Besucherrekord bei 3D-Astroabend im Museum

Ob es nun 170 Besucher, wie der Veranstalter Ralph Burmester direkt im Anschluss angab, oder 120 Leute nach meiner Zählung waren, ist nebensächlich, denn so oder so war der gestrige Astroabend im Deutschen Museum Bonn auf jeden Fall rekordverdächtig. Ausnahmsweise fiel die erste Ausgabe 2013 von „Pauls Portables Planetarium“ (weitere Termine hier) auf Karnevalsdienstag und dennoch wurde Astronomie-Entertainer Paul Hombach von einem nicht enden wollenden Besucherandrang überrascht. Besonders in den letzten 10, 15 Minuten füllte es sich dermaßen, so dass Stühle und gute Sichtplätze knapp wurden, wobei improvisiert werden musste. Sogar hinter der Säule wurden noch reihenweise Stühle aufgestellt, was nicht möglich gewesen wäre, würde hier immer noch die Hertz-Sonderaustellung, die vor einem Monat zu Ende ging, stehen. Auch die im Publikum ausgeteilten Farbfilter-3D-Brillen gingen aus, so dass selbst Herr Burmester seine Brille mit Rot-Grün-Gläsern hergeben musste.

Informativ und amüsant – das sind die Astroabende von Paul Hombach immer und so führte der Hobbyastronom, Musiker und Impro-Künstler auch diesmal durch 75 Minuten bunte Astronomie-Unterhaltung. Neben einem virtuellen Blick an den aktuellen Himmel stand die Vorschau auf die Kometen PANSTARRS und ISON (siehe obiges Bild von Alex Tudorică) sowie die morgige Begegnung mit dem 50m-Asteroiden DA14 im Mittelpunkt. Und nach dem astronomischen Rückblick mit sensationellen Aufnahmen der letzten Monate, kamen endlich die 3D-Brillen zum Einsatz. Ja, der 3D-Hype aus Kino und Wohnzimmer ist nun auch bei „Pauls Portables Planetarium“ angekommen – mit den üblichen Rot-Grün-Farbfilterbrillen.

Mit den gezeigten sog. Anaglyphenbildern bekam das Publikum bis zum hintersten Rang im wahrsten Sinne einen tiefen Eindruck von den unterschiedlichsten Oberflächenformationen des Mars und seinen Monden (aufgenommen von Mars Express, die mit der deutschen Kamera seit fast 10 Jahren um den Roten Planeten kreist) und einzelner Saturnmonde (aufgenommen von der Sonde Cassini, die seit fast 9 Jahren im Saturnsystem unterwegs ist), außerdem konnte man auch Gasnebel unserer Milchstraße in Rot-Grün-kodierter Form auf der Leinwand bewundern und als Abschluss dazu gab’s bewegte 3D-Kunst eines Astrofotografen aus Finnland.

Abschließend zu diesem gelungenen Astroabend gab es passend zu Fastnachtsdienstag noch ein karnevalistisches Bonbon, wobei Paul Hombach die Narrenkappe hervorholte und seine Büttenrede „Kosmologie für Karnevalisten“ präsentierte. Mit Mainzer Mundart wurde die komplette Entwicklungsgeschichte des Universums zum besten gegeben. Das beste Beispiel dafür, dass Büttenreden nicht nur klamaukig, sondern auch informativ und amüsant sein können, wofür es zurecht langen Applaus gab. Nach diesem genialen Abschluss freut man mich sich automatisch auf die 13. Ausgabe von „Pauls Portables Planetarium“ im Museum in der Ahrstraße am 14. Mai – hoffentlich mal mit klarem Himmel. [Nico Schmidt]

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Veröffentlicht am 13. Februar 2013 in Veranstaltungsbericht und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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