Archiv für den Tag 4. November 2014

Gravitationswellen gastieren in Bonn

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung »Einstein-Wellen-mobil« des DFG-Sonderforschungsbereichs Gravitationswellen-Astronomie im Deutschen Museum Bonn – im Anschluss an ein Pauls Portables Planetarium – führte deren Kurator Dr. Hans-Peter Nollert die Gästeschar selbst durch die überraschend interaktiven Exponate.

Oben lässt sich die Quadrupol-Verformung des Raumes während des Durchlaufens einer Gravitationswelle mit Muskelkraft demonstrieren, unten die Messung winzigster Entfernungsschwankungen durch Laserinterferometrie: einmal sanft anklopfen, schon ändert sich das Interferenzmuster.

Manchmal geht’s nicht ohne Schrifttafeln: Die Riesen-Interferometer LIGO und Co. sprengen halt jeden Rahmen. Nollert ist optimistisch: Die nach energischen Upgrades [NACHTRAG: ein Paper zu Advanced LIGO] gerade wieder hoch fahrenden LIGOs sind bereits jetzt deutlich empfindlicher als vorher – und ca. 2016 sei realistisch mit dem ersten klaren Signal zu rechnen.

Hier schließlich wird der Besucher selbst zum Gravitationswellen-Detektor – in zwei cleveren Simulatoren, die zeigen, wie sich Billionen-mal stärkere Wellen auf den eigenen Körper auswirken würden. Der Stuhl wackelt, mitunter recht energisch, in ihrem Rhythmus, und das eigene Live-Videobild verformt sich, wobei die Quelle der Wellen – Supernova, Einspiralieren eines Doppelsystems, Urknall-Restwellen – jeweils ausgewählt werden kann. Noch mehr Bilder einer Ausstellung gibt es hier, mit einem weiteren Exponat. [Daniel Fischer]

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