Würzburger Frühjahrstagung – the next generation

Seit drei Jahren hat die traditionsreiche aber auch durch manchen Wandel gegangene „Würzburger Frühjahrstagung“ der Vereinigung der Sternfreunde im Friedrich-Koenig-Gymnasium ein neues Zuhause gefunden, dessen Naturwissenschaftliches Labor die Tagung auch tatkräftig unterstützt – nicht nur mit energischen temporären Umbauten von Foyer und Aula, sondern diesmal auch mit umfassendem Catering, das großen Zuspruch fand!

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Rund 90 Teilnehmer lockte die 37. Tagung an, die ein breit gefächertes Vortragsprogramm geboten bekamen. In Vertretung des verunfallten – aber auf dem Weg der Besserung befindlichen – Keynote-Sprechers Hanns Ruder machte Dominik Elsässer vom Lehrstuhl für Astronomie der Uni Würzburg Werbung für Multi-Wellenlängen-Astronomie im Allgemeinen, die MAGIC-Gamma-Teleskope im Speziellen (deren Daten frei verfügbar sind) und die Einbeziehung von Schülern nämlichen Gymnasiums in Programme damit im Besonderen. Und für das ROTAT in Südfrankreich, das Wissenschaft, Schulen und Outreach gleichermaßen dient.

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In weiteren Vorträgen ging es u.a. um Oppositionseffekte im Sonnensystem (dass der Referent dabei möglicherweise als erster Amateur überhaupt klar die Uranusringe nachweisen konnte, ging etwas unter), Reisen nach Australien zwecks SoFi und Skandinavien zwecks Venus-Transit und Aurora und immer wieder Zeitraffer-Videos – und um die Vielfalt und Freuden der Amateur-Spektroskopie, für die Lothar Schanne energisch die Werbetrommel rührte.

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Mit besonderer Spannung war Uwe Pilz von der Fachgruppe Kometen (hier mit dem aktuellen Tagungsorganisator Otto Guthier) erwartet worden, der zwar klar stellte, dass das weitere Verhalten des angeblichen Jahrhundertkometen ISON zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorhergesagt werden kann, aber doch einigen Optimismus verbreitete:

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Die erhoffte große Helligkeit von Koma und Schweif erlaube und erfordere deutlich andere Methoden als bei der Beobachtung „normaler“ Kometen: So sei eine Tag-Sichtbarkeit im Perihel dicht neben der Sonne ziemlich wahrscheinlich, was natürlich besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordert (am besten aus garantiertem Schatten heraus beobachten). Auch die Anschaffung eines engbandigen Natrium-Filters könne sich als sinnvoll erweisen, schließlich wurde so ein ausgeprägter Natrium-Schweif bei Hale-Bopp gefunden.

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Besonderes Aufsehen erregten auf der Tagung nicht zuletzt diese Jung-Astrophysiker des gastgebenden Gymnasiums, die – mit ihrem Mentor Elsässer (rechts) – derzeit Helligkeitsschwankungen aktiver Galaxienkerne mit einem 50-cm-Teleskop verfolgen. Schon ist der Ruf zu hören, künftig verstärkt derartigen Schul-AGs auf amateurastronomischen Tagungen ein Forum zu bieten. Zum neuen Schwung der Würzburger Frühjahrstagungen haben sie jedenfalls schon beigetragen; die nächste dürfte im April 2014 stattfinden. [Daniel Fischer. NACHTRAG: ein Bericht der VdS selbst]

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Astrojournalismus seit 1982

Veröffentlicht am 27. April 2013 in Veranstaltungsbericht und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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