Ein Besuch in der „ESO Supernova“ in Garching

Annäherung gestern – einen Monat nach der Eröffnung – an die „ESO Supernova“ rechts neben dem HQ der Europäischen Südsternwarte auf dem Forschungscampus in Garching bei München (nahe der Endhaltestelle der U6), …

… die derzeit übrigens auch eine Wander-Kunstausstellung der ESA (runterscrollen) beherbergt.
.

Auf dem Weg ins Untergeschoss ein „Nachrichten“-Teil, wo Items aus dem Portal to the Universe und Astronomy Picture of the Day eingespielt werden, plus Hinweise auf Weltraum-bezogene Jahrestage.

Wanddekoration beim weiteren Abstieg – vorne wird (ist aber gerade nicht beleuchtet) auch des schon lange stillgelegten La-Silla-Radioteleskops SEST gedacht.

Wechselnde Hinweise auf einem Flachbildschirm – inklusive der Bitte um Spenden. Nun aber zur Dauerausstellung, in der Reihenfolge eines kompletten Rundgangs – in 12 Kapiteln wird der ganz aktuelle Wissenstand der Astronomie dargestellt, v.a. in Form einheitlich gestalteter Tafeln mit dramatischen Bildern und wenig Text (bzw. jeweils rechts etwas mehr für Fortgeschrittene) oder Displays mit jeweils ein paar Seiten zu einem Thema, ebenfalls auf zwei Levels und in Deutsch und Englisch; historische Ausstellungsstücke und interaktive Exponate sind dagegen in der Minderheit:

(In der Planetenabteilung der populäre Schwerkraftvergleich – und auch was ein Planet ist, wird v.a. in der deutschen Fassung pointiert erklärt.)

(Im blauen Kreis kann man sich von oben was erzählen lassen.)

(Keine falsche Scheu auch vor komplexen Grafiken – der Kosmos ist halt so …)

(Eins der wenigen Originale aus der ESO-Geschichte: Teile der ehemaligen Beobachterkabine des 3.6-m-Teleskops auf La Silla – Reinlegen erwünscht.)

(Die „Kulmination“ des sich erst hoch und dann wieder hinunter spiralierenden Rundgangs: Live-Daten aus Chile und Modelle.)

(Hier schwebt eROSITA über den Dingen – das MPI für Astrophysik nebenan hat ein paar verkleinerte Satellitenmodelle spendiert.)

(Mehr echte Hardware: ein Wellenfront-Sensor, ohne nähere Zuordnung zu einem bestimmten Instrument, und das Instrument ISAAC, das 1999 bis 2013 Dienst am VLT tat.)

(Hier kann man Keplersche und Galileische Fernrohre simulieren und an ‚fernen Sternen‘ in der Halle mit der Wechselausstellung testen.)

(Ein Modell des Extremely Large Telescope, ein echtes Spiegelsegment – mit 1.45 m Durchmesser – und die Bahnen von Sternen um Sgr A* im Galaktischen Zentrum in 3D geätzt.)

Kontroverse Themen werden durchaus angesprochen, und die Ausstellung findet meist die richtigen Worte. Astronomiekenner werden am Ende des Rundgangs staunen, wie vieles und Aktuelles hier seinen Platz gefunden hat – Einsteiger wird dagegen bereits die einfache Version der Darstellung und die schiere Materialfülle überfordern („Mein Kopf ist jetzt voll“, war prompt an dieser Stelle zu hören). Da der Großteil der Ausstellung aus Bildern (oft aus dem ESO-eigenen Fundus) und Texten besteht, könnte man erwägen, vieles davon zur Nachbereitung im Web zu präsentieren. Das prächtig gestaltete Ambiente in der originellen Architektur der „Supernova“ – die überdies über ein gut besuchtes Digitalplanetarium mit 109 Plätzen verfügt – dürfte allerdings die Faszination noch zusätzlich fördern. Erst recht, wenn es im letzten Kapitel um die ultimativen Fragen geht – mit einer klaren ‚Handlungsanweisung‘ auf der letzten Tafel:

[Daniel Fischer]

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Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 1. Juni 2018, in Uncategorized. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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