Live-Blog von der Planeten-, Kometen- und Sonnetagung in St. Andreasberg


19. Mai

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Gemeinsames Bestaunen der Venus und des Jupiter vor dem Tor der Mindener Hütte – erstere war jetzt, trotz Wolken anderswo am Himel, schon deutlich leichter als gestern zu finden; als letzten Vortrag des Tages referiert Michael Anton jetzt über … Transite derselben. [22:00 MESZ] Mit eigenen Aufnahmen zu den Klängen des Transit of Venus von Morning Star und dem „Transit of Venus March“ zum Abschluss – Blasmusik auf einer Planetentagung muss eben sein! Danach noch erste Diskussionen über deren Zukunft, die Talking Points werden geclustert … [23:10 MESZ -Ende]

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[NACHTRÄGE: die Beschlüsse der Abschluss-Diskussion am 20. Mai, die sich als ausgesprochen produktiv erwies, ein Tagungsbericht, ein ganz aktuelles 123-Seiten-Paper über die „exponentiell“ steigende Rolle von Amateuren in der Planetenforschung, oben ein (hier stark prozessiertes) Bild von Bernd Brinkmann, das gestern unterhalb der Venus auch schon den Merkur nachweist – und die SPIEGEL-Titelgeschichte von 1950 über den 2003 verstorbenen deutschen Amateur-Planeten-Pionier Ern(e)st „Ernie“ Ludwig Pfannenschmidt]

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Der Saal ist gut gefüllt am Haupt-Vortrags-Tag

Als nächstes Thomas Wolf über den Venustransit in Australien (AutoStitch-Panorama). [15:30 MESZ] Weitere Vorträge zu Sonnenfackeln (M. Delfs) – und wieder dem Venus-Transit (exzellente Bilder von Martin Fiedler) … [17:35 MESZ. NACHTRAG: ein Video vom 2. Kontakt von ihm] … nebst Astrofotografie von einem QLD-B&B mit Sternwarte aus. [17:40 MESZ] Und noch ein Venustransit, von Uwe Schmidtmann – zur Abwechslung mal aus Polen. [17:55 MESZ]

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Nach dem Abendessen wurde es erstmal historisch: Rudolf Hillebrecht über 40 Jahre Jupiter und Michael Delfs über die (Frühstgeschichte der) FG Sonne. [19:45 MESZ] Jetzt Bernd Gärken mit 2012 DA14 in Italien. [19:55 MESZ] Und wieder zum Venustransit, jetzt am Nordkap. [20:10 MESZ]

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Silvia Kowollik erklärt die Konstruktion einer richtig kleinen Reisemontierung … [21:15 MESZ] … und führt vor, wie man mit Fantamorph ruckelfreie Rotationen von Planeten aus wenigen Bildern erzeugen kann. [21:20 MESZ]

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Strahlender Sonnenschein in der „Pfingstsonntagsruhe“ verleitet natürlich zu allerlei Experimenten – wobei das Sonnenbild genau wie der Mond unten (zzgl. einer alten SoFi-Brille als Filter) entstand: Dominant sind die Gruppen 1748 (o.l.), 1745 (o.r.) und 1746 (u.r.); mittagshalber ist Norden ziemlich genau oben. [13:40 MESZ] Die heutigen Flecken im Detail; derweil haben die Vorträge wieder begonnen, zuerst Martin Hörenz über die H-Alpha-Relativzahl. [14:35 MESZ] Und die Sonnenscheibe heute mit Hausnummern aus SDO-Sicht. [14:55 MESZ]

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2:20 – 3:05 MESZ: der Himmel über St. Andreasberg

Ein Dreiviertelstündchen zwischen Monduntergang und zu heranwaberndem Nebel sowie schon deutlich beginnender astronomischer Morgendämmerung nutzten drei Unentwegte für ein bisschen Astropraxis: Der Himmel hier ist deutlich dunkler als in Violau. Aufnahmen mit jeweils 60 Sekunden Belichtung bei ISO 1600 zeigen einen ungeplanten Iridium-Flare und das Sommerdreieck sowie den 6″-Refraktor von Michael Anton im Einsatz: Der zeigte den Kometen PANSTARRS jetzt wesentlich detailreicher und größer, mit seinem extremen Schweiffächer weit in beide Richtungen aufgespannt. [3:20 MESZ. NACHTRAG: eigenlich genau so wie auf dieser Aufnahme ein paar Stunden früher]


18. Mai

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Abendstimmung mit vier Himmelskörpern: In einem kurzen Zeitfenster gegen 21:45 zeigten sich Jupiter und Venus (im 2. Bild stark heran gezoomt) über dem Horizont des Tagungsortes, während im Süden noch Nebel wallten, mit dem Mond im ersten Viertel hoch darüber. [22:00 MESZ] Das erste Bild größer. Alle Bilder – natürlich – freihändig mit Superzoom-Kamera mit 29-fachem optischem Zoom an beiden Anschlägen … [22:10 MESZ. NACHTRAG: derselbe Mond mit mehr Aufwand] Als Bonus gab’s noch einen PANSTARRS in einem 13-cm-Maksutov: eindeutig unrund, aber wegen eines nahen Sterns nicht so recht zu erkennen, in welcher Weise. [23:40 MESZ]

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Bildaufnahme und Bildverarbeitung live auf der Bühne

Die CCD-Aufnahme von Planetenbildern und ihre Verarbeitung werden in der Szene zwar schon seit einem Vierteljahrhundert betrieben, und oft werden heutzutage nur noch die fertigen Ergebnisse präsentiert. Aber hin und wieder tut es auch gut, mal wieder alle Schritte zu sehen: heute Abend live vorgeführt von Silvia Kowollik, wobei der zu verarbeitende Jupiter natürlich aus der Konserve kam. [19:40 MESZ]

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Als „Privatservice“ für dieses Blog hat Silvia hier mal die vier ‚besten‘ Teleskop-losen Trash-Saturne vom April gestackt – erstaunlich … Inzwischen gibt Bernd Gährken als Quasi-Fach-Referent eine Abendshow über Polarlicht-Beobachtungen 2012. In HD und als Extended Version. [20:35 MESZ]

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Impressionen vom Sonnenturm und der Sternwarte Hainberg – siehe hier und hier – im Besitz der Amateurastronomischen Vereinigung Göttingen: Die Tagungsteilnehmer konnten es kaum fassen, was hier einer Volkssternwarte „zugefallen“ ist, die die gewaltigen historischen Teleskope nun wieder in Betrieb nimmt. Ihrer „ursprünglichen Bestimmung wieder zuführen“, kann man bei dem Sonnenturm natürlich nicht sagen, da es sich um eine Investition des III. Reichs zur Förderung des II. Weltkriegs handelte. Sein Sonnenteleskop in einem Stück zu fotografieren, geht prinzipiell nicht: stattdessen Bilder aus mehreren „Etagen“. [17:55 MESZ]

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Das Staub- und Gas-Verhältnis von Komet PANSTARRS

allein aus Amateurbeobachtungen bestimmt von Uwe Pilz (auch wenn die Auswertung nir ‚cum grano salis‘ zu betrachten sei): Bei diesem Kometen war die Staubproduktion von Anfang an enorm – während sie beim periodischen Kometen Hergenrother erst nach dem Perihel anstieg. [11:10 MESZ] Jetzt einführender Vortrag von Kai Bröking zum Hainberg-Observatorium bei Göttingen, das heute Nachmittag besucht wird. [11:25 MESZ] Spektroheliografie mit extremer spektraler Enge – mal ein ganz anderer Blick auf die Sonne. [11:50 MESZ]

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Chelyabinsker Meteoriten auf der Tagung gelandet! Und das gleich zusammen einem Splitter einer Glasscheibe, die der Airburst am 15. Februar demoliert hatte: eins von zahlreichen Mitbringseln von Marc Wiekhorst bei seinem Meteoriten-Vortrag jetzt. [10:10 MESZ] Weil’s so schön war: nochmal in größer! [10:20 MESZ]

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Tagung läuft: Anspruchsvolles schon vor 9 Uhr Morgens

Erste physikalische Diskussionen kurz nach 8:30 MESZ löste ein Vortrag von Andreas Eberle über Filtertechniken in der Sonnenbeobachtung aus. Interessante Entdeckung u.a.: Ein „normaler“ UV-Filter, wie er z.B. in der Venus-Beobachtung verwendet wird, liefert zusammen mit einem Neutralfilter Bilder, die ähnlich wie durch einen Ca-Interferenzfilter aussehen. [9:15 MESZ] Im zweiten Vortrag zeigte Silva Kowollik ein bemerkenswert seeingarmes H-Alpha-Video der letztjährigen Ring-SoFi bis zum Untergang. [10:05 MESZ]


17. Mai

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Es hat begonnen! Die erste Planetentagung nicht in Violau – und ebenso erste zusammen mit der Sonnetagung – seit 1984 hat tief im Harz begonnen: Den „bunten Abend“ zur Eröffnung bestritten 2 1/2 Stunden lang dieser Blogger mit dem Venustransit auf Rhodos und in der Geschichte, Polarlichtern mit der Hurtigruten und dem Australien-SoFi-Trip, Thomas Wolf mit einem La-Palma-Video, Bernd Gährken mit der Jupiter-Bedeckung durch den Mond, und als Bonus gab’s noch, live von Vimeo gestreamt, die aktuelle Aussie-Ring-SoFi und die Polar Spirits. [22:55 MESZ von Daniel Fischer]

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Über skyweek

Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 17. Mai 2013 in Ausflugsbericht, Planeten, Veranstaltungsbericht und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Jungs, was ist bei Euch auf der Planetentagung so los? Habt ihr noch ein Bierchen?

  2. Guten Morgen Ihr alte Planeten, euch einen kometenhaften Guten Morgen…

  1. Pingback: Weitere größere Artikel | Skyweek Zwei Punkt Null

  2. Pingback: Es regnet nicht in Hamburg. Das sind nur Meteorite. › Himmelslichter › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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