Bonner Astronomen erinnern an das Observatorium Hoher List

Mit einem Vortrag und der Eröffnung einer kleinen Ausstellung am Freitag, den 21. November um 19 Uhr im Argelander-Institut, Auf dem Hügel 71, in Bonn-Endenich, erinnert Dr. Michael Geffert an das Observatorium Hoher List bei Daun in der Vulkaneifel. Diese astronomische Beobachtungsstation entstand nach dem zweiten Weltkrieg, weil für professionelle Beobachtung der Bonner Nachthimmel für die Astronomen der Universität zu hell geworden war. In dem Vortrag werden Teleskope und Arbeitsgebiete der Sternwarte allgemeinverständlich dargestellt. Im Anschluss an den Vortrag ist eine kleine Ausstellung mit Material und Bildern des Observatoriums zu sehen. Bei klarem Himmel bieten Mitglieder des Köln-Bonner Astrotreffs ab 18.30 Uhr Fernglasbeobachtungen von Sternbildern an. Der Eintritt zur gesamten Veranstaltung ist frei. Die Ausstellung ist noch bis Ende Dezember nach Vereinbarung (geffert@astro.uni-bonn.de) zu besichtigen.

Das Observatorium Hoher List galt als eine der wenigen professionellen Sternwarten auf deutschem Boden. Von 1952 bis 1954 errichteten Astronomen der Bonner Universität eine astronomische Beobachtungsstation auf einem Berg bei Schalkenmehren/Daun in der Vulkaneifel. Vier Teleskope ermöglichten den Bonner Forschern den Blick ins Weltall und die Vermessung von Planeten, Sternen und Galaxien. In den Jahren 1965 bis 1967 kamen als weitere Fernrohre der alte Bonner Doppelrefraktor und ein neues Cassegrain-Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von mehr als einem Meter hinzu. Dieses Fernrohr war seinerzeit das größte astronomische optische Fernrohr der Bundesrepublik Deutschland. In klaren Nächten erforschten Wissenschaftler Sternhaufen und veränderliche Sterne und untersuchten die Struktur der Milchstraße. Auch als Ausbildungsstätte für Studenten machte sich das Observatorium Hoher List einen Namen.

Nach Jahren erfolgreicher Arbeit wurde die Eifelsternwarte vor zwei Jahren geschlossen, steht aber seit September 2013 unter Denkmalschutz. Das Erbe des Hohen Lists, das gesamte Beobachtungsmaterial, dient heute in Bonn als Grundstock einer Universitätssammlung, der „Sammlung Historischer Himmelsaufnahmen“. [Michael Geffert. Es gibt auch fünf Seiten Detail-Informationen zum OHL, ein Video mit Musik – und einen Artikel über die jüngsten Entwicklungen: Danach könnte die Sternwarte „mit einem Investitionsaufwand von gut acht Millionen Euro ein Besucher- und Bildungszentrum werden. Das ist eine der Optionen, die ein von der Verbandsgemeinde Daun beauftragtes Beratungsunternehmen präsentiert hat. […] Das Beratungsunternehmen hat nun drei Varianten mit Investitionssummen von 4,6 bis 8,2 Millionen Euro vorgestellt“, doch „die Möglichkeiten der Verbandsgemeinde Daun übersteigt ein solches Projekt bei Weitem“]

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Veröffentlicht am 19. November 2014 in Ankündigungen, Forscher der Region und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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