Von Albireo bis zum Granatstern: Ein Panorama der Sommermilchstraße

Anfang August entschloss ich mich spontan zusammen mit einem KBA-Sternfreund für einen Beobachtungsabend in die Eifel zu fahren, um mich nochmal fotografisch an der Sommermilchstraße zu versuchen. Bereits beim Aufbau stieg die Vorfreude, denn der Himmel war wolkenlos und die Sterne zeigten sich in Ihrer vollsten Pracht. Schon mit bloßem Auge konnten Details im Milchstraßenband erkannt werden. Ich verwendete die folgende Ausrüstung für die Aufnahmen:

  • Stativ, Getriebeneiger und Kugelkopf von Manfrotto
  • Canon EOS 450 Da mit Canon EF 50mm F/1.4 Objektiv
  • Vixen-Polarie mit Polsucher
  • Programmierbarer Funk-Fernauslöser

Nach dem Aufbau der Kamera, dem Einnorden der Montierung und der manuellen Fokussierung (Scharfstellen am Stern mit Liveview der Kamera), begann ich mit einer Belichtungsreihe des Sternbilds Schwan und erstellte 5 Aufnahmen mit je 3 Minuten Belichtungszeit auf ISO 1600 und Blende F/4.0. Während der Erstellung der ersten Aufnahmen dachte ich daran einmal ein Panoramabild zu versuchen, obwohl ich noch keine Ahnung hatte wie dies genau funktioniert. So richtete ich die Kamera als nächstes auf die Bereich des Cirrusnebels im unteren Flügel des Schwans und erstellte eine weitere Belichtungsreihe (5 x 3 Minuten). Abschließend erstellte ich nochmals eine Belichtungsreihe (5 x 3 Minuten) mit dem Granatstern (mü Cep) im Kepheus. Nach ein paar weiteren Aufnahmen fertigte ich noch eine ausreichende Anzahl Dunkelbilder sowie Bias-Frames an. Für den Aufbau der Kamera und die Aufnahmen und Darkframes benötigte ich ca. 2 Stunden. Gut, dass man während die Kamera fleissig Bilder macht, anderen Dingen nachgehen kann, wie der visuellen Beobachtung mit Fernglas und Teleskop.

Wieder zu Hause am Computer wurden die aufgenommenen Bilder mit Hilfe der kostenfreien Software DeepSkyStacker addiert. Außerdem wird mit den besagten Dark- und Biasframes das Rauschen auf dem fertigen Bild zusätzlich veringert. Nachdem Stacken hatte ich also 3 Rohbilder, die ich mit Hilfe der ebenfalls kostenlosen Software Fitswork ein wenig nachbearbeitet habe (Schwarzwert anpassen, Rauschen entfernen). Im Anschluss daran versuchte ich mit Adobe Lightroom die Bilder so zu bearbeiten, dass sie möglichst gleich aussehen, um keine erkennbaren Übergänge im Mosaik zu erzeugen. Dies war meiner Meinung nach der schwierigste Teil der Arbeit und auch in der fertigen Version bin ich noch nicht hunderprozentig zufrieden mit dem Ergebnis.

Zur Erstellung des Mosaiks verwendete ich die kostenlose Software Hugin, die aus Fotos vollautomatisch ein Panoramabild erstellt. Nach kurzer Einarbeitung ist dies recht  einfach und das Ergebnis absolut überzeugend. Alles in allem hat die Nachbearbeitung ca. 3 bis 4 Stunden in Anspruch genommen, da ich mich u.a. erst in Hugin einarbeiten musste. Auch bin ich noch sehr(!) unerfahren mit der Bildbearbeitung, aber immerhin ist so mein allererstes Himmelspanorama entstanden. Ich bin schon sehr stolz auf das Ergebnis und werde auf jeden Fall versuchen das Mosaik noch weiterzuführen. [Jens Helpenstell]

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Veröffentlicht am 2. September 2013, in Beobachtungsbericht, Bilderstrecke. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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