Archiv für den Tag 21. März 2013

Mach das Meiste aus Deinem Kometenschweif!

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Nachdem vorgestern mitten in Bonn eine beachtliche Aufnahme von PANSTARRS‘ Staubschweif gelang, hier ein „Kurzlehrgang“ zur weiteren Verarbeitung, der heute Morgen vom österreischen Kometen-Star-Fotografen Michael Jäger eintraf – der die zur Zeit wohl besten PANSTARRS-Schweife der Welt abliefert. Oben ein Summenbild aus 13 Aufnahmen mit einem 4″-Newton f/2.9 und einer FLI 8300 mit 11 x 70 und 2 x 90 Sekunden Belichtung vom Abend des 19. März, das bereits die vom STEREO-Satelliten bekannten Strahlen im Staubschweif zeigt. In der Mitte wurde dies mit dem unter Kometenfans seit einem Vierteljahrhundert populären Larson-Sekanina-Algorithmus alias Rotational Shift-Differencing behandelt: Das Bild wird ein wenig um den Kometenkopf rotiert und von sich selbst abgezogen, so dass radiale Strukturen verstärkt und die diffusen Schweifteile unterdrückt werden. Die lästigen Negativ-Sterne werden dann entfernt und Original und LS-Bild zum Endresultat unten vereinigt, das man durch Anklicken auch in voller Pracht genießen kann. PANSTARRS steigt jetzt immer weiter – wenn auch immer langsamer – aus der Abenddämmerung, in der er ab dem 28. März auch wieder ohne Mond steht, und etwa ab dem 3. April auch beim Ende der astronomischen Dämmerung noch 10° hoch: Für „echte“ Astrofotografen hat jetzt die beste Zeit begonnen, auch wenn die Koma langsam verblasst. [Daniel Fischer]

Wir wurden beobachtet! Neulich, aus der ISS …

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Vor kurzem – als noch Schnee lag und es andererseits wolkenfrei war – nahm ein (in der Regel russischer) Bewohner der Internationalen Raumstation doch glatt die Heimat dieses Blogs ins Visier, und über den Twitter-Account des derzeitigen Kommandanten, den aber oft sein in Darmstadt wohnender Sohn benutzt, gelangte das Bild vor einer Stunde in die Welt: viel Spaß beim Suchen bekannter Landmarken! NACHTRAG: Wie ein intimer Kenner des ISS-Foto-Treibens noch mitteilt, stammt dieses Bild eindeutig von einem „Kosmonauten, gemacht mit einer D2Xs, wie sie NUR für das russ. Uragan-Programm eingesetzt wird“ [NACH-NACHTRAG: Spätere Nachforschungen ergaben, dass es sich um eine D3S aus ehemaligem russischem Bestand handelte, die man dem damaligen Kommandanten Kevin Ford überlassen hatte: Damit dürfte er, zu hydrologischen Zwecken, diese und andere Rhein-Aufnahmen (s.u.) gemacht haben]. NACHTRAG 2: Das Bild entstand am 13. März und ist noch nicht – in voller Auflösung – in der offenen NASA-Datenbank. NACHTRAG 3: Beim SPIEGEL wissen sie hingegen nicht, wo die Bilder wirklich herkommen – tja, Bonner Sterne gelesen, dabei gewesen … NACHTRAG 4: Das Bild jetzt in voller Auflösung, 4256 x 2832 Pixel groß! NACHTRAG 5: Und nun ist’s in der Datenbank angekommen, dito Anschlussbilder weiter nördlich (noch nördlicher) und südlich – man erhöhe oder verringere im Browser manuell die Bildnummer, um den Rhein weiter rauf oder runter zu scannen; die lange Serie reicht von Bild Nr. 67738 bis 67759. Deutschland war übrigens schon häufig Motiv von Astronauten-Kameras.