Archiv für den Tag 16. Mai 2022

Die schwierige MoFi – das kam heraus!

Die Erwartungen die Mondfinsternis vom 16. Mai 2022 waren nicht gerade hoch gewesen („Für Deutschland eine Herausforderung im Morgengrauen …“), aber unverhofft klarer Himmel über Bochum in der entscheidenden südwestlichen Richtung machte es möglich: Die erste Partialität konnte problemlos verfolgt und – zumindest fotografisch – auch leicht die Umbra nachgewiesen werden, hier um 4:48 MESZ bei Mondhöhe 5 3/4 Grad zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung. Und spektakulär sah es auch noch aus: hier freihändig eingefangen mit einer Lumix DMC-FZ300 (oben mit 1/10 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 1600) bis 5:10 MESZ, als der Mond nur noch 3 1/4 Grad hoch stand und dann hinter Bäumen wie Wolken entschwand.

3:46 MESZ, die Halbschattenphase hat vor einer Viertelstunde begonnen, aber noch sorgen Wolken für den Großteil der Eintrübung. Aber das sollte sich ändern …

4:28 MESZ: der Moment, in dem die partielle Finsternis beginnt. Es ist ganz klar geworden, und der Mond steht noch 8° hoch, mitten in der nautischen Dämmerung. Abmarsch zum ersten Tags zuvor ausgeguckten Beobachtungsplatz mit gutem Südwest-Horizont.

4:36-37 MESZ: Schon beim Beginn der partiellen Finsternis kann dem noch 7° hoch stehenden Mond – mit 1/20 Sekunde bei Blende 3.2 und ISO 1600 im letzten Bild – die Umbra abgerungen werden.

4:39-44 MESZ: Der Mond sinkt auf 6°, die Phase nimmt zu, letztes Bild mit 1/13 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 1600. Die bürgerliche Dämmerung beginnt.

4:48-53 MESZ: der erste Mond-Untergang, auf zuletzt 5° Höhe, aber die Umbra setzt sich bis zum Schluss – mit 1/10 Sekunde bei Blende 2.8 und ISO 1600 – weiter durch und farblich gut vom blauer werdenden Himmel ab. Ein total verfinsterter Mond auf 5° müsste demnach ganz gut zu sehen sein, und das war bei der legendären MoFi vom Juli 2018 tatsächlich der Fall gewesen, als er beim Aufgang in dieser Höhe zu entdecken war.

5:01-10 MESZ: Von einem spontan aufgesuchten anderen Standort kann die Beobachtung fortgesetzt werden, während der Mond von 4 1/4 auf 3 1/4 Grad Höhe sinkt: Der Nachweis der Umbra fällt nun schwerer, aber bis zum Schluss ist da „noch was“. Eine Bestätigung für die Hypothese, dass ein total verfinsterter Mond eine Höhe von 3° – bei bestem Himmel vielleicht noch ein bisschen weniger – benötigt, um nachweisbar zu sein. Eine Situtation, die heute in Deutschland nirgendwo gegeben war, aber z.B. schon in Paris oder London. [Daniel Fischer – es gibt auch 12, 36 und 70 größere Bilder]