Archiv für den Tag 7. Juli 2013

Überraschungs-Tages-Starparty in der Volkssternwarte im Westfalenpark

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Nachdem sich die Sonnenflecken-F-Gruppe AR 1785 („7. Juli“) bereits Mittags mit rustikalen Mitteln ablichten ließ, ergab sich überraschend am späten Nachmittag …

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… die Gelegenheit zu detaillierteren Beobachtungen des Ungetüms (der Anblick am Vortag) mit mehreren Teleskopen der Volkssternwarte Dortmund im Westfalenpark, wobei improvisierte Aufnahmen durch gefilterte kleinere Teleskope allerdings kaum besser als der direkte Schuss zuvor durch’s Zoom-Tele gelangen.

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Dafür überzeugte ein Schnappschuss der abnehmenden Venus durch den 15-cm-Refraktor, der zumindest die Phase gut getroffen hat.

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Ein Blick zurück auf die Volkssternwarte aus der lichten Höhe der Beobachtungsplattform des Florianturms, von dem aus auch …

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… mit mehr Glück als Verstand eine Fernaufnahme des Horizontobservatoriums auf der Halde Hoheward quasi im Gegenlicht gelang, das allerdings erst nach energischer Kontraststeigerung sichtbar wurde. Da staunt sogar Familie Teichhuhn … [Daniel Fischer]

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Sonne satt für die Volkssternwarte Köln beim Schulfest

Nachdem vor zwei Wochen die angebotene Sonnenbeobachtung zum Schulfest des Schiller-Gymnasiums – auf dessen Dach seit 1960 die Kuppel der Volkssternwarte Köln steht – wettertechnisch keinen großen Anklang fand, folgte gestern der „Nachholtermin“ mit Sonne pur und reichlich kleinen und großen Besuchern. Diesmal lud das Nachbar-Gymnasium Elisabeth-von-Thüringen (EvT), das sich auf dem selben Grundstück wie das Schiller befindet, zum großen Sommerfest ein. Auf den Schulhöfen waren Imbiss- und Info-Stände aufgebaut, es gab Spiel-Stationen, eine Bühne, auf der u.a. Samba-Trommler und eine Schülerband für Live-Musik sorgten, und sogar einen Schwerlastkran mit einer Gondel, für eine Aussicht aus 70 Meter Höhe. Direkt am Eingang auf das Schulgelände befand sich der mit Ballons geschmückte Stand der Volkssternwarte Köln. Hier konnte man sich über den Verein informieren oder ein Planetenquiz machen, Führungen hoch in die grüne Kuppel mit dem größten Volkssternwarten-Teleskop in NRW wurden halbstündlich angeboten.

Aber auch auf dem großen Schulhof waren zwei Geräte mit drei Teleskopen für die Sonnenbeobachtung aufgebaut. Am Gerät von Sonnen- und Deep-Sky-Fotograf Peter Schmidt – wie üblich erkennbar am flammenden Protuberanzen-Shirt – konnte man parallel die Sonne im Weißlicht mit den hochmagnetischen Sonnenflecken und im roten Licht der H-alpha-Wasserstofflinie mit den Protuberanzen sehen. Besonderer Hingucker auf der weißen Sonnenscheibe war natürlich die langgezogene Fleckenregion 11785, die locker die Ausmaße des Jupiter mit seinem 140.000 Kilometern erreichte. Von vielen Beobachtern wurde das Fleckengebiet nur als Strich bezeichnet, bei genauerem Hinsehen war jedoch das strukturierte Aussehen erkennbar. Und falls sich doch mal eine Schönwetterwolke vor die Sonne schob, war Zeit für nette Gespräche (z.b. erzählten mir zwei Frauen von ihren wolkenfreien Sonnenfinsternis-Erlebnissen in der Pfalz im August 1999) und vertiefende Erklärungen zu Theorie und Technik usw. – sowie für Fotos von malerischen Wolkenstrahlen. [Nico Schmidt]

Astronomie bei der „Extraschicht“

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Diese alljährliche „Nacht der Industriekultur“ überall im Ruhrgebiet besteht meist aus mehr oder weniger kulturellen Veranstaltungen in illuminierten ehemaligen Industrieanlagen, die diesmal rund 200’000 Besucher anlockten – aber in der vergangenen Nacht war auch vermehrt Populärwissenschaft zu entdecken. So gleich doppelt auf der Zeche Zollern in Dortmund (oben bei einer Pyro-Show zu Alphornklängen, wie gesagt, Kultur …):

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Bei endlich einmal perfekt klarem Himmel – hier das Sommerdreieck über einem der Fördertürme – konnte der bekannte …

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… der Ruhr-Volks-Astronom Tom Fliege zur öffentlichen Sonnen- und später Saturnbeobachtung bitten – die Zechengänger waren hinreichend beeindruckt, wie dieser Blogger mit eigenen Ohren vernehmen konnte.

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Ebenfalls auf Zollern gab es gleich dreimal einen Weltraum-Science-Slam, jeweils mit denselben drei Kandidaten: während …

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… das Science-Slam-Urgestein André Lampe anschaulich den „Weltraum“-Begriff analysierte, gewann …

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… indes jedes Mal der extrem Slam-erfahrene Matthias Stahnke, der die Raketengleichung zerlegte (und mit reichlich explodierenden Raketen illustrierte, während er ansonsten an einem Picosatelliten baut). Nachdenklich machte dagegen Holger Priebe mit der Vergleich der Moralvorstellungen von Vulkaniern und Menschheit.

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Auch im Botanischen Garten der Uni Bochum wurde fleißig ge-science-slammt – und im Grünen waren auch zahlreiche physikalische Versuche aufgebaut. In einer besonders gut justierten Nebelkammer huschten die Elektronen und – unten als dicke Spur zu sehen – Alpha-Teilchen nur so. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: Eigenlob der Koordination und diverse Bilderstrecken]