Archiv für den Tag 1. Oktober 2012

Jeder Rheinländer sollte ein Heim-Planetarium haben …

Das ist jedenfalls eine Aussage dieses Artikels im Centerfold der Oktober-Ausgabe der „Regionalillustrierten“ Rheinkiesel, die jetzt überall zwischen Bonn-Oberkassel und Linz kostenlos verteilt wird: Auf der Kinderseite (S. 18-19) werben ein anonymer Autor ausgiebig für die Beschäftigung mit dem Sternenhimmel – und ein Kasten für dieses „Zimmerplanetarium der neuen Generation“. Drei Jahre nach dem Jahr der Astronomie ist die Astronomie – hier und mit der kommenden Sonderbeilage des Kölner Stadtanzeigers – plötzlich überall … [Daniel Fischer]

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Pressetermin beim KBA-Stammtisch

Die größte Tageszeitung Kölns, der Kölner Stadtanzeiger, plant für den Herbst eine 8-seitige Sonderausgabe zum Thema „Einstieg in die Hobbyastronomie“, wobei der verantwortliche Redakteur Martin Gätke Kontakt zu mehreren KBA-Mitgliedern aufgenommen hat und zum nächsten Stammtisch eingeladen wurde. Hier sind mal ein paar Impressionen des Pressebesuchs beim Köln-Bonner-Astrotreff am letzten Freitag (28. September).

In der Abenddämmerung hatten zuerst einige KBA-ler ihre mitgebrachten Fernrohre auf einer Wiese am Rhein aufgebaut, während die Fotografin das ganze Treiben festhielt.

Ihr haben wir auch gezeigt, was man so als Hobbyastronom mit den heutigen Mitteln fotografisch erreicht.

Afokale Okularprojektion? Was ist das denn?

Ja, zwischen kleinen und größeren Wolkenlücken tauchte sogar der Fast-Vollmond auf, so dass beide Reporter auch einen Blick durch Achims 120mm-Doppelfernrohr werfen konnten. Danach hat die Fotografin auch gleich ein paar afokale Versuche durchgeführt, während ich mich mit ihr über Sigur Rós unterhalten hab, die sie schon vor 10 Jahren in der Kölner Philharmonie gesehen hat; daraufhin hab ich ihr das Album „Takk“ empfohlen.

Bei Fast-Dunkelheit auf der Wiese und später noch im Hellen in unserem Stammtisch-Lokal konnte uns Herr Gätke noch mit seinen vielen Fragen löchern. Es ging um alle denkbaren Themen: Von Tipps für den Hobbyeinsteiger, Mythologisches am Herbsthimmel, die Zusammenarbeit von VSB und KBA und das wichtige Thema der Lichtverschmutzung bis hin zu Pauls Web-TV-Astronomie und Toms Entwicklung einer Beobachtungssoftware. Er schaute sich auch die von Lambert und mir mitgebrachte Einsteiger-Literatur an und machte sich allerhand Notizen. Vermutlich erscheint die Sonderbeilage des Kölner Stadtanzeigers noch im Oktober.

[Nico Schmidt]

Wenn die Kölner Sternfreunde gemeinsam einen heben, …

… dann bezieht sich das diesmal nicht auf ihre Feierlaune zum diesjährigen Doppeljubiläum, denn letzten Mittwoch (26. September) war erstmal die Hebetechnik eines dreiachsigen Teleskopkrans gefragt. Damit sollte die alte Säule der Volkssternwarte auf dem Dach des Schillergymnasiums rausgeholt und die schwerere Montierung für das neue 60-Zentimeter-Teleskop hochgezogen werden. Hier einige Impressionen der spannenden Kran-Aktion und des anschließenden Zusammenbaus.

Pünktlich wie die Maurer fuhr um kurz vor 15 Uhr der Kran auf den Schulhof, aber Matthias Wirth, Konstrukteur des neuen Teleskops und wichtigster Mann des Tages, nahm sich noch Zeit für den Kölner Stadtanzeiger und machte parallel ein paar „Lockerungsübungen“ an der alten Montierung. Dahinter steht schon der neue Tubus und in der Holzkiste auf dem Boden wartet der 60cm-LOMO-Spiegel.

Und auf dem Tisch daneben liegen schon die Halterungen für Haupt- und Fangspiegel.

Der erste Teil der 450 Kilogramm von Montierung und Säule hängt am Haken.

Trotz der Millimeterarbeit via Funk (der Kranführer sieht nicht, was in der Kuppel auf dem Dach vor sich geht) sowie Bild und Ton des WDR im Rücken hat Teleskopbauer Wirth gut lachen.

Und zwischendurch gibt’s noch ein Interview mit dem Vorsitzenden des Vereins, Hermann-Michael Hahn.

Kurz vor 16 Uhr verabschiedete sich auch schon die alte Teleskopsäule durch den nicht mal 2 Meter breiten Kuppelspalt.

Bis die neue Montierung an der Schule ankam, hatte der Kranführer erstmal Pause und die Kids bestaunten die große Baumaschine.

Eine halbe Stunde später hängt sie dann am Haken und Matthias Wirth ist wieder im Gespräch mit dem WDR.

Und nach einigen Vorbereitungen in der „Dachsternwarte“ schweben in rund 15 Meter Höhe 800 Kilogramm durch den Kuppelspalt.

Nach zweieinhalb Stunden fuhr gegen halb 6 fuhr der Kran vom Schulgelände, doch die Sternfreunde hatten sich noch den Aufbau des Teleskops vorgenommen. Ein paar Halterungen und ein erstes Gegengewicht wurden befestigt und anschließend wurden mit sechs Paar Händen – u.a. von Michael Knopf und Markus Ludes – der weiße Tubus an die Knopf-Montierung angebracht. Und der Teleskopbauer war stolz wie Papa …

Danach wurde zu viert der größte Hauptspiegel einer NRW-Volkssternwarte in die Halterung gehoben und perfekt positioniert, wobei das Montagewerkzeug aus Inbusschlüsseln, Papierschnipseln und Blasebalg gegen den Staub bestand.

Mittlerweile war es schon Viertel vor 8, als bei der letzten Hauruck-Aktion des Tages mit vereinten Kräften die Halterung mit dem Spiegel am Tubus befestigt wurde.

Nach stundenlanger Arbeit kam langsam auch die Frage auf: M 57 oder Pizza? Ein paar Wolkenlücken gab es zwar, aber der Fangspiegel wurde an diesem Abend schließlich nicht mehr montiert.  Dafür war noch Zeit, denn das Teleskop sollte erst drei Tage später feierlich eingeweiht werden. Und schon bei diesem Anblick gab Matthias Wirth zu: Ich bin verliebt.

Danke Jungs, dass ich euch beim Zusammenbau über die Schulter gucken durfte. [Nico Schmidt]