnenflecken zeigte, ein lohnendes Ziel:

2013-01-14 09.02.02

An einem Refraktor 90mm/900mm (sonnenbeobachtungsgerecht ausgestattet mit Herschelkeil und Filtern) sprangen einen die Strukturen, allen voran die riesige Fleckengruppe 1654, regelrecht an.

Am frühen Abend bot der junge Neumond tief am Horizont ein schönes Bild. Durch die Überbelichtung der zarten Sichel konnte auch das sogenannte aschgraue Mondlicht gut eingefangen werden:

2013-01-14 09.02.19

Mit Fotoapparat und Teleobjektiv (600mm, f2.8 (KB-Äquiv.) gelang diese Aufnahme bei ISO 1.600 und 1/4 sec. Belichtung frei aus der Hand.

Und etwas später – gegen 22:30 Uhr – im Wettrennen gegen sehr schnell aufziehende Wolken ging noch ein letzter Schnappschuss von Jupiter mit zahlreichen interessanten Wolkenstrukturen ins Netz:

2013-01-14 00.59.19

Hier kamen ein Celestron C9.25 bei 9.000mm und eine DMK21AU16-Kamera zum Einsatz.

Alle Aufnahmen entstanden mitten aus Bonn-Beuel von der heimischen Gartensternwarte aus. Und so gibt es nun doch wieder Hoffnung 😉 auf die Möglichkeit astronomischer Beobachtungen in Bonn. [Peter Oden]

Zeitschrift der „Vereinigung der Sternfreunde“

Die VdS (Vereinigung der Sternfreunde), zu der auch diverse Mitglieder der Volkssternwarte Bonn gehören, stellt ihre älteren Hefte zum kostenlosen Download bereit. Verfügbar sind derzeit die Hefte 1 (1997) bis 37 (II/2011). Der Link ist http://journal.fg-vds.de/1.pdf für Heft 1. Für andere Hefte wird die 1 einfach durch die Heftnummer ersetzt.

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Es ist manchmal erstaunlich zu sehen, was sich in zehn bis fünfzehn Jahren alles so verändert hat, was aber auch geblieben ist. Fast schon rührend wirken die letzten Ausläufer der Diskussionen der Astrofotografen, bei denen es um Film- oder Digitaltechnik ging. Manche Astrofotografen mit Filmtechnik haben der Digitaltechnik da durchaus eine Nischenberechtigung in der Zukunft zugesprochen…. Schön aber auch ein Bericht vor rund 10 Jahren von Paul Homach zur 100 (!) Sternstunde (damals noch im Bürgerfunk von Radio Bonn/Rhein-Sieg, heute als TV-Sendung im Internet).

Viel Spaß beim Lesen

[Peter Oden]

Sonne und Mond am 21. 10. 2012

Bei richtig schönem Himmel habe ich am 21. Oktober die Sonne beobachtet, auf der sich jetzt wieder erfreulich viele große Sonnenflecken tummeln. Das folgende Foto vermittelt einen kleinen Eindruck davon (mit dem iPhone auf dem 15mm-Okular eines 80/440mm Refraktors.

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Nach der Rückkehr abends von einem Besuch zeigte der prüfende Himmelsblick auf der Terrasse auf den ersten Blick reichlich Wolken, auf den zweiten Blick aber wunderschöne farbige Wolkenränder im Bereich um den Halbmond.

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[Peter Oden]

Ein Kameraumbau, ein Beobachtungsplatz und Nordamerika

Ein guter Freund dieses Bloggers (Dieter Bohling aus Ratingen) hatte Lust und den Mut, eine neue Systemkamera (Panasonic Lumix DMC-G3) astromäßig umzubauen. Hierzu wurden von ihm der UV/IR-Filter zusammen mit dem AntiAliasing-Filter, die sich vor dem Chip, der das Bild aufnimmt, befinden, entfernt. Zweck einer solchen Aktion ist es, die Empfindlichkeit einer Kamera im Rotbereich (speziell für H-alpha-Emissionen) spürbar zu verbessern.

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Anblick des entfernten Filters (3mm Dicke)

Für einen gemeinsamen Test wurde einer neuer, von uns gut zu erreichender Beobachtungsplatz in der Nähe von Lohmar ausgewählt, an dem wir uns in der Nacht von vergangenem Samstag zu Sonntag trafen. Der Aufbau (Celestron CAM-Montierung mit einem kleinen ED80-Teleskop) und der Anschluss der modifizierten Kamera (mittels 2″-Adapter) gestalteten sich problemlos. Die Scharfstellung war mittels LiveView an der Kamera kein Problem, dennoch enttäuschten die ersten Probeaufnahmen.

Die Empfindlichkeit der Kamera ging jetzt dermaßen tief ins Infrarote hinein, dass fast das gesamte Bild rötlich hinterlegt war. Abhilfe brachte dann der Einsatz eines IDAS-V4-Filters, der nicht nur kleine Wunder gegen Stadtlicht bewirkt, sondern auch Infrarot und Ultraviolett sperrt.

Kurz danach führten wie die ersten Testaufnahmen an unserem Zielobjekt NGC7000, der fast im Zenit stand, durch. Eine Belichtungszeit von 60sec bei ISO 1.6000 erwies sich als optimal und so entstand die folgende Aufnahme:

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Hier wird natürlich klar, warum dieser Nebel auch die Bezeichnung Nordamerika-Nebel trägt.

Mit der Milchstraße, die sich im lauen Sommerwind über unseren Köpfen am Himmel erstreckte, vielen Objekten, die wir auch noch beobachtet und oder fotografiert haben und natürlich diesem erfolgreichen Test ging eine wunderschöne Beobachtungsnacht zuende.

[Peter Oden]

Die Sonne am 04. August 2012

Am Vormittag des 04. August kam die Sonne öfters zwischen Wolkenlücken zum Vorschein. Gegen 11:00 Uhr konnte sie bei 900mm Brennweite festgehalten werden.

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[PeterOden]

Ein Bonner (immer noch) im Perigord

Hier möchte ich einfach ein paar nächtliche Bilder ohne viele Worte sprechen lassen:

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Der Nordamerika-Nebel


Die Milchstraße im Schwan

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M31 oder auch Andromeda mit Begleitern

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Der Pacman-Nebel

Sommerliche Grüße nach Bonn [Peter Oden]

Ein Bonner im Perigord

Aus dem hochsommerlichen Perigord in Frankreich meldet sich dieser Blogger zu Wort und zu Bild, da hier auch und gerade der nächtliche Himmel einen Genuss der besonderen Art darstellt.

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Der große Sonnenfleck auf der Sonne im Coronado PST am 16.07.2012

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Saturn (das letzte Mal für diese Sichtbarkeitsphase?) in der Nacht zum 17.07.2012


Ein Timelapse-Video der sommerlichen Milchstraße [Peter Oden]