Archiv für den Tag 5. Mai 2013

Wettersatellit ließ es gerade über Deutschland blitzen

metopEUMETSAT

So sieht er im Orbit aus, der polar umlaufende europäische Wettersatellit MetOp-B – und seine große Sonnenzellen-Fläche [NACHTRAG: eine Antennenfläche; s.u.] hat es heute um 22:02 MESZ über weiten Teilen Deutschlands kurz am Himmel blitzen lassen, auch deutlich außerhalb des Streifen in der Karte in dieser Alarm-Mail eine Viertelstunde vorher, die dieser Blogger gerade noch rechtzeig sah. Mit Mühe war die Deichsel des Großen Wagens in Zenitnähe am noch dämmrigen Himmel zu finden, und wenige Sekunden später kam tatsächlich ein etwa eine Sekunde langer Flare, etwas heller als die hellsten Deichselsterne. Farbeffekte – wie sie durch optische Effekte bei der Reflexion des Sonnenlichts an den Solarzellen möglich gewesen wären – waren zumindest mit dem bloßen Auge keine wahrnehmbar. Weitere Beobachter sahen Ähnliches, wie mehr oder weniger dramatischen Berichten zu entnehmen ist – und dem Alarmrufer gelang sogar ein Foto: Im Darmstadt erreichte der Flare -6 mag. Von einem – spektakuläreren – Satelliten-Flare war hier bereits anlässlich der letzten Perseiden zu lesen gewesen. [Daniel Fischer. NACHTRÄGE: noch ein Foto des Flares und eine negative Meldung – und es war auch nicht das Solarpanel, sondern eine Antenne, die für den Flare sorgte, wie der Alarmist später korrigiert hat: Danach „kam der Flare […] durch eine Reflexion an einer der ASCAT-Antennen zustande (also nicht vom Solar Panel). Die mit dem Beobachtungsort variierende Färbung des Aufleuchtens hängt wohl (so ganz klar ist das noch nicht) mit der Folienbeschichtung der betreffenden Antenne zusammen.“]

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Rhein in Flammen + Riesenrad = Sonnenuntergang + Sonnenfleck + Lichtsäule

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Manchmal muss man seltsame Vehikel besteigen, um astronomischer Ereignisse ansichtig zu werden, sei es ein Schiff für eine SoFi oder ein Flugzeug für einen Kometen – aber gestern war es das Riesenrad der Marke „Jupiter“ in der Bonner Rheinaue während der Rhein in Flammen-Festivitäten, das (als einziger „Stand“-Ort und unerwartet) den Blick auf die untergehende Sonne samt dem dicken Fleck Nr. (1)1734 auf der Sonnenscheibe frei machte – nebst einer kurzen aber intensiven Lichtsäule. Später war durch den „Jupiter“ auch der echte Jupiter zu sehen, zwar leicht aber doch schon arg tief gesunken: Die Beobachtung des Planeten-Dreiecks zum Monatsende wird nicht leicht. Viele weitere Fotos des Abends – auch von Konzerten und natürlich dem Feuerwerk aus der Nähe – sind in diesem Album zu finden! [Daniel Fischer]

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