Eindrücke vom Tag der offenen Tür 2012 der Volkssternwarte Bonn

„Veronika, der Lenz ist da“. Für das vergangene Wochenende mit Temperaturen bis zu 25 Grad traf das noch zu, aber zum gestrigen Tag der offenen Tür schaufelten die Tiefs Veronika und Ursula ordentlich polare Kaltluft nach NRW. Doch trotz der gerade einmal 5 Grad zur Mittagsstunde kamen bei schönstem Sonntagswetter die Besucher – geschätzt zwischen 250 und 300 – zur Volkssternwarte Bonn (VSB).

Der Hochnebel vom Morgen war anfangs noch recht zäh, aber ab 13 Uhr taten sich die ersten größeren Lücken auf, so dass sich ein Blick durch die direkt unter dem 170 Jahre alten Argelander-Turm aufgebauten Sonnenteleskope lohnte. Während im Weißlicht drei Sonnenfleckenregionen sichtbar waren, offenbarte die Beobachtung des roten Lichts der Wasserstofflinie H-alpha eine turbulente Chromosphäre mit vielen Einzelheiten sowohl auf der Oberfläche als auch am Rand, wo sich deutlich einige sehenswerte Protuberanzen tummelten.

Die Besucher – sogar Christian Preuß von den „Sternfreunden Siebengebirge“ schaute vorbei – konnten sich im Kuppelraum der Volkssternwarte informieren: die Stellwände zeigten u.a. Fotos von der Öffentlichtkeitsarbeit, Einsteiger-Bücher waren ausgelegt, auf der neuen Leinwand wurde Stellarium vorgeführt und die Hobbyastronomen beantworteten alle möglichen Fragen. Es gab auch einige Führungen hoch in den kleinen Beobachtungsturm der Alten Sternwarte, wo Argelander und seine Kollegen vor mehr als 150 Jahren eine als „Bonner Durchmusterung“ berühmt gewordene Himmelsvermessung durchgeführt haben. Die geschichtlichen Hintergründe dieses Ortes vermittelte außerdem der noch rechtzeitig fertig gestaltete Argelander-Flur, in dem Texte und historische Abbildungen ausgestellt sind. Ebenfalls gut besucht waren die angebotenen Vorträge, so auch meiner (über interessante Sterne am Herbsthimmel), der bis auf den letzten Platz besetzt war.

Nach dem der letzte Vortrag gegen 18 Uhr endete, konnten die Besucher kurz vor ihrem Nachhauseweg noch einen Fernrohrblick auf den fast vollen Mond mit den jetzt gut sichtbaren Strahlenkratern werfen. Natürlich wurden auch wieder Handys gezückt, um sich gleich als Mondfotograf zu versuchen. Meinen kleinen 80mm-Refraktor richtete ich zwischendurch mal auf die Leier, um kurz den Ringnebel M 57 zu zeigen. Das war natürlich viel unspektakulärer, aber angesichts der kleinen Öffnung und des Stadthimmels war doch immerhin ein Nebelfleckchen sichtbar. Gegen 19 Uhr endete schließlich der Tag der offenen Tür der Volkssternwarte Bonn zum diesjährigen 40. Geburtstag des Vereins. [Nico Schmidt]

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Veröffentlicht am 29. Oktober 2012 in Veranstaltungsbericht, VSW Bonn in Action und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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